Internationaler Tag der Archive am 9. Juni 2018

Bitte nicht verwechseln mit dem „Tag der Archive“, der unlängst mit zahlreichen Veranstaltungen bundesweit und natürlich auch in Düsseldorf stattgefunden hat. Der heutige Tag erinnert vielmehr an die Gründung des International Council on Archives (ICA) am 9. Juni 1948. Dieser versteht sich als Netzwerk zum fachlichen Dialog und zur Erhaltung des archivischen Kulturerbes weltweit.

Internationaler Tag der Archive, Thema: Archives Governance, Memory and Heritage, am 9. Juni 2018; Veranstaltet vom International Council on Archives

Seine Mitglieder verteilen sich auf 195 Staaten der Erde. Das Motto „Archives: Governance, Memory and Heritage“ ist zugleich Thema der ICA Konferenz 2018, die im November in der Hauptstadt Kameruns Yaoundé stattfinden wird.

Unser Archiv nun ist -wie wir wenigstens hoffen und woran wir stetig arbeiten- kein Saftladen, wohl aber ein SAFT-Archiv. Innerhalb des ICA gehört es nämlich als Mitglied der „Section for Archives of Faith Instititutions – SAFT“ an.

siehe auch:
Archivalia Beitrag: Happy International Archives Day!
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Aktueller Sachstand beim Archivportal NRW

Warten auf Godot oder Prinzip Hoffnung? Irgendwo zwischen Samuel Beckett und Ernst Bloch bewegt sich die Erwartungshaltung aller Archive in Nordrhein-Westfalen, die auf den Relaunch des Portals archive.nrw.de warten. Dieser wird sich nach der jüngsten Mitteilung der Projektgruppe weiter verzögern.

Dies ist umso bedauerlicher, als das Portal ja als Aggregator für die Weiterleitung von Daten an das Archivportal-D und im Archivportal Europa dienen soll. Einen vollständigen Überblick über alle Findmittel des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland zumindest im PDF-Format bietet daher z. Zt. nur die Homepage des Archivs.

Kunst und protestantische Kirche während des Nationalsozialismus

Unter diesem Titel veranstaltet die Evangelische Akademie Loccum am 15. – 17. Juni 2018 eine Tagung zum Umgang mit kirchlichem Kunstgut aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die Hakenkreuzglocken, die den öffentlichen Diskurs der letzten Monate bestimmt haben, bilden dabei nur eine Facette. Die Leitfragen der Tagung lauten:

Was ist zu tun, um systematisch die Basis einer Aufarbeitung von Kunstgut in protestantischen Kirchen bereit zu stellen (Inventarisierung; Überblick über verlorengegangene Kunstwerke; Provenienzfragen)?

Unter welchen Bedingungen und in welchen politischen und institutionellen Zwängen wurde Kunst produziert?

Was kann man aus der Analyse von „schwierigen Fällen“ für die vielerorts noch ausstehende Deutungsarbeit gewinnen?

Was kann man von den Herausforderungen und Schwierigkeiten der Aufarbeitung in anderen Institutionen lernen?

Welches sind die nächsten Schritte und Verfahren auf dem Weg zu einer sachgerechten Aufarbeitung von Kunstgut im Raum der protestantischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus?

Das vollständige Programm und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Bestände zur rheinischen Diakoniegeschichte zugänglich gemacht

Dr. Otto Ohl, Geschäftsführender Direktor des Rheinischen Provinzialausschusses für Innere Mission, 1957, Fotograf: Hans Lachmann, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 011_0084

Interessieren Sie sich z. B. für soziale Hilfsmaßnahmen während der Weltwirtschaftskrise, die Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg oder die Betreuung weiblicher Jugendlicher aus der SBZ nach 1945? Dann werden Sie fündig in der Registratur von Otto Ohl, der von 1912 bis 1963 als Geschäftsführer des Rheinischen Provinzialausschusses für Innere Mission in Langenberg amtierte.

Über den Schreibtisch dieses begnadeten Netzwerkers liefen für ein halbes Jahrhundert alle Korrespondenzen zu den Anstalten und Heimen der Inneren Mission im Rheinland ebenso wie die vielfältige Vereinsarbeit im sozialen und diakonischen Bereich. Das Findbuch zum „Bestand Ohl“ mit nicht weniger als 2347 Verzeichnungseinheiten ist nun online gestellt worden. Weiterlesen →

Alle Jahre wieder… gestern fand der Schriftgutverwaltungslehrgang statt

Schriftgutverwaltungslehrgang des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland im Haus der Landeskirche, 15.5.2018

Wie auch in den vergangenen Jahren nahmen sich gestern wieder 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zeit, um sich einen Tag lang dem  Thema der Schriftgutverwaltung zu widmen. Dabei waren Verwaltungsmitarbeitende aus Kirchengemeinden und -kreisen, sowie ehrenamtliche Archivmitarbeiter. Trotz sehr unterschiedlicher Voraussetzungen in ihrem jeweiligen Institutionen, waren alle einhellig der Meinung, dass dieses wichtige Arbeitsgebiet häufig stark unterschätzt wird. Der Lehrgang konnte da hoffentlich ein wenig Rüstzeug an die Hand geben!

Archivtag Rheinland-Pfalz/Saarland

Teilnehmer bei der Gruppenarbeit/Diskussion, Archivtag Rheinland-Pfalz, Saarland am 14. Mai 2018 im Kommunikationszentrum der Stadt Neunkirchen.

Am 14. Mai 2018 fand im Kommunikationszentrum der Stadt Neunkirchen im Saarland der Archivtag Rheinland-Pfalz statt. Der Archivtag wurde von dem Oberbürgermeister eröffnete und von Dr. Linsmayer vom Landesarchiv Saarbrücken. Prof. Glauert vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam referierte über die Archivbenutzung – Entwicklung, Perspektiven und Grenzen.  Als nächstes wurde über die  Benutzerpflichten und den Benutzerservice gesprochen und auch diskutiert. Nach der Mittagspause wurden die ca. 70 Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Im ersten Workshop ging es um Benutzergruppen und Benutzerbetreuung und den Umgang mit komplizierten Benutzern. Im zweiten Workshop ging es um über die rechtlichen Aspekte der Benutzung von Archivalien und der Schutzfristen gesprochen.  Anschließend gab es eine Zusammenfassung der Ergebnisse mit Diskussion. In der daran folgenden aktuellen Stunde wurde auch über die Arbeitsgemeinschaft Bestandserhaltung in Rheinland-Pfalz gesprochen. Das Programm mit den Referenten und zum Teil den Vorträgen, kann künftig im Gemeinschaftsblog der rheinland-pfälzischen und saarländischen Archive nachgelesen werden.

Digital dark age in der Rheinischen Kirche?

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung widmet sich Corinna Budras unter dem Titel „Für immer verloren“ (ohne Fragezeichen!) dem schon öfter diagnostizierten Problem, dass es keine gesicherte Langzeitarchivierung für die stetig wachsende Menge an digitalen Daten gibt. Deren Volumen wird 2020 nach Prognosen weltweit bei etwa 40 Zettabytes liegen – und damit 50-mal so hoch wie noch 2010. Bei ihrem eher pessimistischen Ausblick beruft sie sich auf Experten wie den amerikanischen Informatiker Vint Cerf und Klaus Nippert vom Karlsruher KIT. Vieles davon kennt man bereits von der bei ARTE ausgestrahlten Dokumentation „Unser digitales Gedächtnis“. Einen knappen, aber informativen Einstieg in das drohende dunkle digitale Zeitalter bietet auch der englische Wikipedia-Artikel.

Zurück von der Zukunft(sdeutung) zur praktischen Arbeit: Im Archiv der EKiR stehen wir wie viele Kolleginnen und Kollegen vor allem vor der Herausforderung, Überlieferungswege für die vagabundierende E-Mail-Kommunikation im Landeskirchenamt und anderen kirchlichen Ämtern und Einrichtungen zu entwickeln.  Viele Mails, die durchaus als Briefersatz für den Geschäftsgang hochrelevant sein können, werden nicht vom bestehenden Dokumentenmanagement erfasst und sind spätestens etwa mit dem Ruhestand ihrer Verfasser verloren. Der in Sonntagsreden vielbeschworenen Transparenz des Verwaltungshandelns ist dies gewiss nicht förderlich.