Synodaler Archivtag im Kirchenkreis An der Agger

Am Mittwoch, den 29. April 2015, geht es im Kreiskirchenamt Dieringhausen von 17.30 – 20.00 Uhr um alle Fragen rund um Archiv und Registratur. Dieses abendliche Tagungsformat hat sich in anderen Kirchenkreisen der EKiR schon vielfach bewährt: Die ehrenamtlichen Archivverantwortlichen der Kirchengemeinden aus der Region treffen sich zum fachlichen Austausch zu Themen wie der sachgerechten Unterbringung von Archivgut, Notfallmaßnahmen bei Wasserschäden oder Rechtsfragen bei der Benutzung. Ferner erhalten sie grundlegende Informationen zur Organisation von Ordnungsmaßnahmen und zur Kassation von Schriftgut.

Die Tagung wird gemeinsam organisiert von Hans-Joachim Söhn, dem Synodalarchivpfleger des Kirchenkreises An der Agger und dem landeskirchlichen Archiv. Herr Superintendent Jürgen Knabe wird die Teilnehmer begrüßen.

Neue Biografie zu Konsul Walter Rößler erschienen

Biografie Walter Rößler von Kai SeyffarthWalter Rößler (1871-1929) war von 1910 bis 1918 deutscher Konsul im syrischen Aleppo. Als im Frühjahr 1915 die Regierung des Osmanischen Reiches den Völkermord an der armenischen Minderheit einleitet, ist Rößler einer der wenigen Diplomaten, die sich aktiv für die Rettung der Verfolgten einsetzen. Zu ihm ist nun erstmals eine wissenschaftliche Biografie erschienen, die auch Unterlagen unseres Archivs verwertet hat. Weiterlesen

Kirche unterm Preußenadler – eine Veranstaltungsreihe

Glaube, Konfession und Politik im Rheinland des 19. Jahrhunderts

KircheuntermPreußenadler

Eine Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard mit Lesungen aus Originalquellen zum Preußenjahr 2015

Der Übergang des Rheinlands an Preußen im Jahr 1815 war für die Kirchen im Rheinland und insbesondere im katholisch geprägten Raum Koblenz ein tiefer Einschnitt. Erstmals wurde das Land von einer evangelischen Obrigkeit regiert. Während für die evangelischen Diasporagemeinden nun ein Aufschwung einsetzte, hatten die rheinischen Katholiken manche Auseinandersetzung mit Berlin durchzustehen. Auch das Miteinander der beiden Konfessionen war nicht immer einfach.

Anhand von zeitgenössischen Originaltexten, gelesen von Kammerschauspieler Hermann Burck an authentischen kirchlichen Orten, wird die historische Epoche der Kirche unterm Preußenadler wieder lebendig. Die Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard beleuchtet die vielfältigen Aspekte der preußischen Kirchenpolitik im Rheinland, die in mancherlei Hinsicht bis heute ihre Spuren hinterlassen hat.

 

 

Die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung von 1835 – Mutter der demokratischen Kirchenverfassung

Einführung der presbyterial-synodalen Ordnung im Rheinland vor 180 Jahren

Kirchenordnung 1835

Kirchenordnung für die evangelischen Gemeinden der Provinz Westphalen und der Rheinprovinz, Koblenz 1835, Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Demokratie ist in den deutschen evangelischen Landeskirchen ein vergleichsweise junges Phänomen. Die Reformation war im 16. Jahrhundert eng mit dem landesherrlichen Kirchenregiment verknüpft. Der heute selbstverständliche Grundsatz, dass theologische und kirchenpolitische Entscheidungen durch gewählte Gremien – Presbyterien und Synoden –, und nicht durch obrigkeitliche Behörden getroffen werden, hat sich vielerorts erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt. Pionierarbeit im Kampf um die presbyterial-synodale Ordnung haben aber bereits im frühen 19. Jahrhundert die evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen geleistet. Nach langen Auseinandersetzungen trat vor genau 180 Jahren, im März 1835, die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung in Kraft, mit der die presbyterial-synodalen Grundsätze erstmalig Rechtskraft bekamen.  Weiterlesen

Basiskurs Archivarbeit vom 23. bis 26. Februar 2015 in Köln-Deutz

22 ehrenamtliche Archivbetreuerinnen und Archivbetreuer aus dem gesamten Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland haben erfolgreich den Basiskurs Archivarbeit absolviert. In Kooperation von LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum und dem Archiv der EKiR wurde diese Veranstaltung zum zweiten Mal nach 2013 angeboten. Vermittelt wurden Informationen über das Archivwesen und Grundkenntnisse der Archivpraxis unter dem besonderen Blickwinkel der kirchlichen Archivpflege.

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Reformationsjubiläum im Jahr 1830

Das 300-jährige Jubiläum des evangelischen Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana)

Zur Feier des 300jährigen Jubiläums der Übergabe der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 1830

Zur Feier des 300jährigen Jubiläums der Übergabe der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 1830

Zum 300-jährigen Jubiläum der Übergabe des evangelischen Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana) an Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 erschien im Jahr 1830 eine Flut populärer Kleinschriften, die dieses Ereignisses der Reformationsgeschichte gedachten. Die enorme Publikationswelle ist nur dadurch zu erklären, dass es nicht einfach um einen historischen Gedenktag ging, sondern dass das Augsburger Bekenntnis von 1530 zur Projektionsfläche für zahlreiche aktuelle kirchenpolitische Fragen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde. Weiterlesen

Der Bestand „Evangelischer Brüderverein“ ist nun als Findbuch online verfügbar

Der Evangelische Brüderverein

Revolutionäre Unruhen, die drängender werdende Soziale Frage und die Etablierung einer sich von kirchlichen Zwängen freimachenden Gesellschaft waren einige der Faktoren im 19. Jh., die die Erweckungsbewegung auslösten und die Formierung gesellschaftsrechtlicher Vereine begünstigten.

Beispielhaft für die Vereinsbildung im kirchlichen Bereich ist der Evangelische Brüderverein im Rheinland, der „von einem Kreis entschieden Gläubiger Männer“ am 19. Juni 1850 in Vohwinkel konstituiert wurde. Als Mitbegründer werden genannt: der Elberfelder Gymnasialdirektor Dr. Bouterwerk, der Kaufmann Friedrich Wilhelm von den Steinen (Wülrath), der Landwirt Albert Schoel (Gruiten) und der Kaufmann Karl Wilhelm Neviandt (1792-1870 Mettmann, Grafes Schwiegervater).  Den eigentlichen Anstoß dazu aber brachte der Kaufmann Hermann Heinrich Grafe aus Elberfeld (1818-1869).

Portrait Hermann Heinrich Grafe ( 1818-1869) Kaufmann in Elberfeld

Portrait Hermann Heinrich Grafe ( 1818-1869) Kaufmann in Elberfeld

Hermann Grafe stand in familiärer Verbindung zur Familie Neviandt (hugenottischer Herkunft) und war Mitinhaber der Textilfabrik Grafe & Neviandt in Elberfeld. Sein Impuls zur aktiven Erweckungsbewegung wird den tersteegenschen Einflüssen zugeschrieben. Aber auch Eindrücke aus der von Adolphe Monod gegründeten evangelischen Gemeinde in Frankreich (Eglise évangelique libre) werden in Grafes Gemeindeausrichtung vermutet.

 Hermann Grafe vor 1870, ohne Angaben

 

hier geht´s zum Online-Findbuch: Evangelischer Brüderverein PDF 443 KB

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