Über Ruth Rockel-Boeddrig

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Schwindel an der Pfarrhaustür

Betrugswelle in den 50er Jahren

Im Oktober habe ich den spannenden „Fall K.“ hier vorgestellt. Die Wirren der Nachkriegszeit hatte der ungelernte Gelegenheitsarbeiter aus dem Memelgebiet genutzt, um sich in den Kirchen der jungen Bundesrepublik als Pfarrer auszugeben, in ihren Gemeinden zu predigen und Unterkunft und Versorgung in Anspruch zu nehmen.

Betrugswarnung im Kirchlichen Amtsblatt Nr. 11/12, 1954, 20.8.1954

Dieser Fall ist sicherlich einer der dreisteren Versuche, die kirchliche Solidarität auszunutzen. Ein Einzelfall ist er indes nicht. Vier Aktenbände (Az. 11-8-7)  füllen die Meldungen und Warnungen, die kirchliche Verwaltungsstellen einander zukommen ließen, um vor Betrügern jeglicher Art zu warnen. Weiterlesen

Frohes und gesegnetes Neues Jahr!

…wünschen wir mit einem Plakat aus der Serie der Goldenen Worte vom 01.01.1988!

Goldene Worte, 1/1988, 1.1.1988, Jahreslosung 1988; in: 8SL 049 (Plakatsammlung), Nr. 1943

Fröhliche Weihnachten wie in 1852

Wir wünschen allen fröhliche Weihnachten und verabschieden uns bis zum 04.01.2019 in die Weihnachtspause

Pfarrerfamilie Garschagen 1852

Familie Garschagen vor dem Weihnachtsbaum und einem Tisch mit Geschenken, um Weihnachten 1852, v.l.n.r.: Friedrich Wilhelm, Christiane Wilhelmine, Peter Karl, Lebrecht (Pfarrer), Julius (Pfarrer), Wilhelmine, Peter Carl, Richard; Bestand: AEKR 7NL 142 (Pfarrerfamilie Garschagen), Nr. 49

Sicherlich war auch das Weihnachtsfest der Pfarrerfamilie Garschagen fröhlicher und ausgelassener, als das Foto aus dem Jahr 1852 vermuten lässt. Man muss ihr wohl zu Gute halten, dass Fotografie damals eine seltene und ernste Angelegeheit war. Immerhin standen sich die Familienmitglieder recht nah. Die Brüder und späteren Pfarrer Leberecht und Julius, links und rechts neben dem Weihnachtsbaum, studierten sogar zeitweise gemeinsam. Umfangreiche Familienkorrespondenz und weitere Fotografien finden sich im Familiennachlass bei uns im Archiv.

In diesem Sinne: Feiern Sie ausgelassen und genießen Sie die Feiertage mit ihren Lieben!

Wie aus einem Gelegenheitsarbeiter ein Pfarrer wurde

Manche Akten, die einem bei der Arbeit in die Hände fallen, sind einfach spannend, als würde man ein Boulevard-Magazin lesen…

Urteil gegen Friedrich K. wegen Amtsanmaßung, 1950 (erste Seite); in: 1OB 017I, Nr.336, Az. 11-6-5, Bd. 1

So zum Beispiel die Akte 1OB 017I, Nr.336 aus dem Bestand der Sachakten des Landeskirchenamtes. Darin sind Präzendenzurteile gesammelt, die für die Wahrung kirchlicher Interessen in der staatlichen Gesetzgebung von Bedeutung waren. Eines dieser Urteile betrifft die Strafsache des ehemaligen Gelegenheitsarbeiters Friedrich K. vor dem Schöffengericht in Bad Kreuznach 1950. Er hatte sich während und nach dem Krieg als Pfarrer ausgegeben.

Insgesamt sieben eng beschriebene Seiten umfasst die Urteilbegründung, die in der Einleitung auch den Werdegang K.s nachzeichnet, der seine Kindheit und Jugend in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im damals noch deutschen Memelland verbrachte. Weiterlesen

Rheinische Pfarrer bei der Weltausstellung in Brüssel 1958

Weltausstellung!! Was für ein beeindruckendes Wort! Und was für ein Erlebnis! Ich erinnere mich noch gut an meinen Besuch bei der Expo 2000 in Hannover – ich war damals 16 und auf Abschlussfahrt der 10. Klasse. Ich erinnere mich vor allem an das Zusammentreffen mit den vielen internationalen Besuchern im Expo-Dorf, wo wir im Haus „Sydney“ in 10-Bett-Zimmern untergebracht waren, und an die tollen Pavillons auf dem Expogelände.

Bleibende Eindrücke nahmen auch die rheinischen Pfarrer mit, die im Jahr 1958 bei der Weltausstellung in Brüssel „Expo 58“ im Pavillon der Protestantischen Kirchen Dienst taten.

Modell des Evangelischen Pavillons bei der Weltausstellung 1958 in Brüssel; in: AEKR Düsseldorf, 1OB 017 (Landeskirchenamt: Sachakten), Nr. 299

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Noch mehr kirchliche Plakate…

….gibt’s auch im Landeskirchlichen Archiv in Baden

Plakate sind gefragte Archivalien, da sie wie kaum ein anderes Medium Stimmungen und Zeitgeist visuell erlebbar machen. Die umfangreiche Plakatsammlung unseres Archivs ist online recherchierbar.

Auch das Badische Landeskirchenarchiv hat nun sein neues Findbuch zur Plakatsammlung mit vielen interessanten Motivbeschreibungen online zur Verfügung gestellt.

Wer ist Azombo Nsomoto Victor?

Brief von Azombo Nsomoto Victor an Präses Joachim Beckmann, 21.12.1959, Seite 1 (Ausschnitt);
aus: 1OB 017I, Nr.256

Am 8. Januar 1960 erreichte ein Schreiben aus dem fernen Douala, der größten Stadt Kameruns, Präses Joachim Beckmann. In französischer Sprache und sorgfältiger Handschrift fordert der Briefschreiber eindringlich zur ökumenischen Unterstützung der protestantischen Kirchen in Kamerun auf. Der Absender: Azombo Nsomoto Victor. Weiterlesen