Nüchternheitsbewegung 1924

Mitteilungsblatt Ausstellung zur Bekämpfung des Alkoholismus, aus Bestand: Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Boppard;

Mitteilungsblatt Ausstellung zur Bekämpfung des Alkoholismus, aus Bestand: Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Boppard;

In dem Sammlungsgut der Evangelischen Archivstelle Boppard fand sich folgender Zettel, mit dem Hinweis auf die Ausstellung Volk und Alkohol. Der Text auf der Rückseite dieses unscheinbares Blattes ist interessant, denn dort steht:

 

 

Das „Mitteilungsblatt“, das Organ der Freien Gewerkschaft von Düsseldorf, schreibt über die Ausstellung „Volk und Alkohol“ folgendes:

„Die Ausstellung zur Bekämpfung des Alkoholismus im Ev. Gemeindehause Flügelstraße 21 (Oberbilk) kann allen Kreisen der Bevölkerung nicht dringend genug zum Besuch empfohlen werden. Tagtäglich von morgens bis zum späten Nachmittag finden Führungen für Volksschulen, höhere Schulen und Berufsschulen statt. Das von der Ausstellung gebotene Material über Schäden des Alkohols ruft einen überaus tiefen Eindruck bei allen Besuchern hervor. Alles was Wissenschaft und Erfahrung über die Wirkung des Alkohols weiß, wird in übersichtlichen, zum Teil mit Bildern ausgestatteten Tabellen anschaulich gemacht. Besonderes Interesse wecken die recht eindrucksvollen Aufklärungstafeln der amerikanischen Nüchternheitsbewegung. Es ist überhaupt interessant, aus dem Dargebotenen die Nüchternheitsarbeit in den verschiedenen Ländern, z. B. Norwegen, Schweden, Frankreich, Belgien, Holland, Tschechoslowakei, Ungarn usw., kennen zu lernen. Man fühlt, wie auch in der heutigen Zeit des Niederganges ein starker sittlicher Wille durch die Völker geht. Daß es um die Zukunft der Völker und der Menschheit geht, zeigen die erschütternden Tatsachen über Alkohol und Familie. Nachkommenschaft, Vererbung usw. Man versteht das Wort einer Besucherin der Ausstellung: „Man wird furchtbar ernst, wenn man durch die Ausstellung geht.“ Bei der Jugend finden besonderen Anklang die zahlreichen Bilder, die neben erschütterndem Ernst auch heilenden Spott zur Geltung kommen lassen. Alles in allem, jeder, dem es ernst ist um das Glück und die Zukunft unseres Volkes, muß diese Ausstellung besuchen. Das „Evangl. Sonntagsblatt“, das Organ der evangel. Gemeinden Düsseldorfs, nennt die Ausstellung „eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges“, die für jedermann, der sich für die Zukunft seines Volkes verantwortlich fühlt, von höchstem Interesse sein muß.“ Die Ausstellung ist geöffnet bis Freitag, den 31. Oktober.

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