Anleitung zur Herstellung einer Kirchenfahne

KirchenfahneWas man beim Ordnen, Verzeichnen und Katalogisieren so alles finden kann! In einem großen Stoß alter  Zeitungen fand ich nebenstehendes Blatt. Trotz intensiver Suche war es mir nicht möglich festzustellen, wieso dieses Blatt in den Stoß alter Zeitungen kam und aus welcher Quelle es stammt. Also begann ich mich zu informieren, was es mit unserer Kirchenfahne auf sich hat. Ich fand heraus, dass die Kirchfahne ihren Ursprung in der Novemberrevolution 1918 hatte, als das Wilhelminische Kaiserreich und die Landesherrlichen Kirchenregimente ihrem Ende entgegen gingen. Nach dem Ende der Monarchie und dem Ausrufen der Weimarer Republik, entwickelte die evangelische Kirche eine eigene Fahne, die an den Gotteshäusern der Gemeinde zu besonderen Gottesdiensten aufgehangen wurde. Vorher wurde die Kaiserfahne an den Kirchen aufgehangen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde überwiegend nur die Nationalfahne (Hakenkreuzfahne) aufgehangen. Erst nach 1945 wurde dann die Fahne mit dem violetten Kreuz auf weißem Hintergrund als offizielle Fahne der Evangelischen Kirche an den Kirchen wieder aufgehangen.

Da auf dem Blatt keine Jahresangaben zu finden sind, es aber bekannt ist, dass die Sütterlinschrift in den 1920 Jahren begann die deutsche Kurrentschrift abzulösen und der Deutsche Evangelische Kirchenausschuss am 9. Dezember 1926 diese Fahne  zur Kirchenfahne des Deutschen Evangelischen Kirchenbunds erklärte, dürfte dieses Blatt Mitte der 1920er Jahre gedruckt worden sein. Dieses Blatt trägt den Titel „Anweisung für die Herstellung der Kirchenflagge“. Neben den Angaben zum Verhältnis des Kreuzes zu der gesamten Fläche der Fahne, findet sich auch der Hinweis, dass das violette Kreuz nicht aufzunähen, sondern aufzudrucken ist und welchem Farbton das Violett zu entsprechen hat.

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