Moderne Kirchenkreisakten – Quellenmaterial für zukünftige Historiker und Hilfsmittel für die Verwaltung

Archive sind Tore zur Vergangenheit. Dass die Archivare in ihrer täglichen Arbeit aber alles andere als rückwärtsgewandt sind, zeigt die Arbeit an modernen Verwaltungsunterlagen des 20. Jahrhunderts. „Die Akten, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, sind das Quellenmaterial für die Historiker der Zukunft“, meint Wolfgang Hoffmann, Mitarbeiter in der Außenstelle Boppard des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Im Bopparder Archivteam ist der 61jährige für die modernen Kirchenkreisakten aus der Periode seit 1945 zuständig – einer Zeit, in der die Papierflut derart angewachsen ist, dass Hoffmann bei jedem Kirchenkreis mit mehreren hundert Ordnern zu tun hat. Wegschmeißen ist deshalb eine seiner wichtigsten Aufgaben.

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Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen

Siegelumschrift "1. Zeile: Evangelische Kirchengemeinde Hoerstgen, 2. Zeile: Christus lux nostra" auf schwarzem Grund helle Figuren und helle Schrift, 4 Palmen und 7 Sternpunkte: ein Leuchter mit brennender Kerze, Strahlenaura, "das alte Siegel war im 17., 18. und 19. Jahrhundert ästhetisierend verniedlicht und entleert worden. Das jetzige Siegel ist ein eigener Schritt an der Hand der Väter" es war das letzte Siegel von Pagenstecher vor seinem Tod am 26. Dezember 1953, in Geltung gesetzt Dezember 1953

Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen

gezeichnet von Wolfgang Pagenstecher

Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen zeigt auf schwarzem Grund helle Figuren und eine helle Schrift, 4 Palmen und 7 Sternpunkte: in der Mitte ein Leuchter mit brennender Kerze und einer  Strahlenaura. Die Siegelumschrift lautet: 1. Zeile: Evangelische Kirchengemeinde Hoerstgen  2. Zeile: Christus lux nostra“. Aus dem damaligen Protokoll des Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen: Das jetzige Siegel ist „ein eigener Schritt an der Hand der Väter aus dem 16. Jahrhundert.“

Siegelumschrift "1. Zeile: Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hörstgen 2. Zeile Christus Lux Nostra" unleserlich; Symbol: eine Kerze mit Kerzenständer; außer Geltung gesetzt, ohne Datum

Das alte Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen

„Das alte Siegel war im 17., 18. und 19. Jahrhundert ästhetisierend verniedlicht und entleert worden.“  Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen war das letzte Siegel von Wolfgang Pagenstecher vor seinem Tod am 26. Dezember 1953.

 

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Aus dem Leben der „kleinen Leute“

Bild LebensläufeIn dem in der vergangenen Woche in die Archivstelle Boppard übernommenen Archivbestand der Evangelischen Kirchengemeinde Laubenheim (Nahe) fand sich eine Sammlung von Dokumenten, die interessante Einblicke in die Lebensumstände der Einwohner dieser Gemeinde im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewähren.

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Eine Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses 1730

Abraham Remshart Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana Martin Luther . Philipp Melanchton 1730 Abgabe: Frau Friedrich, Tochter von Archivrat Walter Schmidt, 07.10.2010 vgl. Jean Darquenne, Münster: Eine Schraub-Medaille auf das 200jährige Jubliäum der Confessio Augustana, in: Monatshefte, 30 (1981), S. 193-197.

Abraham Remshart,
Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana.
Martin Luther und Philipp Melanchton.
1730

Allen judenfeindlichen Äußerungen zum Trotz: 2017 wird Martin Luther gefeiert. Gesucht werden möglichst originelle Bildnisse des Reformators. Die Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana 1730 mit den Konterfeis von Martin Luther und Philipp Melanchthon auf der Frontseite und je einem Portrait im Inneren der Medaille ist ein außergewöhnliches Stück.

Um 1700 kamen in Augsburg Bilderzyklen auf den Markt, die an bedeutende Ereignisse des Protestantismus erinnerten. 1730  stand das Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses an. Es erinnerte daran, dass 200 Jahre zuvor vor Kaiser und Reichstag die 28 Artikel von Philipp Melanchthon verlesen wurden. Im Erzbistum Salzburg begann die Verfolgung und letztlich Ausweisung von Protestanten. Ein Gruppe von Salzburger Exulanten traf Ende 1731 in Augsburg ein. Die Anteilnahme vieler Protestanten an ihrem Schicksal beflügelte das Geschäft mit den „geschraubten Medaillen”, wie sie damals genannt wurden.

Abraham Remshart Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana Lasset die Kindlein zu mir kommen. Taufe (eines Emigranten) 1730 Abgabe: Frau Friedrich, Tochter von Archivrat Walter Schmidt, 07.10.2010

Abraham Remshart,
Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana.
Lasset die Kindlein zu mir kommen.
Taufe eines Salzburger Emigranten.
1730

Die Artikel des protestantischen Bekenntnisses wurden in Szenen mit Personen dargestellt, die die Salzburger Tracht trugen. Von den ursprünglichen 24, über schmale Stege miteinander verbundenen Bildern sind 16 erhalten geblieben. Neben den Portraits von Luther und Melanchthon zeigen die kolorierten Kupferstiche etwa den Sündenfall, Christus mit Kreuz und zwei vor ihm knieende Salzburger Bauern, das Schiff Christi, Taufe eines Emigranten, Ordination eines Predigers, das Jüngste Gericht, und zum Schluss Pharisäer und Zöllner – das Bild trägt die Signatur des Künstlers A[braham] Remshart.

 

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Das neue Findbuch der Ev. Gemeinde Düsseldorf ist jetzt online!

Neanderkirche Lachmann

Ev. Neanderkirche in Düsseldorf (Fotosammlung Hans Lachmann), Bauakten der Neanderkirche: 4KG 005, Nr.217-230 u. 545

Der Aktenbestand der im Jahr 1948 aufgelösten Ev. Großgemeinde Düsseldorf, der eine Gesamtlaufzeit von fast 400 Jahren hat, hat bewegte Zeiten hinter sich.

Durch deren Vereinigung im Jahr 1824 flossen die Akten von zwei über mehr als zweihundert Jahre getrennten Gemeinden, nämlich der Lutherischen und der Reformierten Gemeinde, zu einem Gemeindebestand zusammen. Dieser wurde bereits gute zehn Jahre später erstmals von Pfarrer Heinrich Wilhelm Budde erfasst. Das von ihm in den Jahren 1837 erstellte Repertorium bezeichnete Landeskirchenarchivar Walter Schmidt bei seinen Verzeichnungsarbeiten im Jahr 1951 als „wenig brauchbar“, da die Bestände einfach ungeordnet und ohne Rücksicht auf chronologische Abfolgen in eine feste Heftung gebracht worden waren. Trotz aller Mängel der Verzeichnung hat dieser Altbestand der Ev. Gemeinde Düsseldorf  – im Gegensatz zu der überwiegenden Masse des jüngeren Schriftguts – den Krieg weitgehend überstanden und bildet nun einen bedeutenden Fundus auch für stadtgeschichtliche Forschungen, da die Überlieferungen der Stadt Düsseldorf vor 1800 verhältnismäßig gering ist.
Zur besseren Nutzbarkeit sah sich Schmidt im Jahr 1951 genötigt, die Konvolute aufzulösen und völlig neu zu ordnen. Herausgekommen ist ein ausführliches, informatives Findbuch: der Bestand Düsseldorf I. Weiterlesen

Das Siegel der Kirchengemeinde Geldern

So fliegt die Taube des Heiligen Geistes! – Über die Entstehung des Siegels der Kirchengemeinde Geldern

Das alte Siegel der Kirchengemeinde Geldern zeigt die Taube des Heiligen Geistes. Jutta Müller-Zantop, die Grafikerin, die das alte Siegel erneuerte, schrieb dazu: „Die Taube hatte den Kopf nach oben gerichtet und musste in die >> biblische << Stellung gebracht werden: Notiz des Landeskirchenamtes ‘die Taube muss von oben her abfahren’.“

Altes Siegel der Kirchengemeinde Geldern Neues Siegel der Kirchengemeinde Geldern

 

Dies kann im Ausstellungskatalog von Jutta Müller-Zantop „Kirchliche Siegel 1961-1999″ nachgelesen werden. Jutta Müller-Zantop hat den Katalog mit 161 Siegeln, die sie gestaltet hat, für die Ausstellung „Kirchliche Siegel 1961 – 1999″ bei der St. Petri-Pauli Kirchengemeinde Soest“, Mai 1999 erstellt. Der Katalog bietet neben den Abdrücken der Siegel eine kurze Erläuterung zum Siegel und eine Einführung in die Siegelkunde.

Das Kreuz mit der deutschen Kurrentschrift

Deutsche Kurrentschrift

Deutsche Kurrentschrift, Quelle: Wikimedia Commons

Jeder, der einmal die Feldpostbriefe seines Großvaters oder ältere Kirchenbucheinträge lesen wollte, wird die Erfahrung bestätigen: Ohne ein regelrechtes Erlernen und Üben der sogenannten Kurrentschrift wird es beim bloßen Wortraten bleiben. Diese Buchstabenformen bildeten nun einmal vom 16. Jahrhundert an bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die Grundlage aller deutschen Privat- und Behördenschreiben. Natürlich  bieten bereits VHS-Kurse und klassische Übungsbücher eine gute Trainingsgrundlage. Es gibt aber ganz aktuell auch einige neue Online-Angebote. Weiterlesen