Der 58. Rheinische Archivtag fand am 26. und 27. Juni 2025 in Viersen statt. Die Veranstaltung stand unter dem Leitthema „Archive – nachhaltig und zukunftsfähig?“ und bot ein vielfältiges Programm zu aktuellen Herausforderungen im Archivwesen. Rund 200 Fachkolleg:innen aus dem Rheinland und darüber hinaus nahmen teil.
Nach der offiziellen Eröffnung durch Vertreter:innen des LVR und des Kreises Viersen folgte eine Podiumsdiskussion zum Positionspapier „Eine freiheitliche Gesellschaft braucht starke Archive“.
Im Anschluss lag der Fokus auf baulichen Fragen. Besonders die Umnutzung der Kirche St. Paul zum Diözesanarchiv Aachen war ein gelungenes Praxisbeispiel für nachhaltige Archivarchitektur. Weitere Beiträge zeigten, wie sich durch Kooperationen neue Lösungen für Lagerung und Nutzung entwickeln lassen – ein Thema, das in vielen Häusern an Aktualität gewinnt.
Die Nachmittagssitzung beschäftigte sich mit Digitalisierung und KI. Besonders hervorzuheben sind hier das Projekt „zeitpunkt.nrw“, sowie die digitale Modellregion Aachen, die verdeutlichten, wie sich Digitalisierung strukturiert in die Arbeit von Archiven integrieren lässt. Auch der Erfahrungsbericht des Landesarchivs Saarbrücken zum KI-Einsatz bot interessante Einblicke, etwa zur automatisierten Erkennung von Schriftgut. Für kleinere Einrichtungen bleibt dabei allerdings die Frage der praktischen Umsetzbarkeit – sowohl technisch als auch personell.
Der zweite Tag stand im Zeichen der Archivpädagogik und nutzerzentrierten Angebote. Verschiedene Beispiele zeigten, wie Bildungsarbeit konkret umgesetzt werden kann. Dabei wurde deutlich, dass niedrigschwellige Formate in der Vermittlungsarbeit zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Zum Abschluss wurden in einer offenen Diskussionsrunde aktuelle Fragestellungen gesammelt – von Fördermöglichkeiten über rechtliche Rahmenbedingungen bis hin zur Weiterentwicklung des Archivportal-D. Der angekündigte Fokus auf Benutzerfreundlichkeit stieß auf breite Zustimmung.
Der Archivtag bot eine gute Mischung aus fachlichem Input, Praxisbeispielen und kollegialem Austausch. Nicht alle Vorträge waren gleichermaßen tiefgehend, doch insgesamt konnten zahlreiche Anregungen mitgenommen werden – vor allem in Bezug auf Bauplanung, Kooperationsmodelle und digitale Entwicklungen. Besonders positiv war die Gelegenheit, sich mit Kolleg:innen unterschiedlicher Einrichtungen direkt auszutauschen.
2026 geht der Rheinische Archivtag in Ratingen in die nächste Runde – mit neuen Themen und sicher wieder spannenden Einblicken.

