Wohltätigkeitsarbeit in der Kirche war lange Zeit die Domäne der Frauen. Die vor allem im 19. Jahrhundert sehr zahlreichen evangelischen Frauenvereine sahen ihre Hauptaufgaben darin, die ärmeren Bevölkerungsschichten und vor allem deren Kinder zu unterstützen. Diese Arbeit hatte neben der karitativen immer auch eine sozialkonservative Stoßrichtung, denn die Unterschicht sollte nicht zuletzt deshalb vor zu großer Verarmung bewahrt werden, um sie von umstürzlerischen Gedanken fern zu halten. Gerne fungierten deshalb gekrönte Damenhäupter als Schirmherrinnen der Frauenvereine. Der 1834 gegründete Koblenzer Evangelische Frauenvereine stand seit 1850 unter dem Protektorat einer besonders prominenten Fürstin: der preußischen Kronprinzessin und späteren Kaiserin Augusta, einer geborenen Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach. Weiterlesen
Autorenarchiv: Dr. Andreas Metzing
Gottvater mit Kindergesicht
Das Patenamt hat von jeher eine geistliche und eine materielle Dimension. Pate und Patin sollen den Täufling auf seinem christlichen Glaubensweg unterstützen und begleiten, doch zugleich wird von ihnen erwartet, dass sie dem Patenkind erforderlichenfalls auch ganz praktische Unterstützung zukommen lassen. Weiterlesen
Partnervermittlung in Zeiten vor Parship & Co.
Die Suche nach einem geeigneten Lebenspartner hat zu allen Zeiten bei den Menschen viele kreative Energien freigesetzt. Seit dem 20. Jahrhundert wurden verstärkt die Massenmedien genutzt. Dass dabei auch das Thema der Konfession eine gewichtige Rolle spielte, zeigt die Werbekarte des Münchner Verlags mit rheinischer Zweigstelle „Burg-Union“ aus den 1930er Jahren, die jetzt bei Ordnungsarbeiten an den Sammlungsbeständen der Evangelischen Archivstelle Boppard ans Tageslicht kam.
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Frontispiz im Kirchenbuch Langenlonsheim
Ein Kirchenbuch als Hingucker
Kirchenbücher sind normalerweise nüchterne Amtsbücher. Auf oftmals eng beschriebenen Seiten verzeichneten der Pfarrer die Namen der Getauften, Verheirateten und Begrabenen und fungierte damit vor Einführung des staatlichen Zivilstandswesen als eine Art Standesbeamter. Diese Funktion der Kirchenbücher als Personenstandsbeurkundungen, die sie für heutige Familienforscher zu so wertvollen Quellen macht, lässt manchmal in Vergessenheit geraten, dass die Kirchenbücher ursprünglich keinen primär juristischen, sondern vor allem einen theologischen Zweck erfüllen sollten.
Unionsurkunde des Fürstentums Birkenfeld
Außerhalb des südlichen Hunsrücks ist heute nicht mehr vielen Menschen bewusst, dass das Gebiet zwischen Nahe, Hochwald und Idarwald 120 Jahre lang, von 1817 bis 1937, ein eigenständiges Territorium war, das der Herzog von Oldenburg auf dem Wiener Kongress als Entschädigung für die Unterstützung im Kampf gegen Napoleon erhalten hatte. Das kleine Fürstentum Birkenfeld, das bis 1918 offiziell nur in Personalunion mit Oldenburg verbunden war, bildete eine eigene Landeskirche mit Konsistorium und Synode.

Weihnachtsaktion gegen Altersarmut Anno 1749
Mit der Abschaffung des Zölibats durch die Reformation stellte sich für die evangelische Kirche ein ganz neues Problem – nämlich die Versorgung von Pfarrwitwen- und waisen.
Zunächst wählte man einen pragmatische Weg: der Amtsnachfolger hatte die Witwe oder Tochter des Vorgängers zu heiraten. Vielfach war das sogar die Bedingung, um eine Pfarrstelle überhaupt antreten zu können.
Taufeintrag von August Bebel
Der spätere Sozialistenführer August Bebel wurde am 22. Februar 1840 als Sohn eines preußischen Unteroffiziers in Deutz geboren. Da der Vater Armeeangehöriger war, ist der Eintrag über die eine Woche später vollzogene Taufe im Kölner Militärkirchenbuch (KB I/14 b, S. 46) eingetragen.


