Verringerung der Beschmutzung der Kirche

Mitnahmezettel nach dem Gottesdienst zur Verringerung der Beschmutzung der Kirche, aus Bestand: AEKR 4KG 113B  (Kirchengemeinde Simmern-Altweidelbach-Holzbach)

Als Anlage im Revisionsbericht über die Reparaturarbeiten in der Evangelischen Stephanskirche in Simmern von 1833 fand sich nachfolgend abgebildeter Zettel, der zur Mitnahme nach dem Gottesdienst bestimmt war und auch ausgehangen wurde. Vieles hat heute noch Geltung.

“Zur gef. Beachtung!

Die Gemeindeglieder werden angelegentlichst gebeten, darauf zu achten, daß die Kirche nicht muthwillig beschädigt oder verschmutzt wird, namentlich durch Einschneiden in das Holzwerk, Schreiben an die Wände, Auswurf auf den Fußboden u. s. w. Besonders wird auch die Benutzung der Eisen vor der Thür und der Strohmatten am Eingang zur Reinigung des Fußwerks empfohlen.”

Bestand: 4KG113B  Simmern-Altweidelbach-Holzbach

Gottesdienste werden nicht nur in kirchlichen Räumen gefeiert

Hast du auch schon mal an einem Gottesdienst im nichtkirchlichen Gebäude teilgenommen?

Gottesdienst im nichtkirchlichen Gebäude, Fotograf: Hans Lachmann, Schachte Nr. 24a: Diaspora; aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv)

Vielleicht kennt jemand von den Leserinnen und Lesern das aus eigenem Erleben: Protestantische Gottesdienste werden nicht nur in Kirchen oder Gemeindezentren gefeiert. Wenn die Gemeinde für einen Bereich keine Gottesdienststätte besitzt, dann wurde – und wird – in andere geeignete Räume ausgewichen; es kann sich z.B. um Säle in einer Gaststätte oder den Klassenraum einer Schule handeln.

Eine interessante Aufstellung über die Gebäude im Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland nach dem Stand vom 1. Januar 1962 findet sich in unserer Archivbibliothek in der Zeitschrift “Der Küster. Fach- und Mitteilungsblatt der evangelischen Küster im Rheinland, Westfalen, Lippe und Saarland”, Heft Nr. 47, Oktober/Dezember 1963: Demnach gab es am Stichtag 1.000 Kirchen, 724 Gemeindehäuser und 1081 Pfarrhäuser im Eigentum der evangelischen Kirchengemeinden. Weiterlesen

Rätselhafte Handzeichnungen in einem Büchlein

Rätselhafte Handzeichnung im Pfarr-Gefälle Büchlein von 1647, eingebunden mit einer Urkunde, vermutlich ehemalige Wolfer Kloster, aus Bestand: AEKR 4KG 110B (Kirchengemeinde Enkirch),

In dem Bestand 4KG 110B der Evangelischen Kirchengemeinde Enkirch, der in der Archivstelle Boppard neu zugegangen ist und derzeit bearbeitet wird, findet sich ein Pfarr-Gefälle Büchlein von 1647. Es ist mit einer Urkunde eingebunden, die vermutlich aus dem Bestand des ehemaligen Wolfer Kloster stammt.

Beschreibung der Zeichnung: Oben links steht der Schriftzug eines Namens, man kann gut lesen Andreas Tr…..(Rest nicht eindeutig zu entziffern, ich bitte um Hilfe).
Im oberen Teil des Blattes finden sich Notenlinien mit Buchstaben und Noten. Darunter ist ein „Kopfähnliches Symbol“  (Totenkopf) gemalt, dessen Bedeutung ich noch nicht erkennen konnte. Weshalb ich auch hier um Hilfe bitte.

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König Friedrich Wilhelm von Preußen bittet um Spende für die Brandopfer in Hamburg

Kollektenaufruf König Friedrich Wilhelm von Preußen für die Abgebrannten in Hamburg 9. Mai 1842, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet;

In der Zeit vom 5. Bis 8. Mai gab es einen großen Stadtbrand in Hamburg. In den damals erschienenen Berichten ist zu lesen, dass die Nikolaikirche, die Petrikirche und die Gertrudenkapelle abgebrannt waren. Nach dem Brand wurden nur die Petrikirche und die Nikolaikirche wieder aufgebaut. Es wurden mehr als 4000 Wohnungen und Speicher zerstört und 20000 Menschen obdachlos.

Am 9. Mai 1842 erließ der König Friedrich Wilhelm von Preußen einen Aufruf, dass in sämtlichen Kirchen und Gemeinden seiner Staaten eine Kollekte für die Brandopfer in Hamburg einzusammeln sei. Die Königliche Regierung, Abteilung des Inneren in Koblenz erinnerte in dem gleichen Schreiben daran, das in den „schlechten“ Jahren 1816/17 eine Unterstützung für die hiesigen Bezirke durch die Hamburger Einwohner erfolgte.

Wie kämpften die Feuerwehrleute 1842 gegen den Großen Brand? Siehe hierzu der NDR Beitrag.

Erhebung von Kirchensteuern

Mahnung zur Entrichtung der Kirchensteuer, Ev. Kgmde Waldlaubersheim, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet

Bei der Durchsicht der Sammlung I Vordrucke (angelegt von Dr. Schmidt; unverzeichnet) fand ich folgende Kirchensteuerzettel der Evangelischen Kirchengemeinde Waldlaubersheim, die heute zum Kirchenkreis an Nahe und Glan gehört. Der Vordruck mit der Mahnung zur Zahlung der Kirchensteuer stammt offensichtlich aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik, da dort die Bezeichnung RM für Reichsmark verwendet wurde. Die Verwendung des anderen ist wiederum nach der Gründung der Bundesrepublik zu vermuten, da dort schon die Bezeichnung DM für Deutsche Mark aufgedruckt wurde. Die Kirchensteuer im heutigen Sinn führte Preußen mit dem Gesetz, betreffend die Erhebung von Kirchensteuern für die evangelischen Gemeinden 1905 und 1906 ein. Das staatliche Hoheitsrecht wurde zunächst nicht allen Kirchengemeinden gegeben und sollte auch kein Recht auf Dauer sein. Weiterlesen

Kirchen- und Gemeindeaufbau in der Diaspora

Baustein zum Bau des am 7. November 1954 eingeweihten evangelischen Gemeindehauses in Weißenthurm, aus Bestand: AEKR Boppard 3MB 009B (Kirchenkreis Koblenz II), Nr. 25

Der nordwestlich von Koblenz am unteren Mittelrhein gelegene Ort Weißenthurm ist tiefste evangelische Diaspora. In dem im 17. Jahrhundert gegründeten kurtrierischen Ort ließen sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Evangelischen nieder und wurden der Kirchengemeinde Andernach zugeordnet. Anfang der 1950er Jahre wuchs die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder jedoch so stark an, dass man den Bau eines eigenen Gemeindehauses in Weißenthurm plante. Zur Finanzierung des Projekts mit einem Gesamtkostenaufwand von 160.000 DM war die Gemeinde auf die Unterstützung ihre Mitglieder angewiesen. Das Presbyterium zeigte sich dabei erfinderisch und gab „Bausteine“ in Form von Wertmarken aus, die man zum Preis von 1,- DM käuflich erwerben konnte. Am 7. November 1954 konnte das Gemeindezentrum nach kurzer Bauzeit feierlich eingeweiht werden. Die Altarbibel hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss gestiftet.

Fünf Jahre nach Einweihung des neuen Gemeindehauses hatte sich die Zahl der Evangelischen im Weißenthurm erneut so vergrößert, dass die Gemeinde zum 1. April 1959 selbständig wurde.

Trotz Notzeiten und Papierknappheit: An die Einführung von Pfarrer Heiermann in Lennep am 3. Advent 1946 erinnert eine gedruckte Predigt

Erinnerung an die Einführung von Pastor Heiermann aus Dortmund , 3. Advent 1946 ; Ansprache am 15. Dezember 1946; aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

Auf der Suche nach einem Adventsthema für unseren Blog stieß ich im Katalog der Archivbibliothek auf die gedruckte Einführungspredigt des Pfarrers Bernhard Heiermann vom 3. Advent (15.12.) 1946. Das ist genau 70 Jahre her und ich war erstaunt, dass in dieser Zeit des alltäglichen Mangels und der Not das Papier vorhanden war, um dieses Heft “Zur freundlichen Erinnerung an die Einführung” zu drucken. Den Auftrag führte die J.F. Ziegler’sche Buchdruckerei in Remscheid im Januar 1947 aus. Das Exemplar gelangte aus dem Besitz des früheren Präses Joachim Beckmann in den Bestand der Archivbibliothek. Das stark holzhaltige, grobe Papier ist stark gebräunt und brüchig. Das Titelblatt ziert ein Foto des Kirchturms der alten evangelischen Stadtkirche in Lennep. Weiterlesen

Eine Kriegsausgabe des “Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen” 1916

Sonntagsblatt Kriegsausgabe, Luther Gedicht zu Psalm 124 und Predigt Luthers über Joh. 4, 47-54, aus Bestand : AEKR Düsseldorf Bibliothek ZK 814 k Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen, 5. November 1916, Nr.45, Jg.19;

AEKR Düsseldorf Bibliothek ZK 814 k Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen, 5. November 1916, Nr.45, Jg.19;

Kürzlich erhielt das Archiv einige Nummern des “Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen” aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Zufällig ist auch die Ausgabe vom 5. November 1916 dabei, deren Erscheinen also heute genau 100 Jahre zurückliegt. Es ist die Nummer 45 des im 19. Jahrgang erscheinenden Sonntagsblattes, das von den Hückeswagener Pfarrern August Bergfried und Friedrich Julius Stiehl herausgegeben wurde; diese umfasst vier Seiten, der Druck ist sehr blass (im Original).

 

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Archivpflege gestern und heute

aus: 4KG 005, 28

Aufruf des Königlichen Konsistoriums zur Ordnung der Gemeindearchive, 1842, aus: 4KG 005, 28

Erstaunlich aktuell und auf den Punkt wirkt dieser Aufruf des Königlichen Konsistoriums in Koblenz an die Superintendenten der Rheinprovinz aus dem Jahr 1842, der mir im Bestand der Ev. Gemeinde Düsseldorf in die Hände fiel:

Noch immer sind in vielen Pfarreien die Kirchen-Archive nicht gehörig geordnet und keine Inhaltsverzeichnisse derselben aufgestellt. Dieser Mangel erschwert nicht nur den Gebrauch der vorhandenen Akten und damit die zweckmäßige Verwaltung des Vermögens der Pfarreien, sondern hat auch, indem bald wichtige Aktenstücke, zumal während der Erledigung der Pfarrstellen, verloren gehen, bald aus Nichtkenntniß der vorhandenen Akten die Rechte der Kirchen, Pfarreien nicht aufrecht erhalten werden, für manche Gemeinde bedeutende Verluste zur Folge. Wir beauftragen daher im Einverständniß mit der königlichen Regierung Euer Hochwürden, diejenigen Pfarrer Ihrer Synode, deren Gemeinde noch kein gehörig geordnetes, mit einem Inhaltsverzeichnis versehenes Kirchenarchiv besitzt, anzuweisen, binnen zwölf Monaten sämmtliche Bücher und Schriften ihrer Pfarrgemeinde nach dem beiliegenden Plan zu ordnen und zu verzeichnen.[…] Weiterlesen

Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Pfalzdorf

Siegelumschrift "Die Wüste wird zum Acker werden. Jesajas 32,15 ", zum Symbol: ein Bauer pflügt den Acker mit dem Pferd und Pflug, darunter der Text: Kirchensiegel der Evangel. Westgemeinde Pfalzdorf, ein Siegelabdruck aus den fünfziger Jahren, außer Geltung gesetzt August 1967, siehe auch: Chronik der Evangelischen Kirchengemeinde Pfalzdorf von Werner Scheler Gruch: Pfalzdorf Pfalzdorf luth [ab 1817 Ost] Pfalzdorf ref [ab 1817 West] Pfalzdorf ref [ab 1817 West] Pfalzdorf [Vereinigung von Ost und West Pfalzdorf 1921, beide bereits seit 1817 un] Ein altes Kirchensiegel der Evangelischen Kirchengemeinde Pfalzdorf. Die Evangelische Kirchengemeinde Pfalzdorf feiert 275 Jahre Pfälzer Aussiedler am Niederrhein. 1741 zogen Pfälzer in die Gocher Heide.

Siegelumschrift “Die Wüste wird zum Acker werden. Jesajas 32,15 “, zum Symbol: ein Bauer pflügt den Acker mit dem Pferd und Pflug, darunter der Text: Kirchensiegel der Evangel. Westgemeinde Pfalzdorf, ein Siegelabdruck aus den fünfziger Jahren, außer Geltung gesetzt August 1967, siehe auch: Chronik der Evangelischen Kirchengemeinde Pfalzdorf von Werner Scheler Jochen Gruch: Pfalzdorf luthrisch [ab 1817 Ost] Pfalzdorf ref [ab 1817 West] Pfalzdorf [Vereinigung von Ost und West Pfalzdorf 1921, beide bereits seit 1817 uniert].

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