Präses Heinrich Held und sein Kreuz

Bundeskanzler Konrad Adenauer – Empfang zum 80. Geburtstag
Gratulanten: Otto Dibelius, Bischof der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, im Hintergrund: Präses Heinrich Held mit Kreuz, 5. Januar 1956
Foto: unbekannt, Bestand: 7NL008 (Nachlass Präses Heinrich Held)

Es stach sicherlich nicht nur dem Pfarrer Ernst Seynsche, zugleich Landessynodaler und nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland, ins Auge: Beim offiziellem Empfang zum 80. Geburtstag von Bundeskanzler Konrad Adenauer am 5. Januar 1956 trug Präses Heinrich Held unübersehbar ein Kreuz. Weiterlesen

Als die Zukunft noch statisch war

Im Februar berichtete Herr Dühr über das 20-jährige Jubiläum der Internetpräsenz der Rheinischen Landeskirche. Heute kann man sich das Leben kaum noch ohne Internet vorstellen. Erste Schritte im Bereich der „neuen Techniken im Medienbereich“ ging die EKiR aber bereits noch einmal fast 20 Jahre früher: Am 1. Juni 1980 startete der Bildschirmtext (BTx) in Deutschland: ein Medium zur Textkommunikation über den Bildschirm.

Start des Bildschirmtext-Angebots der Evangelischen Kirche am 1.6.1980, Fernseher mit aufgerufener Informationsseite über die Institutionen der Evangelischen Kirche;
Der Weg 22/1980, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 069 (Fotosammlung Presseverband)

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Erfolgreiches Fundraising im 17. Jahrhundert

Pfarrer Johannes Eraßmus Blum, †8. März 1683, Erbauer der Vogelsangkirche Stolberg und Ronde Lutherse Kerk, AEKR Archivbibliothek Sign. OS 21 006 S. 19

Körpersprache-Gurus hätten gewiss ihre Freude an der Interpretation dieses Kupferstichs. Bei diesem selbstbewussten eleganten Herrn handelt es sich um den lutherischen Pfarrer Johannes Erasmus Blum (1624-1683). 1647 hatte er die Stelle in der kleinen Gemeinde Stolberg bei Aachen angetreten. Um deren Kirchenbau zu finanzieren, begab sich der junge Geistliche auf mehrjährige Kollektenreisen durch ganz Deutschland. Ihre Stationen und Ergebnisse sind in den beiden erhaltenen Kollektenbüchern im Archiv der EKiR genau dokumentiert.

Nunmehr profiliert und bekannt geworden, wurde Blum 1655 zum Prediger der lutherischen Gemeinde zu Amsterdam berufen. Dort entstand auch 1674 sein Portrait. In Amsterdam veröffentlichte er noch mehrere Bücher, hatte aber auch manche Kontroversen zu bestehen. Für den Bau der Ronde Kerk am Amsterdamer Singel unternahm er wiederum Kollektenreisen nach Hamburg, Lübeck und Lüneburg. Weiterlesen

Gemeindebriefe: eine Quellengruppe mit viel Potential

Im Archiv der Ev. Kirche im Rheinland werden seit 1946 gedruckte Gemeindebrief-Ausgaben gesammelt. Die Sammlung umfasst zur Zeit 890 alte und neue Gemeindebrief-Titel. Es ist eine Quellengruppe für historisch und regional Interessierte. Sie finden dort neben Terminhinweisen biografische und kirchenhistorische Aufsätze. Der Altbestand weist Lücken auf. Die Gemeinden bewahren in der Regel ihre Gemeindebriefausgaben auf und können auch dort eingesehen werden. Insbesondere 2017 gibt es zu Aufsätze zur Geschichte der regionalen Reformation. Allerdings sind diese Aufsätze nicht in einem Register erschlossen. Die Gemeindebrief-Redaktionen äußern sich auch zu gesellschaftspolitischen Themen wie zum Beispiel Entwicklungshilfe. Diese Themen wiederholen sich in den Gemeindebriefen, weil die Probleme, die angesprochen werden, bis heute nicht gelöst sind.

Beispiele: Thema Entwicklungshilfe mit Zitaten von Indhira Ghandi und anderen, in: „Über den Tellerrand geschaut“, in: „Deine Gemeinde“ Ev.-Reformierte Gemeinde Elberfeld, Nov./Dez. 1969

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Aktuelle Ausstellungen im Rheinland anlässlich des Reformationsjubiläums, oder: Das Ringen um den rechten Glauben

Unter letzterem Titel eröffnet jetzt am 3. Juni 2017 in Aachen das Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum eine umfangreiche Geschichtsschau zum konfessionellen Mit- und Gegeneinander im Aachener Raum. Auch zu dieser Ausstellung konnte unser Archiv einige überraschende Exponate beisteuern. Oder wussten Sie, dass Pfarrer Georg Ulrich Wenning 1648 bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Osnabrück zugegen war und seine umfänglichen diplomatischen Korrespondenzen mittels elaborierter Verschlüsselungscodes chiffrierte?

Die rheinischen Museen, aber auch Archive und Geschichtsvereine, haben seit April eine Reihe sehenswerter Ausstellungen zum Reformationsgeschehen eröffnet. Dem schwierigen Thema religiöser Toleranz nähern sie sich dabei von ganz unterschiedlicher Warte. Ein kurzer Überblick zu den Orten und Terminen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Weiterlesen

Immer eine Schlagzeile wert

Die Einführung einer Frau ins Pfarramt in den frühen 1970er Jahren

Zeitungsartikel über die Einführung von Ilse Heinemann in Hilden; AEKR Düsseldorf Archivbibliothek ZK 070, Der Weg 47/1973

Immer mal wieder stößt man beim Blättern in der Kirchenzeitung Der WEG aus den 1960er und 1970er Jahren auf Artikel wie diesen über die Einführung der Pastorin Ilse Heinemann.

In jedem dieser Artikel finden sich Passagen, die in der heutigen Zeit seltsam anmuten. Weiterlesen

„Büchergabe“: Die rheinische Landeskirche förderte die Beschaffung theologischer Literatur für ihre Vikare

Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare nach 1950; aus Bestand: 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten 1), Az. 12-10-05

Zu dem hier abgebildeten Exlibris erhielt das Landeskirchliche Archiv eine Anfrage. Das Motiv ist uns bekannt, d.h. es befindet sich ein Digitalisat in unserem Bildarchiv (Bestand 8SL 046). Jedoch fehlen dort weitere Angaben zum Hintergrund der genannten „Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare“. Ich habe in unserem Archivbestand 1OB 017 (Sachakten Landeskirchenamt I) Az. 12-10-5, Bd. 1, Vorgänge zur Einführung der Bücherbeihilfe für Vikare ermitteln können.

Ins Vikariat werden angehende Pfarrer und Pfarrerinnen nach dem bestandenen ersten theologischen Examen, das die unversitäre Ausbildung abschließt, eingewiesen. Sie werden in der Regel in einer Kirchengemeinde eingesetzt und erhalten eine(n) der dortigen Pfarrer oder Pfarrerin als Mentor(in). Weiterlesen

Tipp: sehenswerte Ausstellung „Der geteilte Himmel“ in Essen

Seit Montag den 3. April 2017 ist sie nun bereits schon eröffnet – die Sonderausstellung „Der geteilte Himmel“ des Ruhr Museums auf Zollverein in Essen. Die Ausstellung beleuchtet, laut Museumsdirektor Heinrich Theodor Grütter (Video WDR Lokalzeit Ruhr), das interkonfessionelle Leben von über 250 verschiedenen Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Themen „Frömmigkeit“, „Heilige Schriften“, „Lebenssituationen“, „Tod und Jenseits“ oder „Propaganda und Toleranz“.

Gerhard Tersteegen Blubrief 1724 – Meinem Jesu, Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 80040_03

Gezeigt werden erstmals über 800 kulturhistorische Exponate aus Museen, Kirchen, Bibliotheken und Archiven. Darunter befinden sich, neben dem Blutbrief Gerhard Tersteegens (1724), auch 13 weitere Quellen aus den Beständen des Landeskirchlichen Archivs in Düsseldorf.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 31. Oktober 2017
weitere Informationen zur Ausstellung

Breaking News: Luthers Hammer aufgetaucht

Eine archäologische Sensation bahnt sich an. Bei Aufräumarbeiten im Düsseldorfer Landeskirchenamt wurde der Originalhammer entdeckt, mit dem Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug.

Erste ausführliche Berichte finden Sie hier.

Kirchen- und Gemeindeaufbau in der Diaspora

Baustein zum Bau des am 7. November 1954 eingeweihten evangelischen Gemeindehauses in Weißenthurm, aus Bestand: AEKR Boppard 3MB 009B (Kirchenkreis Koblenz II), Nr. 25

Der nordwestlich von Koblenz am unteren Mittelrhein gelegene Ort Weißenthurm ist tiefste evangelische Diaspora. In dem im 17. Jahrhundert gegründeten kurtrierischen Ort ließen sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Evangelischen nieder und wurden der Kirchengemeinde Andernach zugeordnet. Anfang der 1950er Jahre wuchs die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder jedoch so stark an, dass man den Bau eines eigenen Gemeindehauses in Weißenthurm plante. Zur Finanzierung des Projekts mit einem Gesamtkostenaufwand von 160.000 DM war die Gemeinde auf die Unterstützung ihre Mitglieder angewiesen. Das Presbyterium zeigte sich dabei erfinderisch und gab „Bausteine“ in Form von Wertmarken aus, die man zum Preis von 1,- DM käuflich erwerben konnte. Am 7. November 1954 konnte das Gemeindezentrum nach kurzer Bauzeit feierlich eingeweiht werden. Die Altarbibel hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss gestiftet.

Fünf Jahre nach Einweihung des neuen Gemeindehauses hatte sich die Zahl der Evangelischen im Weißenthurm erneut so vergrößert, dass die Gemeinde zum 1. April 1959 selbständig wurde.