Film zu automatischer Handschriftenerkennung auf YouTube

Über das Tool Transkribus zur automatischen Erkennung von Handschriften ist im Archivblog schon öfter berichtet worden. Nun hat in Wien die zweite Userkonferenz stattgefunden. Von den im Web verfügbaren Präsentationen dieser Tagung sei der Beitrag von Mark Ponte aus dem Stadtarchiv Amsterdam herausgegriffen. Er zeigt die Einsatzmöglichkeiten von Transkribus als Hilfsmittel bei dem großen niederländischen Crowdsourcing-Projekt VeleHanden, bzw. demonstriert umgekehrt, wie das Tool durch die Leistung der ehrenamtlichen Helfer fortentwickelt werden kann.

Bei dieser Gelegenheit produzierte Euronews einen anschaulichen Dokumentationsfilm zu Transkribus, der jetzt auf Youtube eingestellt ist. Wohltuend entspannt dabei agieren die österreichischen Kollegen, ohne ständig mit weißen Baumwollhandschuhen zu wedeln…

„Zehn Dinge, die Archivaren Angst machen“

Zehn Dinge, vor denen auch ich mich (nicht nur an 🎃 Halloween) grusel. Ein sehr originelles Video vom US National Archiv, das den Nagel auf den Kopf trifft und einfach erwähnt werden muss! 👇

 

Und was wären Archive ohne Menschen, also ohne Nutzer und Archivare??? Daniela Gillner zeigt es uns in der auf Twitter:

52. Rheinischer Archivtag in Frechen beendet

Der diesjährige Rheinische Archivtag stand unter dem ansprechenden Thema „Der Servicegedanke beginnt im Kopf – Für eine archivische Willkommenskultur“. Die exzellent organisierte Tagung vermittelte den ca. 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern viele Anregungen zur Optimierung digitaler Angebote und Dienstleistungen für ihre Kunden. #neuland: Manche Potentiale des Web scheinen in den Archiven – wie anno 2013 bei der Kanzlerin – noch nicht so recht angekommen zu sein.

Einen ersten guten Überblick über die Beiträge bietet das Tagungsblog des LVR unter https://lvrafz.hypotheses.org/.

Digital dark age in der Rheinischen Kirche?

In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung widmet sich Corinna Budras unter dem Titel „Für immer verloren“ (ohne Fragezeichen!) dem schon öfter diagnostizierten Problem, dass es keine gesicherte Langzeitarchivierung für die stetig wachsende Menge an digitalen Daten gibt. Deren Volumen wird 2020 nach Prognosen weltweit bei etwa 40 Zettabytes liegen – und damit 50-mal so hoch wie noch 2010. Bei ihrem eher pessimistischen Ausblick beruft sie sich auf Experten wie den amerikanischen Informatiker Vint Cerf und Klaus Nippert vom Karlsruher KIT. Vieles davon kennt man bereits von der bei ARTE ausgestrahlten Dokumentation „Unser digitales Gedächtnis“. Einen knappen, aber informativen Einstieg in das drohende dunkle digitale Zeitalter bietet auch der englische Wikipedia-Artikel.

Zurück von der Zukunft(sdeutung) zur praktischen Arbeit: Im Archiv der EKiR stehen wir wie viele Kolleginnen und Kollegen vor allem vor der Herausforderung, Überlieferungswege für die vagabundierende E-Mail-Kommunikation im Landeskirchenamt und anderen kirchlichen Ämtern und Einrichtungen zu entwickeln.  Viele Mails, die durchaus als Briefersatz für den Geschäftsgang hochrelevant sein können, werden nicht vom bestehenden Dokumentenmanagement erfasst und sind spätestens etwa mit dem Ruhestand ihrer Verfasser verloren. Der in Sonntagsreden vielbeschworenen Transparenz des Verwaltungshandelns ist dies gewiss nicht förderlich.

Mit Henrike Tetz wurde erstmals eine Superintendentin zur Oberkirchenrätin gewählt

Pfarrerin Henrike Tetz, Wahl zur neuen Leiterin der Abteilung 3 „Erziehung und Bildung“ im Düsseldorfer Landeskirchenamt, Landessynode 2018, Foto: EKiR/Hans-Jürgen Vollrath

Am Donnerstag, 11.01.2018, wählte die Landessynode der Ev. Kirche im Rheinland die Superintendentin des Kirchenkreises Düsseldorf, Pfarrerin Henrike Tetz, als hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung (KL) zur Nachfolge von Oberkirchenrat Klaus Eberl. Damit wurde erstmals eine Superintendentin hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung; die bisherigen Oberkirchenrätinnen, Gisela Vogel, Petra Bosse-Huber und Barbara Rudolph, hatten das Amt einer Superintendentin nicht bekleidet.

Harney, Rudolf, Pfarrer, Oberkirchenrat, Mitglied der 1. Kirchenleitung (KL), 1932, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 10_0110

Es stellte sich mir die Frage, ob denn in der Vergangenheit einer der Düsseldorfer Superintendenten zum Oberkirchenrat berufen worden ist? Immerhin ist Düsseldorf einer der großen Kirchenkreise der Landeskirche. Ich hatte einen Namen im Kopf, nämlich Superintendent Rudolf Harney (Nachlass im Bestand des Archivs), ganz am Anfang der Geschichte unserer Landeskirche nach 1945: Er wurde im Mai 1945 Mitglied der Vorläufigen Kirchenleitung als Repräsentant des Provinzialkirchenrates von 1932. Die Provinzialsynode 1946 bestätigte die Mitglieder der Vorläufigen KL, die „in Ausübung und für die Dauer des Amtes … die Amtsbezeichnung ‚Oberkirchenrat‘ “ führten. 1949 trat Harney bei den ersten Wahlen zur Kirchenleitung der neuen Landeskirche nicht mehr an, weil seine Pensionierung bevorstand. Harney ist also ein Sonderfall.

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Warum sind Foto-Metadaten sexy? – Toller Beitrag von Ulla Schmitz

Die Beschreibung digitaler Fotos bzw. Reprografien mit IPTC-Daten wird im Archivbereich kaum angewandt. Dass diese aber gerade dadurch mit Kontextinformationen versehen werden können und somit auch eine Identität  im Web erhalten, sollte gerade für Archive interessant sein! Bei uns verlässt kein Bild ohne IPTC-Metadaten die Archivtheke, wenn es um die Bereitstellung im Web geht.

Ulla Schmitz hat diesen Hintergrund toll erklärt: „Mehr Wert mit Metadaten“ – Warum sind Foto-Metadaten sexy?“ ..>>

https://bloghandbuch.de/iptc-daten/

Eine Authentizitätsklärung wäre also möglich, wenn Fotos mit IPTC-Metadanten im Netz veröffentlicht werden würden: Fotos aus dem Internet – ohne Metadaten keine Authentizitätsklärung

Tagungshinweis: Kritik der digitalen Vernunft

Schon einmal etwas von Modellathons und Poster Slams gehört oder geschweige denn teilgenommen? Der Verband DHd – „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“ veranstaltet vom 26. Februar bis zum 2. März 2018 seine fünfte Jahrestagung unter dem Titel „Kritik der digitalen Vernunft“. Tagungsort ist die Universität Köln, alle Informationen findet man hier.

Das ungemein facettenreiche Programm bietet Workshops und weitere innovative Tagungsformate zu allen Themengebieten der digitalen Geisteswissenschaften. Aus archivischer Sicht hervorzuheben sind die Veranstaltungen zur automatischen Texterkennung mit Transkribus, zu digitalen Editionen, zur Nutzung von Wikidata sowie zu kollaborativen Erschließungsprojekten.