Aktuelle Ausstellungen im Rheinland anlässlich des Reformationsjubiläums, oder: Das Ringen um den rechten Glauben

Unter letzterem Titel eröffnet jetzt am 3. Juni 2017 in Aachen das Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum eine umfangreiche Geschichtsschau zum konfessionellen Mit- und Gegeneinander im Aachener Raum. Auch zu dieser Ausstellung konnte unser Archiv einige überraschende Exponate beisteuern. Oder wussten Sie, dass Pfarrer Georg Ulrich Wenning 1648 bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Osnabrück zugegen war und seine umfänglichen diplomatischen Korrespondenzen mittels elaborierter Verschlüsselungscodes chiffrierte?

Die rheinischen Museen, aber auch Archive und Geschichtsvereine, haben seit April eine Reihe sehenswerter Ausstellungen zum Reformationsgeschehen eröffnet. Dem schwierigen Thema religiöser Toleranz nähern sie sich dabei von ganz unterschiedlicher Warte. Ein kurzer Überblick zu den Orten und Terminen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Weiterlesen →

Tipp: sehenswerte Ausstellung „Der geteilte Himmel“ in Essen

Seit Montag den 3. April 2017 ist sie nun bereits schon eröffnet – die Sonderausstellung „Der geteilte Himmel“ des Ruhr Museums auf Zollverein in Essen. Die Ausstellung beleuchtet, laut Museumsdirektor Heinrich Theodor Grütter (Video WDR Lokalzeit Ruhr), das interkonfessionelle Leben von über 250 verschiedenen Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Themen „Frömmigkeit“, „Heilige Schriften“, „Lebenssituationen“, „Tod und Jenseits“ oder „Propaganda und Toleranz“.

Gerhard Tersteegen Blutbrief 1724 – Meinem Jesu, Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 80040_03

Gezeigt werden erstmals über 800 kulturhistorische Exponate aus Museen, Kirchen, Bibliotheken und Archiven. Darunter befinden sich, neben dem Blutbrief Gerhard Tersteegens (1724), auch 13 weitere Quellen aus den Beständen des Landeskirchlichen Archivs in Düsseldorf.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 31. Oktober 2017
weitere Informationen zur Ausstellung

Erstes Barcamp im deutschen Archivwesen

„Vier biblische Evangelien, vier edle Wahrheiten Buddhas, vier Fäuste für ein Halleluja – und nun auch vier Tagungen ´Offene Archive´ .“ So kreativ wird die vierte Tagung „Offene Archive“ beworben, die am 19.-20. Juni 2017 im Landesarchiv Duisburg stattfinden wird. Erstmals ist sie mit einem Barcamp verbunden, also offenen Workshops mit oft anregender Eigendynamik.

Um wiederum das Orga-Team zu zitieren: „Wer immer schon gute Gedanken zum Archiv und seinen Aufgaben im digitalen Zeitalter hatte, sie aber nie zu äußern wagte, ist hier genau richtig.“

Das abwechslungsreiche Programm und alle weiteren Informationen finden Sie hier. Mitveranstalter ist der neugegründete Arbeitskreis „Offene Archive“.

Werbung für die Anschauungstafel „Das Kirchenjahr“

Sichtungsarbeiten der unverzeichneten Sammlung K.W. Schmidt

Das Kirchenjahr, Anschauungstafel und ihre Verwendung im Unterricht, aus Bestand: AEKR Boppard Sammlung K.W. Schmidt (unverzeichnet)

Bestand: AEKR Boppard Sammlung K.W. Schmidt (unverzeichnet)

Das abgebildete Werbeblatt (DIN A5) zeigt eine Anschauungstafel des Kirchenjahres und empfiehlt ihre Anwendung im Unterricht (Rückseite).

Das evangelische Kirchenjahr beginnt wie das katholische mit der ersten Vesper zum ersten Adventssonntag und endet am Samstag vor dem ersten Advent. Es teilt die Hauptfeste und zugehörigen Festzeiten sowie einige Sonderfeste, vor allem Neujahr und Erntedank.

 

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Mein Praktikumsbesuch im Archiv der EKiR

Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. – Richard von Weizsäcker

Praktikant Luke Messinger, Foto: Archiv des JHD

Praktikant Luke Messinger, Foto: Archiv des JHD

Über meine Universität hatte ich die Möglichkeit an der Veranstaltung „Erlebnis-Archiv“ teilzunehmen, welche die Uni in Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland anbot. Obwohl ich selbst Geschichte studiere, waren Archive für mich auch im Hinblick auf Hausarbeiten noch kein Thema. Wie manch anderer hing auch ich dem Vorurteil an, dass Archivare im Keller eines Unternehmens oder einer Einrichtung sitzen, hauptsächlich Zeit tot schlagen und dann und wann eine Akte bearbeiten. Zunächst hatte ich ein zweitägiges Seminar im LVR Kulturzentrum, hier wurden über Podiumsdiskussionen, Vorträge und Übungen Facetten des Berufs des Archivars beleuchtet, doch auch das konnte mir nicht den ganzen Umfang des Berufes offenbaren. Für mein Praktikum hatte ich mir ein Kirchliches Archiv ausgesucht: das Archiv des Jugendhauses Düsseldorf, dessen Träger die die katholische Kirche ist. Hier wurde ich schnell eines Besseren belehrt, denn Arbeit, auch wenn es nur ein Ein-Personen-Archiv war, gab es hier genug. Ebenso wurde mir schnell klar, dass sich hier weit mehr verbarg als nur Akten, wie Fotos, Dias, Gemälde, Kleidungsstücke, Fahnen und vieles mehr. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit bot sich mir dann die Möglichkeit auch in ein anderes Archiv zu schnuppern: Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland. Weiterlesen →

Gott und die Welt: Start des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2016/17

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Jugendliche im Archiv bei der Arbeit für den Geschichtswettbewerb (Foto: Verband kirchlicher Archive / Jens Murken)

Heute beginnt der neue Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Er wird alle zwei Jahre von der Hamburger Körber-Stiftung ausgetragen. Sechs Monate haben Kinder und Jugendliche nunmehr Zeit, einen Beitrag zum Leitthema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ zu verfassen.

Der Verband kirchlicher Archive hat hierzu eine nützliche Materialsammlung erstellt. Darin finden sich Anregungen zur Themenfindung ebenso wie praktische Hilfestellungen für die Arbeit mit Unterlagen in einem Archiv. Schüler und Schülerinnen mit „rheinischen“ Themen werden sicherlich in ihrem örtlichen Kirchengemeindearchiv sowie bei uns im Archiv der EKiR fündig.