Der Bestand 8SL 059 Sammlung Horst Neeb wurde erschlossen

Der im Jahre 2004 verstorbene Pietismusforscher Horst Neeb widmete sich in seinem Ruhestand der pietistischen Forschung und leistete hierbei herausragende Beiträge, die bis in die Gegenwart von Relevanz zeugen. Anlässlich des 100jährigen Jubiläums seiner Gemeinde, der Freien evangelischen Gemeinde Haan/Rheinland, verfasste Neeb einen Artikel über die Historie, der in der Festschrift der Gemeinde veröffentlicht worden ist. Hierbei recherchierte Neeb, dass die Gemeinde durch den engeren Freundeskreis des bedeutenden Pietisten Gerhard Tersteegen begründet wurde. Durch diese Erkenntnis entfacht, machte Horst Neeb die noch erhaltenen Tersteegen-Briefe ausfindig und widmete sich fortan der historischen Forschung. 

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Ältestes Ebergönser Kirchenbuch wieder aufgetaucht

Manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder. In einem privaten Nachlass tauchte kürzlich das älteste, bisher verschollen geglaubte Kirchenbuch der Gemeinde Ebersgöns im Kirchenkreis an Lahn und Dill auf. Es war eine glückliche Fügung, dass die Erben die Bedeutung dieses Fundes erkannten und sogleich die Evangelische Archivstelle Boppard verständigten, die das Buch jetzt in ihren Kirchenbuchbestand übernahm.

Das Kirchenbuch hat eine Laufzeit von 1673 bis 1793 und ermöglicht so genealogische Forschungen bis weit ins 17. Jahrhundert zurück. Auch für die regionale Geschichte Mittelhessens bietet das Buch Interessantes, etwa den Vermerk über eine aus Ebersgöns stammende Jüdin, die sich 1745 in Darmstadt taufen ließ.

Vermerk über die Taufe einer aus Ebersgöns stammenden Jüdin im Jahr 1745 in Darmstadt (KB 272/4, S. 117).

Das älteste Ebersgönser Kirchenbuch wurde unter der Signatur 272/4 in den Bestand der Evangelischen Archivstelle Boppard übernommen.

Einen schönen Ferienstart!

Letzter Schultag und Sommerferienbeginn in NRW! Ab heute werden Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen in die Ferien entlassen und folgen damit ihren Altersgenossen auf dem Gebiet der EKiR in Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Diese genießen nämlich bereits schon seit dem 7. Juli die Sommerferien.

Wohin es für alle Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und andere Urlaubsreisende in den Ferien auch hingehen mag, das Archiv der EKiR wünscht allen einen schönen Sommer und gute Erholung!

Ferien – Wasser. Familienfreizeit auf der Insel Borkum, Familie mit 5 Kindern in einem Strandkorb. Fotograf Hans Lachmann; Sg. AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 80069_047.

Lagerung und Bewertung der geborgenen Akten des Ev. Gemeindearchiv Bad Neuenahr

In meinem Blogbeitrag vom 23. Juli 2021 berichtete ich von der Bergung der durch das Ahrhochwasser beschädigten Akten und schrieb: „Die Akten werden in ein Kühlhaus verbracht und eingefroren, damit die Schäden nicht fortschreiten. Zu einem späteren Zeitpunkt werden diese Akten dann gefriergetrocknet und restauratorisch behandelt.“Bericht aus Bad Neuenahr: Bergung von Akten aus dem Gemeindearchiv.

Im April 2025 wurden die auf zwei Europaletten gelagerten Akten dann von dem Gutachter der Versicherung, dem Restaurator und mir in einem Kühlhaus in Troisdorf besichtigt, um die Kosten für die Gefriertrocknung zu ermitteln.

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Mitten im Archivalltag: Einblicke in mein Praktikum beim Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Im Rahmen meines Vorbereitungsdienstes zur Staatsarchivinspektoranwärterin, den ich im Landesarchiv NRW ableiste, durfte ich ein vierwöchiges Praktikum im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland absolvieren.

Meine Hauptaufgabe war es, den äußerst spannenden Teilbestand 6HA 057 Landeskirchenrat Jörn-Erik Gutheil zu bearbeiten. Dieser Teilbestand fokussiert sich auf die Arbeit des Forums Flughäfen in NRW. Das Forum wurde im Juli 2000 zur regelmäßigen Erörterung von Fragen im Zusammenhang mit der zwangsweisen Durchsetzung von Ausreiseverpflichtungen eingerichtet. Anlass war die Kritik an den Umständen von Vollzugsmaßnahmen bei Flughafenabschiebungen in NRW. Im Rahmen der intensiven Bearbeitung durfte ich Kassationsvorschläge erarbeiten, die Akten entmetallisieren, umverpacken und in ACTApro verzeichnen. Zum Abschluss habe ich eine dazugehörige Findbucheinleitung verfasst.

Darüber hinaus hatte ich während dieser vier Wochen die Gelegenheit, weitere Arbeitsbereiche des Kirchenarchivs kennenzulernen. Dazu gehörte beispielsweise ein Besuch des Außenmagazins in Moers, das in einer umgebauten Kirche untergebracht ist. Auch Themenbereiche wie Schriftgutverwaltung, Digitalisierung, Genealogie, Fotobewertung sowie die Beratung und Betreuung von Kirchengemeinden und Kirchenkreisen zählten dazu.

Ich konnte innerhalb kürzester Zeit einen fundierten Einblick in die Arbeitsweise eines Kirchenarchivs gewinnen und bedanke mich ganz herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen, die mich sehr freundlich aufgenommen haben und stets ein offenes Ohr für meine Fragen hatten.

Diana Ratke

Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit im Fokus – Der 58. Rheinische Archivtag in Viersen

Der Rheinische Archivtag in der Festhalle Viersen

Der 58. Rheinische Archivtag fand am 26. und 27. Juni 2025 in Viersen statt. Die Veranstaltung stand unter dem Leitthema „Archive – nachhaltig und zukunftsfähig?“ und bot ein vielfältiges Programm zu aktuellen Herausforderungen im Archivwesen. Rund 200 Fachkolleg:innen aus dem Rheinland und darüber hinaus nahmen teil.

Das Team Archiv der EKiR ante portas.

Nach der offiziellen Eröffnung durch Vertreter:innen des LVR und des Kreises Viersen folgte eine Podiumsdiskussion zum Positionspapier „Eine freiheitliche Gesellschaft braucht starke Archive“.
Im Anschluss lag der Fokus auf baulichen Fragen. Besonders die Umnutzung der Kirche St. Paul zum Diözesanarchiv Aachen war ein gelungenes Praxisbeispiel für nachhaltige Archivarchitektur. Weitere Beiträge zeigten, wie sich durch Kooperationen neue Lösungen für Lagerung und Nutzung entwickeln lassen – ein Thema, das in vielen Häusern an Aktualität gewinnt.

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Neue Online-Findbücher: Kirchengemeinden Heddesheim, Hennweiler-Oberhausen und Herren-Sulzbach

In den letzten Wochen wurden drei weitere Findbücher von Beständen der Evangelischen Archivstelle Boppard retrokonvertiert und sind auf der Website des Archivs und im Portal „Archive in Nordrhein-Westfalen“ verfügbar:

Das Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde Heddesheim umfasst einen Zeitraum von 1652-1973. Der Bestand enthält u.a. frühe Schriftwechsel mit dem reformierten Kirchenrat, Visitationsberichte und Protokolle kirchlicher Gremien. Auch das Verhältnis zu Staat und Kommunen sowie konfessionelle Auseinandersetzungen sind dokumentiert. Interessant ist in diesem Bereich ein Konvolut zum Kirchenkampf der Jahre 1937 und 1938, als DC-Pfarrer Carl Wippermann ohne Zustimmung der Landeskirche einen aus Thüringen stammenden Pfarrverweser auf die vakante Pfarrstelle in Heddesheim berufen wollte. Relativ umfangreich ist die Überlieferung zum Unterrichtswesen. Sie umfasst den Konfirmandenunterricht, Schulaufsicht durch den Pfarrer, Lehrerberufungen und Disziplinarmaßnahmen sowie Schulgebäude und Ausstattung. Das Rechnungswesen enthält Haushaltspläne und Jahresrechnungen der Kirchenkasse und der Elisabeth-Stiftung, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Ergänzt wird der Bestand durch Archiv-Fragmente ab 1950, u. a. zur Nachkriegszeit, zu Bauprojekten sowie zur Gemeindearbeit.

Ausschnitt aus einer Rechnung über Einnahmen und Ausgaben der Sulzbacher
Kirchen- und Almosen-Gefälle vom 11. Nivose 8 bis 11. Nivose 9 [1800-1801] durch Pfarrer Friedrich Wilhelm Spener; aus Bestand: AEKR Boppard 4KG 038B (Herren-Sulzbach), IX

Das Findbuch des Archivs der Evangelischen Kirchengemeinde Hennweiler-Oberhausen umfasst Fragmente mit einer Laufzeit von 1835-1951, die aus dem Archiv des Kirchenkreises Sobernheim übernommenen wurden. Den Schwerpunkt des kleinen Bestandes bilden die Amtsbücher. Für Hennweiler sind Protokollbücher aus der Zeit von 1835 bis 1932 erhalten, die auch Lagerbucheinträge aus den Jahren 1877 bis 1897 umfassen. Für Oberhausen existieren entsprechende Aufzeichnungen aus den Jahren 1881 bis 1885 sowie 1906 bis 1932. Überliefert sind außerdem Lagerbücher für beide Gemeinden aus dem Jahr 1902. Die Finanzjournale bestehen aus Kassenbüchern von Hennweiler aus der Zeit von 1870 bis 1899, Einnahmen- und Ausgabenverzeichnisse beider Gemeinden bis in die 1930er Jahre sowie einem Rechnungsjournal der vereinigten Pfarrei Hennweiler-Oberhausen für die Jahre 1926 bis 1942.

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