„Papisten, Ketzer und Häretiker…“ Religion im Rheinland des 16. Jahrhunderts

Schon einmal etwas von den Melchioriten, den Davidsjüngern oder den Familisten im Haus der Liebe gehört? Diese Gruppierungen gehörten alle zur religiösen Realität der frühen Neuzeit ebenso wie die bekannteren Täufer und Spiritualisten.

Ketzer und Häretiker sind bekanntlich immer die anderen, oder, sehr frei nach dem Diktum von Sartre: L´enfer, c´est les autres (Die Hölle, das sind die anderen). Ein Vortrag (PDF-155KB) in Duisburg – daher die gelegentlichen lokalen Akzente –  stellt diese zumeist brutal unterdrückten Netzwerke vor, die abseits des konfessionellen Mainstreams von Katholiken, Lutheranern und Reformierten existierten. Einige Illustrationen dazu finden Sie hier:

„Die Kohlenschaufel an den Kopf geworfen…“ Aus der Geschichte der Hugenotten im Rheinland

Ludwig XIV., König von Frankreich, AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 019_0022

Ludwig XIV., König von Frankreich, AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 019_0022

Die Hugenotten, Angehörige des reformierten Glaubens, wurden nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 durch den „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. aus Frankreich vertrieben. Verschiedene deutsche Landesherren, unter ihnen Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, luden sie zur Ansiedlung ein.

Einen hohen Stellenwert maßen die französischen Gemeinden der Ausübung der Kirchenzucht zu, um die „discipline“ zu wahren und kein Ärgernis in einem fremden Umfeld zu bilden. Zu einem peinlichen Vorfall kam es aber 1697 in Duisburg.
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