Schule hat wieder angefangen!

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern – und natürlich auch den Eltern – einen guten Start ins neue Schuljahr!

Muster für ein Einladungsschreiben zur Schulanfängerandacht,
aus: Walter Geißler, Die Schulanfänger-Andacht, Berlin 1934, Archivbibliothek Sig. C II a 044

Den ganzen Text des Musters gibt es hier: DieSchulanfängerandachtS23

Ein Kirchenbrand und seine Folgen

Aufruf des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde Schöneberg/Westerwald zur Unterstützung des Kirchenneubaus nach dem Brand vom 23. Mai 1854 (Archivstelle Boppard, 8SL 055B, Sammlung Anordnungen-Rundschreiben-Merkblätter)

Ein verhängnisvolles Unglück traf am 23. Mai 1854 das Westerwalddorf Schöneberg: Es brach ein Brand aus, der binnen weniger Stunden neunzehn Gehöfte, darunter sämtliche Pfarrgebäude, in Schutt und Asche legte. Auch die alte romanische Kirche wurde von den Flammen ergriffen und zerstört. Drei schwere Glocken aus dem Turm zerschmolzen.

Die Brandkatastrophe belastete das kirchliche Leben in Schöneberg auf Jahrzehnte hinaus. Pfarrer Emil Müller und seine Familie mussten zwischenzeitlich im Pfarrhaus der Nachbargemeinde Almersbach untergebracht werden. Die Gottesdienste fanden bis auf weiteres im Freien statt. Bei Beginn der kalten Jahreszeit baute man die Ruine des abgebrannten Gotteshauses zur behelfsmäßigen Notkirche um.

Zur Erlangung der für einen Neubau erforderlichen Mittel startete die Gemeinde im Herbst 1856 einen Kollektenaufruf bei sämtlichen evangelischen Gemeinden der Rheinprovinz. Doch erst am 25. Mai 1864 – fast auf den Tag zehn Jahre nach dem Brand – konnte der Grundstein für den Kirchenneubau gelegt werden, der dann anderthalb Jahre später, am 20. Oktober 1865, eingeweiht wurde.

Auferstehungskirche Schöneberg, Entwurf Neubau Glockenturm (mit Kirchenschiff von 1865) von Kreisbauinspektor Ernst Stiehl, August 1903, W. Franzen, S. 346
(Bestand: 8SL 046, Bildarchiv, 80023C_WF0346)

Aber schon 1874 wurde der Turm der neuen Kirche wieder abgetragen – Baumängel, die Pfarrer und Presbyterium schon seit Jahren moniert hatten, führten zu akuter Einsturzgefahr. Über dreißig Jahre musste die Gemeinde Schöneberg mit einer turmlosen Kirche leben, bevor im Jahr 1908 einer neuer Kirchturm eingeweiht werden konnte. Über ein halbes Jahrhundert nach dem Brand von 1854 konnte die Angelegenheit endlich zu den Akten gelegt werden.

Der 1908 errichtete neue Kirchturm in Schöneberg vor dem Kirchenschiff aus dem Jahr 1865
(Bild: Freimut Bahlo)

Spruchkärtchen als Lesezeichen

Spruchkärtchen mit Bibelversen, die ehemals als Lesezeichen benutzt wurden. Bestand: AEKR Boppard Sammlung Dr. Schmidt (unverzeichnet)

Immer wieder finden sich in Büchern oder zwischen Archivalien Spruchkärtchen mit Bibelversen, die als Lesezeichen gedient haben. Bei den Texten auf diesen Kärtchen handelt es sich in der Regel um ein Zitat aus der Bibel oder eine Vers. Diese Kärtchen können aufwendig gestaltet sein und werden mit verschiedenen Drucktechniken hergestellt. Diese Kärtchen dienen der Erbauung, dem moralischen Zuspruch oder erinnern an ein Ereignis. Die hier abgebildeten Kärtchen befinden sich in der noch nicht verzeichneten Sammlung der Evangelischen Archivstelle Boppard, die von Dr. Schmidt angelegt wurde. In diesem Sammlungskonvolut finden sich auch noch Totenzettel und Kärtchen mit Bildnissen der katholischen Kirche.

Aus evangelischen Archiven 56 (2016) jetzt online

Gut Ding will Weile haben, aber jetzt ist er auch online abrufbar: Der neue Jahresband der Zeitschrift des Verbandes kirchlicher Archive bietet auf 181 Seiten wieder einen Überblick über Projekte und Themen in den landeskirchlichen und diakonischen Archiven im Berreich der EKD. Die Palette reicht von der elektronischen Kirchenbuchführung und dem Handling von MAV-Unterlagen bis hin zu einem Erschließungsbericht über den Bestand des Berliner Komitees für Deutsche Evangelische Seemannsmission 1881-1943.

Der „rheinische“ Beitrag (S. 40-58) beschäftigt sich unter dem Titel „Geteiltes Wissen ist doppeltes Wissen“ u. a. mit genealogischen Kooperationsprojekten, der Publikation von Fotobeständen und dem immergrünen Thema Fotografieren im Lesesaal. Bei letzterem ist mit Freude zu konstatieren, dass immer mehr Archive -auch im staatlichen Bereich- ihre Benutzungsrichtlinien liberalisieren.

Die Haarlocke der Madame Guyon: Eines von 2.600 neuen Fotos auf www.archiv-ekir.de

Haarkranz Madame Jeanne Marie Gyon; aus Bestand: AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 80037_1

Bereits vor einem Jahr haben wir knapp 800 Fotos aus unseren Beständen auf Flickr eingestellt. Nun ist auch das Bildarchiv auf unserer Homepage funktionstüchtig und mit zunächst 2.600 Fotos bestückt. Der Fundus, der sukzessive weiter ausgebaut werden soll, ist in neun Themengebiete gegliedert: Personen, Ereignisse, Gebäude, Orte, Gegenstände, Dokumente, Kirchliche Einrichtungen, Gesellschaft/Soziales, Alben/Serien. Den größten Teil nehmen dabei die Alben und Serien ein; dort finden sich allein 225 Aufnahmen zur Geschichte der Schülerbibelkreise seit 1883 oder 87 Bilder aus dem Pressearchiv des früheren Sonntagsgrußes Saar.

Fast alle Bilder sind gemeinfrei oder, sofern das Archiv der EKiR über die Verwertungsrechte verfügt, mit einer CC-BY-SA-Lizenz versehen. Die Fotos können sowohl als JPEG oder im TIFF-Format kostenlos heruntergeladen werden.

Als Beispiel sehen Sie links ein Foto einer unserer fraglos originellsten Archivalien: die blonde Haarlocke der französischen Mystikerin Madame Guyon (um 1710). Weiterlesen

Sammler – oft belächelt, für Archive wertvoll

Rheinisches Kirchenmusikfest 1964 in Düsseldorf/ Leitung: Helmut Kahlhöfer, aus Bestand: AEKR Düsseldorf Archivbibliothek PG 1 015

Wahrscheinlich kennt jeder von Ihnen jemanden, den man als „Sammler“ bezeichnen kann, weil sie oder er Postkarten, Kronkorken oder Kirchentagsschals sammelt. Je nach den räumlichen Bedingungen können diese Sammlungen Jahrzehnte „überleben“. Für Archive können Teile dieser Sammlungen wertvoll werden, wenn diese nämlich Dokumente enthalten, die normalerweise eine kurze „Verfallszeit“ haben und nach Gebrauch weggeschmissen werden.

Pfarrhäuser boten auf Grund ihrer Größe oft die Voraussetzung, dass ihre Bewohner nicht unter dem Zwang standen, Unterlagen aus dem weiten Umfeld des Dienstes zeitnah zu entsorgen. Pfarrer Karl Heinz Lochter (1912-1986, Pfarrer in Übach-Palenberg(-Ost) von 1953 bis 1977) hat unserem Archiv eine ganze Anzahl von Büchern und Heften aus dem Bereich der Kirchenmusik hinterlassen. Weiterlesen