Die Kirche, die Frauen und die Politik im Wahlkampf 1919

Wahlaufruf1919Die Wahlen zur Nationalversammlung im Jahr 1919 stellten eine doppelte historische Zäsur dar. Erstmals fand in Deutschland eine Wahl unter republikanischen Vorzeichen statt, und erstmals durften auch Frauen wählen. Auch die evangelische Kirche musste sich auf diese neuen Rahmenbedingungen einstellen. Weiterlesen

Mitgliedskarte des Hilfsvereins für Geisteskranke

Größe der Mitgliedskarte 157x112 cm

Größe der Mitgliedskarte 157 x 112 cm

In der Sammlung der Evangelischen Archivstelle in Boppard findet sich vom Hilfsverein für Geisteskranke eine Mitgliedskarte. Dieser Hilfsverein wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet um die Heileinrichtungen für Geisteskranke in der Rheinprovinz finanziell zu unterstützen. Die Rheinische Provinzial-Heilstätte Fichtenhain bei Krefeld gab jährlich einen Jahresbericht heraus. Diese Akten finden sich im Bestand des Evangelischen Konsistoriums der Rheinprovinz unter der Signatur: 1 OB 002. Weitere Jahresberichte des Hilfsvereins für Geisteskranke in der Rheinprovinz mit der Laufzeit von 1908-1913 sind im Landesarchiv Baden-Württemberg online unter der Signatur Q 3/4 I Bü 53 überliefert. Und im Archiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe findet sich unter 08.04 Nachlässe, 926 Dr. Hermann Simon die Mitgliederwerbung des Heilsvereins für Geisteskranke in der Rheinprovinz anlässlich des 5. Kongresses der Heilpädagogik 1930 in Köln.

Der Bestand „Evangelischer Brüderverein“ ist nun als Findbuch online verfügbar

Der Evangelische Brüderverein

Revolutionäre Unruhen, die drängender werdende Soziale Frage und die Etablierung einer sich von kirchlichen Zwängen freimachenden Gesellschaft waren einige der Faktoren im 19. Jh., die die Erweckungsbewegung auslösten und die Formierung gesellschaftsrechtlicher Vereine begünstigten.

Beispielhaft für die Vereinsbildung im kirchlichen Bereich ist der Evangelische Brüderverein im Rheinland, der „von einem Kreis entschieden Gläubiger Männer“ am 19. Juni 1850 in Vohwinkel konstituiert wurde. Als Mitbegründer werden genannt: der Elberfelder Gymnasialdirektor Dr. Bouterwerk, der Kaufmann Friedrich Wilhelm von den Steinen (Wülrath), der Landwirt Albert Schoel (Gruiten) und der Kaufmann Karl Wilhelm Neviandt (1792-1870 Mettmann, Grafes Schwiegervater).  Den eigentlichen Anstoß dazu aber brachte der Kaufmann Hermann Heinrich Grafe aus Elberfeld (1818-1869).

Portrait Hermann Heinrich Grafe ( 1818-1869) Kaufmann in Elberfeld

Portrait Hermann Heinrich Grafe ( 1818-1869) Kaufmann in Elberfeld

Hermann Grafe stand in familiärer Verbindung zur Familie Neviandt (hugenottischer Herkunft) und war Mitinhaber der Textilfabrik Grafe & Neviandt in Elberfeld. Sein Impuls zur aktiven Erweckungsbewegung wird den tersteegenschen Einflüssen zugeschrieben. Aber auch Eindrücke aus der von Adolphe Monod gegründeten evangelischen Gemeinde in Frankreich (Eglise évangelique libre) werden in Grafes Gemeindeausrichtung vermutet.

 Hermann Grafe vor 1870, ohne Angaben

 

hier geht´s zum Online-Findbuch:  Evangelischer Brüderverein PDF 443 KB

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Anfänge Evangelischer Frauenarbeit in Koblenz

Evangelischer Frauenverein Koblenz

Wohltätigkeitsarbeit in der Kirche war lange Zeit die Domäne der Frauen. Die vor allem im 19. Jahrhundert sehr zahlreichen evangelischen Frauenvereine sahen ihre Hauptaufgaben darin, die ärmeren Bevölkerungsschichten und vor allem deren Kinder zu unterstützen. Diese Arbeit hatte neben der karitativen immer auch eine sozialkonservative Stoßrichtung, denn die Unterschicht sollte nicht zuletzt deshalb vor zu großer Verarmung bewahrt werden, um sie von umstürzlerischen Gedanken fern zu halten. Gerne fungierten deshalb gekrönte Damenhäupter als Schirmherrinnen der Frauenvereine. Der 1834 gegründete Koblenzer Evangelische Frauenvereine stand seit 1850 unter dem Protektorat einer besonders prominenten Fürstin: der preußischen Kronprinzessin und späteren Kaiserin Augusta, einer geborenen Prinzessin von Sachsen-Weimar-Eisenach.  Weiterlesen