Über Uwe Hauth

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Reformationsansprache 1916/1917

Reformationsansprache, aus Bestand: AEKR Boppard Sammlung R. W. Schmidt (unverzeichnet)

In der noch nicht vollständig erschlossenen Sammlung von Dr. R.W. Schmidt in der Evangelischen Archivstelle in Boppard, fand ich bei der Durchsicht folgendes Dokument des Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss zu Berlin. In dieser Reformationsansprache an die Gemeinden beim bevorstehenden Jahreswechsel 1916 / 1917 findet sich auch der Bezug auf den 1. Weltkrieg, der 1918 erst zu Ende war und den Deutschland bekanntlich verloren hat, der Satz: „Noch wissen wir nicht, ob das beginnende Jahr uns den Frieden bringt, der eine umfassendere Feier gestattet…”. Das dem nicht so war ist bekannt.

 

 

Theologen im Quartett

Das Theologen-Quartett, ein Spiel der Evangelischen Verlagsanstalt in Leipzig

Der Besuch der Buchmesse dieses Jahr in Frankfurt, führte mich auch zu den Ständen der evangelischen Verlage. Die Evangelische Verlagsanstalt in Leipzig hatte ein Theologen-Quartett ausliegen, das man nach Rücksprache mitnehmen konnte. Ich fragte mich: „ Was mache ich mit einem Quartett?“ Zu Hause angekommen betrachtete ich dieses Kartenspiel mal genauer und stellte fest, dass es sehr interessant und lehrreich ist. Von dem Kirchenvater Tertullian geb. um 160 v. Chr. bis Gerhard Ebeling geb. 1912 werden insgesamt 48 Theologen vorgestellt.  

Die Abbildungen zeigen den Deckel der Verpackung und drei Karten. Der Text stammt aus der Beilage der Spielbeschreibung.

Theologen-Quartett von Wilfried Engemann

 

Glockengießer

Erschienen im Heft „Musik und Kunst“ 20. Jahrgang, 1950 September/Oktober

Konkurrenz oder Mitanbieter, diese Frage stellt sich einem, wenn man die Werbung der Glockengießer in der Veröffentlichung des Heftes „Musik und Kunst“ 20. Jahrgang, 1950 September/Oktober sieht. Dort werben 12 Hersteller von Bronzeglocken um Kunden. In diesen Anzeigen findet man auch Hinweise auf weitere Produkte, die diese Firmen produzieren: dazu zählen Läutewerke, Glockenstühle und Turmuhren.

Spruchkärtchen als Lesezeichen

Spruchkärtchen mit Bibelversen, die ehemals als Lesezeichen benutzt wurden. Bestand: AEKR Boppard Sammlung Dr. Schmidt (unverzeichnet)

Immer wieder finden sich in Büchern oder zwischen Archivalien Spruchkärtchen mit Bibelversen, die als Lesezeichen gedient haben. Bei den Texten auf diesen Kärtchen handelt es sich in der Regel um ein Zitat aus der Bibel oder eine Vers. Diese Kärtchen können aufwendig gestaltet sein und werden mit verschiedenen Drucktechniken hergestellt. Diese Kärtchen dienen der Erbauung, dem moralischen Zuspruch oder erinnern an ein Ereignis. Die hier abgebildeten Kärtchen befinden sich in der noch nicht verzeichneten Sammlung der Evangelischen Archivstelle Boppard, die von Dr. Schmidt angelegt wurde. In diesem Sammlungskonvolut finden sich auch noch Totenzettel und Kärtchen mit Bildnissen der katholischen Kirche.

Back to the roots – von Papier zu Stein

CC0 Public Domain/ Pixabay

Im September 1906, sendet die Königliche Regierung,  Abteilung für Kirche- und Schulwesen ein Schreiben an alle Gemeinden, das aufgrund der erstatteten Berichte, der letzten drei Jahre und die seither gemachten Erfahrungen, es der Förderung der Schreibens dient, wenn man von dem Schreiben auf der Schiefertafel auf das Schreiben in Hefte umstellt.

 

Wegfall der Schiefertafel an Volksschulen, Koblenz 20.09.1906; aus Bestand: AEKR Boppard (Sammlung Dr. Schmidt), unverzeichnet.

Zuerst sollte der Wegfall der Schiefertafel für die Schüler der drei oberen Altersjahre erfolgen.Wo es aber die Verhältnisse gestatten, darf diese Anordnung schon vom Beginn des vierten Schuljahres ab durchgeführt werden. Auf den Schiefertafeln wurde mit einem Griffel geschrieben. Am dem Holzrahmen waren in der Regel eine Griffel- und eine Schwammdose angebracht. Die Benutzung der Schiefertafel war in früheren Zeiten dem Mangel an Papier geschuldet. Ebenso hat man mit Schwamm und Wasser eine einfache Möglichkeit Fehler wegzuwischen. Heute werden in einigen Grundschulen schon wieder Schiefertafel verwendet, da man festgestellt hat, das durch das Schreiben auf der Tafel die Schüler eine schönere Handschrift entwickeln und der Papierverbrauch rückläufig ist, da man alles wegwischen kann und die Fläche neu beschriften. Auf der einen Seite der Schiefertafeln waren Schreiblinien aufgemalt und auf der anderen Seite Karos für die Rechenaufgaben.

Wenn der Kirchenraum für Gottesdienstfeiern ausfällt …

… dann wird es “ÖKUMENISCH”!

AEKR Boppard 4KG 043B (Kirchengemeinde St. Wendel), Nr. 67

In dem Aktenbestand (AEKR 4KG 043B) der Evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel findet sich ein Schreiben des Pfarrers von St. Wendel an den Pater Prior Athanasius der Benediktinerabtei Tholey und den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates der Kirchengemeinde Tholey. Der frühere Pfarrer Gerhard Koepke, der Evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel bedankt sich 1983 in einem Brief an die beiden Empfänger für die Bereitstellung der Krypta der Abteikirche in Tholey. In dieser Krypta fanden im vierwöchigen Turnus der Gottesdienst für die Evangelischen im Raum Tholey/Theley statt. Diese Regelung dauerte bis zum Oktober 2011. In diesem Gemeindebrief ist zu lesen, dass von da an der Gottesdienst in das Freizeithaus St. Mauritius in Tholey verlegt wurde. Das war ein gutes ökumenisches Zusammenleben, dass 28 Jahre anhielt.

...  Eben Ökumene pur! 

Die Krypta der Abteikirche in Tholey (rechts unten)

Zu den Räumlichkeiten und Geschichte der Benediktinerabtei in Tholey hier>>

König Friedrich Wilhelm von Preußen bittet um Spende für die Brandopfer in Hamburg

Kollektenaufruf König Friedrich Wilhelm von Preußen für die Abgebrannten in Hamburg 9. Mai 1842, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet;

In der Zeit vom 5. Bis 8. Mai gab es einen großen Stadtbrand in Hamburg. In den damals erschienenen Berichten ist zu lesen, dass die Nikolaikirche, die Petrikirche und die Gertrudenkapelle abgebrannt waren. Nach dem Brand wurden nur die Petrikirche und die Nikolaikirche wieder aufgebaut. Es wurden mehr als 4000 Wohnungen und Speicher zerstört und 20000 Menschen obdachlos.

Am 9. Mai 1842 erließ der König Friedrich Wilhelm von Preußen einen Aufruf, dass in sämtlichen Kirchen und Gemeinden seiner Staaten eine Kollekte für die Brandopfer in Hamburg einzusammeln sei. Die Königliche Regierung, Abteilung des Inneren in Koblenz erinnerte in dem gleichen Schreiben daran, das in den „schlechten“ Jahren 1816/17 eine Unterstützung für die hiesigen Bezirke durch die Hamburger Einwohner erfolgte.

Wie kämpften die Feuerwehrleute 1842 gegen den Großen Brand? Siehe hierzu der NDR Beitrag.

Erhebung von Kirchensteuern

Mahnung zur Entrichtung der Kirchensteuer, Ev. Kgmde Waldlaubersheim, aus Bestand: AEKR Boppard, Sammlung I unverzeichnet

Bei der Durchsicht der Sammlung I Vordrucke (angelegt von Dr. Schmidt; unverzeichnet) fand ich folgende Kirchensteuerzettel der Evangelischen Kirchengemeinde Waldlaubersheim, die heute zum Kirchenkreis an Nahe und Glan gehört. Der Vordruck mit der Mahnung zur Zahlung der Kirchensteuer stammt offensichtlich aus der Zeit vor der Gründung der Bundesrepublik, da dort die Bezeichnung RM für Reichsmark verwendet wurde. Die Verwendung des anderen ist wiederum nach der Gründung der Bundesrepublik zu vermuten, da dort schon die Bezeichnung DM für Deutsche Mark aufgedruckt wurde. Die Kirchensteuer im heutigen Sinn führte Preußen mit dem Gesetz, betreffend die Erhebung von Kirchensteuern für die evangelischen Gemeinden 1905 und 1906 ein. Das staatliche Hoheitsrecht wurde zunächst nicht allen Kirchengemeinden gegeben und sollte auch kein Recht auf Dauer sein. Weiterlesen

Die Bibel auf einem Bierdeckel? Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Bibe-auf-Bierdeckel.de, Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Während eines Spaziergangs durch Frankfurt am Main, kehrte ich um Ruhe zu finden in eine Kirche ein. Beim Ausgang fand ich diesen Bierdeckel auf einem Tisch liegen. Bierdeckel in der Kirche? Bei näherem hinsehen stellt ich fest, dass es sich um die Aktion „Bibel auf einem Bierdeckel“ handelt. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ( mit ihrem Sitz in Darmstadt) hat damit meiner Meinung nach eine tolle Aktion ins Leben gerufen, um die Bibel auch in Kneipen zubringen. Nachfolgend der Link zu der Seite der EKHN: “Christsein Konkret – 30.442 Verse in 3 Sätzen”

Ariernachweis: Gebühren bei Ausstellung von Nachweisen über arische Abstammung

Nachweis über arische Abstammung, AEKR Boppard Sammlung I Dr. Schmidt (unverzeichnet)

Im Gesetzblatt der Deutschen Evangelischen Kirche von 1935, Nr. 9, findet sich ein Hinweis darauf, wer für die Ausstellung von Urkunden zum Nachweis arischer Abstammung Gebühren bezahlen muss und wer befreit ist. Gebührenfreiheit besteht zum Beispiel für das Amt für Sippenforschung der NSDAP und die Sachverständigen für Rassenforschung. Dagegen müssen Familienforscher und Postbeamte Gebühren bezahlen. Unvermögende wie Erwerbslose und Wohlfahrtsempfänger sind auch von den Gebühren befreit.

Dieser Aushang befindet sich in der noch nicht erschlossenen Sammlung I (Dr. Schmidt) der Archivstelle Boppard.