Zeitschriftenbestand des Archivs wird in der Zeitschriftendatenbank “ZDB” erschlossen

Das Archiv verfügt in seiner Dienstbibliothek über einen umfangreichen Bestand an Zeitungen, Zeitschriften, Serien und Jahrbüchern, die einem Zeitraum von mehr als 200 Jahren entstammen:

Zeitschriftenbestand des Archivs wird in der Zeitschriftendatenbank “ZDB” erschlossen. Die Recherche ist über den Katalog der Archivbibliothek möglich. http://www.archiv-ekir.de/

Bei den Zeitungen handelt es sich z.B. um Sonntagsblätter wie “Der Weg“, der die Gemeindeglieder von 1946 bis 2003 begleitet hat, seinen Vorgänger “Sonntagsgruß” (1921-1941) oder lokale Zeitungen wie “Kirchlicher Anzeiger der Ev. Gemeinde zu Düsseldorf” (ab 1857, später “Düsseldorfer Sonntagsblatt”, bis 1941).
Zu den Zeitschriften zählen z.B. “Frauenhilfe. Monatsblatt für kirchliche Frauen-Gemeindearbeit” (vorhanden ab 1906-1941), die “Monatsschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst” (1896-1941) oder “Rheinweiber. feministisch, engagiert, selbstbewusst, religiös” des damaligen Frauenreferats der Evangelischen Kirche im Rheinland (1898-2012).
Serien sind beispielsweise die Protokolle der rheinischen Provinzialsynoden (1835-1934, 1946), der Landessynoden (ab 1948) oder der verschiedenen Kreisssynoden (ab ca. 1820 handschriftlich, ab ca. 1850 gedruckt).
Jahrbücher gibt es in unserer Bibliothek im kirchlichen Bereich, wie das “Kirchliche Jahrbuch” (ab 1900, mit seinem Vorgänger “Theologisches Jahrbuch”, seit 1875), aber vor allem auch als Jahrbücher zur Geschichte von Landeskirchen (z.B. “Jahrbuch für Ev. Kirchengeschichte des Rheinlands“, mit Vorgängertiteln seit 1907), Regionen (z.B. “Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend“, ab 1956) oder Orten (z.B. “Essener Beiträge”, ab 1881).

Die Zeitschriftenbestände sind fast vollständig im Katalog unserer Bibliothek erschlossen. Neuerdings haben wir damit begonnen, unsere oben beschriebenen Bestände in der “Zeitschriftendatenbank (ZDB)” nachzuweisen. Diese ist die zentrale Rechercheplattform für Periodika in Deutschland und Österreich mit ca. 3.700 teilnehmenden Bibliotheken, 1.8 Mio. Titeln und 15 Mio. Besitznachweisen. Aus organisatorischen Gründen werden zunächst die Periodika erfasst, bei denen ohnehin Zugänge zu bearbeiten sind. Die Kollegen unserer Archivstelle in Boppard haben das für den dortigen Zeitschriftenbestand bereits weitgehend abschließen können.

Aktueller Sachstand beim Archivportal NRW

Warten auf Godot oder Prinzip Hoffnung? Irgendwo zwischen Samuel Beckett und Ernst Bloch bewegt sich die Erwartungshaltung aller Archive in Nordrhein-Westfalen, die auf den Relaunch des Portals archive.nrw.de warten. Dieser wird sich nach der jüngsten Mitteilung der Projektgruppe weiter verzögern.

Dies ist umso bedauerlicher, als das Portal ja als Aggregator für die Weiterleitung von Daten an das Archivportal-D und im Archivportal Europa dienen soll. Einen vollständigen Überblick über alle Findmittel des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland zumindest im PDF-Format bietet daher z. Zt. nur die Homepage des Archivs.

Das Findbuch zur Plakatsammlung ist jetzt online!

Die Verzeichnungsarbeiten an der Plakatsammlung der EKiR sind abgeschlossen. Im neuen Findbuch kann jetzt online recherchiert werden.
Es ist bereits die zweite Schicht von Plakaten, die jetzt erfasst worden ist.  Der erste Teil, bereits ca. 1300 Motive, wurde im Jahr 2012 verzeichnet.
Den Kern der Sammlung, insgesamt ca. 800 Stücke, bildete dabei die Sammlung des Düsseldorfer Grafikers Heinrich Brandt, der sie bereits in den 1980er Jahren an das landeskirchliche Archiv abgegeben hatte: Eine bunte Mischung aus selbst gestalteten und gesammelten Plakaten aus seinem beruflichen Umfeld. Ergänzt wird die Sammlung Brandts durch die eigene Sammlung des Archivs der EKiR.

Plakat für die Volkssammlung der Inneren Mission, ca. 1920, 8SL 049 (Plakatsammlung), Nr. 1222

2016 war es an der Zeit für eine nächste Verzeichnungsschicht. Weiterlesen

Die Quellen schweigen zum Tod der Tochter Maria (“Mulla”) des Düsseldorfer Pfarrers Samuel Keller

Hier soll von einem Beispiel dafür berichtet werden, dass sich Berichte in autobiographischen Darstellungen nicht immer in den Quellen wiederfinden: Von 1892 bis 1898 amtierte in der fünften Pfarrstelle der Evangelischen Gemeinde Düsseldorf Pfarrer Samuel Keller. Er wurde 1856 in St. Petersburg als Sohn eines aus der Schweiz zugewanderten Waisenhausvaters und Lehrers geboren.

Keller, Samuel, Pfarrer in Düsseldorf; aus Bestand: AEKR Bibliothek BK3005

Keller, Samuel, Pfarrer in Düsseldorf; aus Bestand: AEKR Bibliothek BK3005

Seine ersten Pfarrstellen hatte Samuel Keller in Grunau (Russland, 1880-1884) und Neusatz auf der Krim (1884-1891) inne, wo er die deutschen Kolonisten als Seelsorger betreute. Da seine Arbeit “eine ungewöhnlich dichte Frucht” brachte, “wurde er ‘oben’ unliebsam, und wenn er nicht ostwärts, d.h., nach Sibirien, verschwinden wollte, mußte er sich westwärts wenden.”, so Oskar Brüssau, S. 37.

Samuel Keller und seiner Frau Elisabeth Wilhelmine geb. Clever wurden vier Kinder geboren, Hans (1881), Margarete (“Grete”, 1882), Maria (“Mulla”, 1884) und als Nachzüglerin in Düsseldorf Elisabeth (“Lia”, 1897). Keller erwähnt diese in seiner Autobiographie “Aus meinem Leben“, die in zwei Bänden 1917 und 1922 erschien. Drei der Kinder sind auch in “Wer ist’s“, V. Ausgabe 1911, auf Seite 708 aufgeführt. Maria fehlt – und damit sind wir beim Kern dieses Beitrages. Weiterlesen

Archivstelle Boppard eröffnet Digitalen Lesesaal

Der Eingangsbildschirm des neuen Angebots "Digitaler Lesesaal"

Der Eingangsbildschirm des neuen Angebots “Digitaler Lesesaal”

Am  5. März 2016, dem bundesweiten Tag der Archive, hat die Archivstelle Boppard des Archivs  der Evangelischen Kirche im Rheinaland ihr neues Angebot „Digitaler Lesesaal“ eröffnet. Die ersten 190 der über 6000 rheinischen Kirchenbücher im Bopparder Archivmagazin sind nun an modernen PC-Arbeitsplätzen digital einsehbar.

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Familienforschung im digitalen Lesesaal – Einführung in das Online-Kirchenbuchportal

Familienforschung am Computer: Der Digitale Lesesaal der Evangelischen Archivstelle Boppard wird am 5. März eröffnet.

Familienforschung am Computer: Der Digitale Lesesaal der Evangelischen Archivstelle Boppard wird am 5. März eröffnet.

Zum bundesweiten „Tag der Archive“ am Samstag, 5. März 2016, öffnet auch die Evangelische Archivstelle Boppard ihre Pforten und gewährt zwischen 10 und 16 Uhr allen Interessierten einen Einblick hinter die Kulissen und in das sonst sorgsam verschlossene Magazin des Archivs. Als besonderer Leckerbissen für alle Familienforscher wird um 11 Uhr das neue Angebot „Digitaler Lesesaal“ eröffnet. Die historischen Kirchenbücher, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen und aus konservatorischen Gründen nur in Ausnahmefällen als Original vorgelegt werden, sind ab diesem Tag an PC-Terminals einsehbar. Weiterlesen

Erstellung von Familienbüchern – Dienstleistung für die genealogische Forschung

Regelmäßig zweimal pro Woche betritt Michael Frauenberger mit Bleistift und Schreibblock bewaffnet den Lesesaal der Archivstelle Boppard. Er nimmt die ältesten, bis in die 1570er Jahre zurück reichenden Kirchenbücher der Gemeinden Bacharach und Steeg in Empfang – dann folgen drei Stunden intensivster konzentrierter Arbeit.

Dr. Michael Frauenberger bei der Kirchenbuchauswertung im Lesesaal der Evangelischen Archivstelle Boppard

Dr. Michael Frauenberger bei der Kirchenbuchauswertung im Lesesaal der Evangelischen Archivstelle Boppard

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Das neue Findbuch der Ev. Gemeinde Düsseldorf ist jetzt online!

Neanderkirche Lachmann

Ev. Neanderkirche in Düsseldorf (Fotosammlung Hans Lachmann), Bauakten der Neanderkirche: 4KG 005, Nr.217-230 u. 545

Der Aktenbestand der im Jahr 1948 aufgelösten Ev. Großgemeinde Düsseldorf, der eine Gesamtlaufzeit von fast 400 Jahren hat, hat bewegte Zeiten hinter sich.

Durch deren Vereinigung im Jahr 1824 flossen die Akten von zwei über mehr als zweihundert Jahre getrennten Gemeinden, nämlich der Lutherischen und der Reformierten Gemeinde, zu einem Gemeindebestand zusammen. Dieser wurde bereits gute zehn Jahre später erstmals von Pfarrer Heinrich Wilhelm Budde erfasst. Das von ihm in den Jahren 1837 erstellte Repertorium bezeichnete Landeskirchenarchivar Walter Schmidt bei seinen Verzeichnungsarbeiten im Jahr 1951 als „wenig brauchbar“, da die Bestände einfach ungeordnet und ohne Rücksicht auf chronologische Abfolgen in eine feste Heftung gebracht worden waren. Trotz aller Mängel der Verzeichnung hat dieser Altbestand der Ev. Gemeinde Düsseldorf  – im Gegensatz zu der überwiegenden Masse des jüngeren Schriftguts – den Krieg weitgehend überstanden und bildet nun einen bedeutenden Fundus auch für stadtgeschichtliche Forschungen, da die Überlieferungen der Stadt Düsseldorf vor 1800 verhältnismäßig gering ist.
Zur besseren Nutzbarkeit sah sich Schmidt im Jahr 1951 genötigt, die Konvolute aufzulösen und völlig neu zu ordnen. Herausgekommen ist ein ausführliches, informatives Findbuch: der Bestand Düsseldorf I. Weiterlesen

Die Poensgen-Familie: 86 cm vom Pfarrer zum Industriellen

aus Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgeb, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

aus Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgen, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

Es ist gar nicht so selten, dass Pfarrer aus Industriellenfamilien entstammen. Bei der Arbeit an dem Handbuch der Pfarrerinnen und Pfarrer der rheinischen Landeskirche stieß ich beim Buchstaben “P” auf den mir hier in Düsseldorf wohlbekannten Namen Poensgen. Es gab drei rheinische Pfarrer dieses Namens, und in dem Nachschlagewerk “Neue deutsche Biographie” (NDB), Band 20, stehen ebenfalls drei Namensträger mit eigenen Artikeln. Und da befindet man sich schon mittendrin in der o.g. Beziehung, denn der in NDB-Artikel Nr. 2 beschriebene Albert Poensgen (1818-1880), Röhrenfabrikant zunächst in der Eifel und später in Düsseldorf, ist der Bruder des Pfarrers Eduard Poensgen (1808-1851). Der Vater der beiden, Daniel Giesbert Poensgen, war Flanellfabrikant in Kirschseiffen in der Eifel.

Porträt der Pfarrer Eduard Poensgen und Ernst Poensgen, aus: Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgen, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

Porträt der Pfarrer Eduard Poensgen und Ernst Poensgen, aus: Publikation „Die Geschichte der Familie Poensgen“ Teil 2, Bearb. Pfarrer E. Poensgen, Düsseldorf 1908; Bestand Universitätsbibliothek Heidelberg B 446-288;

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