Über Dr. Stefan Flesch

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Erstes Barcamp im deutschen Archivwesen

„Vier biblische Evangelien, vier edle Wahrheiten Buddhas, vier Fäuste für ein Halleluja – und nun auch vier Tagungen ´Offene Archive´ .“ So kreativ wird die vierte Tagung „Offene Archive“ beworben, die am 19.-20. Juni 2017 im Landesarchiv Duisburg stattfinden wird. Erstmals ist sie mit einem Barcamp verbunden, also offenen Workshops mit oft anregender Eigendynamik.

Um wiederum das Orga-Team zu zitieren: „Wer immer schon gute Gedanken zum Archiv und seinen Aufgaben im digitalen Zeitalter hatte, sie aber nie zu äußern wagte, ist hier genau richtig.“

Das abwechslungsreiche Programm und alle weiteren Informationen finden Sie hier. Mitveranstalter ist der neugegründete Arbeitskreis „Offene Archive“.

Archiv der EKiR nimmt neues Außenmagazin in Betrieb

Außenmagazin Moers: Blick in einen Regalgang

Außenmagazin Moers: Blick in einen Regalgang, Foto: AEKR/Michael Hofferberth

Eine lange Suche nach dem geeigneten Standort hat ihr glückliches Ende gefunden: Mit einem kleinen Festakt im Beisein der rheinischen Kirchenleitung wurde gestern in Moers-Meerbeck das neue Außenmagazin des landeskirchlichen Archivs eröffnet. Bei dem Festakt würdigten Präses Manfred Rekowski, das Pfarrerehepaar Weyand und Landeskirchenrätin Gudrun Gotthardt die gelungene Adaption der ehemaligen Johanneskirche aus dem Jahr 1964 in ein professionelles Archivmagazin. Nach rund einjährigem Umbau bietet der Innenraum nunmehr in einer viergeschossigen Hochregalanlage Platz für 8.000 Regalmeter Schriftgut. Knapp ein Viertel hiervon ist bereits belegt. Besonderer Wert wird auf die Einhaltung der für ein Archivmagazin optimalen Klimawerte gelegt.

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Neues Archivblog

Die -bislang recht überschaubare- Blogwelt evangelischer Archive in Deutschland hat Zuwachs erhalten: Das Landeskirchliche Archiv Nürnberg hat diese Woche sein neues Blog gestartet. Wir wünschen den bayerischen Kolleginnen und Kollegen viel Erfolg.

Rheinische Pfarrer gegen die Hungersnot im „Jahr ohne Sommer“ 1816

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Wikipedia: Steckrübe/Kohlrübe aufgeschnitten, CC BY-SA 3.0

Frühe Amtsblätter sind bekanntlich eine Fundgrube für die Regionalgeschichte. So forderte genau heute vor 200 Jahren die königlich-preußische Regierung zu Düsseldorf in ihrem Amtsblatt dazu auf, wohltätige Vereine gegen die „Fruchttheuerung“ in der Provinz zu gründen. Hintergrund waren die verbreiteten Missernten in Westeuropa 1816, bedingt durch den Ascheregen, der im Vorjahr bei der Explosion des indonesischen Vulkans Tambora entstanden war. Der preußische General Carl von Clausewitz notierte hierzu anlässlich einer Inspektionsreise durch das Rheinland: „Verfallene Gestalten, Menschen kaum ähnlich“ hätten auf Äckern „halb verfaulte Kartoffeln“ gesucht.

Ausdrücklich sprach die Düsseldorfer Regierung die Geistlichen an, „die wir auffordern, dass sie durch die Kraft ihrer Lehre den Sinn der Wohlthätigkeit und des Mitleides stets lebendig erhalten und auf diese Art die Bemühungen der Vereine unterstützen.“ Einige evangelische Pfarrer engagierten sich hierbei stark. Weiterlesen

Online-Genealogie der Zukunft

Im Bereich der genealogischen Vereine ebenso wie bei der Bereitschaft der Archive, sich für entsprechende Kooperationsprojekte zu öffnen, ist erfreulicherweise viel in Bewegung geraten. Neben dem technischen Fortschritt (Stichwort Handwriting Text Recognition) eint beide Seiten das Interesse an einer Auswertung und Online-Stellung der relevanten Bestände.

Unter dem Titel „Genealogie Plus: Partnership, Open Access und maschinengestützte Indexierung“ findet jetzt kommende Woche eine Tagung im Staatsarchiv Marburg statt, auf der die aktuellsten Plattformen und Publikationskanäle vorgestellt werden. Programm und Anmeldeformular finden Sie hier.

Das Archiv der EKiR ist gerade eine erste Kooperation mit dem Verein für Computergenealogie eingegangen: Die Militärkirchenbücher der Garnison Köln 1816-1919 werden von Vereinsmitgliedern ausgewertet und im Anschluss online gestellt. Der Verein ist mit 3.600 Mitgliedern der größte genealogische Verein in Deutschland und hat durch Referenzprojekte wie die Verlustlisten des Ersten Weltkriegs seine Leistungsstärke unter Beweis gestellt.

Bericht von der Archivpflegetagung 2016

Einer guten Resonanz erfreute sich am Dienstag unsere Fortbildungsveranstaltung zum Thema archivische Bewertung in der Abtei Brauweiler. 60 Teilnehmende informierten sich über die geltenden rechtlichen Vorgaben bei der Aktenaussonderung und brachten eigene Erfahrungsberichte ein.

Auf reges Interesse stieß insbesondere die Podiumsdiskussion mit zwei Vertretern professioneller Archivdienstleister. Es ist zu hoffen, dass die ein oder andere Kirchengemeinde hier die Anregung gewann, auch ihre Altregistratur sachgerecht ordnen zu lassen. Unser Dank gebührt dem Team des LVR für die gute organisatorische Unterstützung der Tagung.

Die Präsentationen zu den beiden Vorträgen des Vormittags finden Sie hier.

Liste der Rheinischen Militärkirchenbücher jetzt online

Militärkirchenbücher wurden seit dem 18. Jahrhundert geführt und bilden ebenso wie ihr ziviles Pendant eine wichtige, oft unterschätzte Quellengruppe für genealogische Forschungen. Man unterscheidet dabei zwischen Garnisonskirchenbüchern für einen Standort und Regimentskirchenbüchern für einzelne Einheiten. Die insgesamt ca. 250 erhaltenen preußischen Militärkirchenbücher aus dem Rheinland werden in der Evangelischen Archivstelle Boppard verwahrt und haben eine wechselvolle Geschichte erlebt. Weiterlesen

Kein Platz mehr im Keller? Fortbildungsveranstaltung zur archivischen Bewertung

Die Entscheidung darüber, welches Schriftgut dauerhaft übernommen wird und welches Schriftgut nach dem Ablauf gewisser Fristen ausgesondert und vernichtet („kassiert“) werden kann, zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Archiv- und Registraturarbeit.

Diesem Thema widmet sich unsere diesjährige Archivpflegetagung „Kein Platz mehr im Keller“ am 8. November 2016 in Brauweiler. Programm und Anmeldeinformationen finden Sie unter dem Link www.archiv-ekir.de/images/pdf/AEKiR_Archivpflegetagung2016.pdf.

Bestand des Beauftragten für die französische Besatzungszone neu erschlossen

Mit dem Kriegsende 1945 gehörten die evangelischen Gemeinden der Regierungsbezirke Koblenz und Trier zur französischen Besatzungszone. Für die in der britischen Zone amtierende Düsseldorfer Kirchenleitung war es daher nötig, einen offiziellen Beauftragten zu Verhandlungen mit staatlichen Stellen und Besatzungsbehörden zu berufen. Ihre Wahl fiel auf den erfahrenen und sprachkundigen Koblenzer Superintendenten Lic. Carl Sachsse (1889-1966, ja, er wird mit zwei s geschrieben …).

Seine Akten sind für die Nöte und Sorgen der unmittelbaren Nachkriegszeit eine wahre Fundgrube. Stichworte lauten hier: Politische Fragebogen der Pfarrer, Verhandlungen mit den Militärbehörden, Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden und Hilfswerken, Schulfragen, Jugendarbeit, Flüchtlingsfragen, Betreuung der in den Strafanstalten Landsberg und Wittlich inhaftierten NS-Kriegsverbrecher, Ein- und Ausreisegenehmigungen, Displaced Persons. Der Bestand war bislang nur über eine knappe Aktenliste erschlossen. Im Rahmen seines LVR-Praktikums beim Archiv hat nun Herr Markus Möller ein detailliertes Findbuch erstellt, das online abrufbar ist.

Gott und die Welt: Start des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2016/17

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Jugendliche im Archiv bei der Arbeit für den Geschichtswettbewerb (Foto: Verband kirchlicher Archive / Jens Murken)

Heute beginnt der neue Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Er wird alle zwei Jahre von der Hamburger Körber-Stiftung ausgetragen. Sechs Monate haben Kinder und Jugendliche nunmehr Zeit, einen Beitrag zum Leitthema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ zu verfassen.

Der Verband kirchlicher Archive hat hierzu eine nützliche Materialsammlung erstellt. Darin finden sich Anregungen zur Themenfindung ebenso wie praktische Hilfestellungen für die Arbeit mit Unterlagen in einem Archiv. Schüler und Schülerinnen mit „rheinischen“ Themen werden sicherlich in ihrem örtlichen Kirchengemeindearchiv sowie bei uns im Archiv der EKiR fündig.