Digitales Gemeindebrief-Archiv

Digitalisierte Gemeindebriefausgaben als PDF. Abrufbar auf der homepage der Lutherkirchengemeinde, Düsseldorf.

In einem beispielgebendem Projekt der Evangelischen Lutherkirchengemeinde Düsseldorf ist ein digitales Gemeindebrief-Archiv entstanden welches nahezu den gesamten Bestand der gedruckten Gemeindebriefausgaben der Lutherkirchengemeinde Düsseldorf enthält, beginnend mit der ersten Ausgabe im Jahr 1950, bis zur aktuellen Ausgabe.

Unter der technischen Leitung von Herrn Andreas Weiner(ehrenamtlich) wurden die Gemeindebriefe digitalisiert und bearbeitet und letztlich auf der website der Lutherkirchengemeinde für die Öffentlichkeit abrufbar gemacht.

Der Gemeindebrief in gedruckter Form stellt auch im Jahr 2020 das Mittel der Wahl in der Breitenkommunikation der Kirchengemeinden mit Ihren Mitgliedern im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland dar. Der Trend und die Nutzung von smartphone, tablet & Co. lassen vermuten, dass die Tage der gedruckten „analogen“ Gemeindebriefe gezählt sind. Dementgegen steht allerdings das individuelle Nutzer/Leserverhalten. So manches Gemeindemitglied hat die neuesten Informationen aus der Kirchengemeinde lieber in gedruckter Form vorliegen und blättert gern darin. Andere „wischen“ lieber auf ihrem smartphone, tablet od. reader von Seite zu Seite…

Die Elektronischen Gemeindebriefausgaben als PDF sind häufig begleitend zur aktuellen Gemeindebriefausgabe auf den websites vieler Kirchengemeinden abrufbar. Ein derart umfassender digitaler Bestand wie im Fall der Lutherkirchengemeinde findet sich leider noch selten. Hoffen wir, dass es mehr werden.

Zum Stellenwert von Archivarbeit in Kirchengemeinden

Stimmungsbild über die Situation des Sonderdienstes in der rheinischen Kirche 1990, Zeichnung: Andreas Krzok, Bestand: AEKR Bibliothek, ZK 70 Der WEG 1990 Nr. 28, S.8

Diese Karikatur aus dem Jahr 1990 bündelt am Beispiel einer Archivordnung meisterhaft sämtliche Vorurteile und Standesdünkel der saturierten Pfarrerschaft: Interpretation des theologischen Nachwuchses als billige Arbeitskräfte, im Wortsinn verstaubte Geschlechterstereotype und last but not least die übliche Geringschätzung professioneller kirchlicher Archivarbeit.

Ernster kirchenpolitischer Hintergrund der Zeichnung ist die „Theologenschwemme“ der 1980er Jahre im Rheinland. Als Auffangstation richtete die Landeskirche 1985 den sog. Sonderdienst ein. Es handelte sich um befristete Stellen für gewisse Funktionsbereiche oder zur Entlastung von Gemeindepfarrern. Von den hunderten Sonderdienstlern sind viele doch noch im Pfarrdienst angekommen, viele haben aber auch andere Berufslaufbahnen eingeschlagen. Ihre Interessenvertretung ist der Rheinische Konvent.

Zeichner ist Andreas Krzok, der langjährige Chefredakteur der früheren rheinischen Kirchenzeitung „Der WEG“.