Protokolle des Rheinischen Bruderrates 1933-1944

Rat der rheinischen BK, am linken Rand: Joachim Beckmann, Paul Humburg, Johannes Schlingensiepen und Heinrich Held; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bestand Bildarchiv), 0200_0002

Rat der rheinischen BK, am linken Rand: Joachim Beckmann, Paul Humburg, Johannes Schlingensiepen und Heinrich Held; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bestand Bildarchiv), 0200_0002

Die Bekennende Kirche im Rheinland beschloss auf Ihrer Synode in Barmen am 18./19. Februar 1934 die Bildung eines Bruderrates. Dieses Leitungsgremium sollte möglichst wöchentlich tagen und sich um die laufenden Geschäfte der BK kümmern. Insgesamt 440 hektografierte Protokolle aus dem Zeitraum 1933-1944 sind in verschiedenen Nachlässen und Sammlungen überliefert. Die Texte bilden eine wahre Fundgrube für die vielfältigen kirchenpolitischen Konflikte auf Gemeindebene in der NS-Zeit. Das Archiv wird 2016 eine vollständig annotierte Transkription als Online-Edition veröffentlichen. Weiterlesen →

Quellen zur Geschichte des Deutschen Evangelischen Kirchentags im Archiv der EKiR

 

Plakat zum Kirchentag 2015 in Stuttgart

Plakat zum Kirchentag 2015 in Stuttgart

Heute beginnt in Stuttgart der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag unter dem Motto „damit wir klug werden“. Bis zum 7.6. treffen sich wieder viele Tausende Christinnen und Christen, um miteinander zu beten, zu feiern und zu diskutieren. Der Kirchentag präsentiert sich weltoffen. Natürlich wird es wieder viele Bibelarbeiten, Gottesdienste, Andachten, Meditationen und Vorträge geben, aber auch viele Konzerte, kulturelle und politische Angebote und Orte für entspanntes Miteinander und Begegnung. Genau diese Vielfalt  ist es, die insbesondere auch junge Menschen zum Kirchentag zieht. Aber nicht immer wurde dieses weltoffene Konzept befürwortet.

Plakat zum Kirchentag 1973 in Düsseldorf

Plakat zum Kirchentag 1973 in Düsseldorf

 

Der erste Kirchentag, der in der heutigen Form abgehalten wurde, fand im Jahr 1973 in Düsseldorf statt.

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Schriftgutlehrgang am 12.5.2015 im FFFZ Düsseldorf

Muster eines Aktenverzeichnisses

Muster eines Aktenverzeichnisses

Etwa 70 Minuten der täglichen Arbeitszeit verbringt ein Verwaltungsmitarbeiter bzw. eine Verwaltungsmitarbeiterin im Durchschnitt damit, bestimmte Informationen zu suchen, besagen Studien. Zeit, die – gerade angesichts der sinkenden Stunden- und Mitarbeiterzahlen in den Verwaltungen – sicherlich sinnvoller genutzt werden kann.  Eine gut geordnete und übersichtliche Registratur kann Abhilfe schaffen. Aber wie kommt man zu so einer Registratur? Wie kann man den wachsenden Papierbergen Herr werden? Und wie fügen sich digitale Dokumente und Emails in die tägliche Aktenführung ein?

Das Archiv der EKiR versucht Antworten zu geben: Gestern fand der jährliche Schriftgutverwaltungslehrgang statt. Weiterlesen →

Alltagsbewältigung am 8. Mai 1945

AEKR6HA004_A15In der individuellen Wahrnehmung der meisten Deutschen bildete der 8. Mai 1945 keinen wesentlichen Einschnitt. Ungleich bedeutender war für sie die konkrete Erfahrung des Kriegsendes an ihrem jeweiligen Wohnort. In Düsseldorf zogen amerikanische Truppen bereits am 17. April ein und beendeten den örtlichen NS-Terror, der noch am Vortag mit Standgerichten gewütet hatte. So konnte drei Wochen später auch Joachim Beckmann, Pfarrer in Düsseldorf und einer der führenden Köpfe der Bekennenden Kirche im Rheinland, die Muße dieses Tages nutzen, um ganz profan an die britischen Militärbehörden einen Antrag auf Fahrerlaubnis zu stellen. Weiterlesen →

Ergänzung zum Blogpost – Wanderausstellung „erfasst, verfolgt, vernichtet“

Das LVR-Landeshaus in Köln bietet vom 17.4. bis 22.6.2015 einen Einblick in die Wanderausstellung der DGPPN „erfasst, verfolgt, vernichtet. Kranke und Behinderte Menschen im Nationalsozialismus“.

Alle Informationen zur Ausstellung, dem Programmheft und den Begleitveranstaltungen finden sie auf der LVR Homepage.

Das Denkmal der „Grauen Busse“ vor dem Landeshaus in Köln-Deutz, mit dem der LVR an den Massenmord an fast 10.000 Psychiatriepatientinnen und –patienten während des Nationalsozialismus erinnert. Foto: Lothar Kornblum / LVR.

 

Eine Ergänzung zum bereits veröffentlichten Blogpost vom 25.02.2015

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPN)

Kirche unterm Preußenadler – eine Veranstaltungsreihe

Glaube, Konfession und Politik im Rheinland des 19. Jahrhunderts

KircheuntermPreußenadler

Eine Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard mit Lesungen aus Originalquellen zum Preußenjahr 2015

Der Übergang des Rheinlands an Preußen im Jahr 1815 war für die Kirchen im Rheinland und insbesondere im katholisch geprägten Raum Koblenz ein tiefer Einschnitt. Erstmals wurde das Land von einer evangelischen Obrigkeit regiert. Während für die evangelischen Diasporagemeinden nun ein Aufschwung einsetzte, hatten die rheinischen Katholiken manche Auseinandersetzung mit Berlin durchzustehen. Auch das Miteinander der beiden Konfessionen war nicht immer einfach.

Anhand von zeitgenössischen Originaltexten, gelesen von Kammerschauspieler Hermann Burck an authentischen kirchlichen Orten, wird die historische Epoche der Kirche unterm Preußenadler wieder lebendig. Die Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard beleuchtet die vielfältigen Aspekte der preußischen Kirchenpolitik im Rheinland, die in mancherlei Hinsicht bis heute ihre Spuren hinterlassen hat.

 

 

Die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung von 1835 – Mutter der demokratischen Kirchenverfassung

Einführung der presbyterial-synodalen Ordnung im Rheinland vor 180 Jahren

Kirchenordnung 1835

Kirchenordnung für die evangelischen Gemeinden der Provinz Westphalen und der Rheinprovinz, Koblenz 1835, Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Demokratie ist in den deutschen evangelischen Landeskirchen ein vergleichsweise junges Phänomen. Die Reformation war im 16. Jahrhundert eng mit dem landesherrlichen Kirchenregiment verknüpft. Der heute selbstverständliche Grundsatz, dass theologische und kirchenpolitische Entscheidungen durch gewählte Gremien – Presbyterien und Synoden –, und nicht durch obrigkeitliche Behörden getroffen werden, hat sich vielerorts erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt. Pionierarbeit im Kampf um die presbyterial-synodale Ordnung haben aber bereits im frühen 19. Jahrhundert die evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen geleistet. Nach langen Auseinandersetzungen trat vor genau 180 Jahren, im März 1835, die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung in Kraft, mit der die presbyterial-synodalen Grundsätze erstmalig Rechtskraft bekamen.  Weiterlesen →