Pfarrer-Grabstätten auf dem Golzheimer Friedhof in Düsseldorf (Teil 2)

Auf dem alten Golzheimer Friedhof in Düsseldorf steht ein Grabdenkmal, das dem Pfarrer und Konsistorial- und Schulrat Carl Heinrich Engelbert von Oven sowie seiner Frau und seiner Schwiegermutter gewidmet ist.

Grabstätte Carl Heinrich Engelbert von Oven (1795-1846) auf dem Golzheimer Friedhof, Düsseldorf

Wie Hermann Altgelt (siehe den Blogbeitrag Teil 1) ist von Oven nicht Gemeindepfarrer in Düsseldorf gewesen. Er wurde am 25.10.1795 in Gelsenkirchen, damals ein Dorf, als Sohn eines Landwirts und Kaufmanns und dessen Ehefrau geboren. 1813/14 und 1815 kämpfte er in den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Nach dem Abitur am Gymnasium in Hamm (Westfalen) und dem Studium in Göttingen, Halle und Berlin legte er 1819 und 1820 die beiden theologischen Examina in Münster ab. Wie nicht wenige andere Kandidaten der Theologie, nahm er nach dem Ersten Examen eine Hauslehrerstelle an: In dem Fabrikanten-Haushalt Brügelmann in Cromford bei Ratingen lernte er auch seine spätere Ehefrau Sophie Charlotte Brügelmann (1805-1875) kennen.

1821 nahm Oven seine erste Pfarrstelle in der lutherischen Kirchengemeinde Stiepel an der Ruhr an, wechselte jedoch bereits 1823 nach Wetter an der Ruhr. 1830 wurde er im Rheinland Pfarrer der Gemeinde Neuss. Auch hier amtierte er nur kurz, denn er wurde zum Konsistorialrat und Schulrat bei der Königlichen Regierung in Düsseldorf berufen und trat dieses Amt im Januar 1833 an.

Anders als bei Hermann Altgelt blieb von Oven nicht als Schulrat im Gedächtnis, sondern als Autor fundierter kirchengeschichtlicher Darstellungen über den evangelischen Gottesdienstkultus in den Herzogtümern Jülich, Berg, Kleve und Mark (1828), die Presbyterial- und Synodalverfassung in diesen Territorien (1829), die Herausgabe des abschließenden dritten Bandes der Reformationsgeschichte des nördlichen Rheinlands und Westfalens von Johann Arnold von Recklinghausen (1837) und einer Gesangbuchgeschichte der Region (1843). Basierend auf seinen Studien positionierte er sich im Agendenstreit mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm III. als Mitverfasser des „Entwurf einer Agende für den Synodalbereich der Grafschaft Mark“ (1829).

1840 wurde Oven vom preußischen König nobilitiert. Leider schreibt sein Sohn Karl in seiner Gedenkschrift für den Vater nichts darüber; diese Schrift enthält neben einer mehrseitigen Lebensbeschreibung eine Predigt und etliche Gedichte Engelbert von Ovens, der am 8. Januar 1846 nach kurzer schwerer Krankheit starb.

Inschrift für Carl Heinrich Engelbert von Oven

Das Grabdenkmal ist eine sechsseitige Stele im gotischen Stil. Im dritten Teil des Sockels stehen die Grabinschriften, in den Fensternischen des Aufsatzes Bibelverse. „Sei stille dem Herrn und warte auf ihn“ (Psalm 37, V. 7) steht über der Inschrift “ Carl Heinrich Engelbert von Oven, evang. Pfarrer und Consistorialrath, geb. in Gelsenkirchen d. 25. Oct. 1795, gest. d. 8. Januar 1846.“

Ehefrau Sophie Charlotte von Oven geb. Brügelmann

Rechts davon ist die Inschrift für seine Ehefrau „Sophie Charlotte von Oven, geb. Brügelmann, geb. zu Cromford 17. Mai 1805, gest. zu Potsdam 12. Dezember 1875.“ Aus der Ehe sind uns vier Kinder bekannt, der jüngste Sohn war beim Tod des Vaters erst 10 Jahre alt.

Schwiegermutter Sophie Brügelmann geb. Bredt

Links von Engelbert befindet sich die Inschrift für seine Schwiegermutter „Sophie Brügelmann geb. Bredt, geb. zu Barmen 10. Juli 1775, gest. zu Düsseldorf 11. Januar 1851.“

Archivalien zu Engelbert von Oven sind in unserem Archiv nicht vorhanden. Hier gilt das zu Altgelt Gesagte. Seine Berufung in die Pfarrstelle in Neuss ist ebenfalls aktenmäßig nicht überliefert, die örtlichen Akten unseres Archivbestandes 1OB 008 beginnen erst nach 1850. Von Ovens Veröffentlichungen sind großenteils in unserer Archivbibliothek vorhanden.

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