Fotos und Filme in Archiven: neue Ausgabe der “Archivpflege in W-L” ist online

Heft 87 (2017) (vergrößerte Bildansicht wird geöffnet)Druckfrisch erschienen ist die neue Ausgabe “Archivpflege in Westfalen Lippe” Heft 87 / 2017   mit Beiträgen vom Westfälischen Archivtag in Hamm (März 2017) zum Thema Fotos und Filme in Archiven.
Zurecht kritisieren Paul Klimpel und Fabian Rack die Haltung öffentlicher Archive gegenüber Open-Access sowie die Behinderung der Nutzung gemeinfreier Werke : “Was gemeinfrei ist, muss gemeinfrei bleiben. Über die Unzulässigkeit einer vertraglichen Verlängerung urheberrechtlicher Monopolrechte durch öffentliche Archive” ( S. 39-43);

Wie Open-Access und gemeinfrei funktionieren kann, wurde nachfolgend am Beispiel des Landeskirchlichen Archivs in Düsseldorf aufgezeigt: Soziale Netzwerke: mehr als posten, twittern und bloggen? Möglichkeiten und Chancen bei der Erschließung und Präsentation von Fotos (S. 44-47);

weitere Infos Zu diesem Thema im Web :

Reformationsjubiläum 1917: Ankündigung von Festgottesdiensten

Festgottesdienste zum 400jährigen Reformationsjubiläum in Düsseldorf, S. 515 in: Düsseldorfer Sonntagsblatt, kirchlicher Anzeiger der evangelischen Gemeinden zu Düsseldorf, Nr. 43, 28. Oktober 1917; Bibliothek ZK 065

Reformationsjubiläum in der Garnisonsgemeinde 1917, in: Düsseldorfer Sonntagsblatt, Nr. 43, S.511, AEKR Bibliothek ZK 065

Heute, am 28.Oktober 1917, stand der Ablauf des Reformationsjubiläums in Düsseldorf bereits fest.

Die Abschriften dieser Ankündigungen finden sich im Weltkriegsblog: 1914-1918: Ein rheinisches Tagebuch, sowie auch weitere Beiträge anderer rheinischen Archive.

Das Reformationsjubiläum 1917 in Weltkriegsblogs

Schier unaufhaltsam dräut das 500-jährige Reformationsjubiläum kommenden Dienstag heran. Das seit über drei Jahren mit Erfolg betriebene Gemeinschaftsblog “1914-1918: Ein rheinisches Tagebuch” ruft nun die beteiligten Archive dazu auf, die Präsenz der entsprechenden Feiern am 31. Oktober 1917 in den Blick zu nehmen: Welche Schichten der zunehmend kriegsmüden Bevölkerung wurden überhaupt erreicht, wie und worüber wurde berichtet? Die entsprechenden Quellenzeugnisse sollen bis zum 11.11.2017 veröffentlicht werden.

Den Aufruf sowie ein Beispiel aus dem gutsituierten bürgerlichen Düsseldorf finden Sie bei den Kollegen von augias.net.

Ein Kirchenlied als mutiges Bekenntnis

Maschinenschriftliche Abschrift des Schreibens der NSDAP-Ortsgruppe Kastellaun an die Kreisleitung in Simmern vom 23. Dezember 1933, aus Bestand: AEKR Boppard 4KG 050B (Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf), Nr. 15, Akte 06-7.

Der Kirchenkampf in der Zeit des Nationalsozialismus spaltete viele evangelische Kirchengemeinden. Auch durch die evangelische Gemeinde in Kastellaun im Hunsrück ging nach der nationalsozialistischen Machtergreifung ein Riss. 1933 bildete sich eine Ortsgruppe der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“, der vor allem das Verhalten des seit 1925 amtierende Pfarrers Edmund Kottje ein Dorn im Auge war.

Kottje wurde nicht müde, seine Ablehnung des Nationalsozialismus und der deutschchristlichen Theologie öffentlich und insbesondere in seinen Predigten deutlich kund zu tun. Mit klaren Worten kritisierte er Antisemitismus und Führerkult und ließ zum Reformationstag des Jahres 1933 seine Gemeinde das Lied „Geist des Glaubens, Geist der Stärke“ von Philipp Spitta singen. Dieses 1833 entstandene Lied prangert in einer Strophe die „den Götzen dieser Zeit“ huldigende „verführte blinde Menge“ an – vor dem Hintergrund der kirchenpolitischen Situation hundert Jahre später war das Singen genau dieses Verses eine unverhohlene und mutige Kritik am NS-Regime und der Ideologie der Deutschen Christen. Postwendend wurde Kottje denunziert, doch stand der größere Teil seiner Gemeinde hinter ihm. Er unterstützte weiterhin jüdische Familien aus Kastellaun bei der Beschaffung von Papieren für die Ausreise und kam auch in denfolgenden Jahren immer wieder mit der NS-Justiz in Konflikt. Meist warf man ihm beleidigende Äußerungen gegenüber Hitler und seiner Politik vor. Zur Jahreswende 1939/40 wurde er für mehrere Wochen inhaftiert. Weiterlesen

Emotionaler Abschied von einer Glocke

Glockenabschied, Predigt von Johannes Hanke (1887-1958), 8.7.1917, erste Seite;
aus: 7NL 009

“Lieber Freund! Heute will jemand von uns Abschied nehmen, der 27 Jahre unserer Gemeinde treu gedient hat, nun aber auch des Königs Ruf folgen muß. Unsere Vaterunserglocke! Sie, die kleinste unserer 3 Glocken, ist für tüchtig befunden, ihre eherne Stimme in vielfachen Schrei aufgelöst über das Schlachtfeld erschallen zu lassen.Sie, die einsam soll hinein gezerrt werden ins nächste Schlachtgewühl. Sie, die dem Dienste Gottes gedacht war, soll mithelfen im sündengeborenen Streit der Völker dieser Erde. Sie, die wie mit Kinder Stimme freundlich und friedvoll, entsang im Chor ihrer großen Schwestern soll nun in andrer Gestalt Schmerzensschreie auslösen und Herzen zerreißen. Sie, die erhaben über den Raub der Erde mit ihrem Klang nur einziehen wollte in den Frieden der Ewigkeit, soll nun Tod und Verderben speien”

Mit diesen martialischen Worten beginnt die Predigt des Pfarrers Johannes Hanke am 8. Juli 1917 in Eckardtsheim, einer Zweiganstalt der von Bodelschwing’schen Anstalten Bethel. Weiterlesen

Vorgestellt: Ingrid Drobny, Siegelzeichnerin der Evangelischen Kirche im Rheinland

Ingrid Drobny,  geboren am 24. Februar 1935, Foto: Website Drobny Design

Ingrid Drobny ist eine vielseitige Grafikerin, u. a. hat sie in den Jahren 1952-2010 Kirchensiegel für rheinische Kirchengemeinden gezeichnet.

Im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland liegen aus dieser Zeit 22 Siegel vor.

Für das Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland beantwortet Ingrid Drobny Fragen zur grafischen Gestaltung von Kirchensiegeln und zur Siegelordnung:

 

 

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Glockengießer

Erschienen im Heft „Musik und Kunst“ 20. Jahrgang, 1950 September/Oktober

Konkurrenz oder Mitanbieter, diese Frage stellt sich einem, wenn man die Werbung der Glockengießer in der Veröffentlichung des Heftes „Musik und Kunst“ 20. Jahrgang, 1950 September/Oktober sieht. Dort werben 12 Hersteller von Bronzeglocken um Kunden. In diesen Anzeigen findet man auch Hinweise auf weitere Produkte, die diese Firmen produzieren: dazu zählen Läutewerke, Glockenstühle und Turmuhren.

Das Kreuz mit der deutschen Kurrentschrift (Teil II)

Vor knapp zwei Jahren haben wir hier über die ersten Versuche einer automatisierten Erkennung älterer Handschriften berichtet. Hierzu wurde das Tool Transkribus entwickelt. Nun wird zur ersten Transkribus User Conference eingeladen, die am 2.-3. November 2017 in Wien stattfinden wird. Die Tagung wird ausgerichtet von der EU-Initiative READ (Recognition and Enrichment of Archival Documents). Im Mittelpunkt steht das Feedback der Testnutzer der Software:

“The event will shed light on the latest technological advances in the fields of Automated Text Recognition, Layout Analysis, Writer Identification, Keyword Searching and Information Extraction.  It will also provide many opportunities for users to give feedback to Transkribus developers and ask questions about how automated processing can work on their documents.”

Es ist gut vorstellbar, dass in vielleicht zehn Jahren die Entzifferung und Transkription handschriftlicher Dokumente des 16.-20. Jahrhunderts wie selbstverständlich über solche Tools laufen wird.

Frauen in den Synoden

Landessynode in Bad Godesberg mit Präses Joachim Beckmann am Rednerpult 13.-18. Januar 1963, Foto: Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland, Hans Lachmann, Bestand: AEKR Düsseldorf 8 SL 046 (Bildarchiv), 10_19630113

Man vermutet es auch nicht anders: Frauen waren 1948 in kirchlichen Gremien stark unterrepräsentiert. Das Mitgliederverzeichnis der verfassungsgebenden Kirchenversammlung der Evangelischen Kirche in Deutschland vom 11. bis 13. Juli 1948 in Eisenach wies lediglich drei Frauen aus. Es war zu dieser Zeit und auch einige Zeit danach unüblich, daran muss man erinnern, dass verheiratete Frauen einer Berufstätigkeit nachgingen. Die drei Frauen, zwei Vikarinnen und eine Oberin, nahmen sich neben den 144 männlichen Personen, allesamt in leitenden kirchlichen Ämtern oder in Führungspositionen der Verwaltung und der Industrie, geradezu deplatziert aus. Es blieb auch 1949 dabei. Im Kreis der 120 Mitglieder der ersten Tagung der ersten EKD-Synode in Bethel vom 9. Bis 13. Januar 1949 fanden sich ebenfalls lediglich drei Frauen.

Auf dieses Missverhältnis machte die Oberkirchenrätin Dr. Elisabeth Schwarzhaupt, promovierte Juristin und Mitarbeiterin der Kanzlei der Evangelischen Kirche in Berlin, CDU-Mitglied und spätere Bundesministerin für Gesundheit, Oberkirchenrat Heinrich Held, Mitglied des Rates der EKD, im Namen der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland in dem besagten Jahr 1948 aufmerksam. Weiterlesen