Herbert Westphal, Siegelzeichner der Evangelischen Kirche im Rheinland

Siegel der Kirchengemeinde Mettmann, 1969, aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 038 (Siegelsammlung)

Herbert Westphal, Graphiker und Siegelzeichner, geboren am 8. Mai 1922 und  gestorben am 13.Juni 1985 in Solingen-Höhscheid. Er hat für zahlreiche Kirchengemeinden Kirchensiegel gezeichnet. Der Schwerpunkt seiner grafischen Arbeiten liegt in seiner Heimatstadt Solingen. Im Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland sind 57 von ihm entworfene Kirchensiegel rheinischer Kirchengemeinden überliefert.

Herbert Westphal hatte 1982 seinen Lebenslauf anlässlich einer Ausstellung „6000 Jahre Siegelkunst der Stadt Solingen“ im Jahr 1982 wie folgt formuliert:

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Hinweis: Archiv der Friedensinitiative Rhein-Hunsrück im Landeshauptarchiv Koblenz

Friedensbewegung auch von vielen evangelischen Christen getragen

In der Ausgabe Nr. 62/2017 (S. 12-13) berichtet “Unsere Archive – Mitteilungen aus den Rheinland-Pfälzischen und Saarländischen Archiven” über die Erschließung des Bestandes der “Friedensinitiative Rhein-Hunsrück (FI) – Verein für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V.” (Bestand 661,053). Über die Übergabe der Sammlung hatte das Landeshauptarchiv bereits im April 2016 informiert . Die Verzeichnung des Bestandes konnte bereits abgeschlossen werden, wie im Gemeinschaftsblog der Archive in Rheinland-Pfalz und Saarland im Juni 2017 berichtet wurde. Die Archivalien dokumentieren die Aktivitäten der 1979 gegründeteten Friedensinitiative, die sich vor allem gegen die atomare Aufrüstung auf dem Hunsrück richteten. Stark engagiert hat sich neben vielen weiteren Christen das Pfarrerehepaar Jutta und Karl-August v. Dahl aus Bell, das sich mit für die Sicherung der Dokumente im Landeshauptarchiv eingesetzt hatte. Die Archivalien unterliegen keiner Sperrfrist und können bereits für die Forschung genutzt werden.

Auch im Landeskirchlichen Archiv werden Archivalien zur Geschichte der Friedensbewegung verwahrt: So werden die Aktivitäten der frühen Bewegung gegen die Wiederaufrüstung und die atomare Bewaffnung z.B. in den Nachlässen der Pfarrer Kurt Essen und Dietrich Linz überliefert. Die Beschäftigung der Landeskirche mit dem Thema in den 1970er und 1980er Jahren dokumentieren die Archivalien des Bestandes 1OB 017 (Landeskirchenamt Sachakten) Nr. 3088 bis 3121.

Was bleibt vom Predigerseminar Bad Kreuznach?

Betonverglaste Fensterleiste von Hanns Pastor in der Kapelle des Predigerseminars Bad Kreuznach (Foto: © Günter Perplies), aus Bestand: AEKR Boppard 2LR 041B (Predigerseminar Bad Kreuznach), Nr. 172.

Hanns Pastor, ein Pionier der abstrakten Kunst der 1950er und 1960er Jahre, hätte 2017 seinen 100. Geburtstag feiern können. Der Aachener Galerist Günter Perplies, ein Freund Hanns Pastors aus dessen letzten Lebensjahren, hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, das Werk des Künstlers zu dokumentieren. Seine Recherchen führten ihn auch in die Evangelische Archivstelle Boppard. Weiterlesen

Schon im 17. Jahrhundert: das Neue Testament als Taschenbuch

Novvm Testamentvm Domini nostri Iesv Christi. vulgatae editionis: juxtry exemplar Vaticanum anni 1592, Colon. Agrippinae : Gualterus, 1639, 559 S., AEKR Goe 1802;

Viele von uns stellen sich Bücher aus der frühen Neuzeit sicher so vor, wie es in Filmen gerne als Ausstattung genutzt wird: schwere Folianten, die nur auf Tischen oder Pulten abgelegt gelesen werden können. Diese eigenen sich weder als Bettlektüre noch für unterwegs. Dass es auch im 17. Jahrhundert schon anders ging, beweist die Ausgabe des Neuen Testaments, die sich im Bestand unserer Archivbibliothek befindet. Es handelt sich um eine lateinische Ausgabe des NT, der Vulgata, mit dem Titel: Novum Testamentum Domini nostri Jesu Christi, Vulgatae editionis: iuxta exemplar Vaticanum anni 1592. Verlegt wurde das Büchlein in Köln (Colonia Agrippina) bei Bernhard Walter im Jahr 1639. In protestantischen Gemeinden hatte sich längst die deutsche Übersetzung durch Martin Luther durchgesetzt, hier handelt es sich um einen Druck für die katholische Kirche.

Das kleinste Buch in unserer Bibliothek

Novvm Testamentvm Domini nostri Iesv Christi. vulgatae editionis: juxtry exemplar Vaticanum anni 1592, Colon. Agrippinae : Gualterus, 1639, 559 S., AEKR Goe 1802;

Faszinierend ist die Größe – oder eher: Kleinheit – des Buches: Der Buchblock misst in der Höhe nur 96 mm und in der Breite 48 mm und passte daher in jede Tasche. Auf 559 Seiten sind die Bücher des Neuen Testaments in einer sehr kleinen Schrifttype gedruckt. Man kann sich kaum vorstellen, dass bei den damaligen Lichtverhältnissen in einer dunklen Stube mit Kerzenschein eine längere Lektüre möglich war. Bei diesem Titel dürfte es sich um das kleinste Buch in unserer Bibliothek handeln!