Über Ulrich Dühr

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„Büchergabe“: Die rheinische Landeskirche förderte die Beschaffung theologischer Literatur für ihre Vikare

Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare nach 1950; aus Bestand: 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten 1), Az. 12-10-05

Zu dem hier abgebildeten Exlibris erhielt das Landeskirchliche Archiv eine Anfrage. Das Motiv ist uns bekannt, d.h. es befindet sich ein Digitalisat in unserem Bildarchiv (Bestand 8SL 046). Jedoch fehlen dort weitere Angaben zum Hintergrund der genannten „Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare“. Ich habe in unserem Archivbestand 1OB 017 (Sachakten Landeskirchenamt I) Az. 12-10-5, Bd. 1, Vorgänge zur Einführung der Bücherbeihilfe für Vikare ermitteln können.

Ins Vikariat werden angehende Pfarrer und Pfarrerinnen nach dem bestandenen ersten theologischen Examen, das die unversitäre Ausbildung abschließt, eingewiesen. Sie werden in der Regel in einer Kirchengemeinde eingesetzt und erhalten eine(n) der dortigen Pfarrer oder Pfarrerin als Mentor(in). Weiterlesen

Evangelische Kirche im Rheinland ist seit 20 Jahren im Internet präsent

Der Presseverband der Evangelischen Kirche im Rheinland e.V. richtete im Juli 1997 ein Rundschreiben  an alle Gemeinden, Kirchenkreise und kirchlichen Einrichtungen:

www.ekir.de. Vielleicht wissen Sie es schon: Seit dem 16. Februar ’97 ist die Evangelische Kirche im Rheinland im Internet präsent. Unter der Internetadresse „www.ekir.de“ kann das Internetangebot unserer Kirche rund um die Uhr und weltweit abgerufen werden: Informationen über unsere Landeskirche, Adressen zentraler Einrichtungen oder Kultur- und Veranstaltungshinweise – alles ist nur einen Mausklick entfernt.“

Zeitungsartikel über den neuen Internetauftritt der Landeskirche, in: Der Weg, 8/1997, 16.2.1997, S.4

Bereits 80 Millionen Menschen weltweit seien Nutzer des Internets, in Deutschland kämen monatlich 20-30.000 Teilnehmer hinzu. Die Kommunikation in unserer Gesellschaft werde schon jetzt durch das Internet entscheidend geprägt. Es gäbe jetzt – also fünf Monate nach dem Start des Angebots – bereits monatlich 6.000 Zugriffe auf die Webseiten der EKiR und bei der EKD 40.000.

Auch die damalige evangelische Wochenzeitung „DER WEG“ berichtete in Ausgabe 8 vom 16. Februar 1997: „Rheinische Kirche im Internet: http://www.ekir.de“. Chefredakteur Andreas Krzok weist darauf hin, dass der Beginn der Internetpräsenz der EKiR zwar zufällig, aber nicht unpassend auf den 500. Geburtstag Philipp Melanchthons falle. Der Internetkoordinator, der Theologe Thomas Raape, wird zitiert: „Das Internet ist eines der wenigen Medien, die Kommunikation und Präsentation miteinander verbinden. Hier können wir sagen, wer wir sind und was wir wollen. Wir können auf eine neue Weise auf Menschen zugehen …“.

 

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Umzugsvorbereitungen zum Bezug unseres Außenmagazins in Moers

Auswahl der Bestände für das Außenmagazin Moers, Umzugsvorbereitung

Auswahl der Bestände für das Außenmagazin Moers, Umzugsvorbereitung

Vor elf Monaten berichtete Tatjana Klein hier im Blog, dass die Johanneskirche in Moers-Meerbeck in ein Archivmagazin umgebaut werden wird. Zeitgleich mit den anlaufenden Umbauarbeiten in der Kirche haben wir im Team unseres Archivs begonnen, uns Gedanken zu machen, welche der bislang in Düsseldorf verwahrten Archivbestände in das Außenmagazin verlagert werden sollen und wie der Umzug durchgeführt werden kann.

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Trotz Notzeiten und Papierknappheit: An die Einführung von Pfarrer Heiermann in Lennep am 3. Advent 1946 erinnert eine gedruckte Predigt

Erinnerung an die Einführung von Pastor Heiermann aus Dortmund , 3. Advent 1946 ; Ansprache am 15. Dezember 1946; aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

Auf der Suche nach einem Adventsthema für unseren Blog stieß ich im Katalog der Archivbibliothek auf die gedruckte Einführungspredigt des Pfarrers Bernhard Heiermann vom 3. Advent (15.12.) 1946. Das ist genau 70 Jahre her und ich war erstaunt, dass in dieser Zeit des alltäglichen Mangels und der Not das Papier vorhanden war, um dieses Heft „Zur freundlichen Erinnerung an die Einführung“ zu drucken. Den Auftrag führte die J.F. Ziegler’sche Buchdruckerei in Remscheid im Januar 1947 aus. Das Exemplar gelangte aus dem Besitz des früheren Präses Joachim Beckmann in den Bestand der Archivbibliothek. Das stark holzhaltige, grobe Papier ist stark gebräunt und brüchig. Das Titelblatt ziert ein Foto des Kirchturms der alten evangelischen Stadtkirche in Lennep. Weiterlesen

Eine Kriegsausgabe des „Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen“ 1916

Sonntagsblatt Kriegsausgabe, Luther Gedicht zu Psalm 124 und Predigt Luthers über Joh. 4, 47-54, aus Bestand : AEKR Düsseldorf Bibliothek ZK 814 k Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen, 5. November 1916, Nr.45, Jg.19;

AEKR Düsseldorf Bibliothek ZK 814 k Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen, 5. November 1916, Nr.45, Jg.19;

Kürzlich erhielt das Archiv einige Nummern des „Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen“ aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Zufällig ist auch die Ausgabe vom 5. November 1916 dabei, deren Erscheinen also heute genau 100 Jahre zurückliegt. Es ist die Nummer 45 des im 19. Jahrgang erscheinenden Sonntagsblattes, das von den Hückeswagener Pfarrern August Bergfried und Friedrich Julius Stiehl herausgegeben wurde; diese umfasst vier Seiten, der Druck ist sehr blass (im Original).

 

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Die Quellen schweigen zum Tod der Tochter Maria („Mulla“) des Düsseldorfer Pfarrers Samuel Keller

Hier soll von einem Beispiel dafür berichtet werden, dass sich Berichte in autobiographischen Darstellungen nicht immer in den Quellen wiederfinden: Von 1892 bis 1898 amtierte in der fünften Pfarrstelle der Evangelischen Gemeinde Düsseldorf Pfarrer Samuel Keller. Er wurde 1856 in St. Petersburg als Sohn eines aus der Schweiz zugewanderten Waisenhausvaters und Lehrers geboren.

Keller, Samuel, Pfarrer in Düsseldorf; aus Bestand: AEKR Bibliothek BK3005

Keller, Samuel, Pfarrer in Düsseldorf; aus Bestand: AEKR Bibliothek BK3005

Seine ersten Pfarrstellen hatte Samuel Keller in Grunau (Russland, 1880-1884) und Neusatz auf der Krim (1884-1891) inne, wo er die deutschen Kolonisten als Seelsorger betreute. Da seine Arbeit „eine ungewöhnlich dichte Frucht“ brachte, „wurde er ‚oben‘ unliebsam, und wenn er nicht ostwärts, d.h., nach Sibirien, verschwinden wollte, mußte er sich westwärts wenden.“, so Oskar Brüssau, S. 37.

Samuel Keller und seiner Frau Elisabeth Wilhelmine geb. Clever wurden vier Kinder geboren, Hans (1881), Margarete („Grete“, 1882), Maria („Mulla“, 1884) und als Nachzüglerin in Düsseldorf Elisabeth („Lia“, 1897). Keller erwähnt diese in seiner Autobiographie „Aus meinem Leben„, die in zwei Bänden 1917 und 1922 erschien. Drei der Kinder sind auch in „Wer ist’s„, V. Ausgabe 1911, auf Seite 708 aufgeführt. Maria fehlt – und damit sind wir beim Kern dieses Beitrages. Weiterlesen

Im Zweiten Weltkrieg wurde auch der Abendmahlswein rationiert

In Deutschland wurde schon vier Tage vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges der Bezug von Lebensmitteln, Benzin und wenig später von Kleidung rationiert und es wurden entsprechende Lebensmittelmarken und Bezugsscheine ausgegeben. Dass auch der Wein für die Feier des Abendmahls in den Kirchen nicht mehr im gewohnten Umfang zur Verfügung stand, überrascht dann eigentlich nicht.

Barocker Abendmahlskelch von 1750, fotografiert von Angelo Steccanella

In der zum Thema „Austeilung des heil. Abendmahls“ angelegten Sachakte im Archivbestand 1OB 002 (Nr. 711) wird der Notstand bei der Versorgung mit Wein erstmals im März 1942 thematisiert. Die Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche teilt in einem Erlass mit, dass die „Fühlungnahme mit der Hauptvereinigung der deutschen Weinbauwirtschaft ergeben hat, dass eine zentrale Regelung der Frage nicht möglich ist.“ Da eine Zwangsbewirtschaftung des Weines nicht eingeführt sei, könne auch kein Kontingent z.B. für kirchliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Es stünde weniger als die Hälfte der früheren Menge für den zivilen Bedarf zur Verfügung. Einem anderen Schreiben ist zu entnehmen, dass besonders die Landeskirchen, in deren Gebiet keine Weinanbaugebiete liegen, große Versorgungsschwierigkeiten hatten. Weiterlesen

Interessante Überlieferung zu einer Konfirmation im Jahr 1908

Von dem Düsseldorfer Pfarrer und Superintendenten i.R. Helmut Ackermann (über ihn) hat das Landeskirchliche Archiv eine Anzahl älterer Gesangbücher übernommen. Diese Sammlung erstreckte sich über das Rheinland hinaus. Eines dieser Gesangbücher enthält interessante Dokumente zur Geschichte einer Konfirmation im Jahr 1908: Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902, verlegt in Wolfenbüttel bei Julius Zwißler.

Das zweite Vorsatzblatt enthält die folgende Widmung:

Widmung zur Konfirmation für Rudolf Studte von Pastor Stock 1908 in: Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902 ; aus Bestand : AEKR Düsseldorf Biblitohek Hh499

Widmung zur Konfirmation für Rudolf Studte von Pastor Stock 1908 in: Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche des Herzogtums Braunschweig vom Jahre 1902 ; aus Bestand : AEKR Düsseldorf Biblitohek Hh499

Rudolf Studte
ist am weißen Sonntag 1908 (den 26. April)
in der Katharinenkirche zu Braunschweig
konfirmiert.
Text der Konfirmationsrede:
Hebr. 10.39.
Wir aber sind nicht von denen, die da
weichen!
Braunschweig, den 27. April 1908
Stock, Pastor.

Die hier erwähnte Konfirmationsrede hat Pastor Stock drucken lassen:
„Fest und treu!“ Konfirmationsrede gehalten am Weissen Sonntag (26. April) 1908 in der St. Katharinenkirche zu Braunschweig von Pastor A. Stock über Hebr. 10, 39. Braunschweig: Verlag von Johannes Neumeyer 1908, 10 Seiten

Möglicherweise hat jede(r) Konfirmierte den Druck anschließend erhalten. Jedenfalls hat Rudolf Studte die Predigt besessen und in sein Konfirmationsgesangbuch eingelegt. Es handelt sich übrigens um ein sehr schönes Gesangbuch mit einem in Jugendstilornamenten geprägten Pappeinband; die goldene Inschrift auf dem vorderen Deckel „Befiehl dem Herrn deine Wege“ und der Goldschnitt vervollständigen die Ausstattung.

Eine weitere Beilage verrät, wie das Gesangbuch aus Braunschweig nach Düsseldorf gelangte: Weiterlesen

Ein Buch aus dem Vorbesitz des Adelbert von Chamisso in der Archivbibliothek

Viele Bücher in unserer Archivbibliothek tragen Vermerke über ihre Vorbesitzer in sich: handschriftliche Einträge, Exlibris oder Stempel. Wir hatten bereits einmal über ein aus Frankreich stammendes Buch berichtet . In unserer Bibliothek stammen naturgemäß viele Titel aus Nachlässen früherer Pfarrer unserer Landeskirche. Die Namen sind meist nicht erfasst. So habe ich auch zufällig festgestellt, dass wir ein Buch aus dem Vorbesitz des Naturforschers und Dichters Adelbert von Chamisso im Bestand haben.

Theosophia Revelata : Das ist Alle Göttliche Schriften des Gottseligen und Hocherleuchteten Deutschen Theosophi Jacob Böhmens, Gedruckt im Jahre der Verkündigung 1715, Besitz Adelbert von Chamisso (Autograph); aus Bestand: AEKR Düsseldorf Bibliothek Goe 6867,1

Theosophia Revelata : Das ist Alle Göttliche Schriften des Gottseligen und Hocherleuchteten Deutschen Theosophi Jacob Böhmens, Gedruckt im Jahre der Verkündigung 1715, Besitz Adelbert von Chamisso (Autograph); aus Bestand: AEKR Düsseldorf Bibliothek Goe 6867,1

Adelbert von Chamisso  wurde 1781 in Frankreich als Sohn eines verarmten Grafen geboren; die Familie verließ 1792 Frankreich auf der Flucht vor der Revolution und ließ sich 1796 in Berlin nieder. In die etwa zehnjährige Dienstzeit in der preußischen Armee bis 1806/07 fallen Chamissos Studien der Philosophie und der deutschen Literatur und seine  Anfänge als Dichter; Weltruhm erlangte er durch die Veröffentlichung von „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ 1814. Bei einem Aufenthalt in der Schweiz um 1812 fand er Interesse an der Naturwissenschaft, vor allem der Botanik. Er nahm an naturwissenschaftlichen Exkursionen teil und wurde 1819 Kustos am Königlichen Herbarium in Berlin und 1835 ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften. Chamisso starb am 21.08.1838 in Berlin.

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Digitales Archiv mit Schriftzeugnissen zur Reformation in Mitteldeutschland ist online

Durch einen Bericht in der Fachzeitschrift „Archivar“, Heft 1 Februar 2016, S. 10-15, wurde ich darauf aufmerksam, dass Quellen zur Reformation in digitalisierter Form online gestellt worden sind. Es handelt sich um das Projekt „Digitales Archiv der Reformation“ (www.reformationsportal.de), das Archivalien zur Geschichte der Reformation im 16. Jahrhundert in Mitteldeutschland präsentiert. Beteiligt sind Archive der Länder Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Brandenburg und Sachsen und für die technische Umsetzung die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek.Reformationsportal

Digitalisiert wurden besonders wichtige Dokumente zum Verlauf der Reformation und die Protokolle der Visitationen, die in den damaligen Territorien durchgeführt wurden (ca. 35.000 Digitalisate). Am Ende umfangreicher Überlegungen über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der Aufbereitung der Quellen für eine breite Spanne der Interessenten vom Schüler über den Heimatforscher bis zum Wissenschaftler stand eine Präsentation in zwei Modulen: Dem Ausstellungsmodul und dem Forschungsmodul. Weiterlesen