Über Uwe Hauth

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Ariernachweis: Gebühren bei Ausstellung von Nachweisen über arische Abstammung

Nachweis über arische Abstammung, AEKR Boppard Sammlung I Dr. Schmidt (unverzeichnet)

Im Gesetzblatt der Deutschen Evangelischen Kirche von 1935, Nr. 9, findet sich ein Hinweis darauf, wer für die Ausstellung von Urkunden zum Nachweis arischer Abstammung Gebühren bezahlen muss und wer befreit ist. Gebührenfreiheit besteht zum Beispiel für das Amt für Sippenforschung der NSDAP und die Sachverständigen für Rassenforschung. Dagegen müssen Familienforscher und Postbeamte Gebühren bezahlen. Unvermögende wie Erwerbslose und Wohlfahrtsempfänger sind auch von den Gebühren befreit.

Dieser Aushang befindet sich in der noch nicht erschlossenen Sammlung I (Dr. Schmidt) der Archivstelle Boppard.

Eheordnung für die Synode Simmern

Eheordnung für die Synode Simmern Proklamation, 1873, AEKR Boppard, Sammlung Reinhard Schmidt (Unverzeichnet)

Abkündigung einer Eheordnung

In der unverzeichneten Sammlung von Dr. Reinhard Schmidt in der Evangelischen Archivstelle in Boppard, fand sich eine Eheordnung für die Synode Simmern von 1873. In der Proklamation finden sich folgende interessante Passagen (auszugsweise Wiedergabe): 2) Bei der Fürbitte im Gottesdienst sind die Ausdrücke „ehelich lediger Sohn“, „ehelich ledige Tochter“, ebenso wie die Worte „Herr, Fräulein, Jungfrau weg zu lassen. 10) Das Recht Widerspruch gegen die Trauung ein zulegen, ist nach der 3. Abkündigung nicht mehr möglich.

Trauung: 6) Bei Hochzeiten in der Passionszeit sind lärmende Störungen zu vermeiden. 7a) Die kirchliche Trauung ist zu verweigern, wenn nicht beide Verlobte getauft oder konfirmiert sind.

Anzumerken ist, das heute in der Evangelischen Kirche einige Veränderungen bei der kirchlichen Trauung eingetreten sind z.B. das es heute ausreichend ist, wenn einer der beiden Partner in der Evangelischen Kirche Mitglied ist und der Partner konfessionslos ist.

Werbung für die Anschauungstafel „Das Kirchenjahr“

Sichtungsarbeiten der unverzeichneten Sammlung K.W. Schmidt

Das Kirchenjahr, Anschauungstafel und ihre Verwendung im Unterricht, aus Bestand: AEKR Boppard Sammlung K.W. Schmidt (unverzeichnet)

Bestand: AEKR Boppard Sammlung K.W. Schmidt (unverzeichnet)

Das abgebildete Werbeblatt (DIN A5) zeigt eine Anschauungstafel des Kirchenjahres und empfiehlt ihre Anwendung im Unterricht (Rückseite).

Das evangelische Kirchenjahr beginnt wie das katholische mit der ersten Vesper zum ersten Adventssonntag und endet am Samstag vor dem ersten Advent. Es teilt die Hauptfeste und zugehörigen Festzeiten sowie einige Sonderfeste, vor allem Neujahr und Erntedank.

 

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Geläut für den Christbaum

Zubehör für den Weihnachtsbaum 1907, Evangelischer Hausfreund : Wochenbl. für Stadt u. Land Kreuznach, 15. Dezember 1907, Nr. 50, S.399, aus Bestand: AEKR Bibliothek ZK 028

Zubehör für den Weihnachtsbaum 1907, Evangelischer Hausfreund : Wochenbl. für Stadt u. Land Kreuznach, 15. Dezember 1907, Nr. 50, S.399, aus Bestand: AEKR Bibliothek ZK 028

In der Zeitschrift  „Evangelischer Hausfreund“ Wochenblatt für Stadt und Land Kreuznach fand ich in den Ausgaben Anfang des 20. Jahrhunderts, Anzeigen über Geläute für den heimischen Weihnachtsbaum. Die Zeitschrift wurde von Pfarrer Petry aus Züsch herausgegeben. Der Druck erfolgte bei R. Voigtländer. Nachfahren und die Expedition übernahm Ph. Schwab. Beide Firmen hatten ihren Sitz in Bad Kreuznach. Auch heute noch finden sich Weihnachtsgeläute an Christbäumen, wenn auch nicht mehr so häufig wie damals. In der Anzeige von 1907 findet sich noch weiteres Zubehör für den Weihnachtsbaum.

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Luxus für Federvieh

Baurechnung Hühnerhaus Lötzbeuren, Quelle: AEKR Boppard 4 KG 103B (Kirchengemeinde Lötzbeuren), Nr. 429;

Baurechnung Hühnerhaus Lötzbeuren, Quelle: AEKR Boppard 4 KG 103B (Kirchengemeinde Lötzbeuren), Nr. 429;

Bei den Erschließungsarbeiten des Bestandes der Kirchengemeinde finden sich immer mal wieder unter den Baurechnungen interessante Positionen über ausgeführte Arbeiten, so auch im nachfolgenden erwähnten Bestand. In früheren Zeiten war es üblich, dass sich Schwesternstationen selbstversorgten. So auch in der Evangelischen Kirchengemeinde in Lötzbeuren auf dem Hunsrück.  Ende des Jahres 1952 beschloss die Kirchengemeinde für die Schwesterstation einen Hühnerstall zu erbauen, damit eine Versorgung mit frischen Eiern und Hühnerfleisch gewährleistet war. Nach den vorliegenden Rechnungen des Jahres 1953 kostete der Bau des Hühnerstalls 886,15 DM. Über die Größe des Stalls finden sich keine genauen Angaben, jedoch hatte er 7 Fenster und eine gedämmte Decke. Am interessantesten ist die Position auf einer der Rechnungen des am Bau beteiligten Schreiners, man findet dort, dass die Herstellung von Hühnernestern und Sitzstangen 7,00 DM gekostet hat.

Informationsquelle Adressbuch

Quelle: Deutsches Kirchliches Adressbuch; Ein kirchlicher Führer durch die evangelischen Landeskirchen Deutschlands, 1. Ausgabe - Jahrgang 1927; Im Auftrag des Evang. Presßverbandes für Deutschland, Berlin-Steglitz

Quelle: Deutsches Kirchliches Adressbuch; Ein kirchlicher Führer durch die evangelischen Landeskirchen Deutschlands, 1. Ausgabe – Jahrgang 1927; i.A. d. Evang. Presßverbandes für Deutschland, Berlin-Steglitz

Bei der Ergänzung von Büchern, die auf unserem Buchtisch in der Archivstelle zur kostenlosen Mitnahme ausliegen, fiel mir das Buch „Deutsches Kirchliches Adressbuch“ in die Hände. Interessehalber schlug ich die Seite meiner Heimatgemeinden auf und fand dort folgende interessante Angaben (exemplarisch die Angaben für Traben.) Spalte 690; Preußen (Kirchenprovinz Rheinland); Kreisgemeinde Trarbach; Superintendent: Beumelburg, Trarbach;

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Nicht nur Glocken aus Gussstahl

Bochum 1895

Plakat des Bochumer Vereins für Bergbau und Gussstahlfabrikation; AEKR Boppard

Im 1. Weltkrieg mussten sehr viele Kirchengemeinden ihre Kirchenglocken aus Bronze  für die Rüstungsindustrie abgeben. Diese wurden dann eingeschmolzen um „Kriegswichtige Güter“ davon anzufertigen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurden die noch erhaltenen Bronzeglocken zum Teil an die Kirchengemeinden zurück gegeben. Um nicht noch einmal die Glocken für einen Krieg abgeben zu müssen, beschafften sich einige Kirchengemeinden Glocken aus Stahl.  Die meisten Stahlglocken lieferte der Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation, dessen Glocken nicht aus Gusseisen , sondern aus Gussstahl waren, der eine sehr lange Lebensdauer hat (die Haltbarkeit wird mit 300 Jahren angegeben und da der Gussstahl nur oberflächlich Flugrost ansetzt, entsteht dadurch keine Behinderung in der Klangentfaltung, sondern diese ist nur ein Schönheitsfehler) und wie das Geläut der Evangelischen Kirche in Traben beweist, einen Klang haben, der nach Expertenmeinung dem der Bronzeglocken entspricht. In unserer Sammlung fand ich eine  Werbung des Bochumer Vereins für Bergbau und Gussstahlfabrikation. Diese Firma hatte bereits ein Herstellungssortiment und bekam viele Auszeichnungen im Ausland. Die Abbildung zeigt eine Kopie des Plakates der Firma von 1895, dass ich in der Sammlung fand.

 

Können gesprungene Glocken wiederhergestellt werden?

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Werbepostkarte der Firma Lachenmeyer – AEKR Boppard

In unserer Sammlung fand sich eine Werbepostkarte der Firma Glocken-Schweißwerk Lachenmeyer, die gesprungene Glocken wieder instandsetzt.

Eine Recherche ergab, dass es diese Firma heute noch gibt. Sie hat damals wie heute noch ihren Firmensitz in Nördlingen. Glocken aus allen Ländern werden dort in einem besonderen Schweißverfahren repariert.  Die Werbepostkarte ist 1950 abgestempelt worden.

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Rückseite der Werbepostkarte Lachenmeyer – AEKR Boppard

 

Eindrucksvoll wie mit handwerklichem Geschick und Sachverstand historische Glocken wieder restauriert werden können .

… zur Wiederherstellung – Copyright 2008 Schweißwerk Lachenmeyer

Schweißung zerbrochener Glocken, Copyright 2008 Schweißwerk Lachenmeyer

Glocke mit ausgeschlagenem Schlagring – Copyright 2008 Schweißwerk Lachenmeyer

Weitere Informationen zum Thema :

Der Deutschlandfunk brachte 2014 eine Sendung über diese Firma : Glocken – Mit der Gasflamme ans Klangdenkmal von Remko Kragt.

Pfarrertöchter

179Klischees damals und heute – ändern sich nicht?  Pfarrerstöchter und ihr „Problem“ Jungs kennen zu lernen.

Zufällig lese ich heute in der WAZ den Bericht „Pfarrerstöchter küsst man nicht“. In unserer noch zu erschließenden Sammlung fand ich ein Zeitungsausschnitt (leider ohne Datum) in dem eine Pfarrerstochter aus England bereits über dieses „angebliche“ Problem spricht. Vermutlich ist der Zeitungsbericht in den 60er Jahren erschienen, da der Minirock erst 1965 erfunden wurde.

 

 

Buchversteck

Wenn man Bücher aus  Beständen für die Bibliothek des Archivs übernimmt und diese bevor man sie katalogisiert oder makulatiert, schaut  man in die Bücher rein um festzustellen ob sich darin interessante Einlagen befinden. Man kann dann Pflanzen, Kalenderblätter, Lesezeichen usw. finden. In dem Buch mit dem Titel „Verhandlungen der außerordentlichen Generalsynode der evangelischen Landeskirche in Preußen“ Berlin 1876,  war nicht besonders eingelegt, aber beim durchblättern bemerkte ich einen Schatten in der Mitte des Buches.

buchversteckEin näherer Blick zeigt, dass jemand knapp am Buchrücken eine Vertiefung durch mehrere Seiten gehend geschnitten hatte. Die Aussparung war ca. 2 cm tief, 8 cm lang und 3 cm breit. Einzige Erklärung, diese Vertiefung diente zur Aufbewahrung von Gegenständen, die vor Fremden geschützt werden sollten. Diese Aussparung war geeignet um zum Beispiel einen Schlüssel oder Geldscheine aufzunehmen. Da das Buch unauffällig eingebunden war und der Besitzer der Meinung war, das dieses Buch nicht interessant sei wurde es zu einem sehr sicheren Versteck. Denn nur der Eigentümer konnte wissen in welchem Buch was versteckt war, vielleicht eine Anregung wie man heute selber für wertvolle Dinge ein Versteck bauen kann.