Die Geschichte des Einkaufswagens

Einer der größten Vorzüge des Archivarsberuf ist, dass es beinahe täglich etwas Neues zu lernen gibt. Zugegeben: es ist nicht immer die große Geschichte und noch nicht mal immer Kirchengeschichte, wie man es im Landeskirchenarchiv erwarten könnte.
Aber manchmal sind auch die ganz alltäglichen Dinge interessant, ganz einfach aus dem Grund, dass man sich noch nie tifergehend darüber Gedanken gemacht hat.

So bin ich bei der Verzeichnung der Fotosammlung des Presseverbandes auf dieses scheinbar völlig banale Foto gestoßen.

Frauen mit Einkaufswagen im Selbstbedienungsladen, aus Bestand 8SL 069 (Fotosammlung Presseverband), © Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland/ Hans Lachmann, in: Der Weg 41/1964

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Aus evangelischen Archiven 56 (2016) jetzt online

Gut Ding will Weile haben, aber jetzt ist er auch online abrufbar: Der neue Jahresband der Zeitschrift des Verbandes kirchlicher Archive bietet auf 181 Seiten wieder einen Überblick über Projekte und Themen in den landeskirchlichen und diakonischen Archiven im Berreich der EKD. Die Palette reicht von der elektronischen Kirchenbuchführung und dem Handling von MAV-Unterlagen bis hin zu einem Erschließungsbericht über den Bestand des Berliner Komitees für Deutsche Evangelische Seemannsmission 1881-1943.

Der „rheinische“ Beitrag (S. 40-58) beschäftigt sich unter dem Titel „Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen“ u. a. mit genealogischen Kooperationsprojekten, der Publikation von Fotobeständen und dem immergrünen Thema Fotografieren im Lesesaal. Bei letzterem ist mit Freude zu konstatieren, dass immer mehr Archive -auch im staatlichen Bereich- ihre Benutzungsrichtlinien liberalisieren.

Die Haarlocke der Madame Guyon: Eines von 2.600 neuen Fotos auf www.archiv-ekir.de

Haarkranz Madame Jeanne Marie Gyon; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 80037_1

Bereits vor einem Jahr haben wir knapp 800 Fotos aus unseren Beständen auf Flickr eingestellt. Nun ist auch das Bildarchiv auf unserer Homepage funktionstüchtig und mit zunächst 2.600 Fotos bestückt. Der Fundus, der sukzessive weiter ausgebaut werden soll, ist in neun Themengebiete gegliedert: Personen, Ereignisse, Gebäude, Orte, Gegenstände, Dokumente, Kirchliche Einrichtungen, Gesellschaft/Soziales, Alben/Serien. Den größten Teil nehmen dabei die Alben und Serien ein; dort finden sich allein 225 Aufnahmen zur Geschichte der Schülerbibelkreise seit 1883 oder 87 Bilder aus dem Pressearchiv des früheren Sonntagsgrußes Saar.

Fast alle Bilder sind gemeinfrei oder, sofern das Archiv der EKiR über die Verwertungsrechte verfügt, mit einer CC-BY-SA-Lizenz versehen. Die Fotos können sowohl als JPEG oder im TIFF-Format kostenlos heruntergeladen werden.

Als Beispiel sehen Sie links ein Foto einer unserer fraglos originellsten Archivalien: die blonde Haarlocke der französischen Mystikerin Madame Guyon (um 1710). Weiterlesen

HistoriaApp für Düsseldorf

Studierende der Heinrich-Heine-Universität präsentieren am 11. Juli die von ihnen neu entwickelte HistoriaApp (Ort und Zeit). Damit kann jeder mit seinem Smartphone auf Spurensuche in Düsseldorf gehen und verschiedene Orte und ihre Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus entdecken.

Die App für Android (eine Version für iOS soll folgen) wartet mit über 10 Touren im Düsseldorfer Stadtgebiet auf und wurde in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte und dem Stadtarchiv Düsseldorf entwickelt. Einige Fotos stammen auch aus unserem Bildarchiv. Die App steht ab dem 11. Juli zum Download im Playstore bereit.

Nach der Präsentation machen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit den Entwicklern den Praxistest und begeben sich zu einzelnen Mapstops in der Innenstadt, bevor der Abend in der Mahn- und Gedenkstätte ausklingt

Was machen diese zehn Männer?

Unbekannte Gruppenaufnahme mit Beschriftung, u.a. Theologen D. Dorner senior und Aug. Dorner junior (ca. 1880), Fotosammlung; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0001

Unbekannte Gruppenaufnahme mit Beschriftung, u.a. Theologen D. Dorner senior und Aug. Dorner junior (ca. 1880), Fotosammlung; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0001

Am 7. Juli vorigen Jahres wies Frau Klein an dieser Stelle auf die flickr-Präsenz des Archivs hin, und bat bei dieser Gelegenheit um Mithilfe bei der Bestimmung von vier Photos: Wir sind dann mal online – jetzt auch auf flickr.

Eines konnte dank der Mithilfe eines Lesers auch sehr schnell zugeordnet werden: Fotopuzzle 2.0. Weitere Hinweise gingen bisher leider nicht ein. Daher möchte ich nunmehr für ein weiteres Bild meine bisherigen Ergebnisse vorstellen. Es geht um das Bild, auf dem zehn honorig wirkende Männer abgebildet sind, fünf stehen, fünf sitzen.

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Foto Puzzle 2.0 – Album „Nicht identifizierte Fotos“

Ein erster Erfolg!

Das Archiv hat das Material, die Öffentlichkeit die Information. Mit der Vernetzung beider Komponenten vervollständigt sich das Bild der Historie!

Gruppenaufnahme Predigerseminar Soest mit Beschriftung 1902-1903; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0002

Gruppenaufnahme Predigerseminar Soest mit Beschriftung 1902-1903; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 030_0002

Kaum war die Onlinestellung unserer Archivbilder ausgerufen (Flickr), schon erhielt ich eine Rückmeldung zu einem unserer nicht identifizierten Fotos (s.o.). Herr Michael Lavista (Pfr. in Ratingen-Hösel) wurde über die EKiR-Seite auf uns aufmerksam. Er schickte mir eine E-Mail mit den folgenden Informationen und dem Hinweis auf eine zeitliche Ungereimtheit :

„Das zweite Bild dieser Sammlung mit dem Titel Unbekannte Gruppenaufnahme mit Beschriftung 1902-1903 zeigt offenbar eine Gruppe vor dem Predigerseminar in Soest. Die Fassade im Hintergrund, insbesondere die markanten Fenster legen diesen Schluss nahe (vgl. hierzu folgende Aufnahme, dort die Fassade links im Bild!).
Anfang des 20. Jahrhunderts war ein Dr. Gotthold Müller Direktor im Soester Predigerseminar, ebenfalls kam in dieser Zeit Johannes Hymmen als Inspektor an das Seminar (Allerdings: Nach dem Personenlexikon zum deutschen Protestantismus 1919-1949 [hg. v. Braun/Grünzinger, Göttingen 2006] soll Hymmen erst 1905 an das Soester Seminar gekommen sein. Das widerspricht etwas der Jahreszahl auf dem Foto, diese Ungereimtheit kann ich mir ad hoc nicht erklären. Da müsste das Kirchenarchiv der Westfalen Aufschluss geben.).“

Ein erfreuliches Resultat der unkomplizierten Vernetzung. Vielen Dank Herr Lavista

siehe auch:

 

Wir sind dann mal online – jetzt auch auf Flickr

Flickr

Flickr-Seite des Landeskirchlichen Archivs

„Informationswohlstand FÜR ALLE“, das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, als wir mit diesem Archivblog 2014 starteten. Nun leiten wir den nächsten Entwicklungsschritt ein.

Seit über 20 Jahren werden ausgewählte Fotos, Abbildungen und Dokumente im Archiv der EKiR digitalisiert und mit Metadaten beschrieben. Unsere digitale Sammlung wächst stetig und umfasst heute ca. 100.000 hochauflösende Images, die für Forschungstätigkeiten, Publikationen und Ausstellungen genutzt werden können. >> weitere Infos

Eine Auswahl dessen ist nun im Fotocommunity-Portal Flickr zugänglich. Hier haben wir zunächst 758 Fotos online gestellt, die sich thematisch über 18 Fotoalben verteilen.
Zu sehen sind, neben historischen Atelierfotos, auch so manch private Knipseraufnahmen von Personen der Rheinischen Landeskirche. Sie beleuchten aus dem protestantischen Blickwinkel das Leben in der Gemeindearbeit, dem kirchlichen Vereins- und Bildungswesen sowie diversen Einrichtungen und Stiftungen. Ferner lassen sich aber auch Aufnahmen namhafter Personen, besonderer Ereignissen und Vasa Sacra finden. Weiterlesen

Bibelkreise zwischen Aufbruch und Auflösung. Evangelische Jugendarbeit von 1883 bis in die 1930er Jahre

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Umschlag: LWL, Umschlagfoto: Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Die Filmautorin und Journalistin Christine Finger hat auch einige Tage in unserem landeskirchlichen Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland in Düsseldorf zugebracht. Nun hat ihr Dokumentarfilm über die westfälischen Schülerbibelkreise in den Jahren 1883 bis 1933 Premiere. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Verein Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit in Westfalen (BK) e.V. diesen Film zur evangelischen Jugendarbeit. Er erscheint in der Reihe „Westfalen in historischen Filmen“.

Die Dokumentation basiert in wesentlichen Teilen auf Filmaufnahmen, die Anfang der 1930er Jahre während Ferienfahrten, Ausflügen und den Reichslagern des Bundes Deutscher Bibelkreise gedreht wurden. Er greift allerdings auch auf historische Quellen der Zeit bis zur Gründung 1883 zurück und vermittelt einen Eindruck von der wechselvollen Geschichte dieser evangelischen Jugendorganisation.

Die Autorin griff auf zahlreiche Dokumente zurück, die die Bestände und die Bildersammlung unseres Archivs in Düsseldorf bereit halten. Für ihren Film verarbeitete die Autorin neben Fotos und Dokumenten auch Ausweise, Anstecker, Aufnäher, Einladungskarten usw. Die rheinischen Schülerbibelkreise sind aus Quellensicht gut vertreten. Für Interessierte listen wir die in Frage kommenden Bestände hier kurz auf: Schülerbibelkreise, Bestandssignatur: 5WV013, Nachlass des Pfarrers Werner Dümling, Signatur: 7NL190, Handakten des Oberkirchenrats Johannes Schlingensiepen, Signatur: 6HA002, Handakten des Bevollmächtigten Otto Wehr, Signatur 6HA046B, Amt für Jugendarbeit: Signatur: 2LR032, Jugendakademie Radevormwald, Signatur: 2LR003.

Am Dienstag (24. Mai) wird der Film „Bibelkreise zwischen Aufbruch und Auflösung. Evangelische Jugendarbeit von 1883 bis in die 1930er Jahre“ um 19 Uhr im Verein Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit in Westfalen (BK) e.V. in Hagen-Berchum (Ergster Weg 59, 58093 Hagen) erstmals präsentiert. Die DVD ist im Anschluss an die öffentliche Premiere sowie direkt beim LWL-Medienzentrum für Westfalen für 14,90 Euro plus Versandkosten erhältlich.

DVD mit Begleitheft, Preis 14,90 Euro
Bezug: LWL-Medienzentrum für Westfalen
Fürstenbergstr. 13-15
48147 Münster
E-Mail: medienzentrum@lwl.org
Internet: http://www.westfalen-medien.lwl.org

Pressekontakt
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org

Zwei Deutsche auf dem Bahnhof von Aleppo 1915

Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke, dahinter Konsul Walter Rößler; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 7 NL002 (Nachlass OKR Helmut Rößler), 14 - Album 7

Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke, dahinter Konsul Walter Rößler; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 7 NL002 (Nachlass OKR Helmut Rößler), 14 – Album 7

Dieser aktuelle Fund aus unseren historischen Fotobeständen zeigt einen Herrn mit zeittypischem Panama-Hut und einen Offizier in türkischer Uniform, der sich mit Blumen im Arm zur Weiterfahrt anschickt. Ersterer ist der deutsche Konsul Walter Rößler (1871-1929), Vater des späteren rheinischen Oberkirchenrates Helmut Rößler. Aus seinen Fotoalben stammt die Aufnahme. Wer aber war jener in der Bildunterschrift genannte „v. Mücke“, den er damals in der mittlerweile vom Bürgerkrieg so schwer heimgesuchten nordsyrischen Stadt verabschiedete? Weiterlesen