Der Erste Weltkrieg hatte das kirchliche Leben in all seinen Bereichen zutiefst erschüttert. Nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 normalisierten sich die Verhältnisse allmählich, und zu Weihnachten konnte man in vieler Hinsicht wieder an die Vorkriegsverhältnisse anknüpfen – freilich mit so mancher Einschränkung, wie das Beispiel der ersten Nachkriegprobe des Kirchenchors der evangelischen Gemeinde Trarbach an der Mosel zeigt, die im Protokollbuch des Chores dokumentiert ist.
Die religiöse Erziehung der Kinder in konfessionell gemischten Ehen ein Problem für das Erbe?
Dass die religiöse Erziehung der Kinder aus „Mischehen“ oder konfessionell gemischten Ehen in Teilen des Rheinlandes ein Problem darstellte, haben wir hier im Blog bereits gezeigt und auch Informationen zur Begrifflichkeit erhalten. „Das Mischehenwesen im Rheinland im 19. Jahrhundert“ wurde jetzt durch Volker Speth wissenschaftlich untersucht – auch durch Zugriff auf Archivalien unseres Archivs – und veröffentlicht.
Ein Schlaglicht auf die Auswirkungen bis in die Erbfolge wirft der folgende Zeitungsausschnitt aus der Koblenzer Zeitung vom 16.7.1928. Das Dokument ist in unserem Archivbestand 2LR 025 (Statistisches Amt) Nr. 51 enthalten. Der damalige Statistiker, Pfarrer Ewald Diederichs aus Remlingrade, hatte eine Presseausschnittssammlung angelegt (siehe Findbuch, ab Seite 40).

Zeitungsausschnitt über eine Frage der Kindererziehung in einer Mischehe, 14.7.1928, in: 2LR 025 (Statistisches Amt), Nr. 51
Da der Ausschnitt in Frakturschrift gesetzt ist, möcht ich den Text übertragen:
„Ein in gemischter Ehe lebender evangelischer Landwirt hatte das Versprechen der katholischen Kindererziehung gegeben, in einem Testament dann aber bestimmt, daß die Kinder sein Vermögen nur erben solten, wenn sie im evangelischen Glauben erzogen würden. Sonst solle die Schwester Erbin sein. Diese Bestimmung hat das hiesige [Koblenzer] Landgericht für ungültig erklärt, weil es mit dem Anstands- und Rechtsgefühl aller sittlich ernst denkenden Menschen in Widerspruch stehe, auf die religiöse Anschauung eines Menschen durch Androhung von Vermögensnachteilen oder Inaussichtstellen künftiger Vorteile einzuwirken. Die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit sei allen Bewohnern des Reichs durch die Verfassung gewährleistet worden. Dazu komme, daß die Bestimmung auf die Kinder gerade dann einwirken solle, wenn sie nach Vollendung des 14. Lebensjahrs ihre Religionsmündigkeit erlangt hätten. Auch deswegen widerspreche sie den guten Sitten. Die Entscheidung ist rechtskräftig geworden.“
Buch mit Lebensbildern des rheinischen Protestantismus jetzt in Koblenz vorgestellt
Über diese Neuerscheinung, an der auch unser Archiv mitgewirkt hat, haben wir bereits kurz im Blog informiert. Nach einer ersten öffentlichen Buchvorstellung in der Saarbrücker Schlosskirche fand nun in der Koblenzer Buchhandlung Reuffel eine weitere Veranstaltung statt.
Rheinland-Pfalz TV hat hierüber in seiner Nachrichtensendung vom 12.12. einen achtminütigen Bericht ⇩ ausgestrahlt (13:55 – 21:55). Vor allem die Interviews mit einigen der insgesamt 40 an dem Buch beteiligten Autorinnen und Autoren vermitteln einen lebendigen Eindruck von der Vielfalt der Zugänge und Themen.
Sendung vom 12.12.2018 from RLP.TV on Vimeo.
Karl Barth: 50. Todestag und das Karl Barth Jahr 2019
Heute vor 50. Jahren starb Karl Barth, der als „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts“ gilt

Bekennende Kirche, Theologische Schule Elberfeld, Professor Karl Barth, Fotograf: unbekannt, Fotosammlung: Nachlass Heinrich Lücke, 7NL 030
Aber wer war er eigentlich und warum wird ihm aktuell in den Medien große Aufmerksamkeit gewidmet?
„Er stellte sich gegen Adolf Hitler, protestierte gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik, warnte vor einer geistlosen Konsum-Gesellschaft. Der streitbare Schweizer Theologe Karl Barth (1886-1968) war jahrzehntelang die mutigste und prägnanteste Stimme des Protestantismus.“ (Stephan Cezanne/ epd) via ekir.de
Zu seinen Ehren hat der Reformierte Bund einen Webauftritt “Karl Barth 2019. Gott trifft Menschen“ sowie auch eine Wanderaustellung konzipiert, die vom 09. Dezember bis 27. Januar in der Bonner Kreuzkirche zu sehen ist.
Wer Karl Barth live hören möchte, findet einen Interview-Ausschnitt auf der interaktiven Website „Widerstand!? –Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus“ . Die Website vereint auch Quellen verschiedener Archive u.a. zu seiner Person bzw. zum Thema des Nationalsozialismus.
Weitere Infos zu Karl Barth finden sich auch hier im Blog im bereits publizierten Blogbeitrag von Herr Flesch „Ein Brief des Theologen Karl Barth vom 16. August 1945”.
Personalzuwachs im Archiv der EKiR
Wir haben Verstärkung im Boot und sagen WILLKOMMEN:
Fortan unterstützt uns im Archiv Herr Andreas Steinberg. Er ist gelernter Mediengestalter und wird uns mit seinen speziellen IT-fachlichen Kompetenzen bei den Zukunftsfeldern Digitalisierung und Onlinebereitstellung von Archivalien tatkräftig zur Seite stehen. Wir freuen uns auch auf viele spannende Blogbeiträge von ihm.
Wir verabschieden Marlis Stempel in den Ruhestand
Heute verabschieden wir uns von unserer Kollegin Marlis Stempel, die nach über 27 Jahren in den Ruhestand tritt. Sie hat uns über viele Jahre sehr engagiert und fleißig bei der Erfassung und Bestandspflege von archivischen Sammlungen unterstützt: Gemeindebriefsammlung; Siegelsammlung; und neue angelegte biografische Sammlung; Daneben wirkte Sie im Bereich Retro-Erfassung von Findmitteln mit und verfasste zahlreiche Blogartikel.
Wir sagen Danke und wünschen alles Gute.
Privat wird Sie sich weiterhin für den Verein Turner-Syndrom Vereinigung Deutschland e.V. engagieren.
Escape The Archive – Escape Room
Ein spielerisches Konzept zum Kennenlernen der Archivarbeit- im Archiv des Bistums Speyer, via : Archive2.0
weitere Infos dazu auf der Seite des Bistums Speyer: Escape the Archive – Die Premiere
Weitere „Escape the Archive“ Angebote mitlerweile auch beim Stadtarchiv Krefeld: „Das Erbe der Seidenbarone“


