Vorgestellt: Jutta Müller-Zantop, die Zeichnerin von Kirchensiegeln

 

 

Jutta Müller-Zantop hat seit den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts für die rheinischen Kirchengemeinden zahlreiche Kirchensiegel gestaltet. Ihre Spezialität ist es, neue Siegelbilder nach alten Siegelbildern der Kirchengemeinde zu gestalten. Dabei arbeitet sie die Geschichte, die das alte Siegelbild zeigt, in einer prägnanten und stilisierten Zeichnung heraus.

Mir gefällt an ihrer Arbeit besonders, dass Jutta Müller-Zantop ­das Siegelbild aus kunst- und kulturhistorischer Sicht beschreibt. Sie recherchiert beispielsweise, wie ein Symbol in der Kunstgeschichte gedeutet wird und wie die Symbole früher gezeichnet wurden. Dies ist in den Siegelakten der rheinischen Landeskirche nachzulesen.

Der Katalog „Kirchliche Siegel 1961-1999“, den Frau Müller-Zantop für die Ausstellung Mai 1999 in der St. Petri-Pauli-Kirchengemeinde in Soest erstellte, ist bis heute eine anschauliche Zusammenstellung zum Kirchlichen Siegelwesen.

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Lutherarchiv in Eisleben eröffnet

Rechtzeitig vor dem Reformationsjubiläum wurde am 8. April 2016 ein Lutherarchiv in Eisleben eröffnet. Hier werden die reformationshistorischen Quellen aus der Turmbibliothek der St. Andreaskirche und die Sammlungsbestände der Stiftung Luthergedenkstätten an einem Ort vereint und der Lutherforschung zugänglich gemacht. Ferner werden im Archiv auch Räume für Bildungsangebote und Veranstaltungen hergerichtet.

Weitere Informationen :

Können Sie Steno? Aus der Arbeitspraxis eines Archivars

Stenografierte Notizen von Pfarrer Hans Josten, ca. 1959 (6HA 029)

Stenografierte Notizen von Pfarrer Hans Josten, ca. 1959 (6HA 029)

Unleserliche Handschriften stellen Archivare im Arbeitsalltag häufig vor Probleme.

Worum geht es in dem Schriftstück? Das ist eine wichtige Frage, wenn es um die richtige archivische Einordnung geht. Selbst wenn man ältere Schriften wie die deutsche Kurrentschrift und Sütterlin relativ gut beherrscht, kann man manchmal nur einzelne Wörter entziffern. Am schwierigsten ist es bei Konzepten und Briefentwürfen. Noch schlimmer ist es bei Eigennamen und Unterschriften.  Aber immerhin geben einzelne Wörter eine Orientierung, mit der man sich den Inhalt nach und nach erschließen kann.

„Oh Mann, was für eine Klaue. Ich kann kein einziges Wort entziffern!“ war auch meine erste Reaktion, als mir das abgebildete Schriftstück aus den Handakten des Pfarrers Hans Josten, von 1935 bis 1954 Leiter des Rheinischen Pfarrfrauendienstes, beim Verzeichnen in die Hände fiel. Weiterlesen →

Inflation 1923: Milliarden für die Besoldung der Pfarrer

Hier soll ein Schreiben des Pfarrers und Superintendenten Walter Wolff aus Aachen – in seiner Funktion als Präses der Rheinischen Provinzialsynode – vom 2. Oktober 1923 an Pfarrer Wilhelm Menn vorgestellt werden. Menn war Pfarrer der kleinen Kirchengemeinde Remlingrade bei Remscheid und seit 1922 im Nebenamt der erste Sozialpfarrer der rheinischen Kirchenprovinz. In dieser Funktion sollte er sozialethische Themen bearbeiten und die Kirche in den Gremien der Arbeitswelt vertreten.

Gehaltsinflation, Schreiben Präses Wolff an Pfarrer Wilhelm Gustav Menn, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 6HA 008 (Handakten Wilhelm Menn), Sig. 1;

Gehaltsinflation, Schreiben Präses Wolff an Pfarrer Wilhelm Gustav Menn, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 6HA 008 (Handakten Wilhelm Menn), Sig. 1;

In dem Schreiben geht es um die Gehaltszahlung für die Pfarrer und die Spesen für Menn – unter den erschwerten Bedingungen der gewaltigen Inflation, die Deutschland erfasst hatte. Anschaulich macht die ungeheure Geldentwertung die Entwicklung des Briefportos 1923 (Quelle: Wikipedia): 31.01.: 50 Mark,
26.06.: 100 Mark,
08.08.: 1.000 Mark,
07.09.: 75.000 Mark,
03.10.: 2 Mio. Mark,
22.10.: 10 Mio. Mark,
03.11.: 100 Mio. Mark,
09.11.: 1 Mrd. Mark. Bei der Währungsreform am 15.11.1923 betrug das Porto 10 Mrd. Mark, die einem Reichspfennig entsprachen. Der Dollarkurs in Mark war 1923 von 49.000 bis auf 4,2 Billionen Mark gestiegen, die am 15.11. 4,20 Reichsmark entsprachen. Weiterlesen →

Letzte Station Armenhaus: Zeugnisse des reformierten Armenwesens in Düsseldorf

Inventarliste der Margaretha van Veld bei Eintritt ins Armenhaus der Reformierten Gemeinde Düsseldorf, 1785

Inventarliste der Margaretha van Veld bei Eintritt ins Armenhaus der Reformierten Gemeinde Düsseldorf, 1785

1 große Kiste
1 kleine ditto
2 grüne (?) Frauen-Jacken,
1 schwartzen stoffen Jack und Rock
1 Violet ditto
1 Damasten-Rock
2 Greenen ditto
3 Schürtzen
3 Hals-Tücher
4 Hauben
6 Hembder
2 Bett-Lacken
1 Spinnrad
1 unbrauchbares Eisenpöttgen

Das war alles, was Margaretha van Veld mitbrachte, als sie am 27. Januar 1785 in das Armenhaus der Reformierten Gemeinde in Düsseldorf aufgenommen wurde.

Die Conditionen, welche von den Reformirten Armen, die in das Armen-Haus aufgenommen werden, bey der Aufnahme eigenhändig zu unterzeichnen sind, regelten weiterhin, dass die Aufgenommenen ihre mitgebrachten Güter, „Kleider, Bette, Meuble, Effecten und Haußgeräthe ohne Ausnahme“, weder „versetzen, noch sonst auf einige andere Weise veräußern“ durften. Weiterlesen →

Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk

Gezeichnet von Herbert Schuffenhauer, Kölner Maler und Bildhauer,
geboren am 11. Dezember 1910, gestorben am 24. Januar 2013

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland hat in seiner Siegelsammlung ca. 40 Kirchensiegel, die von Herbert Schuffenhauer gestaltet wurden. Eines davon ist das Kirchensiegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk.

Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk von Herbert Schuffenhauer

Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk

Herbert Schuffenhauer schrieb zu dem Siegel: „Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Birk ist ein Rundsiegel mit einer im Uhrzeigersinn umlaufenden Legende. In Versalien erscheint der Text: EVANGELISCHE KIRCHENGEMEINDE BIRK  Das Siegel zeigt ein ‚Ökumene Schiff‘ in frontaler Ansicht, belegt mit einer nach rechts fliegenden, blatttragenden Taube. Das Siegel wird von einer durchlaufenden Linie eingefasst. Das Siegelbild weist auf den Namen der Kirche ‚Friedenskirche‘ hin.“

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Räuberbanden und wehrhafte Pfarrer

Überfall auf das Pfarrhaus im Mülheim (Stich)

Überfall auf das Pfarrhaus im Mülheim (8SL 063 Pfarrerfamilie Denhard, Nr.45)

Räuberbanden trieben in der Frühen Neuzeit ihr Unwesen im Rheinland.

Die Faszination, die heute von einigen dieser Banden und ihren teilweise legendären Repräsentanten ausgeht, ist bis heute ungebrochen. Die Legendenbildung begann zum Teil schon zu Lebzeiten der „Räuberhauptmänner“. So z.B. beim „Schinderhannes“ Johannes Bückler, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts am Südrhein für Unruhe sorgte.
Am Niederrhein waren mehrere Räuberbanden aktiv. Eine davon war die „Niederländische Bande“ um den berüchtigten Hauptmann Mathias Weber, aufgrund seiner Kampftechnik „ Fetzer“ genannt. Zahlreiche Verbrechen werden ihm im ausgehenden 18. Jahrhundert zugerechnet, u.a. zwei Raubzüge auf das Neusser Rathaus und ein Überfall auf einen Kölner Postwagen.

Einer der spektakulärsten Raubzüge der „Fetzer‘schen Bande“   richtete sich gegen das Pfarrhaus des reformierten Pfarrers Johann Otto Pithan (1742-1807) in Mülheim an der Ruhr. Der gab sich aber nicht kampflos geschlagen. Weiterlesen →