König Friedrich Wilhelm von Preußen bittet um Spende für die Brandopfer in Hamburg

Kollektenaufruf König Friedrich Wilhelm von Preußen für die Abgebrannten in Hamburg 9. Mai 1842, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet;

In der Zeit vom 5. Bis 8. Mai gab es einen großen Stadtbrand in Hamburg. In den damals erschienenen Berichten ist zu lesen, dass die Nikolaikirche, die Petrikirche und die Gertrudenkapelle abgebrannt waren. Nach dem Brand wurden nur die Petrikirche und die Nikolaikirche wieder aufgebaut. Es wurden mehr als 4000 Wohnungen und Speicher zerstört und 20000 Menschen obdachlos.

Am 9. Mai 1842 erließ der König Friedrich Wilhelm von Preußen einen Aufruf, dass in sämtlichen Kirchen und Gemeinden seiner Staaten eine Kollekte für die Brandopfer in Hamburg einzusammeln sei. Die Königliche Regierung, Abteilung des Inneren in Koblenz erinnerte in dem gleichen Schreiben daran, das in den „schlechten“ Jahren 1816/17 eine Unterstützung für die hiesigen Bezirke durch die Hamburger Einwohner erfolgte.

Wie kämpften die Feuerwehrleute 1842 gegen den Großen Brand? Siehe hierzu der NDR Beitrag.

Archivische Kriegsvorbereitung in der Grenzregion

Rundschreiben des Evangelischen Konsistoriums der Rheinprovinz vom 8. Mai 1939 betr. Sicherung kirchlicher Archive im Kriegsfall. Aus Bestand 8SL 055B (Sammlung Anordnungen-Rundschreiben-Merkblätter).

Schon Monate bevor am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg begann waren die Vorbereitungen auf den Waffengang angelaufen. Von kirchlichen Stellen war dabei frühzeitig auch der Archivalienschutz in den Blick genommen worden, insbesondere in den Grenzregionen Deutschlands. Das Evangelische Konsistorium der Rheinprovinz traf bereits im Mai 1939 Vorkehrungen für die Sicherung der kirchlichen Archive im Kriegsfall.

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Ein Blick in die eigene Vergangenheit

Titelblatt Der WEG, Nr. 36/ 1979, 9.9.1979; aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek ZK70

Die Titelseite der Ausgabe vom 9. September 1979 widmeten die Herausgeber der Kirchenzeitung Der WEG einem Artikel über die Landeskirchlichen Archive in Bielefeld und Düsseldorf. Darauf zu sehen ist der westfälische Landesarchivrat Dr. Hans Steinberg in einem Archivmagazin in Bielefeld.

In einem doppelseitigen Artikel werden die Archive in Bielefeld und Düsseldorf näher vorgestellt. 530 laufende Regalmeter umfassten die Bestände im Düsseldorfer Archiv  damals. Heute sind es mehr als 7000. Ein Teil davon lagert mittlerweile in einem Außenmagazin in Moers. Neben Archivdirektor Dr. Dietrich Meyer waren damals noch ein Bibliothekar und eine Sekretärin für die Betreuuung der Unterlagen zuständig.Heute sind alleine am Düsseldorfer Standort außer Archivleiter Dr. Stefan Flesch noch fünf Mitarbeiter beschäftigt.
(Ganzer Artikel: DerWEG36_1979_Archivartikel)
Vieles hat sich in den beinah 40 Jahre verändert, das Ziel archivischer Arbeit ist aber gleich geblieben: Weiterlesen

„Büchergabe“: Die rheinische Landeskirche förderte die Beschaffung theologischer Literatur für ihre Vikare

Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare nach 1950; aus Bestand: 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten 1), Az. 12-10-05

Zu dem hier abgebildeten Exlibris erhielt das Landeskirchliche Archiv eine Anfrage. Das Motiv ist uns bekannt, d.h. es befindet sich ein Digitalisat in unserem Bildarchiv (Bestand 8SL 046). Jedoch fehlen dort weitere Angaben zum Hintergrund der genannten „Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare“. Ich habe in unserem Archivbestand 1OB 017 (Sachakten Landeskirchenamt I) Az. 12-10-5, Bd. 1, Vorgänge zur Einführung der Bücherbeihilfe für Vikare ermitteln können.

Ins Vikariat werden angehende Pfarrer und Pfarrerinnen nach dem bestandenen ersten theologischen Examen, das die unversitäre Ausbildung abschließt, eingewiesen. Sie werden in der Regel in einer Kirchengemeinde eingesetzt und erhalten eine(n) der dortigen Pfarrer oder Pfarrerin als Mentor(in). Weiterlesen

Walter Sauer, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Sauer Walter, Düsseldorfer Grafiker Kirchensiegel, Foto um 1980 von Inge Sauer (Privatbestand);

Siegel sind kleine Kunstwerke“

Walter Sauer war ein Düsseldorfer Grafiker, Produktgestalter und Maler, der neben innovativen Entwicklungen im Bereich des Industrie-Designs auch zahlreiche neue Kirchensiegel für die Evangelische Kirche im Rheinland entworfen hat. Sein Talent für klare Formgebung führte zu einer Neugestaltung von Zeichen und Siegeln, die der traditionellen Gattung ein ebenso modernes wie zeitloses Erscheinungsbild gaben. Walter Sauer war  an der Siegelordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland beteiligt, indem er dem Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland Vorschläge für die Formulierung der Siegelordnung unterbreitete. Er arbeitete in diesem Bereich eng mit Archivrat Walter Schmidt zusammen.

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Erhebung von Kirchensteuern

Mahnung zur Entrichtung der Kirchensteuer, Ev. Kgmde Waldlaubersheim, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet

Bei der Durchsicht der Sammlung I Vordrucke (angelegt von Dr. Schmidt; unverzeichnet) fand ich folgende Kirchensteuerzettel der Evangelischen Kirchengemeinde Waldlaubersheim, die heute zum Kirchenkreis an Nahe und Glan gehört. Der Vordruck mit der Mahnung zur Zahlung der Kirchensteuer stammt offensichtlich aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik, da dort die Bezeichnung RM für Reichsmark verwendet wurde. Die Verwendung des anderen ist wiederum nach der Gründung der Bundesrepublik zu vermuten, da dort schon die Bezeichnung DM für Deutsche Mark aufgedruckt wurde. Die Kirchensteuer im heutigen Sinn führte Preußen mit dem Gesetz, betreffend die Erhebung von Kirchensteuern für die evangelischen Gemeinden 1905 und 1906 ein. Das staatliche Hoheitsrecht wurde zunächst nicht allen Kirchengemeinden gegeben und sollte auch kein Recht auf Dauer sein. Weiterlesen

Goldene Worte zu Ostern

Plakat mit Osterbotschaft von Christoph Blumhardt 16.4.1987, aus Bestand: AEKR Düsseldorf     8 SL 049 (Plakatsammlung) Nr.1938, © Herder Verlag

Wir wünschen allen Nutzern und Freunden des Archivs fröhliche und gesegnete Ostern!

In diesem Jahr tun wir das mit Worten des württembergischen Theologen Christoph Blumhardt (1842-1919), festgehalten auf einem Plakat der Serie Goldene Worte aus dem Jahr 1987. Blumhardt war ein Vertreter der religiös-sozialen Bewegung und schon zu Lebzeiten bekannt für seine wortgewaltigen Predigten. Seine Hinwendung zum Sozialismus und der Eintritt in die SPD führten aber dazu, dass er sein Pfarramt aufgeben musste.
Heute erfahren die geistlichen Einflüsse Blumhardts weitreichende Würdigung. Die EKD gedenkt seiner am 2. August.

Bei der Gestaltung des Plakats blieben die Herausgeber ihrer Philosophie treu und verzichteten auf aufwendige Grafikelemente, um das Wort in den Mittelpunkt zu stellen. Mehr zur Serie und zu den Goldenen Worten in der Plakatsammlung unseres Archivs finden Sie hier. Die Serie erscheint bis heute im Kreuz Verlag.

„Läuterungszeit“ vor 100 Jahren: Eine Passionspredigt in der Jerusalemer Erlöserkirche 1917

Sachsse, Carl, Lic., *08.11.1889, Pfarrer Kgm. Oberwinter, Superintendent, Kirchenrat. Foto: Atelier Schmidt, Bonn; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 011_0044SachseCarl

Der junge rheinische Theologe Carl Sachsse (1889-1966) hatte im Oktober 1913 sein erstes Examen bestanden. 1915 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Bewandert in der türkischen Sprache, legte er 1916 am orientalischen Seminar in Berlin die Dolmetscherprüfung ab und wurde im September dieses Jahres mit dem neugebildeten deutschen Asien-Korps an die Sinaifront verlegt. Dort brachte er es in der Armee-Kraftwagenkolonne 708 bis zum Vizefeldwebel.

In Absprache mit seinen militärischen Vorgesetzten und dem evangelischen Propst zu Jerusalem hielt er aber auch regelmäßig Feldgottesdienste sowie Truppengottesdienste in der 1898 von Wilhelm II. eingeweihten Erlöserkirche in Jerusalem.

Im Archiv der EKiR hat sich ein kleiner Fundus von acht seiner Kriegspredigten 1917-18 erhalten (8SL 045, Nr. 472). Sie sind ein seltenes Zeugnis für die geistliche Truppenbetreuung an diesem wenig erforschten Frontabschnitt des Ersten Weltkrieges. Sachsses Predigt aus der Passionszeit 1917 sei hierfür näher untersucht. Weiterlesen

Tipp: sehenswerte Ausstellung „Der geteilte Himmel“ in Essen

Seit Montag den 3. April 2017 ist sie nun bereits schon eröffnet – die Sonderausstellung „Der geteilte Himmel“ des Ruhr Museums auf Zollverein in Essen. Die Ausstellung beleuchtet, laut Museumsdirektor Heinrich Theodor Grütter (Video WDR Lokalzeit Ruhr), das interkonfessionelle Leben von über 250 verschiedenen Religionsgemeinschaften im Ruhrgebiet. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Themen „Frömmigkeit“, „Heilige Schriften“, „Lebenssituationen“, „Tod und Jenseits“ oder „Propaganda und Toleranz“.

Gerhard Tersteegen Blubrief 1724 – Meinem Jesu, Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 80040_03

Gezeigt werden erstmals über 800 kulturhistorische Exponate aus Museen, Kirchen, Bibliotheken und Archiven. Darunter befinden sich, neben dem Blutbrief Gerhard Tersteegens (1724), auch 13 weitere Quellen aus den Beständen des Landeskirchlichen Archivs in Düsseldorf.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 31. Oktober 2017
weitere Informationen zur Ausstellung

Kirchen- und Gemeindeaufbau in der Diaspora

Baustein zum Bau des am 7. November 1954 eingeweihten evangelischen Gemeindehauses in Weißenthurm, aus Bestand: AEKR Boppard 3MB 009B (Kirchenkreis Koblenz II), Nr. 25

Der nordwestlich von Koblenz am unteren Mittelrhein gelegene Ort Weißenthurm ist tiefste evangelische Diaspora. In dem im 17. Jahrhundert gegründeten kurtrierischen Ort ließen sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Evangelischen nieder und wurden der Kirchengemeinde Andernach zugeordnet. Anfang der 1950er Jahre wuchs die Zahl der evangelischen Gemeindeglieder jedoch so stark an, dass man den Bau eines eigenen Gemeindehauses in Weißenthurm plante. Zur Finanzierung des Projekts mit einem Gesamtkostenaufwand von 160.000 DM war die Gemeinde auf die Unterstützung ihre Mitglieder angewiesen. Das Presbyterium zeigte sich dabei erfinderisch und gab „Bausteine“ in Form von Wertmarken aus, die man zum Preis von 1,- DM käuflich erwerben konnte. Am 7. November 1954 konnte das Gemeindezentrum nach kurzer Bauzeit feierlich eingeweiht werden. Die Altarbibel hatte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss gestiftet.

Fünf Jahre nach Einweihung des neuen Gemeindehauses hatte sich die Zahl der Evangelischen im Weißenthurm erneut so vergrößert, dass die Gemeinde zum 1. April 1959 selbständig wurde.