Synodalprotokolle als Quellen der regionalen und lokalen Kirchengeschichte

Sitzungsberichte der Convente der Reformierten Klever Classis von 1671 bis 1719, bearb. v. H. Kleinholz u. M. Knieriem

Sitzungsberichte der Convente der Reformierten Klever Classis von 1671 bis 1719, bearb. v. H. Kleinholz u. M. Knieriem

Protokolle wurden schon vor Jahrhunderten verfasst, um Verhandlungsergebnisse schriftlich festzuhalten. Meist wurden und werden diese zu Beginn der nächsten Zusammenkunft des Gremiums genehmigt und bilden so eine wichtige historische und rechtliche Quelle. Im kirchlichen Bereich sind Protokolle der Verhandlungen der Synoden oder der Sitzungen der Presbyterien und Konsistorien verbreitet.

Auch im Gebiet unserer rheinischen Kirche sind ganze Serien von Protokollen überliefert; diese beginnen teilweise bereits im späten 16. Jahrhundert. Eine größere Tradition zum Führen von Protokollen gab es im Bereich der reformierten Gemeinden oder deren Synoden.

Sitzungsberichte der Convente der Reformierten Klever Classis von 1671 bis 1719

 

So sind hier Niederschriften vieler Presbyterien (Konsistorien) der Gemeinden, den Klassen (das waren die Zusammenschlüsse der Gemeinden einer Region) und den Provinzialsynoden auf der Ebene der Territorien Berg, Jülich und Kleve überliefert. Als höchstes Gremium tagte die Generalsynode mit Deputierten der Provinzialsynoden.

Verhandelt wurden alle Fragen der Religionsausübung im Bereich der Verkündigung, Seelsorge, Finanzen, Kirchenzucht und Gravamina (Beschwerden). Auf der Ebene der Klassikalkonvente wurden auch junge Theologen nach Abschluss der Universitätsstudien geprüft und in den Pfarrdienst aufgenommen.

Schon vor mehr als 100 Jahren erkannten Vertreter der Kirchengeschichtsforschung den hohen Wert der Protokolle und begannen mit der Abschrift und Veröffentlichung. So edierte Eduard Simons 1909 die „Akten der Synoden und Quartierkonsistorien in Jülich, Cleve und Berg“ der Jahre 1570 bis 1610 und publizierte diese als „Synodalbuch“. Es folgten die Verhandlungen der Duisburger Klasse 1611-1649 und der Generalsynoden 1763-1793 zu Beginn der 1920er Jahre.

Nach einer langen Pause begann die Edition der Protokolle in größerem Umfang in den 1960er Jahren und führte bis heute dazu, dass die Verhandlungen der Ebenen oberhalb der Gemeinden zumeist bis 1700, für die Generalsynoden und die Bergische Synode bis ca. 1800 und für diejenige von Jülich bis 1740 vorliegen; für den Bereich der Gemeinden decken die Editionen insgesamt den Zeitraum 1572 bis 1807 ab. Kürzlich wurden die „Sitzungsberichte der Convente der Reformierten Klever Classis von 1671 bis 1719“, bearbeitet von Hermann Kleinholz und Michael Knieriem, in der Reihe der „Mitteilungen aus dem Schlossarchiv Diersfordt und vom Niederrhein“ als Beiheft 46 veröffentlicht.

Das Landeskirchliche Archiv führt ein Verzeichnis der publizierten Synodalprotokolle, die natürlich alle in der Bibliothek des Archivs vorhanden sind und dort auch entliehen werden können; diese sind im Katalog nachgewiesen. Das Verzeichnis im PDF-Format können Sie sich hier ansehen.

2 Gedanken zu “Synodalprotokolle als Quellen der regionalen und lokalen Kirchengeschichte

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    Pfarrerin Sabine Jordan-Schöler hat Interesse an den Sitzungsberichten der Convente der Reformierten Klever Classis von 1671 – 1719, welche im Kirchlichen Amtsblatt vom 15. Juli erwähnt werden.
    Können Sie mir bitte mitteilen, ob und wenn ja, wo man diese bestellen kann.

    Mit freundlichen Grüße
    Erika van Aken
    Gemeindebüro

  2. Die Publikation der oben genannten Sitzungsberichte (1671-1791) ist vom „Historischen Arbeitskreis Wesel“ herausgegeben worden. Sie können diese bei Herrn Hermann Kleinholz, Drosselstr. 13, 46487 Wesel, Tel. 0160 94647495, E-Mail: h.kleinholz@gmx.de oder bei der Buchhandlung Korn in Wesel beziehen.

    Mit freundliche Grüßen
    Tatjana Klein

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