Über Uwe Hauth

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Buchversteck

Wenn man Bücher aus  Beständen für die Bibliothek des Archivs übernimmt und diese bevor man sie katalogisiert oder makulatiert, schaut  man in die Bücher rein um festzustellen ob sich darin interessante Einlagen befinden. Man kann dann Pflanzen, Kalenderblätter, Lesezeichen usw. finden. In dem Buch mit dem Titel „Verhandlungen der außerordentlichen Generalsynode der evangelischen Landeskirche in Preußen“ Berlin 1876,  war nicht besonders eingelegt, aber beim durchblättern bemerkte ich einen Schatten in der Mitte des Buches.

buchversteckEin näherer Blick zeigt, dass jemand knapp am Buchrücken eine Vertiefung durch mehrere Seiten gehend geschnitten hatte. Die Aussparung war ca. 2 cm tief, 8 cm lang und 3 cm breit. Einzige Erklärung, diese Vertiefung diente zur Aufbewahrung von Gegenständen, die vor Fremden geschützt werden sollten. Diese Aussparung war geeignet um zum Beispiel einen Schlüssel oder Geldscheine aufzunehmen. Da das Buch unauffällig eingebunden war und der Besitzer der Meinung war, das dieses Buch nicht interessant sei wurde es zu einem sehr sicheren Versteck. Denn nur der Eigentümer konnte wissen in welchem Buch was versteckt war, vielleicht eine Anregung wie man heute selber für wertvolle Dinge ein Versteck bauen kann.

Orgelmusik und Kirchenheizung

Schallplatte und Außencover

In unserem unverzeichneten Sammlungsgut fand ich eine Werbeschallplatte der Firma MAHR Heizung (Aachen). Diese Werbeschallplatten bezeichnet man auch als Schallfolie, da diese überwiegend aus dem Kunststoff Polyethylen bestehen und sehr biegsam und dünn waren. Zum Abspielen verwendete man eine normale Platte mit kleinem Mitteloch als Unterlage. Diese flexibleren Werbeschallplatten sind  nur einseitig bespielt. Um ein längeres Musikstück auf diese Schallplatte (Single, 17,5 cm Durchmesser) zu bekommen, wurde die Abspielgeschwindigkeit von normal 45 Umdrehungen pro Minute (Upm) auf 33 Upm verlangsamt. diese Geschwindigkeit war in der Regel für Langspielplatten vorgesehen (LP). Die meisten Schallplattenspieler hatten eine Umstelltaste, wo man unter den Geschwindigkeiten 78, 45 und 33 Upm wählen konnte. Der Kirchenmusiker Hans Hulverscheid spielt auf der Stahlhuth-Orgel der Evangelischen Anna-Kirche zu Aachen. Diese Orgel wurde 1958 errichtet. Die gespielten Sätze sind von dem Komponisten und Organisten Dietrich Buxtehude.

 

Innencover mit erläutertem Text

 

Anleitung zur Herstellung einer Kirchenfahne

KirchenfahneWas man beim Ordnen, Verzeichnen und Katalogisieren so alles finden kann! In einem großen Stoß alter  Zeitungen fand ich nebenstehendes Blatt. Trotz intensiver Suche war es mir nicht möglich festzustellen, wieso dieses Blatt in den Stoß alter Zeitungen kam und aus welcher Quelle es stammt. Also begann ich mich zu informieren, was es mit unserer Kirchenfahne auf sich hat. Ich fand heraus, dass die Kirchfahne ihren Ursprung in der Novemberrevolution 1918 hatte, als das Wilhelminische Kaiserreich und die Landesherrlichen Kirchenregimente ihrem Ende entgegen gingen. Nach dem Ende der Monarchie und dem Ausrufen der Weimarer Republik, entwickelte die evangelische Kirche eine eigene Fahne, die an den Gotteshäusern der Gemeinde zu besonderen Gottesdiensten aufgehangen wurde. Vorher wurde die Kaiserfahne an den Kirchen aufgehangen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde überwiegend nur die Nationalfahne (Hakenkreuzfahne) aufgehangen. Erst nach 1945 wurde dann die Fahne mit dem violetten Kreuz auf weißem Hintergrund als offizielle Fahne der Evangelischen Kirche an den Kirchen wieder aufgehangen.

Da auf dem Blatt keine Jahresangaben zu finden sind, es aber bekannt ist, dass die Sütterlinschrift in den 1920 Jahren begann die deutsche Kurrentschrift abzulösen und der Deutsche Evangelische Kirchenausschuss am 9. Dezember 1926 diese Fahne  zur Kirchenfahne des Deutschen Evangelischen Kirchenbunds erklärte, dürfte dieses Blatt Mitte der 1920er Jahre gedruckt worden sein. Dieses Blatt trägt den Titel „Anweisung für die Herstellung der Kirchenflagge“. Neben den Angaben zum Verhältnis des Kreuzes zu der gesamten Fläche der Fahne, findet sich auch der Hinweis, dass das violette Kreuz nicht aufzunähen, sondern aufzudrucken ist und welchem Farbton das Violett zu entsprechen hat.

Ausstellung zum Evangelischen Kirchentag 1965

Einband des Ausstellungskataloges

Einband des Ausstellungskataloges

153Aber warum gab es diese Ausstellung?

Die Lösung findet sich in den Texten des Begleitkataloges. Dort ist zu lesen, dass der Kirchentag in einem Gebiet stattfindet, das weder zur Diaspora noch zu einem Gebiet gehört, dem das gemeinsame Wirken der Konfessionen fremd ist. Die Ausstellung wünscht die Verbreitung und Wirkung reformatorischer Gedanken und Taten im Gebiet der früheren Rheinprovinz, also der heutigen Landeskirche. Die Ausstellung soll die 400jährige Geschichte dokumentieren. Die Vorbereitungen haben gezeigt, wie gering historische und künstlerische Dokumente oftmals gerade in evangelischen Kreisen in der Vergangenheit gewertet worden sind. Es soll mit dieser Ausstellung auch erreicht werden, das es ein breiteres Interesse an der Kirche, ihren Akten und kirchlichen Geräten gibt.

Der Ausstellungskatalog hat  214 Textseiten, die alle Ausstellungstücke erläutern und wird ergänzt durch 62 Bildseiten in schwarz/weiß, die verschiedene ausgewählte Exponate zeigen. Im Arbeitsausschuss hat Synodalassesor Pfarrer Friedrich Gerhard Vanderbosch mitgewirkt. Der Katalog enthält auch eine Literaturauswahl zur rheinischen Kirchengeschichte, ebenso ein Personen- und Ortsregister.

 

Interessante Lesezeichen

148In der Evangelischen Archivstelle Boppard, wird zurzeit die Dienstbibliothek neu katalogisierten und die neu hinzugekommen Bücher eingearbeitet.  Bei der Durchsicht der Bücher auf Beschädigungen oder fehlenden Seiten, stößt man immer wieder auf Lesezeichen aller Art. Neben eingelegten Blättern (offenbar zum trocknen) finden sich auch die bekannten Zeitungs- und Papierabrisse und Lesezeichen in rechteckiger Form. Die meisten Lesezeichen finden sich in Gesangbüchern, Bibeln und Erbauungsliteratur. Einige interessante und nicht alltägliche Lesezeichen sind in der Abbildung zusehen. Von den in Handarbeit hergestellten Lesezeichen ist das mit dem Schriftzug Jesus in Schattenform gut gemacht. Zwecks Größenvergleich ist ein Lineal beigefügt.

Die Kirche schweigt nicht! – Evangelische Pressedienst

Werbeblatt aus Bestand: AEKR Boppard; Vorderseite; 165 x 118 mm

Werbeblatt aus Bestand: AEKR Boppard; Vorderseite; 165 x 118 mm

Morde, Raubüberfälle, Ehebrüche, Erpressungen usw.

– Die Kirche schweigt nicht !

Ende der 40er Jahre  beginnt sich die Evangelische Kirche in Deutschland in Bezug auf das Medium Film neu auszurichten. 1948 wird Werner Heß zum ersten Filmbeauftragten der Evangelischen Kirche bestimmt. Im Rahmen der Fachpublizistik spielt seit 1949 der „Evangelische Filmbeobachter“ eine Rolle. „Mit dieser Zeitschrift etabliert die Kirche ein kulturkonservatives und von protestantisch-missionarischer Moral geprägtes Instrument, mit dem sie ihr Wächteramt wahrnehmen kann. Durch die Filmkommentare im Filmbeobachter sollen das Publikum zu einem Urteil befähigt und in letzter Konsequenz so erhofft man sich , mehr Qualität im Filmangebot erreicht werden (Dannowski, 1989).“ Als grundlegende Orientierung der Evangelischen Filmarbeit in den 50er Jahre kann man sagen: „Das Verhältnis zum Film kann auf der einen Seite als ein instrumentell-pädagogisches beschrieben werden. Man versucht das Potential des Films für religiöse Anliegen zu nutzen. Auf der anderen Seite sieht man sich dazu gezwungen, der moralischen Zersetzungskraft des Films bewahrpädagogisch zu begegnen (Hermann, 2001).“

Der  Evangelischen Film-Beobachter erscheint von 1948-1971 und war der Vorgänger der heutigen Zeitschrift epd Film – Zeitschrift des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik.

Werbeblatt aus Bestand: AEKR Boppard; Rückseite; 165 x 118 mm

Werbeblatt aus Bestand: AEKR Boppard; Rückseite; 165 x 118 mm

Nüchternheitsbewegung 1924

Mitteilungsblatt Ausstellung zur Bekämpfung des Alkoholismus, aus Bestand: Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Boppard;

Mitteilungsblatt Ausstellung zur Bekämpfung des Alkoholismus, aus Bestand: Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Boppard;

In dem Sammlungsgut der Evangelischen Archivstelle Boppard fand sich folgender Zettel, mit dem Hinweis auf die Ausstellung Volk und Alkohol. Der Text auf der Rückseite dieses unscheinbares Blattes ist interessant, denn dort steht:

 

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