Goldene Worte zu Ostern

Plakat mit Osterbotschaft von Christoph Blumhardt 16.4.1987, aus Bestand: AEKR Düsseldorf     8 SL 049 (Plakatsammlung) Nr.1938, © Herder Verlag

Wir wünschen allen Nutzern und Freunden des Archivs fröhliche und gesegnete Ostern!

In diesem Jahr tun wir das mit Worten des württembergischen Theologen Christoph Blumhardt (1842-1919), festgehalten auf einem Plakat der Serie Goldene Worte aus dem Jahr 1987. Blumhardt war ein Vertreter der religiös-sozialen Bewegung und schon zu Lebzeiten bekannt für seine wortgewaltigen Predigten. Seine Hinwendung zum Sozialismus und der Eintritt in die SPD führten aber dazu, dass er sein Pfarramt aufgeben musste.
Heute erfahren die geistlichen Einflüsse Blumhardts weitreichende Würdigung. Die EKD gedenkt seiner am 2. August.

Bei der Gestaltung des Plakats blieben die Herausgeber ihrer Philosophie treu und verzichteten auf aufwendige Grafikelemente, um das Wort in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr zur Serie und zu den Goldenen Worten in der Plakatsammlung unseres Archivs finden Sie hier. Die Serie erscheint bis heute im Kreuz Verlag.

„Läuterungszeit“ vor 100 Jahren: Eine Passionspredigt in der Jerusalemer Erlöserkirche 1917

Der junge rheinische Theologe Carl Sachsse (1889-1966) hatte im Oktober 1913 sein erstes Examen bestanden. 1915 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Bewandert in der türkischen Sprache, legte er 1916 am orientalischen Seminar in Berlin die Dolmetscherprüfung ab und wurde im September dieses Jahres mit dem neugebildeten deutschen Asien-Korps an die Sinaifront verlegt. Dort brachte er es in der Armee-Kraftwagenkolonne 708 bis zum Vizefeldwebel.

In Absprache mit seinen militärischen Vorgesetzten und dem evangelischen Propst zu Jerusalem hielt er aber auch regelmäßig Feldgottesdienste sowie Truppengottesdienste in der 1898 von Wilhelm II. eingeweihten Erlöserkirche in Jerusalem.

Im Archiv der EKiR hat sich ein kleiner Fundus von acht seiner Kriegspredigten 1917-18 erhalten (8SL 045, Nr. 472). Sie sind ein seltenes Zeugnis für die geistliche Truppenbetreuung an diesem wenig erforschten Frontabschnitt des Ersten Weltkrieges. Sachsses Predigt aus der Passionszeit 1917 sei hierfür näher untersucht. Weiterlesen

Breaking News: Luthers Hammer aufgetaucht

Eine archäologische Sensation bahnt sich an. Bei Aufräumarbeiten im Düsseldorfer Landeskirchenamt wurde der Originalhammer entdeckt, mit dem Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg schlug.

Erste ausführliche Berichte finden Sie hier.

Reformatorinnen zu Besuch im Landeskirchenamt

Auf der Parkbank mit Argula von Grumbach

Seit dem 8.3. ist die Ausstellung “Reformatorinnen. Seit 1517” – passend zum Internationalen Frauentag – im Landeskirchenamt zu sehen.

In dieser Wanderausstellung stellt die Gender- und Gleichstellungsstelle der EKiR exemplarisch 17 Frauen aus fünf Jahrhunderten vor, die als Schriftstellerinnen, Liederdichterinnen, Pfarrfrauen, Predigerinnen und Herrscherinnen unsere Kirche zu dem machten, was sie heute ist. Es begegnen sowohl bekannte Namen wie Katharina von Bora als auch weniger bekannte wie Wibrandis Rosenblatt. Abgerundet wird der biografische Zugang durch Ausstellungstafeln zu Querschnittsthemen wie dem Zugang zu Bildung, dem Wandel von Frauenrollen und Lebensformen und dem Thema Frauenordination.

Eine Besonderheit der Ausstellung sind die lebensgroßen Holzfiguren, die es dem Besuchern ermöglichen, den vorgestellten Persönlichkeiten auf Augenhöhe im öffentlichen Raum zu begegnen. Weiterlesen

Emil Ernst Stoltenhoff : Aufruf zur kirchlichen Einigkeit

Was geschah an einem 8.März 1937?

Im Portal für Rheinische Geschichte ist dazu ein Beitrag über Emil Ernst Stoltenhoff (1879-1953) veröffentlicht worden. ….>>Weiterlesen

Was machen diese zehn Männer?

Unbekannte Gruppenaufnahme mit Beschriftung, u.a. Theologen D. Dorner senior und Aug. Dorner junior (ca. 1880), Fotosammlung; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0001

Unbekannte Gruppenaufnahme mit Beschriftung, u.a. Theologen D. Dorner senior und Aug. Dorner junior (ca. 1880), Fotosammlung; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0001

Am 7. Juli vorigen Jahres wies Frau Klein an dieser Stelle auf die flickr-Präsenz des Archivs hin, und bat bei dieser Gelegenheit um Mithilfe bei der Bestimmung von vier Photos: Wir sind dann mal online – jetzt auch auf flickr.

Eines konnte dank der Mithilfe eines Lesers auch sehr schnell zugeordnet werden: Fotopuzzle 2.0. Weitere Hinweise gingen bisher leider nicht ein. Daher möchte ich nunmehr für ein weiteres Bild meine bisherigen Ergebnisse vorstellen. Es geht um das Bild, auf dem zehn honorig wirkende Männer abgebildet sind, fünf stehen, fünf sitzen.

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Die Macht des Schweigens – Präses Heinrich Held und die Berufung von Dozent Ernst Fuchs auf den Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Bonn

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Ernst Fuchs, Christentum und Sozialismus, Stuttgart 1946

Dozent Ernst Fuchs war chancenlos. Er ahnte es lange Zeit noch nicht einmal, weil er der Bekennenden Kirche angehörte, und Heinrich Held, den späteren ersten Nachkriegspräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, kannte er aus den Tagen, als die Bekennende Kirche sich gegen die Deutschen Christen wehrte. Er wollte daher zunächst nicht wahrhaben, dass dieser ehemalige Mitstreiter vehement seine Berufung auf den Bonner Lehrstuhl für Neues Testament hintertrieb. Pikant: Eine Kirchenleitung, die die Barmer Theologische Erklärung als ihre Bekenntnisgrundlage betrachtet, verweigert einem Mitglied der Bekennenden Kirche, dem die Nationalsozialisten 1933 die Lehrbefugnis entzogen hatten, die Wiederbeilegung der “venia legendi”. Es ging allerdings noch um ein Weiteres. Plakativ ausgedrückt: Die Freiheit der theologischen Wissenschaft in Bonn endet an der theologischen Einstellung des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Weiterlesen

Was geschah an einem 11. Januar im Rheinland?

Im Portal Rheinische Geschichte findet sich hierzu ein Artikel von Prof. Folkert Rickers (Duisburg).

Präses Peter Beier - Amtseinführung, mit Bischof Horst Gienke ( DDR ), Foto: Hans Lachmann, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 10_19890000

Präses Peter Beier – Amtseinführung, mit Bischof Horst Gienke ( DDR ), Foto: Hans Lachmann, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 10_19890000

“Am 11. Januar 1989 wählte die Landessynode Peter Beier zum Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Beier gehörte zu den profiliertesten Persönlichkeiten des rheinischen Protestantismus. Durch seine immer kritischen Positionierungen in Zeitfragen und sein Eintreten für ein undogmatisches Christentum erlangte er große Bekanntheit. Unser Porträt des streitbaren Protestanten:”

 

weitere Unterlagen zu Peter Beier im AEKR:

  • Handakten Präses D. Dr. h.c. Peter Beier
  • Personalakten von Peter Beier: 1OB 009, B 392; 1OB 022, Nr.739
  • Zur Friedensbewegung s. auch: 7NL 160 Superintendent Dieter Linz

Darüber hinaus finden sich Korrespondenzen und Interaktionen mit zahlreichen Partnern in verschiedenen Beständen des Archivs.

Handaktenbestände weitere Präsides:
6HA 006 Präses Heinrich Held
6HA 034 Präses Lic. Karl Immer
6HA 003 Präses D. Dr. Joachim Beckmann
6HA 038 Präses D. Dr. h.c. Gerhard Brandt
6HA 045 Manfred Kock

Trotz Notzeiten und Papierknappheit: An die Einführung von Pfarrer Heiermann in Lennep am 3. Advent 1946 erinnert eine gedruckte Predigt

Erinnerung an die Einführung von Pastor Heiermann aus Dortmund , 3. Advent 1946 ; Ansprache am 15. Dezember 1946; aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

Auf der Suche nach einem Adventsthema für unseren Blog stieß ich im Katalog der Archivbibliothek auf die gedruckte Einführungspredigt des Pfarrers Bernhard Heiermann vom 3. Advent (15.12.) 1946. Das ist genau 70 Jahre her und ich war erstaunt, dass in dieser Zeit des alltäglichen Mangels und der Not das Papier vorhanden war, um dieses Heft “Zur freundlichen Erinnerung an die Einführung” zu drucken. Den Auftrag führte die J.F. Ziegler’sche Buchdruckerei in Remscheid im Januar 1947 aus. Das Exemplar gelangte aus dem Besitz des früheren Präses Joachim Beckmann in den Bestand der Archivbibliothek. Das stark holzhaltige, grobe Papier ist stark gebräunt und brüchig. Das Titelblatt ziert ein Foto des Kirchturms der alten evangelischen Stadtkirche in Lennep. Weiterlesen

Die Quellen schweigen zum Tod der Tochter Maria (“Mulla”) des Düsseldorfer Pfarrers Samuel Keller

Hier soll von einem Beispiel dafür berichtet werden, dass sich Berichte in autobiographischen Darstellungen nicht immer in den Quellen wiederfinden: Von 1892 bis 1898 amtierte in der fünften Pfarrstelle der Evangelischen Gemeinde Düsseldorf Pfarrer Samuel Keller. Er wurde 1856 in St. Petersburg als Sohn eines aus der Schweiz zugewanderten Waisenhausvaters und Lehrers geboren.

Keller, Samuel, Pfarrer in Düsseldorf; aus Bestand: AEKR Bibliothek BK3005

Keller, Samuel, Pfarrer in Düsseldorf; aus Bestand: AEKR Bibliothek BK3005

Seine ersten Pfarrstellen hatte Samuel Keller in Grunau (Russland, 1880-1884) und Neusatz auf der Krim (1884-1891) inne, wo er die deutschen Kolonisten als Seelsorger betreute. Da seine Arbeit “eine ungewöhnlich dichte Frucht” brachte, “wurde er ‘oben’ unliebsam, und wenn er nicht ostwärts, d.h., nach Sibirien, verschwinden wollte, mußte er sich westwärts wenden.”, so Oskar Brüssau, S. 37.

Samuel Keller und seiner Frau Elisabeth Wilhelmine geb. Clever wurden vier Kinder geboren, Hans (1881), Margarete (“Grete”, 1882), Maria (“Mulla”, 1884) und als Nachzüglerin in Düsseldorf Elisabeth (“Lia”, 1897). Keller erwähnt diese in seiner Autobiographie “Aus meinem Leben“, die in zwei Bänden 1917 und 1922 erschien. Drei der Kinder sind auch in “Wer ist’s“, V. Ausgabe 1911, auf Seite 708 aufgeführt. Maria fehlt – und damit sind wir beim Kern dieses Beitrages. Weiterlesen