La Rochelle, belle et rebelle: Reformierte Netzwerke zwischen Aachen und La Rochelle im 17. Jahrhundert

Siège de la Rochelle, aus Bestand: AEKR 7NL015 (Nachlass J. F. Goeters), Nr. 863

Das Archiv der EKiR verwahrt eine Sammlung von sechs Briefen, die zwischen Dezember 1657 und Oktober 1658 in der französischen Hafenstadt La Rochelle geschrieben wurden. Ihr Verfasser war der aus einer wohlhabenden reformierten Aachener Familie stammende Daniel Römer (1629-1686). Wie schon sein Vater reüssierte er im Bankgeschäft. Adressat war sein Schwager Dr. Georg Ulrich Wenning (1615-1696), reformierter Pfarrer in Aachen und Vaals.

Wenning verfügte über ausgezeichnete Beziehungen in die Niederlande und hatte 1648 bei den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück als diplomatischer Emissär Aachens gewirkt. 1652 hatte er Römers Schwester Katharina geheiratet. Weiterlesen

König Friedrich Wilhelm von Preußen bittet um Spende für die Brandopfer in Hamburg

Kollektenaufruf König Friedrich Wilhelm von Preußen für die Abgebrannten in Hamburg 9. Mai 1842, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet;

In der Zeit vom 5. Bis 8. Mai gab es einen großen Stadtbrand in Hamburg. In den damals erschienenen Berichten ist zu lesen, dass die Nikolaikirche, die Petrikirche und die Gertrudenkapelle abgebrannt waren. Nach dem Brand wurden nur die Petrikirche und die Nikolaikirche wieder aufgebaut. Es wurden mehr als 4000 Wohnungen und Speicher zerstört und 20000 Menschen obdachlos.

Am 9. Mai 1842 erließ der König Friedrich Wilhelm von Preußen einen Aufruf, dass in sämtlichen Kirchen und Gemeinden seiner Staaten eine Kollekte für die Brandopfer in Hamburg einzusammeln sei. Die Königliche Regierung, Abteilung des Inneren in Koblenz erinnerte in dem gleichen Schreiben daran, das in den „schlechten“ Jahren 1816/17 eine Unterstützung für die hiesigen Bezirke durch die Hamburger Einwohner erfolgte.

Wie kämpften die Feuerwehrleute 1842 gegen den Großen Brand? Siehe hierzu der NDR Beitrag.

“Büchergabe”: Die rheinische Landeskirche förderte die Beschaffung theologischer Literatur für ihre Vikare

Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare nach 1950; aus Bestand: 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten 1), Az. 12-10-05

Zu dem hier abgebildeten Exlibris erhielt das Landeskirchliche Archiv eine Anfrage. Das Motiv ist uns bekannt, d.h. es befindet sich ein Digitalisat in unserem Bildarchiv (Bestand 8SL 046). Jedoch fehlen dort weitere Angaben zum Hintergrund der genannten “Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare”. Ich habe in unserem Archivbestand 1OB 017 (Sachakten Landeskirchenamt I) Az. 12-10-5, Bd. 1, Vorgänge zur Einführung der Bücherbeihilfe für Vikare ermitteln können.

Ins Vikariat werden angehende Pfarrer und Pfarrerinnen nach dem bestandenen ersten theologischen Examen, das die unversitäre Ausbildung abschließt, eingewiesen. Sie werden in der Regel in einer Kirchengemeinde eingesetzt und erhalten eine(n) der dortigen Pfarrer oder Pfarrerin als Mentor(in). Weiterlesen

Walter Sauer, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Sauer Walter, Düsseldorfer Grafiker Kirchensiegel, Foto um 1980 von Inge Sauer (Privatbestand);

Siegel sind kleine Kunstwerke“

Walter Sauer war ein Düsseldorfer Grafiker, Produktgestalter und Maler, der neben innovativen Entwicklungen im Bereich des Industrie-Designs auch zahlreiche neue Kirchensiegel für die Evangelische Kirche im Rheinland entworfen hat. Sein Talent für klare Formgebung führte zu einer Neugestaltung von Zeichen und Siegeln, die der traditionellen Gattung ein ebenso modernes wie zeitloses Erscheinungsbild gaben. Walter Sauer war  an der Siegelordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland beteiligt, indem er dem Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Vorschläge für die Formulierung der Siegelordnung unterbreitete. Er arbeitete in diesem Bereich eng mit Archivrat Walter Schmidt zusammen.

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Erhebung von Kirchensteuern

Mahnung zur Entrichtung der Kirchensteuer, Ev. Kgmde Waldlaubersheim, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet

Bei der Durchsicht der Sammlung I Vordrucke (angelegt von Dr. Schmidt; unverzeichnet) fand ich folgende Kirchensteuerzettel der Evangelischen Kirchengemeinde Waldlaubersheim, die heute zum Kirchenkreis an Nahe und Glan gehört. Der Vordruck mit der Mahnung zur Zahlung der Kirchensteuer stammt offensichtlich aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik, da dort die Bezeichnung RM für Reichsmark verwendet wurde. Die Verwendung des anderen ist wiederum nach der Gründung der Bundesrepublik zu vermuten, da dort schon die Bezeichnung DM für Deutsche Mark aufgedruckt wurde. Die Kirchensteuer im heutigen Sinn führte Preußen mit dem Gesetz, betreffend die Erhebung von Kirchensteuern für die evangelischen Gemeinden 1905 und 1906 ein. Das staatliche Hoheitsrecht wurde zunächst nicht allen Kirchengemeinden gegeben und sollte auch kein Recht auf Dauer sein. Weiterlesen

Goldene Worte zu Ostern

Plakat mit Osterbotschaft von Christoph Blumhardt 16.4.1987, aus Bestand: AEKR Düsseldorf     8 SL 049 (Plakatsammlung) Nr.1938, © Herder Verlag

Wir wünschen allen Nutzern und Freunden des Archivs fröhliche und gesegnete Ostern!

In diesem Jahr tun wir das mit Worten des württembergischen Theologen Christoph Blumhardt (1842-1919), festgehalten auf einem Plakat der Serie Goldene Worte aus dem Jahr 1987. Blumhardt war ein Vertreter der religiös-sozialen Bewegung und schon zu Lebzeiten bekannt für seine wortgewaltigen Predigten. Seine Hinwendung zum Sozialismus und der Eintritt in die SPD führten aber dazu, dass er sein Pfarramt aufgeben musste.
Heute erfahren die geistlichen Einflüsse Blumhardts weitreichende Würdigung. Die EKD gedenkt seiner am 2. August.

Bei der Gestaltung des Plakats blieben die Herausgeber ihrer Philosophie treu und verzichteten auf aufwendige Grafikelemente, um das Wort in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr zur Serie und zu den Goldenen Worten in der Plakatsammlung unseres Archivs finden Sie hier. Die Serie erscheint bis heute im Kreuz Verlag.

Dateiformate für die Langzeitarchivierung von Fotos

Lachmann, Hans
Fotograf ( Photograph )
1970, Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 019_0017

Die klassischen Schwarz-Weiß-Fotos und die Diasammlung überstehen Jahrzehnte im viel zitierten Schuhkarton. Digitale Fotos sind dagegen wesentlich anspruchsvoller. Hardware veraltet, Bildbearbeitungsprogramme kommen und gehen, Dateiformate ändern sich. Die Archivierung von digitalen Fotos geht über die reine Datensicherung hinaus. Die archivische Fotosammlung muss nicht nur vor defekten Speichermedien gewappnet werden. Vielmehr gilt es, die langfristige Lesbarkeit und Verarbeitung der Digitalfotos zu gewährleisten. Digitale Fotos haben gegenüber ihren analogen Vorgängern allerdings auch ihre Vorzüge. Die Abkopplung des Bildinhalts vom Bildträger ermöglicht ihre beliebige Reproduzierbarkeit. Dies wiederum vergrößert die Chance, dass zumindest der Bildinhalt der Nachwelt überliefert wird, vorausgesetzt, dass die Digitalfotos in einem geeigneten Format gespeichert werden. Weiterlesen

Ariernachweis: Gebühren bei Ausstellung von Nachweisen über arische Abstammung

Nachweis über arische Abstammung, AEKR Boppard Sammlung I Dr. Schmidt (unverzeichnet)

Im Gesetzblatt der Deutschen Evangelischen Kirche von 1935, Nr. 9, findet sich ein Hinweis darauf, wer für die Ausstellung von Urkunden zum Nachweis arischer Abstammung Gebühren bezahlen muss und wer befreit ist. Gebührenfreiheit besteht zum Beispiel für das Amt für Sippenforschung der NSDAP und die Sachverständigen für Rassenforschung. Dagegen müssen Familienforscher und Postbeamte Gebühren bezahlen. Unvermögende wie Erwerbslose und Wohlfahrtsempfänger sind auch von den Gebühren befreit.

Dieser Aushang befindet sich in der noch nicht erschlossenen Sammlung I (Dr. Schmidt) der Archivstelle Boppard.

Plakatmission seit mehr als 100 Jahren: Die GOLDENEN WORTE

… und fast 300 Motive kann man bei uns einsehen.

Goldene Worte berühmter Männer, ca. 1928, 8SL 049 Plakatsammlung, Nr. 1739

Eine Besonderheit der neuen Verzeichnungsschicht der Plakatsammlung ist das große Konvolut der Plakatreihe GOLDENE WORTE, die seit 1912 im Verlag der Plakatmission Stuttgart erschien.
„Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle 14 Tage ein Plakat […] herzustellen mit einem Wort solcher Männer, die durch ihre Bedeutung auf Gehör rechnen können. Darunter werden immer auch Bibelworte verwendet. Wir möchten unseren Mitmenschen behilflich sein, den Frieden im Heil Gottes zu finden, besonders solchen, die sonst nicht mehr unter den Schall des Evangeliums kommen. Die Plakatmission ist ein Weg, auch sie zu erreichen “, beschrieb die Plakatmission selbst in einem Heftchen aus den 1960er Jahren ihren Auftrag.

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Eheordnung für die Synode Simmern

Eheordnung für die Synode Simmern Proklamation, 1873, AEKR Boppard, Sammlung Reinhard Schmidt (Unverzeichnet)

Abkündigung einer Eheordnung

In der unverzeichneten Sammlung von Dr. Reinhard Schmidt in der Evangelischen Archivstelle in Boppard, fand sich eine Eheordnung für die Synode Simmern von 1873. In der Proklamation finden sich folgende interessante Passagen (auszugsweise Wiedergabe): 2) Bei der Fürbitte im Gottesdienst sind die Ausdrücke “ehelich lediger Sohn”, “ehelich ledige Tochter”, ebenso wie die Worte “Herr, Fräulein, Jungfrau weg zu lassen. 10) Das Recht Widerspruch gegen die Trauung ein zulegen, ist nach der 3. Abkündigung nicht mehr möglich.

Trauung: 6) Bei Hochzeiten in der Passionszeit sind lärmende Störungen zu vermeiden. 7a) Die kirchliche Trauung ist zu verweigern, wenn nicht beide Verlobte getauft oder konfirmiert sind.

Anzumerken ist, das heute in der Evangelischen Kirche einige Veränderungen bei der kirchlichen Trauung eingetreten sind z.B. das es heute ausreichend ist, wenn einer der beiden Partner in der Evangelischen Kirche Mitglied ist und der Partner konfessionslos ist.