Das Bombardement der britischen Luftwaffe auf Düsseldorf begann um 1.25 Uhr. Innerhalb von nur 80 Minuten zerstörten mehr als 220000 Bomben bei diesem schwersten aller Angriffe auf die Stadt am 12. Juni 1943 weite Teile der Düsseldorfer Innenstadt und der umliegenden Stadtteile.Weitere Angriffe folgten, u.a. ein weiterer Großangriff in der Nacht vom 2. auf den 3. November 1944, bis schließlich ein Großteil der Stadt in Trümmern lag.
Natürlich machte die Zerstörung auch vor Kirchen und Pfarrhäusern nicht Halt: Weiterlesen
Tradition und Wandel in der Ev. Gemeinde Düsseldorf

Wertvolle Tradition: Erste Seite der Unionsurkunde der reformierten und lutherischen Gemeinden in Düsseldorf, 1824, 4KG 005, Nr. 11
„Bis zur Jahrhundertwende ist die neue Evangelische Gemeinde nur langsam gewachsen. Um 1880 wurde an 5 Stellen der Stadt Gottesdienst gehalten. Mit der zunehmenden Industrialisierung wuchs in den Jahren 1910-1930 die Evang. Gemeinde zu einer der größten Gemeinden Deutschlands an; sie umfasste schließlich vor Ausbruch des letzten Krieges etwa 110000 Seelen.“ So beginnt Dr. Alvermann seinen Bericht für den 1947 gegründeten Ausschuss für die Aufteilung der Gemeinde Düsseldorf (4KG 005, Az. 01-1, Nr. 373). Die Frage, ob die große Gemeinde nicht besser aufgeteilt werden sollte und die Parochien in den Außenbezirken der Stadt, die meist eh schon ein Eigenleben führten, zu eigenen Gemeinde erklärt werden sollten, sei immer wieder aufgeworfen worden. Das Bewusstsein für die wertvolle Tradition der im Jahr 1824 gegründeten Union der Lutherischen und der Reformierten Gemeinde habe aber eine konkrete Lösung bisher verhindert. Bei einer Trennung der Gemeinde könnte der Eindruck entstehen, „als würde nun eine geschichtliche Entwicklung wieder rückgängig gemacht“ – und alles blieb beim Alten. Vorerst! Weiterlesen
Geschichte in Geschichten
Ein Praktikum im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland
Man kennt ihn mitunter hauptsächlich aus Geschichten – den Archivar. Ein alter, grauhaariger Mann mit Brille sitzt in einem Ohrensessel hinter einem Schreibtisch, um ihn Türmen sich Bücher, Akten, lose Papiere auf Boden, Tischen und in zahllosen Schränken. Kontakt mit Mitarbeitern und Nutzern pflegt er selten, lieber wacht er aufmerksam über seine papierenen Schätze und ist stets darauf bedacht, diese sorgsam zu be- und verwahren. Dass dieses Bild jedoch heutzutage bereits selbst Geschichte ist, habe ich während meines Praktikums im Archiv der EKiR erfahren.
Die Heilkunst des 18. Jahrhunderts

Arzneirezept gegen Bauchschmerzen bei Kindern, 18. Jh., aus Bestand: AEKR Düsseldorf 4KG 005 ( Kirchengemeinde Düsseldorf), 296
Dass Mütter schon immer die besten Hausmittel kannten, mit denen man die Wehwehchen von Kindern behandeln kann, ist bekannt. Wer dieses einfache Rezept im 18. Jahrhundert zu Papier gebracht hat, ist leider nicht bekannt. Es wirkt aber sicherlich damals wie heute (sofern man weiß, was Grimenöl ist – ich weiß es leider nicht).
Wann die Kinder mit Grimmen
oder Verschlossene wieder geplagt sind,
vor einen Stüber Grimen Öhl,
vor einen Stüber Camillen Öhl
Schmieret denen Kindern mit einer warmen Handt
den Bauch damit, leget einen sanften Tuch dreij doppelt gefalten
und warm gemacht darauf, ist sehr gut
Diese ärztliche Verordnung ist Teil einer Akte des Aktenbestandes der Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf (KG 005, Az. 66,7). Sie enthält noch weitere Arzneirezepte, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert. Dabei sind sowohl praktische Rezepte wie das oben stehende gegen Bauchschmerzen bei Kindern und Mittel gegen Husten, als auch eher dubios erscheinende Rezepte für ein „Universalpulver“ oder „Wundersalbe“. Viele davon sind sehr schwer zu lesen oder zum Teil nur in Fragmenten erhalten. Trotzdem bilden sie ein interessantes Mosaiksteinchen der Lebenswelt der frühneuzeitlichen Düsseldorfer.
Gut gemeint heißt nicht unbedingt gut gemacht
Parkplätze sind in Düsseldorf rar und so war auch die Situation vor der 1995 gegründeten Studienstelle „Christen und Juden“ der Evangelischen Kirche im Rheinland. Abhilfe sollten zwei reservierte Stellplätze schaffen, für die eigens ein neues Parkplatzschild bestellt wurde.
Dass dieses Schild aber so nicht bleiben konnte, stellte sich bereits nach wenigen Tagen heraus und bedarf beim Blick in die deutsche Zeitgeschichte keines weiteren Kommentars. Rasch wurde eine neue und unverfängliche Version aufgestellt: Weiterlesen
Die Kirche schweigt nicht! – Evangelische Pressedienst
Morde, Raubüberfälle, Ehebrüche, Erpressungen usw.
– Die Kirche schweigt nicht !
Ende der 40er Jahre beginnt sich die Evangelische Kirche in Deutschland in Bezug auf das Medium Film neu auszurichten. 1948 wird Werner Heß zum ersten Filmbeauftragten der Evangelischen Kirche bestimmt. Im Rahmen der Fachpublizistik spielt seit 1949 der „Evangelische Filmbeobachter“ eine Rolle. „Mit dieser Zeitschrift etabliert die Kirche ein kulturkonservatives und von protestantisch-missionarischer Moral geprägtes Instrument, mit dem sie ihr Wächteramt wahrnehmen kann. Durch die Filmkommentare im Filmbeobachter sollen das Publikum zu einem Urteil befähigt und in letzter Konsequenz so erhofft man sich , mehr Qualität im Filmangebot erreicht werden (Dannowski, 1989).“ Als grundlegende Orientierung der Evangelischen Filmarbeit in den 50er Jahre kann man sagen: „Das Verhältnis zum Film kann auf der einen Seite als ein instrumentell-pädagogisches beschrieben werden. Man versucht das Potential des Films für religiöse Anliegen zu nutzen. Auf der anderen Seite sieht man sich dazu gezwungen, der moralischen Zersetzungskraft des Films bewahrpädagogisch zu begegnen (Hermann, 2001).“
Der Evangelischen Film-Beobachter erscheint von 1948-1971 und war der Vorgänger der heutigen Zeitschrift epd Film – Zeitschrift des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik.
Wo wäre dein Platz im Gottesdienst Anno 1769 ?
Ein Sitzplan und Verpachtung der Sitze in der Evangelischen Kirche?
– Ja, das gab es.
Die im Archiv der EKiR überlieferte Meisenheimer Kirchenstuhlordnung von 1769 ist ein Zeugnis dessen.

Kirchenstuhlordnung Meisenheim 1769, aus Bestand: AEKR Boppard 4 KG 003 (Ev. Kirchengemeinde Meisenheim), 127
Das Ansehen und der Berufsstand bestimmten den Sitzplatz: Fürst, Pfarrer, Stadtrat, Beamter, Rechtsanwalt, Notar, Kirchenälteste und Geistliche, Ehefrauen, Witwen und Töchter der Pfarrer, Gerichtsschöffen, Bürger der Stadt, Bauern am Ende der Skala Hirten, in der Stadt dienende Mägde, Lehrjungen, Lateinschüler, Stadtschüler, Kinder der Hirten und Schützen. In den vorderen Bänken durften die Älteren und Verheirateten Platz nehmen, die Jüngeren und Ledigen in den hinteren Bänken, die Frauen auf der einen Seite, die Männer auf der anderen Seite.
>> Hier dazu die Reprographien der Aktenstücke …



