Konfirmanden im Archiv

Konfirmanden der Friedenskirchengemeinde bei der Leseübung

Konfirmanden der Friedenskirchengemeinde bei der Leseübung

Am 30.10.2015 hatte das Archiv der EKiR Besuch von einer Gruppe Konfirmanden der Friedenskirchengemeinde Düsseldorf. 23 Mädchen und Jungen kamen zusammen mit dem Team um Pfarrerin Frauke Müller-Sterl und Jugendleiter Oliver Boeddrig am Freitagnachmittag für zwei Stunden in die Hans-Böckler-Strasse.

In kurzen Führungen durch die „Heiligen Hallen“ erhielten sie zunächst Einblicke in den unbekannten Alltag eines Archivars und die Funktionsweisen des Archivs. Natürlich durften sie auch einige alte Dokumente bestaunen wie z.B. eine Pergamenturkunde der Gemeinde Issum aus dem Jahr 1710 oder einen mithilfe von Japanpapier restaurierten Protokollband aus dem frühen 17. Jahrhundert

Anschließend konnten die Konfirmanden sich selbst als Forscher versuchen. Forschungsobjekt war die Unionsurkunde der Ev. Gemeinde Düsseldorf, mit der sich im Jahr 1824 die Lutherische und die Reformierte Gemeinde zu einer gemeinsamen evangelischen Gemeinde vereinigten.

An ausgewählten Paragraphen versuchten sie mithilfe von Schrifttabellen in Kleingruppen die deutsche Schreibschrift zu entziffern und den Inhalt der blumigen Formulierungen des frühen 19. Jahrhunderts zu erfassen – keine ganz einfache Aufgabe. Ihre Ergebnisse wurden im Plenum zusammengetragen und besprochen. Transkriptionen der Texte gab es hierfür natürlich dazu. Pfarrerin Frauke Müller-Sterl erläuterte den theologischen Hintergrund, ich steuerte bei Bedarf die historischen Fakten bei.

Leseübung: §9 der Unionsurkunde der Ev. Gemeinde Düsseldorf

Leseübung: §9 der Unionsurkunde der Ev. Gemeinde Düsseldorf über das heilige Abendmahl

Passend zum Reformationstag war das Ziel den Konfirmanden zu vermitteln, was den evangelischen Glauben ausmacht. Die Paragraphen behandelten die Themen Bekenntnis, Abendmahl, Gemeindeaufbau und Presbyterium und Diener- bzw. Kirchensteuer. Sicher wären hier noch viele andere Themen möglich gewesen, doch bildeten diese einen guten Ansatzpunkt um ins Gespräch zu kommen. Der zeitliche Rahmen gab hier ebenfalls thematische Begrenzungen vor.

Insgesamt war der Nachmittag nach meinem Gefühl eine gelungene Veranstaltung, der die Konfirmanden mit einigem Interesse begegneten und von der sie hoffentlich das ein oder andere mitgenommen haben.

 

Ein Gedanke zu „Konfirmanden im Archiv

  1. Ein schönes Beispiel für die Verknüpfung von Jugend- und Bildungsarbeit mit dem Archivwesen. Zur Nachahmung für andere Kirchengemeinden empfohlen!

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