War Pfarrer Gottfried Hessel ein Mörder?

Ein Verdacht ist schnell ausgesprochen. Ihn zu beweisen oder zu widerlegen fällt da schon schwerer. Und es ist nicht immer möglich. Selbstverständlich kann grundsätzlich auch ein Pfarrer zum Mörder werden. Und es hat solche Fälle bereits gegeben. Zu erinnern sei an den Kellenbacher Pfarrer Gerhard Entes, der 1590 seine Frau erschlug weil sie zuviel Geld für Kleidung ausgab. Hier will ich einen Fall aus dem Jahre 1872 schildern, der bis heute nicht geklärt werden konnte.

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Die Poensgen-Familie: 86 cm vom Pfarrer zum Industriellen

aus Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgeb, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

aus Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgen, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

Es ist gar nicht so selten, dass Pfarrer aus Industriellenfamilien entstammen. Bei der Arbeit an dem Handbuch der Pfarrerinnen und Pfarrer der rheinischen Landeskirche stieß ich beim Buchstaben “P” auf den mir hier in Düsseldorf wohlbekannten Namen Poensgen. Es gab drei rheinische Pfarrer dieses Namens, und in dem Nachschlagewerk “Neue deutsche Biographie” (NDB), Band 20, stehen ebenfalls drei Namensträger mit eigenen Artikeln. Und da befindet man sich schon mittendrin in der o.g. Beziehung, denn der in NDB-Artikel Nr. 2 beschriebene Albert Poensgen (1818-1880), Röhrenfabrikant zunächst in der Eifel und später in Düsseldorf, ist der Bruder des Pfarrers Eduard Poensgen (1808-1851). Der Vater der beiden, Daniel Giesbert Poensgen, war Flanellfabrikant in Kirschseiffen in der Eifel.

Porträt der Pfarrer Eduard Poensgen und Ernst Poensgen, aus: Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgen, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

Porträt der Pfarrer Eduard Poensgen und Ernst Poensgen, aus: Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgen, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

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Pfarramts-Poker in der frühen Neuzeit

Scherenschnitt von Wilhelm Valentin Denhard (1758-1798), 8SL063, Nr.37

Scherenschnitt von Wilhelm Valentin Denhard (1758-1798), 8SL063, Nr.37

Wilhelm Valentin Denhard war ein typischer Vertreter neuzeitlicher, reformierter Pfarrerfamilien im Rheinland: mit ausgeprägtem Traditionsbewusstsein und weit verzweigten Beziehungen zu einflussreichen Familien des protestantischen Bürgertums im Rheinland und darüber hinaus.
Sein Lebensweg ist gut dokumentiert.
Er wurde am 9. Oktober 1758 als Sohn des reformierten Pfarrers Johann Valentin Denhard in Gemarke geboren.
Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Theologie in Duisburg und Marburg.
1778 wurde er an die Gemeinde Stolberg berufen, den Herkunftsort seiner Ehefrau Ida Gertrud Schleicher, die er im Jahr 1780 heiratete. Bis zu seinem Tod am 30. September 1798 blieb er in Stolberg – obwohl sich ihm 1791 noch eine weitere attraktive Möglichkeit bot: Die Berufung an die Hochdeutsche reformierte Gemeinde in Amsterdam.

Die Überlieferung zu dieser Berufung ist bemerkenswert dicht. Sie wirft einerseits ein interessantes Streiflicht auf die damalige Praxis bei der Pfarrstellenbesetzung, und ist andererseits ein spannender Einzelfall, denn die schlussendliche Absage Denhards kam einem Affront gleich.
Der spannende schriftliche Niederschlag dieses Pfarrstellen-Pokers, hier in Auszügen wiedergegeben, findet sich in der Sammlung Pfarrerfamilie Denhard (8SL 063, Nr. 13 u. 14). Weiterlesen →

Kriegsbeute von 1917 in der Archivbibliothek

Histoire ancienne des Égyptiens, des Carthaginois, des Assyriens, des Babyloniens, des Mèdes et des Perses, des Macédoniens, des Grecs/ par Rollin, Charles; Paris : Huet [u.a.], 18XX, AEKR Archivbibliothek: Aa 2 012

Histoire ancienne des Égyptiens, des Carthaginois, des Assyriens, des Babyloniens, des Mèdes et des Perses, des Macédoniens, des Grecs/ par Rollin, Charles; Paris : Huet [u.a.], 1805, AEKR Archivbibliothek: Aa 2 012

In der Bibliothek des Archivs befindet sich ein Buch mit einem recht gut erhaltenen braunen Ledereinband (Signatur Aa 2 012), das „es in sich hat“. Es handelt sich um Band 11 des Werkes „Histoire ancienne des Égyptiens …“ von Charles Rollin, verlegt in Pars im Jahr XIII des französischen Revolutionskalenders (1805). Auf die erste Innenseite ist ein Blatt geklebt, auf das handschriftlich notiert ist: „Dieses Buch stammt aus der Bibliothek des Schlosses von Lizy bei Laon, das im Herbst 1917 während der Kämpfe am Chemin des Dames zerstört wurde und von seinen Bewohnern verlassen war. Karl Harraeus, Leutnant“.

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Wo liegt Deutschland?

Am 7. August 1632 beschloß das Presbyterium der reformierten Gemeinde Düsseldorf den bisherigen Pfarrer der Ratinger Gemeinde, Gobert Adam Gerlach, als neuen Pfarrer anzustellen. Da er noch nicht so gut bekannt war, er hatte die Pfarrstelle in Ratingen erst im Jahr zuvor angetreten, sollte er zunächst probeweise für ein halbes Jahr kommen. Die Probezeit verlief wohl zur beiderseitigen Zufriedenheit, zumindest wird in den Protokollen nichts zum Übergang in ein dauerhaftes Anstellungsverhältnis erwähnt.

Protokollauszug vom 20. August 1633 aus Bestand: AEKR Düsseldorf, 4 KG 005 (Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf), 40

Protokollauszug 20. August 1633 aus Bestand: AEKR Düsseldorf, 4 KG 005 (Ev. Kirchengemeinde Düsseldorf), 40

Jedoch ziemlich genau ein Jahr später, in der Sitzung am 20. August 1633, teilt Gerlach mit, er wolle seine Stellung aufgeben und sich anderswo um eine neue Pfarrstelle bewerben. Und die entsprechende Formulierung im Protokoll erscheint bemerkenswert: „Dominus Goberti Adami Gerlaci hatt angeben, daß Vorhabens währe, sich naher Deutschland zu begeben…“

Aber wo liegt dies Deutschland?

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Kirchliche Lexika im Evangelischen Rheinland

Evangelisches Pfarrerbuch der Rheinprovinz

Rosenkranz, Albert, D. Lic.: Das evangelische Rheinland. - Ein rheinisches Gemeinde und Pfarrerbuch. Band 1: Die Gemeinden / Band 2: Die Pfarrer, silb. Münzprägung im Deckel

Rosenkranz, Albert, D. Lic.: Das evangelische Rheinland. – Ein rheinisches Gemeinde und Pfarrerbuch. Band 1: Die Gemeinden / Band 2: Die Pfarrer, mit silb. Münzprägung im Deckel

Biografische Sammel- und Nachschlagewerke erweisen sich im Arbeitsalltag und bei Recherchen immer wieder als ein nützliches Instrument. Dies gilt speziell  für den sogenannten „Pfarrerstand“, der gerade in der frühen Neuzeit und im 19. Jh. die Entwicklung des deutschen Bürgertums maßgeblich beeinflusst hat.

Ein wichtiges Grundlagenwerk war dafür „Das Evangelische Rheinland“, ein rheinisches Gemeinde- und Pfarrerbuch, das von Provinzialkirchenarchivar Pfarrer Albert Rosenkranz herausgegeben wurde. (I. Band.: Die Gemeinden 1956; und II. Band: Die Pfarrer 1958)

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Die mit den Jahren überholten Biogramme  werden im Projekt: „Die evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer im Rheinland von der Reformation bis zur Gegenwart“ überarbeitet und ergänzt von  Jochen Gruch im Auftrag der Ev. Kirche im Rheinland und des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte.

Die Bände: 1 (A-D) und 2 (E-J) sind bereits publiziert worden.
Der Band 3: Buchstaben K-R befindet sich aktuell noch in Arbeit.

 

Herr Gruch ist neu im Blog des Archivs aufgenommen worden und wird künftig das Potential des Web 2.0 zur Erschließung und Vernetzung weiterer Informationen über Geistliche nutzen. Wir danken für Ihre Mithilfe….

1914: Die evangelischen Pfarrer fordern ihren Dienst als Seelsorger an der Front

Professor Wilhelm Goeters als Militärgeistlicher AEKR Düsseldorf 7NL 019 (Nachlass Wilhelm Goeters), Nr. 36

Professor Wilhelm Goeters als Militärgeistlicher, AEKR Düsseldorf 7NL 019 (Nachlass Wilhelm Goeters), Nr. 36

Neu in den Bestand der Archivbibliothek aufgenommen wurde eine Druckschrift mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Dringlicher Antrag der beiden Pastoralkonferenzen der Kreissynoden Düsseldorf und Niederberg an die Ende November 1914 in Neuwied tagende 32. Rheinische Provinzialsynode“; der Druck umfasst 15 Seiten. Der Text beginnt mit dem Antrag: „Hochwürdige Provinzialsynode wolle wenn möglich noch im Benehmen mit der westfälischen Schwestersynode und unter empfehlender Mitteilung des Beschlusses an alle übrigen Provinzial- und Bezirkssynoden in Preußen beschließen, daß der preußischen Generalsynode der dringende Antrag unterbreitet werde, alsbald nach Beendigung des jetzigen Krieges die durchgreifende Neuregelung des Heeresdienstes der evangelischen Theologen Weiterlesen →