Über Ulrich Dühr

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Hinweis: Archiv der Friedensinitiative Rhein-Hunsrück im Landeshauptarchiv Koblenz

Friedensbewegung auch von vielen evangelischen Christen getragen

In der Ausgabe Nr. 62/2017 (S. 12-13) berichtet “Unsere Archive – Mitteilungen aus den Rheinland-Pfälzischen und Saarländischen Archiven” über die Erschließung des Bestandes der “Friedensinitiative Rhein-Hunsrück (FI) – Verein für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V.” (Bestand 661,053). Über die Übergabe der Sammlung hatte das Landeshauptarchiv bereits im April 2016 informiert . Die Verzeichnung des Bestandes konnte bereits abgeschlossen werden, wie im Gemeinschaftsblog der Archive in Rheinland-Pfalz und Saarland im Juni 2017 berichtet wurde. Die Archivalien dokumentieren die Aktivitäten der 1979 gegründeteten Friedensinitiative, die sich vor allem gegen die atomare Aufrüstung auf dem Hunsrück richteten. Stark engagiert hat sich neben vielen weiteren Christen das Pfarrerehepaar Jutta und Karl-August v. Dahl aus Bell, das sich mit für die Sicherung der Dokumente im Landeshauptarchiv eingesetzt hatte. Die Archivalien unterliegen keiner Sperrfrist und können bereits für die Forschung genutzt werden.

Auch im Landeskirchlichen Archiv werden Archivalien zur Geschichte der Friedensbewegung verwahrt: So werden die Aktivitäten der frühen Bewegung gegen die Wiederaufrüstung und die atomare Bewaffnung z.B. in den Nachlässen der Pfarrer Kurt Essen und Dietrich Linz überliefert. Die Beschäftigung der Landeskirche mit dem Thema in den 1970er und 1980er Jahren dokumentieren die Archivalien des Bestandes 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten) Nr. 3088 bis 3121.

Schon im 17. Jahrhundert: das Neue Testament als Taschenbuch

Novvm Testamentvm Domini nostri Iesv Christi. vulgatae editionis: juxtry exemplar Vaticanum anni 1592, Colon. Agrippinae : Gualterus, 1639, 559 S., AEKR Goe 1802;

Viele von uns stellen sich Bücher aus der frühen Neuzeit sicher so vor, wie es in Filmen gerne als Ausstattung genutzt wird: schwere Folianten, die nur auf Tischen oder Pulten abgelegt gelesen werden können. Diese eigenen sich weder als Bettlektüre noch für unterwegs. Dass es auch im 17. Jahrhundert schon anders ging, beweist die Ausgabe des Neuen Testaments, die sich im Bestand unserer Archivbibliothek befindet. Es handelt sich um eine lateinische Ausgabe des NT, der Vulgata, mit dem Titel: Novum Testamentum Domini nostri Jesu Christi, Vulgatae editionis: iuxta exemplar Vaticanum anni 1592. Verlegt wurde das Büchlein in Köln (Colonia Agrippina) bei Bernhard Walter im Jahr 1639. In protestantischen Gemeinden hatte sich längst die deutsche Übersetzung durch Martin Luther durchgesetzt, hier handelt es sich um einen Druck für die katholische Kirche.

Das kleinste Buch in unserer Bibliothek

Novvm Testamentvm Domini nostri Iesv Christi. vulgatae editionis: juxtry exemplar Vaticanum anni 1592, Colon. Agrippinae : Gualterus, 1639, 559 S., AEKR Goe 1802;

Faszinierend ist die Größe – oder eher: Kleinheit – des Buches: Der Buchblock misst in der Höhe nur 96 mm und in der Breite 48 mm und passte daher in jede Tasche. Auf 559 Seiten sind die Bücher des Neuen Testaments in einer sehr kleinen Schrifttype gedruckt. Man kann sich kaum vorstellen, dass bei den damaligen Lichtverhältnissen in einer dunklen Stube mit Kerzenschein eine längere Lektüre möglich war. Bei diesem Titel dürfte es sich um das kleinste Buch in unserer Bibliothek handeln!

Liederbücher von 1945/46 dienten als “Notnagel” und “Nothelfer”

Gesangbücher als “Notnagel” und “Nothelfer”, AEKR Archivbibliothek: Hh 184; Hh 034; 2017.259

“Zehntausende von Gesangbüchern liegen verschüttet und verbrannt unter den Trümmern unserer zerstörten Häuser. Neue Gesangbücher mit 500 und mehr Seiten können vorerst nicht gedruckt werden. Wir stellten deshalb dies Heftchen zusammen. Es enthält knapp 150 Kirchenlieder, nach der Nummernordnung wortgetreu dem ev. Gesangbuch entnommen. Ein Nothelfer will es sein, kann es auch sein, wenngleich manches manchem liebgewordene Lied fehlen muss. Gleichwohl wird das Heftchen beim Gottesdienst wie auch in Sorgenstunden daheim willkommen sein, denn es birgt in schlichtestem Gewand viele Schätze zur inneren Stärkung.”

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Sammler – oft belächelt, für Archive wertvoll

Rheinisches Kirchenmusikfest 1964 in Düsseldorf/ Leitung: Helmut Kahlhöfer, aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek PG 1 015

Wahrscheinlich kennt jeder von Ihnen jemanden, den man als “Sammler” bezeichnen kann, weil sie oder er Postkarten, Kronkorken oder Kirchentagsschals sammelt. Je nach den räumlichen Bedingungen können diese Sammlungen Jahrzehnte “überleben”. Für Archive können Teile dieser Sammlungen wertvoll werden, wenn diese nämlich Dokumente enthalten, die normalerweise eine kurze “Verfallszeit” haben und nach Gebrauch weggeschmissen werden.

Pfarrhäuser boten auf Grund ihrer Größe oft die Voraussetzung, dass ihre Bewohner nicht unter dem Zwang standen, Unterlagen aus dem weiten Umfeld des Dienstes zeitnah zu entsorgen. Pfarrer Karl Heinz Lochter (1912-1986, Pfarrer in Übach-Palenberg(-Ost) von 1953 bis 1977) hat unserem Archiv eine ganze Anzahl von Büchern und Heften aus dem Bereich der Kirchenmusik hinterlassen. Weiterlesen

Straßburger Handschriften-Edition als Geschenk des Archivars Pfarrer Albert Rosenkranz

Straßburger Handschriften-Edition, aus Bestand: AEKR Archivbibliothek XL 017 Bd. I

Immer wieder finden sich im Bestand unserer Archivbibliothek Bücher, in denen handschriftliche Vermerke oder eingeklebte Zettel Hinweise auf deren Vorbesitzer oder auf besondere Umstände des Zugangs zur Bibliothek geben. Darüber haben wir gelegentlich berichtet (z.B. Chamisso – Gesangbuch) . In der Bibliothek befindet sich das großformatige Werk “Handschriftenproben des sechzehnten Jahrhunderts nach Strassburger Originalen” aus dem Jahr 1902, dass in zwei Schubern “102 Tafeln in Lichtdruck mit Text” enthält. In beide Schuber ist auf der Innenseite des Deckels ein Blatt mit einer handschriftlichen Mitteilung des früheren landeskirchlichen Archivars, Pfarrer D. Lic. Albert Rosenkranz, (über ihn ausführlicher nur seine Lebenserinnerungen), eingeklebt. Weiterlesen

“Büchergabe”: Die rheinische Landeskirche förderte die Beschaffung theologischer Literatur für ihre Vikare

Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare nach 1950; aus Bestand: 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten 1), Az. 12-10-05

Zu dem hier abgebildeten Exlibris erhielt das Landeskirchliche Archiv eine Anfrage. Das Motiv ist uns bekannt, d.h. es befindet sich ein Digitalisat in unserem Bildarchiv (Bestand 8SL 046). Jedoch fehlen dort weitere Angaben zum Hintergrund der genannten “Büchergabe der Evangelischen Kirche im Rheinland an ihre Vikare”. Ich habe in unserem Archivbestand 1OB 017 (Sachakten Landeskirchenamt I) Az. 12-10-5, Bd. 1, Vorgänge zur Einführung der Bücherbeihilfe für Vikare ermitteln können.

Ins Vikariat werden angehende Pfarrer und Pfarrerinnen nach dem bestandenen ersten theologischen Examen, das die unversitäre Ausbildung abschließt, eingewiesen. Sie werden in der Regel in einer Kirchengemeinde eingesetzt und erhalten eine(n) der dortigen Pfarrer oder Pfarrerin als Mentor(in). Weiterlesen

Evangelische Kirche im Rheinland ist seit 20 Jahren im Internet präsent

Der Presseverband der Evangelischen Kirche im Rheinland e.V. richtete im Juli 1997 ein Rundschreiben  an alle Gemeinden, Kirchenkreise und kirchlichen Einrichtungen:

www.ekir.de. Vielleicht wissen Sie es schon: Seit dem 16. Februar ’97 ist die Evangelische Kirche im Rheinland im Internet präsent. Unter der Internetadresse “www.ekir.de” kann das Internetangebot unserer Kirche rund um die Uhr und weltweit abgerufen werden: Informationen über unsere Landeskirche, Adressen zentraler Einrichtungen oder Kultur- und Veranstaltungshinweise – alles ist nur einen Mausklick entfernt.”

Zeitungsartikel über den neuen Internetauftritt der Landeskirche, in: Der Weg, 8/1997, 16.2.1997, S.4

Bereits 80 Millionen Menschen weltweit seien Nutzer des Internets, in Deutschland kämen monatlich 20-30.000 Teilnehmer hinzu. Die Kommunikation in unserer Gesellschaft werde schon jetzt durch das Internet entscheidend geprägt. Es gäbe jetzt – also fünf Monate nach dem Start des Angebots – bereits monatlich 6.000 Zugriffe auf die Webseiten der EKiR und bei der EKD 40.000.

Auch die damalige evangelische Wochenzeitung “DER WEG” berichtete in Ausgabe 8 vom 16. Februar 1997: “Rheinische Kirche im Internet: http://www.ekir.de”. Chefredakteur Andreas Krzok weist darauf hin, dass der Beginn der Internetpräsenz der EKiR zwar zufällig, aber nicht unpassend auf den 500. Geburtstag Philipp Melanchthons falle. Der Internetkoordinator, der Theologe Thomas Raape, wird zitiert: “Das Internet ist eines der wenigen Medien, die Kommunikation und Präsentation miteinander verbinden. Hier können wir sagen, wer wir sind und was wir wollen. Wir können auf eine neue Weise auf Menschen zugehen …”.

 

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Umzugsvorbereitungen zum Bezug unseres Außenmagazins in Moers

Auswahl der Bestände für das Außenmagazin Moers, Umzugsvorbereitung

Auswahl der Bestände für das Außenmagazin Moers, Umzugsvorbereitung

Vor elf Monaten berichtete Tatjana Klein hier im Blog, dass die Johanneskirche in Moers-Meerbeck in ein Archivmagazin umgebaut werden wird. Zeitgleich mit den anlaufenden Umbauarbeiten in der Kirche haben wir im Team unseres Archivs begonnen, uns Gedanken zu machen, welche der bislang in Düsseldorf verwahrten Archivbestände in das Außenmagazin verlagert werden sollen und wie der Umzug durchgeführt werden kann.

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Trotz Notzeiten und Papierknappheit: An die Einführung von Pfarrer Heiermann in Lennep am 3. Advent 1946 erinnert eine gedruckte Predigt

Erinnerung an die Einführung von Pastor Heiermann aus Dortmund , 3. Advent 1946 ; Ansprache am 15. Dezember 1946; aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

AEKR Düsseldorf Archivbibliothek Bec 2700

Auf der Suche nach einem Adventsthema für unseren Blog stieß ich im Katalog der Archivbibliothek auf die gedruckte Einführungspredigt des Pfarrers Bernhard Heiermann vom 3. Advent (15.12.) 1946. Das ist genau 70 Jahre her und ich war erstaunt, dass in dieser Zeit des alltäglichen Mangels und der Not das Papier vorhanden war, um dieses Heft “Zur freundlichen Erinnerung an die Einführung” zu drucken. Den Auftrag führte die J.F. Ziegler’sche Buchdruckerei in Remscheid im Januar 1947 aus. Das Exemplar gelangte aus dem Besitz des früheren Präses Joachim Beckmann in den Bestand der Archivbibliothek. Das stark holzhaltige, grobe Papier ist stark gebräunt und brüchig. Das Titelblatt ziert ein Foto des Kirchturms der alten evangelischen Stadtkirche in Lennep. Weiterlesen

Eine Kriegsausgabe des “Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen” 1916

Sonntagsblatt Kriegsausgabe, Luther Gedicht zu Psalm 124 und Predigt Luthers über Joh. 4, 47-54, aus Bestand : AEKR Düsseldorf Bibliothek ZK 814 k Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen, 5. November 1916, Nr.45, Jg.19;

AEKR Düsseldorf Bibliothek ZK 814 k Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen, 5. November 1916, Nr.45, Jg.19;

Kürzlich erhielt das Archiv einige Nummern des “Sonntagsblatt für die Evangelische Gemeinde Hückeswagen” aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Zufällig ist auch die Ausgabe vom 5. November 1916 dabei, deren Erscheinen also heute genau 100 Jahre zurückliegt. Es ist die Nummer 45 des im 19. Jahrgang erscheinenden Sonntagsblattes, das von den Hückeswagener Pfarrern August Bergfried und Friedrich Julius Stiehl herausgegeben wurde; diese umfasst vier Seiten, der Druck ist sehr blass (im Original).

 

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