Pfarramts-Poker in der frühen Neuzeit

Scherenschnitt von Wilhelm Valentin Denhard (1758-1798), 8SL063, Nr.37

Scherenschnitt von Wilhelm Valentin Denhard (1758-1798), 8SL063, Nr.37

Wilhelm Valentin Denhard war ein typischer Vertreter neuzeitlicher, reformierter Pfarrerfamilien im Rheinland: mit ausgeprägtem Traditionsbewusstsein und weit verzweigten Beziehungen zu einflussreichen Familien des protestantischen Bürgertums im Rheinland und darüber hinaus.
Sein Lebensweg ist gut dokumentiert.
Er wurde am 9. Oktober 1758 als Sohn des reformierten Pfarrers Johann Valentin Denhard in Gemarke geboren.
Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Theologie in Duisburg und Marburg.
1778 wurde er an die Gemeinde Stolberg berufen, den Herkunftsort seiner Ehefrau Ida Gertrud Schleicher, die er im Jahr 1780 heiratete. Bis zu seinem Tod am 30. September 1798 blieb er in Stolberg – obwohl sich ihm 1791 noch eine weitere attraktive Möglichkeit bot: Die Berufung an die Hochdeutsche reformierte Gemeinde in Amsterdam.

Die Überlieferung zu dieser Berufung ist bemerkenswert dicht. Sie wirft einerseits ein interessantes Streiflicht auf die damalige Praxis bei der Pfarrstellenbesetzung, und ist andererseits ein spannender Einzelfall, denn die schlussendliche Absage Denhards kam einem Affront gleich.
Der spannende schriftliche Niederschlag dieses Pfarrstellen-Pokers, hier in Auszügen wiedergegeben, findet sich in der Sammlung Pfarrerfamilie Denhard (8SL 063, Nr. 13 u. 14). Weiterlesen →

Basiskurs Archivarbeit vom 23. bis 26. Februar 2015 in Köln-Deutz

22 ehrenamtliche Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer aus dem gesamten Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland haben erfolgreich den Basiskurs Archivarbeit absolviert. In Kooperation von LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum und dem Archiv der EKiR wurde diese Veranstaltung zum zweiten Mal nach 2013 angeboten. Vermittelt wurden Informationen über das Archivwesen und Grundkenntnisse der Archivpraxis unter dem besonderen Blickwinkel der kirchlichen Archivpflege.

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Der Bestand „Evangelischer Brüderverein“ ist nun als Findbuch online verfügbar

Der Evangelische Brüderverein

Revolutionäre Unruhen, die drängender werdende Soziale Frage und die Etablierung einer sich von kirchlichen Zwängen freimachenden Gesellschaft waren einige der Faktoren im 19. Jh., die die Erweckungsbewegung auslösten und die Formierung gesellschaftsrechtlicher Vereine begünstigten.

Beispielhaft für die Vereinsbildung im kirchlichen Bereich ist der Evangelische Brüderverein im Rheinland, der „von einem Kreis entschieden Gläubiger Männer“ am 19. Juni 1850 in Vohwinkel konstituiert wurde. Als Mitbegründer werden genannt: der Elberfelder Gymnasialdirektor Dr. Bouterwerk, der Kaufmann Friedrich Wilhelm von den Steinen (Wülrath), der Landwirt Albert Schoel (Gruiten) und der Kaufmann Karl Wilhelm Neviandt (1792-1870 Mettmann, Grafes Schwiegervater).  Den eigentlichen Anstoß dazu aber brachte der Kaufmann Hermann Heinrich Grafe aus Elberfeld (1818-1869).

Portrait Hermann Heinrich Grafe ( 1818-1869) Kaufmann in Elberfeld

Portrait Hermann Heinrich Grafe ( 1818-1869) Kaufmann in Elberfeld

Hermann Grafe stand in familiärer Verbindung zur Familie Neviandt (hugenottischer Herkunft) und war Mitinhaber der Textilfabrik Grafe & Neviandt in Elberfeld. Sein Impuls zur aktiven Erweckungsbewegung wird den tersteegenschen Einflüssen zugeschrieben. Aber auch Eindrücke aus der von Adolphe Monod gegründeten evangelischen Gemeinde in Frankreich (Eglise évangelique libre) werden in Grafes Gemeindeausrichtung vermutet.

 Hermann Grafe vor 1870, ohne Angaben

 

hier geht´s zum Online-Findbuch: Evangelischer Brüderverein PDF 443 KB

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„Schülerbibelkreise“ können benutzt werden

B.K.-Wanderfahrten durch die Haardt (Pfälzerwald) Musizierende Gruppe, 20.08.1920

B.K.-Wanderfahrten durch die Haardt (Pfälzerwald)
Musizierende Gruppe,
20.08.1920

Nunmehr kann der Bestand „Schülerbibelkreise“, Signatur: 5WV013, benutzt werden.

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Die Ordnung und Verzeichnung des Archivbestands wurde im Februar 2015 abgeschlossen.

Die „Bibelkränzchen“ setzten einen Kontrapunkt zur Säkularisierung, die seit der Reichsgründung 1871 in Deutschland um sich griff. Sie wollten die Gymnasiasten „in persönliche Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus Christus, ihrem Heiland und Erlöser bringen und sie unter die Zucht des Wortes Gottes stellen.“ Sie hatten ein pietistisches Fundament, und zugleich wiesen sie über dieses hinaus. Sie wurden Teil einer sich formierenden Jugendbewegung. Weiterlesen →