Vordigital – Arbeit in den 1950ziger und 1960ziger Jahren

Messerschleifer in einem Schleifkotten bei Solingen/Bergisches Land, Fotograf: Hans Lachmann, Schachtel Nr. 137: Arbeit, aus Bestand: AEKR 8Sl 046 (Bildarchiv), 7_002301

Man weiß es aus den eher beiläufigen Schilderungen der Eltern und Großeltern: In den 1950ziger und 1960ziger Jahren wurde viel und hart gearbeitet. Es fällt heute allerdings schwer, die enorme Arbeitsbelastung wie auch die zumeist bescheidenen Lebensumstände der Menschen in dieser Zeit des „Wiederaufbaus” im Nachkriegsdeutschland nachzuempfinden.

Der Fotograf Hans Lachmann, der in dieser Zeit die Gesellschaft in und um Düsseldorf im Sucher seiner Kamera hatte, führt uns die damalige Arbeitswelt vor Augen: Messerschleifer in gebückter Haltung an ihren Schleifmaschinen, Tankwart, Schmied, Fahrer einer Straßenwalze, Gerüstbauer, die ein Holzgerüst aufbauen, Arbeiter in einem Stahlwerk, ein KFZ-Mechaniker mit einem – aus heutiger Sicht – primitiven Messgerät an einem Motorblock, Werkzeugmacher, Schichtwechsel.

  • Evangelische Arbeiterkolonie Lühlerheim, Schmied, Fotograf: Hans Lachmann, Schachtel Nr. 137: Arbeit, aus Bestand: AEKR 8Sl 046 (Bildarchiv), 7_002345

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Sommeranfang: Die Urlaubszeit steht bevor

Tipps aus der kirchlichen Presse der 60er Jahre, wie es nicht geht

…aus heutiger Sicht so hoffnungslos konservativ-bürgerlich, dass es fast schon wieder charmant ist. Das Jahr 1968 mit seinen Befreiungsbewegungen wirkt hier noch Lichtjahre entfernt.

Artikel “Zu zweit im Urlaub”, in: Der Weg 29/1960, S.5

Zeitschriftenbestand des Archivs wird in der Zeitschriftendatenbank “ZDB” erschlossen

Das Archiv verfügt in seiner Dienstbibliothek über einen umfangreichen Bestand an Zeitungen, Zeitschriften, Serien und Jahrbüchern, die einem Zeitraum von mehr als 200 Jahren entstammen:

Zeitschriftenbestand des Archivs wird in der Zeitschriftendatenbank “ZDB” erschlossen. Die Recherche ist über den Katalog der Archivbibliothek möglich. http://www.archiv-ekir.de/

Bei den Zeitungen handelt es sich z.B. um Sonntagsblätter wie “Der Weg“, der die Gemeindeglieder von 1946 bis 2003 begleitet hat, seinen Vorgänger “Sonntagsgruß” (1921-1941) oder lokale Zeitungen wie “Kirchlicher Anzeiger der Ev. Gemeinde zu Düsseldorf” (ab 1857, später “Düsseldorfer Sonntagsblatt”, bis 1941).
Zu den Zeitschriften zählen z.B. “Frauenhilfe. Monatsblatt für kirchliche Frauen-Gemeindearbeit” (vorhanden ab 1906-1941), die “Monatsschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst” (1896-1941) oder “Rheinweiber. feministisch, engagiert, selbstbewusst, religiös” des damaligen Frauenreferats der Evangelischen Kirche im Rheinland (1898-2012).
Serien sind beispielsweise die Protokolle der rheinischen Provinzialsynoden (1835-1934, 1946), der Landessynoden (ab 1948) oder der verschiedenen Kreisssynoden (ab ca. 1820 handschriftlich, ab ca. 1850 gedruckt).
Jahrbücher gibt es in unserer Bibliothek im kirchlichen Bereich, wie das “Kirchliche Jahrbuch” (ab 1900, mit seinem Vorgänger “Theologisches Jahrbuch”, seit 1875), aber vor allem auch als Jahrbücher zur Geschichte von Landeskirchen (z.B. “Jahrbuch für Ev. Kirchengeschichte des Rheinlands“, mit Vorgängertiteln seit 1907), Regionen (z.B. “Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend“, ab 1956) oder Orten (z.B. “Essener Beiträge”, ab 1881).

Die Zeitschriftenbestände sind fast vollständig im Katalog unserer Bibliothek erschlossen. Neuerdings haben wir damit begonnen, unsere oben beschriebenen Bestände in der “Zeitschriftendatenbank (ZDB)” nachzuweisen. Diese ist die zentrale Rechercheplattform für Periodika in Deutschland und Österreich mit ca. 3.700 teilnehmenden Bibliotheken, 1.8 Mio. Titeln und 15 Mio. Besitznachweisen. Aus organisatorischen Gründen werden zunächst die Periodika erfasst, bei denen ohnehin Zugänge zu bearbeiten sind. Die Kollegen unserer Archivstelle in Boppard haben das für den dortigen Zeitschriftenbestand bereits weitgehend abschließen können.

Tagung der süddeutschen Kirchenarchive in Darmstadt

Am 4. und 5. Juni 2018 fand in Darmstadt die 27. Tagung der süddeutschen Kirchenarchive. Eingeladen hatte das Archiv der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, das ein interessantes, vielfältiges und manchmal auch kontroverses Programm zusammengestellt hatte.

In einem ersten Block ging es um aktuelle Themen aus der kirchenarchivischen Praxis. Zunächst gaben Siglind Ehinger (Stuttgart) und Holger Bogs (Darmstadt) einen Sachstandsbericht über ein Problemfeld, mit dem viele Kirchenarchive konfrontiert sind: Die Übernahme  unerschlossener und oft sehr umfangreicher Altregistraturen diakonischer Einrichtungen, deren archivische Bearbeitung im laufenden Dienstbetrieb nur sehr schwer zu bewältigen ist. Es folgte ein Überblicksreferat von Birgit Hoffmann (Wolfenbüttel) über den aktuellen Stand der Diskussion um das Strategiepapier der kirchlichen Archive und Bibliotheken. Im Anschluss daran führte Henning Pahl (Berlin) in die aktuelle rechtliche Situation nach Inkrafttreten des neuen EKD-Datenschutzgesetzes und der europäischen Datenschutz-Grundverordnung ein.

Der zweite inhaltliche Block war zwei Themen gewidmet, über die schon auf der letztjährigen Tagung in Speyer diskutiert und für die eine Vertiefung gewünscht worden war, nämlich Pfarrarchivpflege und Kooperation mit Ehrenamtlichen. Hannelore Schneider (Eisenach) sowie Udo Wennemuth und Johanna Wohlgemuth (beide Karlsruhe) gaben Praxisberichte über den Stand der Archivpflege in der mitteldeutschen und in der badischen Landeskirche. Insbesondere das badische Modell, bei dem mit von der Landeskirche finanzierten Projektstellen innerhalb von fünf Jahren sämtliche badischen Pfarrarchive erschlossen werden sollen, stieß auf großes Interesse, aber auch auf Skepsis hinsichtlich der Realisierbarkeit.

Den inhaltlichen Schlusspunkt der Tagung setzte Andreas Metzing (Boppard) mit einem Bericht über die Zusammenarbeit des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland mit genealogischen Vereinen. Das Konzept des Archivs der EKiR, als Gesellschafter des Kirchenbuchportals ARCHION seine Gemeindekirchenbücher grundsätzlich in diese Bezahlplattform einzustellen, aber sich gleichzeitig die Freiheit vorzubehalten, im überschaubaren Segment der Militärkirchenbücher auch Erfahrungen mit Open-Access-Lösungen (Zusammenarbeit mit dem Verein für Computergenalogie und dem Portal Matricula) zu sammeln, wurde ausgesprochen kontrovers diskutiert. Gerade in diesem Punkt verspricht die nächstjährige Tagung, die Anfang Juni 2019 von der Archivstelle Boppard ausgerichtet werden wird, Anlass für weitere Debatten zu werden.

Internationaler Tag der Archive am 9. Juni 2018

Bitte nicht verwechseln mit dem “Tag der Archive”, der unlängst mit zahlreichen Veranstaltungen bundesweit und natürlich auch in Düsseldorf stattgefunden hat. Der heutige Tag erinnert vielmehr an die Gründung des International Council on Archives (ICA) am 9. Juni 1948. Dieser versteht sich als Netzwerk zum fachlichen Dialog und zur Erhaltung des archivischen Kulturerbes weltweit.

Internationaler Tag der Archive, Thema: Archives Governance, Memory and Heritage, am 9. Juni 2018; Veranstaltet vom International Council on Archives

Seine Mitglieder verteilen sich auf 195 Staaten der Erde. Das Motto “Archives: Governance, Memory and Heritage” ist zugleich Thema der ICA Konferenz 2018, die im November in der Hauptstadt Kameruns Yaoundé stattfinden wird.

Unser Archiv nun ist -wie wir wenigstens hoffen und woran wir stetig arbeiten- kein Saftladen, wohl aber ein SAFT-Archiv. Innerhalb des ICA gehört es nämlich als Mitglied der “Section for Archives of Faith Instititutions – SAFT” an.

siehe auch:
Archivalia Beitrag: Happy International Archives Day!
Twitter-Tweets : #IAD18
Instagram-Posts: #IAD18
Facebook-Posts: #IAD18

Aktueller Sachstand beim Archivportal NRW

Warten auf Godot oder Prinzip Hoffnung? Irgendwo zwischen Samuel Beckett und Ernst Bloch bewegt sich die Erwartungshaltung aller Archive in Nordrhein-Westfalen, die auf den Relaunch des Portals archive.nrw.de warten. Dieser wird sich nach der jüngsten Mitteilung der Projektgruppe weiter verzögern.

Dies ist umso bedauerlicher, als das Portal ja als Aggregator für die Weiterleitung von Daten an das Archivportal-D und im Archivportal Europa dienen soll. Einen vollständigen Überblick über alle Findmittel des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland zumindest im PDF-Format bietet daher z. Zt. nur die Homepage des Archivs.

Kunst und protestantische Kirche während des Nationalsozialismus

Unter diesem Titel veranstaltet die Evangelische Akademie Loccum am 15. – 17. Juni 2018 eine Tagung zum Umgang mit kirchlichem Kunstgut aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die Hakenkreuzglocken, die den öffentlichen Diskurs der letzten Monate bestimmt haben, bilden dabei nur eine Facette. Die Leitfragen der Tagung lauten:

Was ist zu tun, um systematisch die Basis einer Aufarbeitung von Kunstgut in protestantischen Kirchen bereit zu stellen (Inventarisierung; Überblick über verlorengegangene Kunstwerke; Provenienzfragen)?

Unter welchen Bedingungen und in welchen politischen und institutionellen Zwängen wurde Kunst produziert?

Was kann man aus der Analyse von „schwierigen Fällen“ für die vielerorts noch ausstehende Deutungsarbeit gewinnen?

Was kann man von den Herausforderungen und Schwierigkeiten der Aufarbeitung in anderen Institutionen lernen?

Welches sind die nächsten Schritte und Verfahren auf dem Weg zu einer sachgerechten Aufarbeitung von Kunstgut im Raum der protestantischen Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus?

Das vollständige Programm und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Bestände zur rheinischen Diakoniegeschichte zugänglich gemacht

Dr. Otto Ohl, Geschäftsführender Direktor des Rheinischen Provinzialausschusses für Innere Mission, 1957, Fotograf: Hans Lachmann, aus Bestand: AEKR 8SL 046 (Bildarchiv), 011_0084

Interessieren Sie sich z. B. für soziale Hilfsmaßnahmen während der Weltwirtschaftskrise, die Kinderlandverschickung im Zweiten Weltkrieg oder die Betreuung weiblicher Jugendlicher aus der SBZ nach 1945? Dann werden Sie fündig in der Registratur von Otto Ohl, der von 1912 bis 1963 als Geschäftsführer des Rheinischen Provinzialausschusses für Innere Mission in Langenberg amtierte.

Über den Schreibtisch dieses begnadeten Netzwerkers liefen für ein halbes Jahrhundert alle Korrespondenzen zu den Anstalten und Heimen der Inneren Mission im Rheinland ebenso wie die vielfältige Vereinsarbeit im sozialen und diakonischen Bereich. Das Findbuch zum “Bestand Ohl” mit nicht weniger als 2347 Verzeichnungseinheiten ist nun online gestellt worden. Weiterlesen

Alle Jahre wieder… gestern fand der Schriftgutverwaltungslehrgang statt

Schriftgutverwaltungslehrgang des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland im Haus der Landeskirche, 15.5.2018

Wie auch in den vergangenen Jahren nahmen sich gestern wieder 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zeit, um sich einen Tag lang dem  Thema der Schriftgutverwaltung zu widmen. Dabei waren Verwaltungsmitarbeitende aus Kirchengemeinden und -kreisen, sowie ehrenamtliche Archivmitarbeiter. Trotz sehr unterschiedlicher Voraussetzungen in ihrem jeweiligen Institutionen, waren alle einhellig der Meinung, dass dieses wichtige Arbeitsgebiet häufig stark unterschätzt wird. Der Lehrgang konnte da hoffentlich ein wenig Rüstzeug an die Hand geben!

Archivtag Rheinland-Pfalz/Saarland

Teilnehmer bei der Gruppenarbeit/Diskussion, Archivtag Rheinland-Pfalz, Saarland am 14. Mai 2018 im Kommunikationszentrum der Stadt Neunkirchen.

Am 14. Mai 2018 fand im Kommunikationszentrum der Stadt Neunkirchen im Saarland der Archivtag Rheinland-Pfalz statt. Der Archivtag wurde von dem Oberbürgermeister eröffnete und von Dr. Linsmayer vom Landesarchiv Saarbrücken. Prof. Glauert vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam referierte über die Archivbenutzung – Entwicklung, Perspektiven und Grenzen.  Als nächstes wurde über die  Benutzerpflichten und den Benutzerservice gesprochen und auch diskutiert. Nach der Mittagspause wurden die ca. 70 Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Im ersten Workshop ging es um Benutzergruppen und Benutzerbetreuung und den Umgang mit komplizierten Benutzern. Im zweiten Workshop ging es um über die rechtlichen Aspekte der Benutzung von Archivalien und der Schutzfristen gesprochen.  Anschließend gab es eine Zusammenfassung der Ergebnisse mit Diskussion. In der daran folgenden aktuellen Stunde wurde auch über die Arbeitsgemeinschaft Bestandserhaltung in Rheinland-Pfalz gesprochen. Das Programm mit den Referenten und zum Teil den Vorträgen, kann künftig im Gemeinschaftsblog der rheinland-pfälzischen und saarländischen Archive nachgelesen werden.