Gefallener Pastor wurde 1944 postmortal getraut

Kuno Windfuhr Porträt; Pastor aus Elberfeld, 1935, aus Bestand: AEKR 1OB018_Pers52_W210

Bei der Durchsicht der Daten der Theologen und Theologinnen mit dem Anfangsbuchstaben „W“ für den vierten Band des Handbuches „Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland“ stieß ich kürzlich auf eine Angabe, die mich stutzig machte. Pastor Kuno Windfuhr, der seit 1938 bis zu seiner Einberufung zum Wehrdienst 1940 Synodalvikar im Kirchenkreis Köln war, soll am Tag nach seiner Trauung als Soldat gefallen sein. Nach meiner Kenntnis gab es doch immer einige Urlaubstage nach einer solchen Trauung?

Ein Blick in die Personalakte (Bestand 1OB 018 Nr. W 210) brachte dann die Erklärung: Seine Ehefrau bzw. Witwe, L. Windfuhr, teilte dem Konsistorium in Düsseldorf am 9.9.1944 mit, dass sie „mit dem am 23. Oktober 1943 bei Orscha in Russland gefallenen Pfarrer Kuno Windfuhr gemäss ministerieller Genehmigung nachträglich mit Rückdatierung auf den 22. Oktober 1943 die Ehe geschlossen habe.“ Die Heiratsurkunde, deren Formular der Standesbeamte für diesen Zweck leicht abändern musste, ist in der Akte vorhanden. Interessanterweise ist nicht vermerkt, dass der Bräutigam verstorben ist; es heißt lediglich: „Mit dem […] Kuno Windfuhr, […] zuletzt wohnhaft […] hat die L. […] nachträglich mit Rückwirkung ab 22. Oktober 1943 die Ehe geschlossen.“

Kuno Windfuhr; Pastor; standesamtliche Heiratsurkunde vom 6. September 1944 in Moers, aus Bestand: AEKR 1OB018_Pers52_W210

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Die Bahnhofsmission in Düsseldorf

Bahnhofsmission, Mitarbeiterin mit Sammelbüchse und Spender mit Zigarre und Hut, vermutlich Hauptbahnhof Düsseldorf, Hans Lachmann, Schachtel Nr. 86: Bahnhof/Bahnhofsmission, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 6_000805

Ferienzeit – Reisezeit. Heute reist man mit dem Flugzeug in ferne, exotische Länder, ab den 1960ziger Jahren mit dem Zug an die Nordsee oder nach Bayern und Österreich. Heute bilden sich lange Menschenschlangen vor den Abfertigungsschaltern und vor den Gates im Flughafen, früher herrschte ein Gedränge vor den Fahrkartenschaltern des Bahnhofs und auf den Bahnsteigen der Fernverkehrszüge. Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. War der Reisende auf solche Verkehrsmittel angewiesen, konnte er in fremden, unbekannten Orten stranden. War es ein Bahnhof, war damals die Bahnhofsmission ein nahezu allen bekannter Anlaufpunkt: Hier wurde ihm geholfen, vor allem mit einer Tasse Kaffee aus der großen Thermoskanne oder mit einem Teller Erbsensuppe. Ging der Koffer verloren, half sie mit Kleidung aus. Nicht nur das: Die zumeist ehrenamtlichen Helfer unterstützten behinderte Zugreisende, aus- und einzusteigen, sorgten dafür, dass Senioren mit ihrem Gepäck den richtigen Zug nahmen, begleiteten alleinfahrende Kinder und Kindergruppen zu den Ferienorten. Und Heiligabend sorgten sie dafür, dass sozial benachteiligte Personen gemeinsam feiern konnten. Finanziell blieben sie weitgehend auf sich gestellt. Ihre Arbeit war auf Spenden angewiesen.

  • Bahnhofsmission, Banner "Bahnhofsmission hilft! Helfen Sie uns helfen!", Hans Lachmann, Schachtel Nr. 86: Bahnhof/Bahnhofsmission, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 6_000805

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Karlheinz Brust, Siegelzeichner der Rheinischen Kirche

Karlheinz Brust, aus Kirn; Siegelzeichner, Foto: privat;

Im Siegelbestand des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland befinden sich 47 Kirchensiegel des Künstlers Karlheinz Brust. Das Kirchensiegel von Bergen habe ich ausgewählt, weil es im Siegelbild wesentliche Bezugspunkte der Kirchengemeinde zeigt. Die Kirchengemeinde Bergen bestand 1973 zunächst auf einer Nachzeichnung des alten Siegelbildes, anstatt auf den Vorschlag von Karlheinz Brust einzugehen, ein neues Siegelbild zu wählen, das der Siegelordnung der Rheinischen Kirche eher entspricht. Deswegen führte Karlheinz Brust einen Schriftwechsel mit Archivrat Walter Schmidt. Walter Schmidt schrieb daraufhin dem Presbyterium der Gemeinde, dass sie im „Benehmen mit dem Grafiker eine Neugestaltung des Siegelbildes“ vornehmen sollte. Meinungsverschiedenheiten wegen alter Siegelbilder gab es mit einigen Kirchengemeinden. Walter Schmidt übte häufig Kritik an alten Siegelbildern. In den Siegelakten der EKiR finden sich dementsprechend „Klartexte“ von Walter Schmidt, in denen er sein Missfallen über alte Siegelbilder gegenüber den Kirchengemeinden zum Ausdruck bringt. Weiterlesen →

Reformationsansprache 1916/1917

Reformationsansprache, aus Bestand: AEKR Boppard Sammlung R. W. Schmidt (unverzeichnet)

In der noch nicht vollständig erschlossenen Sammlung von Dr. R.W. Schmidt in der Evangelischen Archivstelle in Boppard, fand ich bei der Durchsicht folgendes Dokument des Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss zu Berlin. In dieser Reformationsansprache an die Gemeinden beim bevorstehenden Jahreswechsel 1916 / 1917 findet sich auch der Bezug auf den 1. Weltkrieg, der 1918 erst zu Ende war und den Deutschland bekanntlich verloren hat, der Satz: „Noch wissen wir nicht, ob das beginnende Jahr uns den Frieden bringt, der eine umfassendere Feier gestattet…“. Das dem nicht so war ist bekannt.

 

 

Henk Schilling, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Henk Schilling, Foto: Familie Schilling

Henk Schilling, Grafiker, Glasfenstergestalter, Siegelzeichner, geboren am 7. November 1928, gestorben am 24. Februar 2005.

Im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland sind 22 Siegel von Henk Schilling vorhanden. Nachfolgend eine Auswahl an Siegeln und Biografie von Tochter Miriam Schilling mit Erläuterungen zum künsterlischen Werden und Wirken Schillings:

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Goldene Worte zu Weihnachten

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland wünscht allen Nutzern und Freunden des Archivs fröhliche und gesegnete Weihnachten!

aus Bestand: 8SL 049 Plakatsammlung, Nr. 1833

In diesem Jahr tun wir das mit einem Plakat aus der Serie der Goldenen Worte aus dem Jahr 1957 mit einem Zitat des württembergischen Theologen Karl Heim (1874-1958).
Heim ist vor allem für seine philosophische Auseinandersetzung mit Naturwissenschaft und Theologie bekannt, die er in seinem mehrbändigen Werk „Der evangelische Glaube und das Denken der Gegenwart“ niedergelegt hat. Ein Thema, dass auch 60 Jahre später noch aktuell ist.

Bei der Gestaltung des Plakats blieben die Herausgeber ihrer Philosophie treu und verzichteten auf aufwendige Grafikelemente, um das Wort in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr zur Serie und zu den Goldenen Worten in der Plakatsammlung unseres Archivs finden Sie hier. Die Serie erscheint bis heute im Kreuz Verlag.

Herbert Westphal, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Siegel der Kirchengemeinde Mettmann, 1969, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 038 (Siegelsammlung)

Herbert Westphal, Graphiker und Siegelzeichner, geboren am 8. Mai 1922 und  gestorben am 13.Juni 1985 in Solingen-Höhscheid. Er hat für zahlreiche Kirchengemeinden Kirchensiegel gezeichnet. Der Schwerpunkt seiner grafischen Arbeiten liegt in seiner Heimatstadt Solingen. Im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland sind 57 von ihm entworfene Kirchensiegel rheinischer Kirchengemeinden überliefert.

Herbert Westphal hatte 1982 seinen Lebenslauf anlässlich einer Ausstellung „6000 Jahre Siegelkunst der Stadt Solingen“ im Jahr 1982 wie folgt formuliert:

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