Der preußische König Friedrich Wilhelm III. stiftet eine Kirchen-Agende für die Evangelische Kirchengemeinde Kreuznach

In der Dienstbibliothek des Landeskirchlichen Archivs befindet sich ein Exemplar der “Kirchen-Agende für die Hof- und Domkirche in Berlin”, zweite Auflage, gedruckt 1822 bei Dieterici in Berlin. Unter den zahlreichen Agenden verschiedener Ausgaben und Zeiten ragt dieses Exemplar durch sein auffälliges Äußeres hervor: Zunächst fällt auf dem schwarzen Einband das große goldene, mit Intarsien geschmückte Kreuz auf. Auf der Rückseite sehen wir in Gold unter der preußischen Krone die Initialen “F.W.III.” und die Widmung “Der Kirche in Creuznach. 1824. No. 21.”

Kirchen-Agende Kreuznach, ca. 1824, No 21; aus Bestand: AEKR Düsseldorf- Archivbibliothek JII K 031

Kirchen-Agende Kreuznach, ca. 1824, No 21; aus Bestand: AEKR Düsseldorf- Archivbibliothek JII K 031

Wenn wir die Agende aufschlagen, finden wir auf einem der Vorsatzblätter eine Widmung in akkurater Handschrift “Für die Kirche in Creuznach zum segensreichen Andenken an die Annahme dieser Agende, und zur Beförderung christlicher Gottesfurcht und Tugend in der Gemeine. Berlin, den 5. ten Februar 1824″ mit der Unterschrift des Königs Friedrich Wilhelm III.

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Das Siegel der ehemaligen Evangelischen Kirchengemeinde Diakoniewerk Kaiserswerth

Siegelumschrift "Evangelische Kirchengemeinde Diakoniewerk Kaiserswerth", Symbol: die Taube mit dem Ölzweig im Fenster der Arche, Kurt Wolff zum Siegelbild: "Als Siegelbild wurde das alte Sinnbild der Diakonissenanstalt, die Taube mit dem Ölzweig, genommen. Die Form der Taube wurde verändert und zusätzlich mit dem Fenster der Arche versehen. Es besteht natürlich die Möglichkeit, das Siegel durch Veränderung der legende auch für die anderen Zweige des Diakkoniewerks umzuarbeiten", in Geltung gesetzt in Amtsblatt 25.1.1965, außer Geltung gesetzt 1985 Gruch: Kaiserswerth Diakonie [Kgm aufgehoben zum 1. Nov. 1997, hauptsächlich eingegliedert Kgm Kaiserswerth, kleiner Teil Ratingen ] #BaBlCDF§ Kaiserswerth Diakonie I [aufgehoben zum 1. Nov. 1997] Kaiserswerth Diakonie II [wird 1997 Kaiserswerth III] Kaiserswerth Diakonie III [wird 1997 Ddorf Verband XXXV] Kaiserswerth Diakonie IV [wird 1997 Ddorf Verband XXXVI]

Das Siegel der ehemaligen Evangelischen Kirchengemeinde Diakoniewerk Kaiserswerth

gezeichnet von Kurt Wolff

In der Siegelsammlung des landeskirchlichen Archivs der EKiR befindet sich das Siegel der ehemaligen Evangelischen Kirchengemeinde Diakoniewerk Kaiserswerth. Das Siegelbild zeigt eine Taube mit Ölzweig vor dem Archefenster. Der Entwurf stammt von Professor Kurt Wolff, dem damaligen Leiter der Paramenten-Werkstatt des Diakoniewerks Kaiserswerth. Kurt Wolff schreibt in seiner Siegelbildbeschreibung dazu: „Als Siegelbild wurde das alte Sinnbild der Diakonissenanstalt, die Taube mit dem Ölzweig, genommen. Die Form der Taube wurde verändert und zusätzlich mit dem Fenster der Arche versehen. Es besteht die Möglichkeit, das Siegel durch Veränderung der Legende auch für die anderen Zweige des Diakoniewerkes umzuarbeiten.“ Heute ist das Siegelbild als Logo weiterentwickelt der Kaiserswerther Diakonie erhalten.

Kurt Wolff, geb. 30. März 1916 in Barmen, heute Wuppertal; gestorben am 12. August 2003 in Düsseldorf, war ein deutscher Grafik-Designer und Hochschullehrer.

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Weihnachtspäckchen nach drüben

Plakat zur Weihnachtspaketaktion des LKA für Mitarbeiter der Partnerkonsistorien, 1957, 8SL 049 (Plakatsammlung), Nr. 790

An vielen Stellen innerhalb unserer Landeskirche werden dieser Tage, so wie alle Jahre wieder, Weihnachtpäckchen für Bedürftige eingesammelt. Empfänger sind häufig Flüchtlinge, die aus Syrien und anderen Ländern zu uns kommen.

Auch in unserer Landeskirche hat das Tradition. Bereits seit 1949 organisierte das Landeskirchenamt jährliche Geschenkaktionen unter den Mitarbeitern.  Empfänger waren aber damals die Mitarbeiter  der Konsistorien in der Deutschen Demokratischen Republik in Greifswald, Dessau und Görlitz.

Dein Brief, Dein Päckchen, Dein Paket nach drüben!  lautete der Slogan.

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Advent im Kriegsgefangenenlager

Erste Seite der Ev. Lagerzeitung „Unter dem Wort“, Nr. 18/1945, hrsg. von Pfarrer Rolf Girardet, Archivbibliothek Sig. ZK 838

Der Advent ist eine Zeit des Wartens und Hoffens.

Das haben sicherlich auch die Leser der Adventsausgabe des Jahres 1945 des evangelischen Gemeindeblatts „Unter dem Wort“ so empfunden, als sie die einleitenden Worte über den Philipperbrief lasen. Immerhin war ihre Zukunft ungewiss, da sie sich bis auf weiteres als Kriegsgefangene im amerikanischen Lager Fort Custer in Michigan befanden.

Zu den Gefangenen zählte auch der rheinische Pfarrer Rolf Girardet (1912-1984). Weiterlesen

Warum nicht Theologie?

Warum nicht Theologie Hrsg. Ludwig Quaas, Bibliothek Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Warum nicht Theologie Hrsg. Ludwig Quaas, Bibliothek Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Die Studierendenzahl in der Evangelischen Theologie bewegt sich seit dem 19. Jahrhundert bis in die aktuelle Gegenwart hinein in ausgeprägten Zyklen: Phasen, in denen die Kirchenbehörden eindringlich vor einem Theologiestudium warnen, stehen Zeiten gegenüber, in denen Abiturienten geradezu verzweifelt mit Werbemaßnahmen für die Beschäftigung mit dem Fach gewonnen werden sollen. Weiterlesen

Moderne Kirchenkreisakten – Quellenmaterial für zukünftige Historiker und Hilfsmittel für die Verwaltung

Archive sind Tore zur Vergangenheit. Dass die Archivare in ihrer täglichen Arbeit aber alles andere als rückwärtsgewandt sind, zeigt die Arbeit an modernen Verwaltungsunterlagen des 20. Jahrhunderts. „Die Akten, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, sind das Quellenmaterial für die Historiker der Zukunft“, meint Wolfgang Hoffmann, Mitarbeiter in der Außenstelle Boppard des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland. Im Bopparder Archivteam ist der 61jährige für die modernen Kirchenkreisakten aus der Periode seit 1945 zuständig – einer Zeit, in der die Papierflut derart angewachsen ist, dass Hoffmann bei jedem Kirchenkreis mit mehreren hundert Ordnern zu tun hat. Wegschmeißen ist deshalb eine seiner wichtigsten Aufgaben.

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Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen

Siegelumschrift "1. Zeile: Evangelische Kirchengemeinde Hoerstgen, 2. Zeile: Christus lux nostra" auf schwarzem Grund helle Figuren und helle Schrift, 4 Palmen und 7 Sternpunkte: ein Leuchter mit brennender Kerze, Strahlenaura, "das alte Siegel war im 17., 18. und 19. Jahrhundert ästhetisierend verniedlicht und entleert worden. Das jetzige Siegel ist ein eigener Schritt an der Hand der Väter" es war das letzte Siegel von Pagenstecher vor seinem Tod am 26. Dezember 1953, in Geltung gesetzt Dezember 1953

Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen

gezeichnet von Wolfgang Pagenstecher

Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen zeigt auf schwarzem Grund helle Figuren und eine helle Schrift, 4 Palmen und 7 Sternpunkte: in der Mitte ein Leuchter mit brennender Kerze und einer  Strahlenaura. Die Siegelumschrift lautet: 1. Zeile: Evangelische Kirchengemeinde Hoerstgen  2. Zeile: Christus lux nostra“. Aus dem damaligen Protokoll des Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen: Das jetzige Siegel ist „ein eigener Schritt an der Hand der Väter aus dem 16. Jahrhundert.“

Siegelumschrift "1. Zeile: Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hörstgen 2. Zeile Christus Lux Nostra" unleserlich; Symbol: eine Kerze mit Kerzenständer; außer Geltung gesetzt, ohne Datum

Das alte Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen

„Das alte Siegel war im 17., 18. und 19. Jahrhundert ästhetisierend verniedlicht und entleert worden.“  Das Siegel der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen war das letzte Siegel von Wolfgang Pagenstecher vor seinem Tod am 26. Dezember 1953.

 

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Aus dem Leben der „kleinen Leute“

Bild LebensläufeIn dem in der vergangenen Woche in die Archivstelle Boppard übernommenen Archivbestand der Evangelischen Kirchengemeinde Laubenheim (Nahe) fand sich eine Sammlung von Dokumenten, die interessante Einblicke in die Lebensumstände der Einwohner dieser Gemeinde im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewähren.

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Eine Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses 1730

Abraham Remshart Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana Martin Luther . Philipp Melanchton 1730 Abgabe: Frau Friedrich, Tochter von Archivrat Walter Schmidt, 07.10.2010 vgl. Jean Darquenne, Münster: Eine Schraub-Medaille auf das 200jährige Jubliäum der Confessio Augustana, in: Monatshefte, 30 (1981), S. 193-197.

Abraham Remshart,
Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana.
Martin Luther und Philipp Melanchton.
1730

Allen judenfeindlichen Äußerungen zum Trotz: 2017 wird Martin Luther gefeiert. Gesucht werden möglichst originelle Bildnisse des Reformators. Die Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana 1730 mit den Konterfeis von Martin Luther und Philipp Melanchthon auf der Frontseite und je einem Portrait im Inneren der Medaille ist ein außergewöhnliches Stück.

Um 1700 kamen in Augsburg Bilderzyklen auf den Markt, die an bedeutende Ereignisse des Protestantismus erinnerten. 1730  stand das Jubiläum des Augsburger Bekenntnisses an. Es erinnerte daran, dass 200 Jahre zuvor vor Kaiser und Reichstag die 28 Artikel von Philipp Melanchthon verlesen wurden. Im Erzbistum Salzburg begann die Verfolgung und letztlich Ausweisung von Protestanten. Ein Gruppe von Salzburger Exulanten traf Ende 1731 in Augsburg ein. Die Anteilnahme vieler Protestanten an ihrem Schicksal beflügelte das Geschäft mit den „geschraubten Medaillen”, wie sie damals genannt wurden.

Abraham Remshart Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana Lasset die Kindlein zu mir kommen. Taufe (eines Emigranten) 1730 Abgabe: Frau Friedrich, Tochter von Archivrat Walter Schmidt, 07.10.2010

Abraham Remshart,
Schraubmedaille zum 200-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana.
Lasset die Kindlein zu mir kommen.
Taufe eines Salzburger Emigranten.
1730

Die Artikel des protestantischen Bekenntnisses wurden in Szenen mit Personen dargestellt, die die Salzburger Tracht trugen. Von den ursprünglichen 24, über schmale Stege miteinander verbundenen Bildern sind 16 erhalten geblieben. Neben den Portraits von Luther und Melanchthon zeigen die kolorierten Kupferstiche etwa den Sündenfall, Christus mit Kreuz und zwei vor ihm knieende Salzburger Bauern, das Schiff Christi, Taufe eines Emigranten, Ordination eines Predigers, das Jüngste Gericht, und zum Schluss Pharisäer und Zöllner – das Bild trägt die Signatur des Künstlers A[braham] Remshart.

 

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