Corona-Krise und die Zeit danach – eine Überlegung

Bislang wurde sich auf Grund der aktuellen Corona-Krise stark damit auseinandergesetzt, was die veränderten Bedingungen für das aktuelle Leben und vor allem den Arbeitsalltag bedeutet. In einem vorherigen Beitrag, haben wir bereits über die Herausforderungen der Archivarbeit im Homeoffice berichtet. Nach nun fast fünf Wochen hat man sich zunehmend mit seinen neuen Arbeitsabläufen arrangiert. Daher stellt sich nun vielmehr die Frage: Wie geht es danach weiter? Oder vielmehr noch: Welche Auswirkungen und Konsequenzen hat die Corona-Pandemie für Archive, speziell für Kirchenarchive?

Dies sind nicht nur Fragen, die wir uns im Archiv der EkiR stellen, sondern wahrscheinlich alle Archive. Die Corona-Krise beeinflusst aktuell nicht nur die Menschen auf sozialer Ebene, sondern hat auch massive Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Wir befinden uns in einer extremen Ausnahmesituation, deren Folgen wir heute noch nicht einschätzen können. Daher verlangt dies nach einer Dokumentation von Bild- und Schriftquellen, um eine möglichst genaue Darstellung für die nachfolgenden Generationen zu skizzieren.

Weiterhin bleibt zu überlegen, in wie weit sich bisher grundlegende Rahmenbedingungen der Archivarbeit möglicherweise ändern werden (Paradigmenwechsel!?). Wird es in Zukunft eine Art Notfallplan für eben solche Krisensituationen geben? Wie werden diese im konkreten Fall aussehen?

Für Kirchenarchive bedeutet die Corona-Pandemie auf jeden Fall eine historische Zäsur, da beispielsweise über Wochen hinweg keine Gottesdienste abgehalten werden konnten oder die Not so erfinderisch machte, dass im Düsseldorfer Autokino Ostergottesdienste abgehalten wurden.

Es bleibt noch offen, wie lange uns diese Krise beeinflussen und wie künftig damit (vor allem archivarisch) umgegangen wird.

Aus dem Homeoffice eines Archivars

Morgens direkt vom Bett zum Arbeitsplatz. Die Jogginghose einfach anlassen. Keine Bahn fahren und kein Fußweg im dunklen bis hin ins Büro. Für viele Arbeitnehmer eine Traumvorstellung. Seit heute ist dies erstmal auf unbestimmte Zeit die Realität, denn auf Grund des Corona-Virus befinden wir uns aus dem Archiv der Evangelischen Kirche alle im Homeoffice. Dies stellte uns zu Beginn doch vor einige Herausforderungen, denn was macht ein Archivar im Homeoffice? Okay, Literatur lesen, Emails beantworten, die Homepage und den Blog pflegen, dass geht so gerade noch. Aber mehrere Wochen damit füllen? Optimistisch. So entschieden wir uns kurzerhand dazu, unsere Bestände einfach mit nach Haus zu nehmen. An dieser Stelle ein paar Impressionen.

Tag 1 im Homeoffice

Auch die Fotodigitalisierung ist von Zuhause aus mit Scanner und Bildbearbeitungsprogrammen weiterhin umsetzbar. Und so kann man dann auch mal eben die Mittagspause auf dem Balkon verbringen oder sich zwischendurch einen Kaffee genehmigen.

Nichts desto trotz denke ich, spreche ich im Namen aller, wenn ich sage, dass ich froh bin, wenn der Betrieb im Archiv wieder fortgesetzt wird und man sich Face-to-Face mit den Kollegen austauschen und bei Fragen besprechen kann.