Neues Findbuch online: Nachlass des Stadtsuperintendenten Werner Krause (1916-2006)

Stadtsuperintendent Werner Krause – Foto: Hans Lachmann

Das Findbuch zum Nachlass des Stadtsuperintendenten Werner Krause 7NL 135 ist nun auf der Website des Archivs der Ev. Kirche im Rheinland online aufrufbar.

Ganze 26 Jahre lang – nämlich von 1959 bis 1985 – versah Werner Krause engagiert seinen Dienst als Pfarrer in der Johanneskirchengemeinde in Düsseldorf. In dieser Zeit baute er ein enges Vertrauensverhältnis zu seinen Gemeindemitgliedern auf. Dass dieses auch viele Jahre nach seinem Ruhestand hielt, bezeugen zahlreiche Korrespondenzen in diesem Bestand.

Werner Krause selber war kein gebürtiger Rheinländer. Am 28. Dezember 1916 in Krangen im Kreis Preußisch Stargard geboren, verbrachte er Kindheit und Jugend in Lauenburg in Hinterpommern. Dort besuchte er von 1923 an zuerst die Volksschule und wechselte 1927 an das Humanistische Gymnasium. Dabei zeichnete sich beim jungen Krause schon früh eine Begabung für Sprachen ab und spiegelte sich dementsprechend in guten Noten wider.

Nach Erwarb des Reifezeugnisses begann er im selber Jahr zum Wintersemester 1936 das Studium der Theologie in Greifswald. Der Student Krause wurde in seiner Jugend stark vom ev.-luth. Bekenntnis geprägt und trat in seinem 3. Semester auch der Bekennenden Kirche bei, vor deren Prüfungskommission er 1940 sein 1. Theologisches Examen in Stettin ablegte.

Die Einberufung zur Wehrmacht, Krieg und Gefangenschaft setzten eine Zäsur in sein Vikariat bei Pastor Dr. Gehlhoff in Lupow, sodass er seinen Wunsch, das Vikariat schnellstmöglich abzuschließen, erst 1950 – vorerst in Hessen aber – weiterverfolgen konnte. Im selber Jahr wechselte er noch nach Wupptertal-Barmen, wo er das Lehrvikariat bei Pfarrer Dr. Obendiek antrat.

Der Ev. Kirche im Rheinland blieb Werner Krause fortan treu. Es folgten das 2. Theologische Examen und die Ordination in der ev. Paulus-Kirche zu Unterbarmen (1951), Stationen als Hilfsprediger in Wuppertal-Barmen, als Studentenpfarrer an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, die Promotion 1953 zum Doktor der Theologie in Münster, Pfarrtätigkeit in Köln-Mühlheim (1953) und schließlich das Pfarramt für die Johanneskirchengemeinde in Düsseldorf

Im Herbst 1980 wurde er zudem zum Superintendenten für Düsseldorf-Nord und kurze Zeit später auch zum Stadtsuperintendenten gewählt. (Der Stadtsuperintendent war Vorsitzender und Leiter des Kirchenkreisverbandes für die drei Stadtsynoden Düsseldorf -Nord, -Süd und -Ost, welcher namentlich in repräsentativer Funktion gegenüber der Öffentlichkeit und anderer Glaubensgemeinschaften auftrat.) Darüber hinaus war der arbeitsame und energische Krause als Mitglied in zahlreichen Vorständen und gemeinnützigen Vereinen aktiv.

Der Bestand 7NL 135 ist auf den ersten Blick ein „klassischer Pfarrernachlass“. D.h. es finden sich umfangreiche Unterlagen zu seinem Werdegang, seinen Stationen als Pfarrer, seinen vielzähligen Predigten oder seinen Vorträgen und Aufzeichnung zu kirchlichen, theologischen und zeitgenössischen Themen. Besonders wird der Bestand aber vor allem durch die vielen (auto)biographischen Materialen, die sehr persönliche Einblicke in seine Denk- und Gefühlswelt erlauben. Dazu zählen u.a. der private Schriftverkehr, Tagebücher, Memoiren, Exzerpte.

Mit diesem Nachlass liegt schließlich ein Bestand mit zahlreichen Zeugnissen vor, die Werner Krause dem Leser nicht nur als Mensch sehr nahe kommen lassen, sondern ihn auch als wichtigen Zeitzeugen des umbruchgeprägten 20. Jahrhunderts ausweisen.

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