Über Dr. Andreas Metzing

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Kirche unterm Preußenadler – eine Veranstaltungsreihe

Glaube, Konfession und Politik im Rheinland des 19. Jahrhunderts

KircheuntermPreußenadler

Eine Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard mit Lesungen aus Originalquellen zum Preußenjahr 2015

Der Übergang des Rheinlands an Preußen im Jahr 1815 war für die Kirchen im Rheinland und insbesondere im katholisch geprägten Raum Koblenz ein tiefer Einschnitt. Erstmals wurde das Land von einer evangelischen Obrigkeit regiert. Während für die evangelischen Diasporagemeinden nun ein Aufschwung einsetzte, hatten die rheinischen Katholiken manche Auseinandersetzung mit Berlin durchzustehen. Auch das Miteinander der beiden Konfessionen war nicht immer einfach.

Anhand von zeitgenössischen Originaltexten, gelesen von Kammerschauspieler Hermann Burck an authentischen kirchlichen Orten, wird die historische Epoche der Kirche unterm Preußenadler wieder lebendig. Die Veranstaltungsreihe der Evangelischen Archivstelle Boppard beleuchtet die vielfältigen Aspekte der preußischen Kirchenpolitik im Rheinland, die in mancherlei Hinsicht bis heute ihre Spuren hinterlassen hat.

 

 

Die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung von 1835 – Mutter der demokratischen Kirchenverfassung

Einführung der presbyterial-synodalen Ordnung im Rheinland vor 180 Jahren

Kirchenordnung 1835

Kirchenordnung für die evangelischen Gemeinden der Provinz Westphalen und der Rheinprovinz, Koblenz 1835, Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Demokratie ist in den deutschen evangelischen Landeskirchen ein vergleichsweise junges Phänomen. Die Reformation war im 16. Jahrhundert eng mit dem landesherrlichen Kirchenregiment verknüpft. Der heute selbstverständliche Grundsatz, dass theologische und kirchenpolitische Entscheidungen durch gewählte Gremien – Presbyterien und Synoden –, und nicht durch obrigkeitliche Behörden getroffen werden, hat sich vielerorts erst im 20. Jahrhundert durchgesetzt. Pionierarbeit im Kampf um die presbyterial-synodale Ordnung haben aber bereits im frühen 19. Jahrhundert die evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen geleistet. Nach langen Auseinandersetzungen trat vor genau 180 Jahren, im März 1835, die Rheinisch-Westfälische Kirchenordnung in Kraft, mit der die presbyterial-synodalen Grundsätze erstmalig Rechtskraft bekamen.  Weiterlesen

Reformationsjubiläum im Jahr 1830

Das 300-jährige Jubiläum des evangelischen Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana)

Zur Feier des 300jährigen Jubiläums der Übergabe der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 1830

Zur Feier des 300jährigen Jubiläums der Übergabe der Augsburgischen Konfession am 25. Juni 1830

Zum 300-jährigen Jubiläum der Übergabe des evangelischen Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana) an Kaiser Karl V. auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 erschien im Jahr 1830 eine Flut populärer Kleinschriften, die dieses Ereignisses der Reformationsgeschichte gedachten. Die enorme Publikationswelle ist nur dadurch zu erklären, dass es nicht einfach um einen historischen Gedenktag ging, sondern dass das Augsburger Bekenntnis von 1530 zur Projektionsfläche für zahlreiche aktuelle kirchenpolitische Fragen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde. Weiterlesen

Einführung der Reformation im Hunsrück – Die Mühen der Ebenen

 Visitationsprotokoll der Kirchengemeinde Kastellaun aus den Jahren 1590/91

Visitationsprotokoll Kirchengemeinde Kastellaun 1590/91

Im Sommer 1557 führte Pfalzgraf Friedrich II. von Simmern in seinen Hunsrücker Stammlanden per Dekret das Luthertum ein. Bis das reformatorische Gedankengut jedoch in den Gemeinden tatsächlich Wurzeln geschlagen hatte, gingen noch mehrere Jahrzehnte ins Land. Die im Archiv der Kirchengemeinde Kastellaun überlieferten Visitationsunterlagen aus den Jahren  1590/91 belegen eindrücklich, dass es auch nach über dreißig Jahren immer noch erforderlich war, die Umsetzung evangelischer Grundprinzipien mit Nachdruck anzumahnen. Weiterlesen

Kirche im Kampf gegen das „Rosenmontagsmilieu“

Lange Zeit hat sich die evangelische Kirche mit dem Karneval sehr schwer getan.

Bis in die 1970er Jahre hinein gab es immer wieder kirchenamtliche Verlautbarungen, die schwerste theologische und moralische Bedenken gegen das närrische Treiben geltend machten. In zahlreichen Flugschriften wurde mit geharnischten Worten gegen das „Rosenmontagsmilieu“ zu Felde gezogen und vor den schwerwiegenden Folgen fastnächtlicher Zügellosigkeit gewarnt – gelegentlich verbunden mit dem dezenten Hinweis, dass es sich beim Karneval um katholisches und damit letztlich heidnisches Brauchtum handele, mit dem man als guter Protestant nichts zu schaffen haben dürfe.
Erst in den 1980er Jahren trat ein kultureller Wandel ein. Zwar hat der Karneval noch immer keinen Eingang in den liturgischen Kalender gefunden, doch sind in den letzten 25 Jahren verstärkt protestantische Prinzengarden und Beffchen tragende Büttenredner gesichtet worden. Eine kürzlich ins Leben gerufene ökumenisch besetzte Kommission zur Revision der Perikopen und der liturgischen Farbe des Sonntags Estomihi soll demnächst erste Ergebnisse vorlegen.

Karneval etwas für uns?Wort der Ev. Kirche im Rheinland zum Karneval
Die ökumenische Estomihi-Kommission bei ihrer konstituierenden SitzungEstomihi-Kommission

Bibelverbrennungen in der Eifel Anno 1859

In der Eifel, einem Jahrhunderte lang tief katholisch geprägten Gebiet, hielt der Protestantismus im 19. Jahrhundert nur sehr langsam Einzug. Die ersten evangelischen Pfarrer wurden immer wieder neu mit den enormen Vorbehalten konfrontiert, denen sie sich seitens der katholischen Bevölkerungsmehrheit in dieser ländlich geprägten Gegend ausgesetzt sahen.

Bibelverbrennung in der Eifel

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Mit der Barmer Theologischen Erklärung gegen das Mariendogma

Konfessionelle Fragen spielten im öffentlichen Leben der jungen Bundesrepublik in den 1950er Jahren noch eine beträchtliche Rolle.

Besonders deutlich wurde das im Jahr 1954, als Papst Pius XII. zur Erinnerung an das hundert Jahre zuvor verkündete Dogma von der unbefleckten Empfängnis Marias ein „marianisches Jahr“ ausgerufen hatte und der Kölner Erzbischof  Kardinal Frings auf dem Fuldaer Katholikentag das deutsche Volk dem „unbefleckten Herz Mariens“ weihte. In zahlreichen katholischen Orten wurden damals, ähnlich wie bereits ein Jahrhundert zuvor, Mariensäulen auf öffentlichen Plätzen errichtet – sehr zum Verdruss der evangelischen Bevölkerung und vor allem ihrer Pfarrerschaft.

Evangelische Erläuterung zur Mariensäule

Evangelische Erläuterung zur Mariensäule

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