Die Bahnhofsmission in Düsseldorf

Bahnhofsmission, Mitarbeiterin mit Sammelbüchse und Spender mit Zigarre und Hut, vermutlich Hauptbahnhof Düsseldorf, Hans Lachmann, Schachtel Nr. 86: Bahnhof/Bahnhofsmission, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 6_000805

Ferienzeit – Reisezeit. Heute reist man mit dem Flugzeug in ferne, exotische Länder, ab den 1960ziger Jahren mit dem Zug an die Nordsee oder nach Bayern und Österreich. Heute bilden sich lange Menschenschlangen vor den Abfertigungsschaltern und vor den Gates im Flughafen, früher herrschte ein Gedränge vor den Fahrkartenschaltern des Bahnhofs und auf den Bahnsteigen der Fernverkehrszüge. Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. War der Reisende auf solche Verkehrsmittel angewiesen, konnte er in fremden, unbekannten Orten stranden. War es ein Bahnhof, war damals die Bahnhofsmission ein nahezu allen bekannter Anlaufpunkt: Hier wurde ihm geholfen, vor allem mit einer Tasse Kaffee aus der großen Thermoskanne oder mit einem Teller Erbsensuppe. Ging der Koffer verloren, half sie mit Kleidung aus. Nicht nur das: Die zumeist ehrenamtlichen Helfer unterstützten behinderte Zugreisende, aus- und einzusteigen, sorgten dafür, dass Senioren mit ihrem Gepäck den richtigen Zug nahmen, begleiteten alleinfahrende Kinder und Kindergruppen zu den Ferienorten. Und Heiligabend sorgten sie dafür, dass sozial benachteiligte Personen gemeinsam feiern konnten. Finanziell blieben sie weitgehend auf sich gestellt. Ihre Arbeit war auf Spenden angewiesen.

  • Bahnhofsmission, Banner "Bahnhofsmission hilft! Helfen Sie uns helfen!", Hans Lachmann, Schachtel Nr. 86: Bahnhof/Bahnhofsmission, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 6_000805

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Karlheinz Brust, Siegelzeichner der Rheinischen Kirche

Karlheinz Brust, aus Kirn; Siegelzeichner, Foto: privat;

Im Siegelbestand des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland befinden sich 47 Kirchensiegel des Künstlers Karlheinz Brust. Das Kirchensiegel von Bergen habe ich ausgewählt, weil es im Siegelbild wesentliche Bezugspunkte der Kirchengemeinde zeigt. Die Kirchengemeinde Bergen bestand 1973 zunächst auf einer Nachzeichnung des alten Siegelbildes, anstatt auf den Vorschlag von Karlheinz Brust einzugehen, ein neues Siegelbild zu wählen, das der Siegelordnung der Rheinischen Kirche eher entspricht. Deswegen führte Karlheinz Brust einen Schriftwechsel mit Archivrat Walter Schmidt. Walter Schmidt schrieb daraufhin dem Presbyterium der Gemeinde, dass sie im “Benehmen mit dem Grafiker eine Neugestaltung des Siegelbildes” vornehmen sollte. Meinungsverschiedenheiten wegen alter Siegelbilder gab es mit einigen Kirchengemeinden. Walter Schmidt übte häufig Kritik an alten Siegelbildern. In den Siegelakten der EKiR finden sich dementsprechend “Klartexte” von Walter Schmidt, in denen er sein Missfallen über alte Siegelbilder gegenüber den Kirchengemeinden zum Ausdruck bringt. Weiterlesen

Reformationsansprache 1916/1917

Reformationsansprache, aus Bestand: AEKR Boppard Sammlung R. W. Schmidt (unverzeichnet)

In der noch nicht vollständig erschlossenen Sammlung von Dr. R.W. Schmidt in der Evangelischen Archivstelle in Boppard, fand ich bei der Durchsicht folgendes Dokument des Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss zu Berlin. In dieser Reformationsansprache an die Gemeinden beim bevorstehenden Jahreswechsel 1916 / 1917 findet sich auch der Bezug auf den 1. Weltkrieg, der 1918 erst zu Ende war und den Deutschland bekanntlich verloren hat, der Satz: „Noch wissen wir nicht, ob das beginnende Jahr uns den Frieden bringt, der eine umfassendere Feier gestattet…”. Das dem nicht so war ist bekannt.

 

 

Henk Schilling, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Henk Schilling, Foto: Familie Schilling

Henk Schilling, Grafiker, Glasfenstergestalter, Siegelzeichner, geboren am 7. November 1928, gestorben am 24. Februar 2005.

Im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland sind 22 Siegel von Henk Schilling vorhanden. Nachfolgend eine Auswahl an Siegeln und Biografie von Tochter Miriam Schilling mit Erläuterungen zum künsterlischen Werden und Wirken Schillings:

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Goldene Worte zu Weihnachten

Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland wünscht allen Nutzern und Freunden des Archivs fröhliche und gesegnete Weihnachten!

aus Bestand: 8SL 049 Plakatsammlung, Nr. 1833

In diesem Jahr tun wir das mit einem Plakat aus der Serie der Goldenen Worte aus dem Jahr 1957 mit einem Zitat des württembergischen Theologen Karl Heim (1874-1958).
Heim ist vor allem für seine philosophische Auseinandersetzung mit Naturwissenschaft und Theologie bekannt, die er in seinem mehrbändigen Werk “Der evangelische Glaube und das Denken der Gegenwart” niedergelegt hat. Ein Thema, dass auch 60 Jahre später noch aktuell ist.

Bei der Gestaltung des Plakats blieben die Herausgeber ihrer Philosophie treu und verzichteten auf aufwendige Grafikelemente, um das Wort in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr zur Serie und zu den Goldenen Worten in der Plakatsammlung unseres Archivs finden Sie hier. Die Serie erscheint bis heute im Kreuz Verlag.

Herbert Westphal, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Siegel der Kirchengemeinde Mettmann, 1969, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 038 (Siegelsammlung)

Herbert Westphal, Graphiker und Siegelzeichner, geboren am 8. Mai 1922 und  gestorben am 13.Juni 1985 in Solingen-Höhscheid. Er hat für zahlreiche Kirchengemeinden Kirchensiegel gezeichnet. Der Schwerpunkt seiner grafischen Arbeiten liegt in seiner Heimatstadt Solingen. Im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland sind 57 von ihm entworfene Kirchensiegel rheinischer Kirchengemeinden überliefert.

Herbert Westphal hatte 1982 seinen Lebenslauf anlässlich einer Ausstellung „6000 Jahre Siegelkunst der Stadt Solingen“ im Jahr 1982 wie folgt formuliert:

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Hinweis: Archiv der Friedensinitiative Rhein-Hunsrück im Landeshauptarchiv Koblenz

Friedensbewegung auch von vielen evangelischen Christen getragen

In der Ausgabe Nr. 62/2017 (S. 12-13) berichtet “Unsere Archive – Mitteilungen aus den Rheinland-Pfälzischen und Saarländischen Archiven” über die Erschließung des Bestandes der “Friedensinitiative Rhein-Hunsrück (FI) – Verein für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V.” (Bestand 661,053). Über die Übergabe der Sammlung hatte das Landeshauptarchiv bereits im April 2016 informiert . Die Verzeichnung des Bestandes konnte bereits abgeschlossen werden, wie im Gemeinschaftsblog der Archive in Rheinland-Pfalz und Saarland im Juni 2017 berichtet wurde. Die Archivalien dokumentieren die Aktivitäten der 1979 gegründeteten Friedensinitiative, die sich vor allem gegen die atomare Aufrüstung auf dem Hunsrück richteten. Stark engagiert hat sich neben vielen weiteren Christen das Pfarrerehepaar Jutta und Karl-August v. Dahl aus Bell, das sich mit für die Sicherung der Dokumente im Landeshauptarchiv eingesetzt hatte. Die Archivalien unterliegen keiner Sperrfrist und können bereits für die Forschung genutzt werden.

Auch im Landeskirchlichen Archiv werden Archivalien zur Geschichte der Friedensbewegung verwahrt: So werden die Aktivitäten der frühen Bewegung gegen die Wiederaufrüstung und die atomare Bewaffnung z.B. in den Nachlässen der Pfarrer Kurt Essen und Dietrich Linz überliefert. Die Beschäftigung der Landeskirche mit dem Thema in den 1970er und 1980er Jahren dokumentieren die Archivalien des Bestandes 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten) Nr. 3088 bis 3121.

Was bleibt vom Predigerseminar Bad Kreuznach?

Betonverglaste Fensterleiste von Hanns Pastor in der Kapelle des Predigerseminars Bad Kreuznach (Foto: © Günter Perplies), aus Bestand: AEKR Boppard 2LR 041B (Predigerseminar Bad Kreuznach), Nr. 172.

Hanns Pastor, ein Pionier der abstrakten Kunst der 1950er und 1960er Jahre, hätte 2017 seinen 100. Geburtstag feiern können. Der Aachener Galerist Günter Perplies, ein Freund Hanns Pastors aus dessen letzten Lebensjahren, hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, das Werk des Künstlers zu dokumentieren. Seine Recherchen führten ihn auch in die Evangelische Archivstelle Boppard. Weiterlesen

Ein Kirchenlied als mutiges Bekenntnis

Maschinenschriftliche Abschrift des Schreibens der NSDAP-Ortsgruppe Kastellaun an die Kreisleitung in Simmern vom 23. Dezember 1933, aus Bestand: AEKR Boppard 4KG 050B (Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf), Nr. 15, Akte 06-7.

Der Kirchenkampf in der Zeit des Nationalsozialismus spaltete viele evangelische Kirchengemeinden. Auch durch die evangelische Gemeinde in Kastellaun im Hunsrück ging nach der nationalsozialistischen Machtergreifung ein Riss. 1933 bildete sich eine Ortsgruppe der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“, der vor allem das Verhalten des seit 1925 amtierende Pfarrers Edmund Kottje ein Dorn im Auge war.

Kottje wurde nicht müde, seine Ablehnung des Nationalsozialismus und der deutschchristlichen Theologie öffentlich und insbesondere in seinen Predigten deutlich kund zu tun. Mit klaren Worten kritisierte er Antisemitismus und Führerkult und ließ zum Reformationstag des Jahres 1933 seine Gemeinde das Lied „Geist des Glaubens, Geist der Stärke“ von Philipp Spitta singen. Dieses 1833 entstandene Lied prangert in einer Strophe die „den Götzen dieser Zeit“ huldigende „verführte blinde Menge“ an – vor dem Hintergrund der kirchenpolitischen Situation hundert Jahre später war das Singen genau dieses Verses eine unverhohlene und mutige Kritik am NS-Regime und der Ideologie der Deutschen Christen. Postwendend wurde Kottje denunziert, doch stand der größere Teil seiner Gemeinde hinter ihm. Er unterstützte weiterhin jüdische Familien aus Kastellaun bei der Beschaffung von Papieren für die Ausreise und kam auch in denfolgenden Jahren immer wieder mit der NS-Justiz in Konflikt. Meist warf man ihm beleidigende Äußerungen gegenüber Hitler und seiner Politik vor. Zur Jahreswende 1939/40 wurde er für mehrere Wochen inhaftiert. Weiterlesen

Emotionaler Abschied von einer Glocke

Glockenabschied, Predigt von Johannes Hanke (1887-1958), 8.7.1917, erste Seite;
aus: 7NL 009

“Lieber Freund! Heute will jemand von uns Abschied nehmen, der 27 Jahre unserer Gemeinde treu gedient hat, nun aber auch des Königs Ruf folgen muß. Unsere Vaterunserglocke! Sie, die kleinste unserer 3 Glocken, ist für tüchtig befunden, ihre eherne Stimme in vielfachen Schrei aufgelöst über das Schlachtfeld erschallen zu lassen.Sie, die einsam soll hinein gezerrt werden ins nächste Schlachtgewühl. Sie, die dem Dienste Gottes gedacht war, soll mithelfen im sündengeborenen Streit der Völker dieser Erde. Sie, die wie mit Kinder Stimme freundlich und friedvoll, entsang im Chor ihrer großen Schwestern soll nun in andrer Gestalt Schmerzensschreie auslösen und Herzen zerreißen. Sie, die erhaben über den Raub der Erde mit ihrem Klang nur einziehen wollte in den Frieden der Ewigkeit, soll nun Tod und Verderben speien”

Mit diesen martialischen Worten beginnt die Predigt des Pfarrers Johannes Hanke am 8. Juli 1917 in Eckardtsheim, einer Zweiganstalt der von Bodelschwing’schen Anstalten Bethel. Weiterlesen