In dem in der vergangenen Woche in die Archivstelle Boppard übernommenen Archivbestand der Evangelischen Kirchengemeinde Laubenheim (Nahe) fand sich eine Sammlung von Dokumenten, die interessante Einblicke in die Lebensumstände der Einwohner dieser Gemeinde im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewähren.
Eine Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses 1730

Abraham Remshart,
Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana.
Martin Luther und Philipp Melanchton.
1730
Allen judenfeindlichen Äußerungen zum Trotz: 2017 wird Martin Luther gefeiert. Gesucht werden möglichst originelle Bildnisse des Reformators. Die Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana 1730 mit den Konterfeis von Martin Luther und Philipp Melanchthon auf der Frontseite und je einem Portrait im Inneren der Medaille ist ein außergewöhnliches Stück.
Um 1700 kamen in Augsburg Bilderzyklen auf den Markt, die an bedeutende Ereignisse des Protestantismus erinnerten. 1730 stand das Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses an. Es erinnerte daran, dass 200 Jahre zuvor vor Kaiser und Reichstag die 28 Artikel von Philipp Melanchthon verlesen wurden. Im Erzbistum Salzburg begann die Verfolgung und letztlich Ausweisung von Protestanten. Ein Gruppe von Salzburger Exulanten traf Ende 1731 in Augsburg ein. Die Anteilnahme vieler Protestanten an ihrem Schicksal beflügelte das Geschäft mit den „geschraubten Medaillen”, wie sie damals genannt wurden.

Abraham Remshart,
Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana.
Lasset die Kindlein zu mir kommen.
Taufe eines Salzburger Emigranten.
1730
Die Artikel des protestantischen Bekenntnisses wurden in Szenen mit Personen dargestellt, die die Salzburger Tracht trugen. Von den ursprünglichen 24, über schmale Stege miteinander verbundenen Bildern sind 16 erhalten geblieben. Neben den Portraits von Luther und Melanchthon zeigen die kolorierten Kupferstiche etwa den Sündenfall, Christus mit Kreuz und zwei vor ihm knieende Salzburger Bauern, das Schiff Christi, Taufe eines Emigranten, Ordination eines Predigers, das Jüngste Gericht, und zum Schluss Pharisäer und Zöllner – das Bild trägt die Signatur des Künstlers A[braham] Remshart.
Das neue Findbuch der Ev. Gemeinde Düsseldorf ist jetzt online!

Ev. Neanderkirche in Düsseldorf (Fotosammlung Hans Lachmann), Bauakten der Neanderkirche: 4KG 005, Nr.217-230 u. 545
Der Aktenbestand der im Jahr 1948 aufgelösten Ev. Großgemeinde Düsseldorf, der eine Gesamtlaufzeit von fast 400 Jahren hat, hat bewegte Zeiten hinter sich.
Durch deren Vereinigung im Jahr 1824 flossen die Akten von zwei über mehr als zweihundert Jahre getrennten Gemeinden, nämlich der Lutherischen und der Reformierten Gemeinde, zu einem Gemeindebestand zusammen. Dieser wurde bereits gute zehn Jahre später erstmals von Pfarrer Heinrich Wilhelm Budde erfasst. Das von ihm in den Jahren 1837 erstellte Repertorium bezeichnete Landeskirchenarchivar Walter Schmidt bei seinen Verzeichnungsarbeiten im Jahr 1951 als „wenig brauchbar“, da die Bestände einfach ungeordnet und ohne Rücksicht auf chronologische Abfolgen in eine feste Heftung gebracht worden waren. Trotz aller Mängel der Verzeichnung hat dieser Altbestand der Ev. Gemeinde Düsseldorf – im Gegensatz zu der überwiegenden Masse des jüngeren Schriftguts – den Krieg weitgehend überstanden und bildet nun einen bedeutenden Fundus auch für stadtgeschichtliche Forschungen, da die Überlieferungen der Stadt Düsseldorf vor 1800 verhältnismäßig gering ist.
Zur besseren Nutzbarkeit sah sich Schmidt im Jahr 1951 genötigt, die Konvolute aufzulösen und völlig neu zu ordnen. Herausgekommen ist ein ausführliches, informatives Findbuch: der Bestand Düsseldorf I. Weiterlesen
Das Siegel der Kirchengemeinde Geldern
So fliegt die Taube des Heiligen Geistes! – Über die Entstehung des Siegels der Kirchengemeinde Geldern
Das alte Siegel der Kirchengemeinde Geldern zeigt die Taube des Heiligen Geistes. Jutta Müller-Zantop, die Grafikerin, die das alte Siegel erneuerte, schrieb dazu: „Die Taube hatte den Kopf nach oben gerichtet und musste in die >> biblische << Stellung gebracht werden: Notiz des Landeskirchenamtes ‘die Taube muss von oben her abfahren’.“
Dies kann im Ausstellungskatalog von Jutta Müller-Zantop „Kirchliche Siegel 1961-1999″ nachgelesen werden. Jutta Müller-Zantop hat den Katalog mit 161 Siegeln, die sie gestaltet hat, für die Ausstellung „Kirchliche Siegel 1961 – 1999″ bei der St. Petri-Pauli Kirchengemeinde Soest“, Mai 1999 erstellt. Der Katalog bietet neben den Abdrücken der Siegel eine kurze Erläuterung zum Siegel und eine Einführung in die Siegelkunde.
Das Kreuz mit der deutschen Kurrentschrift
War Pfarrer Gottfried Hessel ein Mörder?
Ein Verdacht ist schnell ausgesprochen. Ihn zu beweisen oder zu widerlegen fällt da schon schwerer. Und es ist nicht immer möglich. Selbstverständlich kann grundsätzlich auch ein Pfarrer zum Mörder werden. Und es hat solche Fälle bereits gegeben. Zu erinnern sei an den Kellenbacher Pfarrer Gerhard Entes, der 1590 seine Frau erschlug weil sie zuviel Geld für Kleidung ausgab. Hier will ich einen Fall aus dem Jahre 1872 schildern, der bis heute nicht geklärt werden konnte.
Konfirmanden im Archiv
Am 30.10.2015 hatte das Archiv der EKiR Besuch von einer Gruppe Konfirmanden der Friedenskirchengemeinde Düsseldorf. 23 Mädchen und Jungen kamen zusammen mit dem Team um Pfarrerin Frauke Müller-Sterl und Jugendleiter Oliver Boeddrig am Freitagnachmittag für zwei Stunden in die Hans-Böckler-Strasse.
In kurzen Führungen durch die „Heiligen Hallen“ erhielten sie zunächst Einblicke in den unbekannten Alltag eines Archivars und die Funktionsweisen des Archivs. Natürlich durften sie auch einige alte Dokumente bestaunen wie z.B. eine Pergamenturkunde der Gemeinde Issum aus dem Jahr 1710 oder einen mithilfe von Japanpapier restaurierten Protokollband aus dem frühen 17. Jahrhundert
Anschließend konnten die Konfirmanden sich selbst als Forscher versuchen. Forschungsobjekt war die Unionsurkunde der Ev. Gemeinde Düsseldorf, mit der sich im Jahr 1824 die Lutherische und die Reformierte Gemeinde zu einer gemeinsamen evangelischen Gemeinde vereinigten. Weiterlesen


