Nachrufe auf Rheinische Pfarrer im „Neuen Nekrolog der Deutschen“ (1823-1852)

Der Neue Nekrolog der Deutschen ist ein biographisches Nachschlagewerk, das in 30 Bänden und 3 Registerbänden erschien. Neben tausenden kurzen Sterbenotizen enthalten die Bände auch zahlreiche mehrseitige Nachrufe. Aus diesem Fundus haben wir die im Rheinland tätigen evangelischen Geistlichen herausgefiltert und in unserer Rubrik „Quellentexte zur Rheinischen Kirchengeschichte“ zusammengestellt.

Im Einzelnen sind es:

Christian Gottlieb Bruch (1772-1836); Johann Matthias Daniel Ludwig Deegen (1773-1831); Karl August Döring (1783-1844); Peter Heinrich Grünewald (1758-1835); Gottfried Daniel Krummacher (1774-1835); Johann Abraham Küpper (1779-1850); Johannes Löh (1752-1841); Carl Ludwig Pithan (1765-1832); Johann Heinrich Richter (1800-1847); Maximilian Friedrich Scheibler (1759-1840); Karl Christian Schreiner (1771-1837); Johann Friedrich Wilhelm Spener (1766-1832)

Die komplette Serie des Neuen Nekrologs liegt auch digitalisiert im Netz vor. Der Mehrwert dieser Transkriptionen liegt jetzt zum einen in der leichteren Lesbarkeit gegenüber den Fraktur-JPGs, vor allem aber auch in der regionalen Fokussierung auf die dort enthaltenen rheinischen Theologen. Einige von ihnen entstammen bekannten Pfarrerdynastien (Krummacher, Scheibler oder Spener).

Trotz der streng beachteten Konventionen dieser literarischen Gattung kommen die wesentlichen individuellen Charakterzüge dieser Theologen deutlich zum Ausdruck, zumindest wenn man zwischen den Zeilen liest. Für die Mentalitätsgeschichte des rheinischen Protestantismus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bilden die Nachrufe somit eine wertvolle Quelle.

Nicht alle Facetten dieser Persönlichkeiten konnten freilich im Neuen Nekrolog angeschnitten werden. So erschloss sich mir im Fall des Kölner Pfarrers und Konsistorialrats Christian Gottlieb Bruch (Großvater des Komponisten Max Bruch) nur durch eine zufällige Lesefrucht, dass dieser auch als Ökonom der Olympischen Gesellschaft zu Köln fungierte. In einem Brief Eberhard von Grootes aus dem Jahr 1816 bittet dieser einen Freund darum, „den Prediger Bruch … zu ersuchen, daß er die Besorgung unseres Punschs, u. allenfalls einiger Butterbrote etc. quod juris, übernehmen möge. Er wird dir das durchaus nicht abschlagen, denn er befaßt sich gewöhnlich damit.“

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