Am 5. März 2016, dem bundesweiten Tag der Archive, hat die Archivstelle Boppard des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinaland ihr neues Angebot „Digitaler Lesesaal“ eröffnet. Die ersten 190 der über 6000 rheinischen Kirchenbücher im Bopparder Archivmagazin sind nun an modernen PC-Arbeitsplätzen digital einsehbar.
Ein attraktives Programm zum Tag der Archive am 5. März in der Archivstelle Boppard
Familienforschung im digitalen Lesesaal – Einführung in das Online-Kirchenbuchportal

Familienforschung am Computer: Der Digitale Lesesaal der Evangelischen Archivstelle Boppard wird am 5. März eröffnet.
Zum bundesweiten „Tag der Archive“ am Samstag, 5. März 2016, öffnet auch die Evangelische Archivstelle Boppard ihre Pforten und gewährt zwischen 10 und 16 Uhr allen Interessierten einen Einblick hinter die Kulissen und in das sonst sorgsam verschlossene Magazin des Archivs. Als besonderer Leckerbissen für alle Familienforscher wird um 11 Uhr das neue Angebot „Digitaler Lesesaal“ eröffnet. Die historischen Kirchenbücher, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen und aus konservatorischen Gründen nur in Ausnahmefällen als Original vorgelegt werden, sind ab diesem Tag an PC-Terminals einsehbar. Weiterlesen
Zwangsenteignung der Kirchenglocken für die Kriegsrüstung
Bereits im Mittelalter, als der Großteil der Bevölkerung keine Uhr besaß, war die Kirchturmuhr die einzige Möglichkeit die Uhrzeit zu erfahren. Neben dem Stundenschlag wurde auch zu Alarmfällen und Bränden geläutet (weltliches Geläut). Traditionell läuten Kirchenglocken zum Gottesdienst, Gebet sowie Anlässen wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen (sakrales Geläut). Wer heute in seiner Kirchengemeinde noch im Besitz einer Kirchenglocke aus dem Mittelalter ist, der weiß sie hoffentlich sehr zu schätzen.
Denn oftmals wurden Kirchenglocken zwecks kriegerischer Auseinandersetzungen einer „Verwandlung“ unterzogen. So wie die Glocken der Marienkirche zu Berlin, die auf Befehl des Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg (reg. 1417-1440) zu „püchsen“ (=Büchse/Handfeuerwaffe) verarbeitet wurden.
Auch in den beiden Weltkriegen wurden Bronzeglocken im Interesse der Kriegswirtschaft durch die Militärbehörden in Beschlag genommen und für Rüstungszwecke eingeschmolzen. (Kirchliches Amtsblatt, Nr. 6 1917)

Wikipedia: Glockenfriedhof im Innsbrucker Stadtteil Wilten im Ersten Weltkrieg, um 1917 Glockenmuseum Grassmayr
Unter dem Gesichtspunkt der Denkmalwürdigkeit wurde im Ersten Weltkrieg eine Klassierung nach wissenschaftlichem und kunsthistorischem Wert durchgeführt:
- Gruppe A: nach 1860 gegossen, zur Abgabe bestimmt
- Gruppe B: vor 1860 gegossen, vorläufig schützenswert
- Gruppe C: vor 1860 gegossen + dauernd schützenswert
Operation Umzug: Johanneskirche in Moers wird neues Außenmagazin für das Archiv der EKiR
Das 2015 entwidmete Kirchengebäude in Moers-Meerbeck wird zu einem Archivmagazin für die evangelische Kirche im Rheinland umgebaut. Fläche, die dringend benötigt wird, da das Hauptarchiv in Düsseldorf buchstäblich „aus allen Nähten platzt“. Auf vier Etagen sind 8.000 neue Regalmeter angedacht, die ausgelegt für 30 Jahre 48.000 Archivkartons Platz bieten werden.
Die Bauarbeiten laufen nach Plan und werden voraussichtlich im Herbst 2016 abgeschlossen sein.

Besuch der Baustelle Johanneskirche: (von links) Dr. Stefan Flesch, Gudrun Gotthardt, Bettina Kaiser, Werner Maliska, Andreas Reuber und Marwin Burkhard.
Lesen Sie mehr auf:
>> WAZ.de – Johanneskirche in Moers wird Archivmagazin (Matthias Alfringhaus)
>> RP- Online: Moers- Kirche wird Archiv (Yannic Kascholke)
>> EKiR: Archivmagazin: Platz für 48.000 Kartons
Erstellung von Familienbüchern – Dienstleistung für die genealogische Forschung
Regelmäßig zweimal pro Woche betritt Michael Frauenberger mit Bleistift und Schreibblock bewaffnet den Lesesaal der Archivstelle Boppard. Er nimmt die ältesten, bis in die 1570er Jahre zurück reichenden Kirchenbücher der Gemeinden Bacharach und Steeg in Empfang – dann folgen drei Stunden intensivster konzentrierter Arbeit.
Letzte Station Armenhaus: Zeugnisse des reformierten Armenwesens in Düsseldorf

Inventarliste der Margaretha van Veld bei Eintritt ins Armenhaus der Reformierten Gemeinde Düsseldorf, 1785
1 große Kiste
1 kleine ditto
2 grüne (?) Frauen-Jacken,
1 schwartzen stoffen Jack und Rock
1 Violet ditto
1 Damasten-Rock
2 Greenen ditto
3 Schürtzen
3 Hals-Tücher
4 Hauben
6 Hembder
2 Bett-Lacken
1 Spinnrad
1 unbrauchbares Eisenpöttgen
Das war alles, was Margaretha van Veld mitbrachte, als sie am 27. Januar 1785 in das Armenhaus der Reformierten Gemeinde in Düsseldorf aufgenommen wurde.
Die Conditionen, welche von den Reformirten Armen, die in das Armen-Haus aufgenommen werden, bey der Aufnahme eigenhändig zu unterzeichnen sind, regelten weiterhin, dass die Aufgenommenen ihre mitgebrachten Güter, „Kleider, Bette, Meuble, Effecten und Haußgeräthe ohne Ausnahme“, weder „versetzen, noch sonst auf einige andere Weise veräußern“ durften. Weiterlesen


