Luther als Mönch – Ein Gemälde Karl Bauers

Lutherbild Original Pastellzeichnung von Karl Bauer

Lutherbild Original Pastellzeichnung von Karl Bauer, AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv)

Martin Luther und das Rheinland – das war (und ist bis heute) keine innige Beziehung. Nur einmal weilte Luther in der Region, und zwar 1512 in Köln bei einer Zusammenkunft seines Augustiner-Eremitenordens. Noch Jahrzehnte später spottete er über den dortigen schlechten Wein, der „ihm bis in die Fingerspitzen gegangen war.“ Dennoch findet sich das Luther-Portrait eines renommierten Malers im Fundus unseres Archivs. Eine Woche vor dem Reformationstag soll der Frage nachgegangen sein, wie es dazu kam.
Karl Bauer (1868-1942) lebte seit 1896 in München. Früh spezialisierte er sich auf Portraits bedeutender Persönlichkeiten, die in den „vaterländischen Büchern“ des Kaiserreichs und der Weimarer Republik vielfach zum Abdruck kamen. Einen Ruf als Koryphäe erwarb er sich aber vor allem als Maler Luthers, dessen Physiognomie er mittels einer Kopie der Totenmaske untersucht hatte.

1925 hatte die Rheinische Provinzialkirche das Haus Preyer in Rengsdorf als Freizeithaus und Pastoralkolleg erworben. 1929 wurde für die Innenausstattung das Bild „Luther als Mönch“ erworben. Ein weiteres Gemälde dort zeigte Luthers Zeitgenossen, den Kölner Erzbischof Hermann von Wied. Im gleichen Jahr erreichte Julius Disselhoff, der Leiter der Kaiserswerther Diakonissenanstalt, mit seinem Bestseller „Martin Luther in Wort und Bild für Alt und Jung“ die Millionengrenze an Auflage. Illustriert wurde das Buch wiederum von Karl Bauer, der hier gewissermaßen die deutsch-nationale Variante wählte, bei der Luthers Kragen sehr an die Fahne des Kaiserreiches bis 1918 erinnerte.

Dr. Martin Luther in Wort und bild für Alt und Jung von D. Julius Disselhoff, Abgedrucktes Originalgemälde von Prof. Karl Bauer; aus Bestand: AEKR Bibliothek, Sig.-Nr. BL15 82;

Dr. Martin Luther in Wort und Bild für Alt und Jung von D. Julius Disselhoff, Abgedrucktes Originalgemälde von Prof. Karl Bauer; aus Bestand: AEKR Bibliothek, Sig.-Nr. BL15 082;

Nach der Aufgabe der Rengsdorfer Immobilie und dem Umzug des Pastoralkollegs nach Wuppertal 2004 gelangte das Bauer-Gemälde über die Kirchengemeinde an das Archiv der EKiR. 2017 wird es bei der nationalen Sonderausstellung anlässlich des Reformationsjubiläums in Wittenberg zu sehen sein.

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