Straßburger Handschriften-Edition als Geschenk des Archivars Pfarrer Albert Rosenkranz

Straßburger Handschriften-Edition, aus Bestand: AEKR Archivbibliothek XL 017 Bd. I

Immer wieder finden sich im Bestand unserer Archivbibliothek Bücher, in denen handschriftliche Vermerke oder eingeklebte Zettel Hinweise auf deren Vorbesitzer oder auf besondere Umstände des Zugangs zur Bibliothek geben. Darüber haben wir gelegentlich berichtet (z.B. Chamisso – Gesangbuch) . In der Bibliothek befindet sich das großformatige Werk „Handschriftenproben des sechzehnten Jahrhunderts nach Strassburger Originalen“ aus dem Jahr 1902, dass in zwei Schubern „102 Tafeln in Lichtdruck mit Text“ enthält. In beide Schuber ist auf der Innenseite des Deckels ein Blatt mit einer handschriftlichen Mitteilung des früheren landeskirchlichen Archivars, Pfarrer D. Lic. Albert Rosenkranz, (über ihn ausführlicher nur seine Lebenserinnerungen), eingeklebt.

 

Rosenkranz, Albert, D. Pfarrer, Archivar; Bad Kreuznach 1960, Fotograf : unbekannt; AEKR Düsseldorf 8SL 046 (Bildarchiv), 018_024RosenkranzAlbert

Der Text in Band 2, geschrieben am 6. Februar 1973, ist etwas ausführlicher als der andere, so dass wir diesen näher betrachten wollen. Unter der Überschrift „Woher stammt diese Handschriften-Sammlung aus dem Strassburg der Reformationszeit?“ schreibt Rosenkranz:

„Als wir im Herbst 1908 aus unserer niederrheinischen Gemeinde Voerde nach Liverpool übersiedelten, bat mich der dortige Deutsche Konsul Hans Kern, seine älteste Tochter (Marlo) durch Privat-Unterricht auf die Konfirmation vorzubereiten, weil sie sprachlich den anderen Kindern voraus war. Nachdem sie – gemeinsam mit der Klasse – eingesegnet war, fragte sie mich im Auftrag ihrer wohlhabenden Eltern, wie sie mir einen besonderen Wunsch erfüllen könnte.
Durch meine Bundschuh-Studien in elsässischen Archiven war ich auf die Handschriften aus der Reformationszeit aufmerksam geworden, die in einer kostbaren Ausgabe mit Erläuterungen die Strassburger Historiker Ficker und Winkelmann herausgegeben hatten. Marlo Kern schenkte mir die beiden Mappen, die sich zu Handschriften-Studien vortrefflich eigneten. Als wir 1915 nach Deutschland zurückkehrten, liessen wir unseren ganzen Hausrat in Verwahr einer englischen Speditionsfirma zurück. Nach Kriegs-Ende brannte anfangs 1920 das ganze Haus ab, in dem unsere Sachen untergebracht waren.

Straßburger Handschriften-Edition, aus Bestand: AEKR Archivbibliothek XL 017 Bd. II

Von dem Versicherungsgeld kaufte ich die beiden Mappen wieder, da ich auf das schöne Andenken nicht verzichten mochte. Sie mögen nun dem Rheinischen Kirchenarchiv verbleiben und angehenden Historikern helfen, Handschriften aus der Strassburger reichen Reformationszeit zu entziffern und zu deuten.“

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