Werbung für die Anschauungstafel „Das Kirchenjahr“

Sichtungsarbeiten der unverzeichneten Sammlung K.W. Schmidt

Das Kirchenjahr, Anschauungstafel und ihre Verwendung im Unterricht, aus Bestand: AEKR Boppard Sammlung K.W. Schmidt (unverzeichnet)

Bestand: AEKR Boppard Sammlung K.W. Schmidt (unverzeichnet)

Das abgebildete Werbeblatt (DIN A5) zeigt eine Anschauungstafel des Kirchenjahres und empfiehlt ihre Anwendung im Unterricht (Rückseite).

Das evangelische Kirchenjahr beginnt wie das katholische mit der ersten Vesper zum ersten Adventssonntag und endet am Samstag vor dem ersten Advent. Es teilt die Hauptfeste und zugehörigen Festzeiten sowie einige Sonderfeste, vor allem Neujahr und Erntedank.

 


Advent und Passionszeit sind auch hier eine Buß- und Fastenzeit, die der Vorbereitung auf das jeweilige Hauptfest dient. Der 4. Advent kann auf den 24. Dezember fallen, da dieser erst mit der Christvesper (1. Vesper) zur eigentlichen Weihnachtszeit gehört; der Heiligabend ist der Vorabend des Christfestes. Der zweite Christtag am 26. Dezember wird als Nachfeiern von Weihnachten und auch als Gedenken an den Erzmärtyrer Stephanus begangen. Der Neujahrstag wird als Tag der Namensgebung und Beschneidung Jesu gefeiert und bildet zugleich das Ende der Weihnachtsoktav. Die Weihnachtszeit endet mit Epiphanias am 6. Januar.

Abhängig vom Ostertermin umfasst die Zeit nach Epiphanias mindestens einen und höchstens sechs Sonntage; beim frühestmöglichem Ostertermin bleibt nur ein Zwischensonntag, der dann „Letzter Sonntag nach Epiphanias“ heißt. Dieser obligatorisch gefeierte Sonntag beinhaltet das Fest der Verklärung Christi und verdrängt anders als die anderen Sonntage nach Epiphanias auch das Proprium des Festes der Darstellung des Herren (Lichtmess).

Die vier Adventssonntage und die Sonntage nach dem Fest der Verklärung Christi bis Palmarum und nach Ostern tragen traditionelle Namen.

Die heutige evangelische Ordnung des Kirchenjahres in Deutschland findet man in den Agenden und zugehörigen Perikopenordnungen.  Die Texte für Bibellesungen und Predigten können daraus entnommen werden. Sie entspricht weithin der von den Reformatoren vorgefundenen frühmittelalterlichen Ordnung, die im 19. Jahrhundert durch zusätzliche Predigttexte ergänzt und durch die Eisenacher Kirchenkonferenz 1896 vereinheitlicht wurde. Die letzte umfassende Revision wurde in den 1970er Jahren vollzogen.

Literaturhinweis: Evangelisches Kirchenlexikon; 2. Band  G-K; Vandenhoeck & Ruprecht; ISBN 3-525-50132-3

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