Kochrezepte aus dem 18. Jh. – Teil III.

Nach Frikadellen und Zuckererbsen wechseln wir diese Woche wieder zu einer Nachspeise, nämlich zu einem Backrezept.

Diesmal geht es beim Rezept um einen roten Kuchen, was – vom Namen zumindest her – doch schon mal zu der Weihnachtszeit passt.

Koch- und Backrezepte 18. Jh., Bestand: AEKR, 4KG 005(Evangelische Kirchengemeinde Düsseldorf – Bestand Düsseldorf I), 296

roten Kuchen
1 1/2 Pfund weitzen Mehl
10 Eyer ein wenig Muscaten blum und ein wenig Zimment hernechst
Zucker Mit Zitron abgerieben, ein Schoppen Milch, 3 Guter Stich
botter Geschmoltzen
und ¼  Pfund gestossen Mandlen lösselger Hessey
Die botter muß geschmoltzen und abgerührt werden bis sie dick
wird, die Eyer müssen apart gantzs zu Schaum gerührt werden
und alsdann in die botter, demnach s vill Mehl darin gestreut
als man naß bekommen kan alsdann die Milch law warm
dazu geschüt
alsdann die Mandlen drin dieses miteinander
brast geklopst wie länger es gerührt wird wie bässer es wird
alsdann die Mandlen drin, und Zelest wann man es in
die form thun will die blum Zimmet Zitron Zucker et
heffen drin gerührt, die form mit botter bestreichen und
mit Zweyback bestreüt und langsam lassen aus
gehen bis die form voll ist und dann im backoven
oder sonst mit Kohlen gebacken
„.

Ich bin am Wochenende fleißig gewesen und habe auch dieses Rezept nach gebacken.

Roter Kuchen

Eins vorweg: ich bin (sofern das hier nicht schon aufgefallen ist) nicht die versierteste Hobbyköchin und -bäckerin. Ich habe auch mit Hefegebäck nicht wirklich Erfahrung und war, nach eingezogener Meinung, wohl zu sparsam mit der Hefe. Folglich ist der Kuchen nicht wirklich aufgegangen. Das hätte er wohl tun sollen. Das Rezept selbst bzw. das Backen an sich empfand ich nicht weiter schwierig. Der Kuchen hätte für meinen Geschmack ruhig etwas süßer sein können (mir ist nur leider der Zucker ausgegangen). Nutella, Marmelade oder gesüßte Kondensmilch machen das Ganze aber wieder wett!

Liebe Leser, machen Sie sich doch einfach selbst ein Bild und backen den Kuchen nach! Über Anregungen und Feedback freue ich mich besonders.

Ps: nächste Woche wird es traditionell!

Ein Gedanke zu „Kochrezepte aus dem 18. Jh. – Teil III.

  1. Hallo, die Menge der Hefe sollte bei gutem Gebäck oder Broten gar nicht hoch sein. Es geht um die Gehzeit. Früher haben sich auch Bäcker mehr Zeit gelassen. Heute erhöht man privat die Hefemenge und Bäcker geben andere Sachen dazu… Finde die Rezepte interessant und glaube auch meine Rezeptsammlung würde nicht jeder lesen können. Die eine oder andere, für mich logische Sache, lasse ich auch oft weg 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.