Martin Luther und das Rheinland – das war (und ist bis heute) keine innige Beziehung. Nur einmal weilte Luther in der Region, und zwar 1512 in Köln bei einer Zusammenkunft seines Augustiner-Eremitenordens. Noch Jahrzehnte später spottete er über den dortigen schlechten Wein, der „ihm bis in die Fingerspitzen gegangen war.“ Dennoch findet sich das Luther-Portrait eines renommierten Malers im Fundus unseres Archivs. Eine Woche vor dem Reformationstag soll der Frage nachgegangen sein, wie es dazu kam.
Weiterlesen
Kategoriearchiv: Persönlichkeiten
Pfarramts-Poker in der frühen Neuzeit
Wilhelm Valentin Denhard war ein typischer Vertreter neuzeitlicher, reformierter Pfarrerfamilien im Rheinland: mit ausgeprägtem Traditionsbewusstsein und weit verzweigten Beziehungen zu einflussreichen Familien des protestantischen Bürgertums im Rheinland und darüber hinaus.
Sein Lebensweg ist gut dokumentiert.
Er wurde am 9. Oktober 1758 als Sohn des reformierten Pfarrers Johann Valentin Denhard in Gemarke geboren.
Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und studierte Theologie in Duisburg und Marburg.
1778 wurde er an die Gemeinde Stolberg berufen, den Herkunftsort seiner Ehefrau Ida Gertrud Schleicher, die er im Jahr 1780 heiratete. Bis zu seinem Tod am 30. September 1798 blieb er in Stolberg – obwohl sich ihm 1791 noch eine weitere attraktive Möglichkeit bot: Die Berufung an die Hochdeutsche reformierte Gemeinde in Amsterdam.
Die Überlieferung zu dieser Berufung ist bemerkenswert dicht. Sie wirft einerseits ein interessantes Streiflicht auf die damalige Praxis bei der Pfarrstellenbesetzung, und ist andererseits ein spannender Einzelfall, denn die schlussendliche Absage Denhards kam einem Affront gleich.
Der spannende schriftliche Niederschlag dieses Pfarrstellen-Pokers, hier in Auszügen wiedergegeben, findet sich in der Sammlung Pfarrerfamilie Denhard (8SL 063, Nr. 13 u. 14). Weiterlesen
Heinrich Held zieht in den Ersten Weltkrieg
1915 meldete sich der erst siebzehnjährige Heinrich Held (1897-1957), später erster Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (1949-1957), freiwillig zum Heeresdienst. Da schwang sicherlich Patriotismus mit. Das Ausschlag gebende Moment war allerdings, dass er als Kriegsfreiwilliger den Truppenteil selbst auswählen konnte. Da er das wehrmündige Alter von achtzehn Jahren noch nicht erreicht hatte, bedurfte es der Einwilligung seines Vaters, der mit seiner Zustimmung zunächst zögerte, dann aber sich diesem Argument nicht verschloss. Seine Wahl fiel auf das Telegrafenbataillon, einer Heereseinheit, die technisches Verständnis abverlangte. Sollte er die vage Hoffnung gehegt haben, dass ihn dies vor den schlimmsten Gräueln des Ersten Weltkriegs bewahren könnte, so erlag er, wie sich herausstellen sollte, einem Irrtum.
Seine militärische Grundausbildung erhielt Heinrich Held von September bis November 1915 in Köln. Zur speziellen Ausbildung als Telegrafist wurde er anschließend nach Frankfurt/Oder abkommandiert. Im Februar 1916 rückte sein Einheit auf den Balkan nach Serbien und Mazedonien aus.
Heinrich Held schildert in zahlreichen Briefen an seine Freundin und spätere Verlobte Martha Kortenhaus minutiös seine Zeit als Rekrut. Im Folgenden möchte ich Ihnen beispielhaft Passagen aus einigen Briefen vorstellen. Sie finden sich im Bestand mit der Signatur 7NL008, Nachlass Heinrich Held, Nr. 36 und 37 des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sein Sohn, Heinz Joachim Held, hat seine Briefe transkribiert und kommentiert: 7NL 008, Nr. 170.
Eine Polit-Posse oder: Demokratieverständnis bedarf der Einübung

Luise Rehling am Schreibtisch (Quelle: Konrad Adeanuer Stiftung / Archiv für Christlich-Demokratische Politik (KAS/ACDP)
Im Juni 1955 sollte die CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Luise Rehling als Referentin bei einer Tagung der Evangelischen Akademie in Mülheim/Ruhr mitwirken. Auf direkte Weisung des damaligen Präses Heinrich Held wurde sie kurzfristig ausgeladen. Was war der Hintergrund dieser Aktion und was waren die Folgen? Weiterlesen
Kriegsbeute von 1917 in der Archivbibliothek
![Histoire ancienne des Égyptiens, des Carthaginois, des Assyriens, des Babyloniens, des Mèdes et des Perses, des Macédoniens, des Grecs/ par Rollin, Charles; Paris : Huet [u.a.], 18XX, AEKR Archivbibliothek: Aa 2 012](https://blog.archiv.ekir.de/wp-content/uploads/2015/07/AEKR_Aa2_012-300x255.jpg)
Histoire ancienne des Égyptiens, des Carthaginois, des Assyriens, des Babyloniens, des Mèdes et des Perses, des Macédoniens, des Grecs/ par Rollin, Charles; Paris : Huet [u.a.], 1805, AEKR Archivbibliothek: Aa 2 012
Porträt über Präses Joachim Beckmann
Das „Portal Rheinische Geschichte“ bietet Ihnen eine umfassende Informationsplattform zur rheinischen Geschichte. Neben Informationen und Quellen zur rheinischen Regional- und Landesgeschichte werden auch verschiedene Recherche-Instrumente digital bereitgestellt.
Neu in der Sparte „Rheinische Köpfe“ ist ein Porträt über Präses Joachim Beckmann erschienen, der im „Dritten Reich“ maßgeblich an der Konstituierung der Bekennenden Kirche beteiligt war. Lesen Sie mehr…
In unserem Bestand befinden sich folgende Unterlagen über Präses Joachim Beckmann:
– 7NL 113 Präses Joachim Beckmann
– 6HA 003 Handakten Präses Beckmann
– 6HA 004 Kirchenkampfakten Beckmann
Kirchenarchivar Rosenkranz im Kriegseinsatz
In einer Akte des Rheinischen Konsistoriums finden sich zwei Berichte zu ein und derselben Dienstreise, die mentalitätsgeschichtlich aufschlussreiche Zeitdokumente bilden.
Während des Polenfeldzugs 1939 wurden große Teile der Bevölkerung im Saargebiet evakuiert und französische Truppen besetzten im Warndt bei Saarbrücken das Vorfeld des Westwalls. Ende Oktober zogen sich die Franzosen wieder zurück. Die Pfarrhäuser und Gemeindeämter der betroffenen Zone waren nur eilig verschlossen worden, für die Bergung der wichtigsten Amts- und Kirchenbücher oder auch der Abendmahlsgeräte war keine Zeit verblieben. Dies sollte Provinzialkirchenarchivar Rosenkranz nun im Auftrag des Konsistoriums nachholen. Vom 7.-9. Dezember 1939 bereiste er das geräumte Saargebiet; die Gestapo in Ottweiler stellte hierzu auf Weisung von Berlin einen Dienstwagen und zwei Beamte zur Verfügung. Weiterlesen





