Über Dr. Stefan Flesch

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„Überall Luthers Worte“ – Martin Luther im Nationalsozialismus

Wie standen die Nationalsozialisten zu Religion und Kirche und im Besonderen zu Martin Luther? Wie verhielten sich Christen in Deutschland zum Reformator und seinem „Erbe“ in der NS-Zeit? Und wie entwickelte sich das Verhältnis zwischen Staat und Kirchen in jenen zwölf Jahren?

Zu diesen Fragen eröffnet am Donnerstag, 15. November 2018, eine Ausstellung im EL-DE-Haus, dem NS-Dokumentionszentrum der Stadt Köln. Die Ausstellung wurde 2017 anlässlich des Reformationsjubiläums von der Stiftung Topographie des Terrors und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand erarbeitet. Nach Stationen in Berlin und Saarbrücken wird sie nun erstmals in Nordrhein-Westfalen gezeigt. Alle weiteren Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Selbstanfertigung von Reproduktionen durch die Archivbenutzer

Archivalia verweist auf die neue Ausgabe des NLA Magazins, der Nachrichten aus dem Niedersächsischen Landesarchiv. Dort findet sich ein Bericht  über die rundum positiven Erfahrungen, die man in den dortigen Staatsarchiven mit der Liberalisierung der Benutzungsbedingungen gemacht hat. Seit dem 1.7.2017 dürfen Benutzer im Lesesaal mit eigener Kamera Digitalaufnahmen relevanter Schriftstücke anfertigen.

An unseren Archivstandorten Düsseldorf und Boppard ist dies schon seit längerem bewährte Praxis. Es ist erfreulich, dass vor allem immer mehr staatliche und kommunale Archive obsolete Restriktionen für ihre Kunden abbauen.

Im Zeichen des Bergischen Löwen: Akademietagung in Bensberg

Eine mehrhundertjährige Geschichte des Herzogtums Berg hat zahlreiche und vielfältige Denkmale und kulturlandschaftlichen Zeugnisse hinterlassen. Sichtbares und Verborgenes erinnert an eine wechselvolle Geschichte: Bauwerke, regionale Bautypen, Kulturlandschaft und Wirtschaftsgeschichte sind von den Herrschaften des Herzogtums Berg geprägt.
Wie weit hat das Herzogtum Berg die Region tiefgreifend geprägt? Wie kann heute angemessen mit dem „Erbe von Berg“ umgegangen werden? Welche neuen Forschungsergebnisse liegen zum kulturellen Erbe des Herzogtums Berg vor? Welche Bedeutung hat „Berg“ heute in Nordrhein-Westfalen?

Diesen Fragen widmet sich eine Tagung der Thomas-Morus-Akademie in Bensberg am 25.-26. November 2018. Auch kirchengeschichtliche Aspekte wie der Bautyp der „Bergischen Predigtkirche“ werden behandelt. Genaue Infos zu Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Findbuch zur Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg jetzt online

Wikimedia Commons: Katalog von 1986 der Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH (Genex), Bild Public Domain

Was haben Ceresit-Abdichtungsmasse, Melitta-Filter, ein Ormig-Abzugsapparat oder eine Honka-Hebebadewanne gemeinsam? Zusammen mit unzähligen weiteren Produkten standen sie auf der Wunschliste von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in der DDR an ihre Partner im Westen, um die alltägliche Mangelwirtschaft ein wenig erträglicher zu gestalten. Die Abwicklung lief dabei monopolisiert über Handelsorganisationen wie die Genex, die zum KoKo-Imperium von Alexander Schalck-Golodkowski zählte.

Das Findbuch zum Bestand Partnerschaftsarbeit Berlin-Brandenburg des Diakonischen Werkes Rheinland ist jetzt online recherchierbar und ermöglicht wertvolle Einblicke in die deutsch-deutsche Alltagsgeschichte. Weiterlesen

Fortbildungsveranstaltung „Alles gut geordnet und verzeichnet? Die Auswirkungen der kirchlichen Verwaltungsstrukturreform auf die Schriftgutverwaltung“

Bisher galt die Regel: Vor Ort, in den jeweiligen Kirchengemeinden, werden die Unterlagen der kirchlichen Einrichtungen verwahrt. Dies sah die kirchliche Archivgesetzgebung im Einklang mit der presbyterial-synodalen Kirchenordnung der Evangelischen Kirche im Rheinland, ihrer Verfassung, vor. Im Bedarfsfall soll das Presbyterium, das Leitungsorgan der Kirchengemeinde, auf die Dokumente unmittelbar zugreifen können. Dies setzt allerdings voraus, dass die Akten gemäß der Schriftgutordnung und dem Registraturplan geführt werden – in der Praxis eher die Ausnahme als die Regel.

Die Verwaltungsstrukturreform der evangelischen Kirche im Rheinland lässt das Vor-Ort-Prinzip obsolet werden. Ihr Ziel, die mittlere Ebene, die Kirchenkreise und ihre Verwaltung, zu stärken, bringt es mit sich, dass nunmehr hier verstärkt die Akten angelegt und geführt werden. Vor Ort, in den Kirchengemeinden, finden sich zwar noch Akten, die jedoch eher den Charakter von Handakten haben: Sie werden nicht systematisch geführt, sondern bedarfsweise, nach Gutdünken angelegt. Das Kriterium „Vollständigkeit“ erfüllen diese Aktenbestände nicht.

Archive sind bei diesen Reformen nicht außen vor, sondern mittendrin im Geschehen. Einerseits sind die finanziellen Aufwendungen in personeller und räumlicher Hinsicht erheblich, andererseits verlangt die Gesetzgebung, Unterlagen auch von Einrichtungen, die nicht mehr oder nur in veränderter Form existieren, zu magazinieren. Wenn mit dem Argument der Kostensenkung ehemals getrennte Verwaltungen vereinigt und als Folge Verwaltungsgebäude aufgegeben werden, muss über die Archivstandorte nachgedacht werden.

Hierzu bietet das Archiv der EKiR in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland am 6. November 2018 eine Fortbildungsveranstaltung in Köln an. Den Programmflyer zur Tagung finden Sie hier, die Online-Anmeldung erfolgt über die Seite des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums.

Neuerscheinung: 100 Lebensbilder des rheinischen Protestantismus

Zwischen Bekenntnis und Ideologie, Evangelische Verlagsanstalt Leipzig

Ab sofort lieferbar ist ein neues Buch der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig. Unter dem Titel „Zwischen Bekenntnis und Ideologie“ bündelt es 100 Kurzbiografien bekannter wie unbekannter evangelischer Rheinländerinnen und Rheinländer. Die Geburtsjahrgänge reichen von 1856 bis 1934 und umfassen damit Menschen, die aktiv Einfluss auf die Entwicklung in Kaiserreich und Weimarer Republik genommen haben ebenso wie auch Menschen, die ihre Kindheit und Jugend unter totalitären Vorzeichen erleben mussten.

Die Kommission der Evangelischen Kirche im Rheinland für Kirchengeschichte hatte im Auftrag der Kirchenleitung die Konzeption erarbeitet. Insgesamt haben sich vierzig Autorinnen und Autoren an dem Band beteiligt. Auch vier Mitarbeitende unseres Archivs haben zu dem Buch beigetragen. Die „Lebensbilder“ können zum Preis von 30,–€ im Buchhandel bezogen werden.

Kinderverschickung in die Niederlande 1948-1950

Kinderverschickung, Ankunft der Kinder am Bahnhof in Rotterdam, „Plaatselijk comité Pleegkinderen Buitenland“, ca. 1949, aus Bestand: AEKR 5WV 052 (Diak. Werk – Hilfswerk, Geschäftsstelle Düsseldorf)

Etwas verloren schauen sie schon drein, die 4-10 jährigen Kinder aus dem Rheinland und Westfalen, als sie im Frühjahr 1949 nach ihrer Ankunft auf dem Hauptbahnhof in Rotterdam von ihren Betreuerinnen in Empfang genommen werden. Jedes von ihnen trägt um den Hals eine Namens- und Adresskarte mit den nötigsten Angaben.

Das Foto stammt aus unserem neu erschlossenen Bestand Hilfswerk und dokumentiert eine beeindruckende Hilfsaktion der holländischen Bevölkerung gegenüber den Deutschen, deren Überfall auf den Nachbarn 1940 und die anschließende vierjährige Besatzungszeit über 200.000 Todesopfer gefordert hatten. Alles begann im Juni 1949 mit einem überraschenden Angebot des „Interkerkelijk Bureau Pleegkinderen uit het buitenland“ (IKB) in Den Haag. Weiterlesen